Ostfriesland -- Freies Friesland? Ein Besuch im Landesmuseum Emden.

Das Land der Friesen zeichnet sich durch sein Klima und sein raues Wetter aus. Die Friesen haben sich jahrhundertelang gegen fremde Besatzer gewehrt und hatten ihre eigene, wie man heute sagen würde, basisdemokratische Machtstruktur. Die gemeinsame Aufgabe bestand darin, Deiche zu bauen, und die einzige Autorität, der sie sich unterwarfen, war die Gerichtsbarkeit. Der Wahlspruch heisst heute noch, lieber tot als versklavt.
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Die Ostfriesen sind ein eigenartiges Volk. Das wussten schon die Römer. Für die Römer war das Gebiet im hohen Norden allerdings dann doch nur bedingt interessant. Kalte Winde und hohe Wellen lagen den sonnenverwöhnten und -gebräunten Kämpfern vermutlich nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das störrische Völkchen immer schon eine Art Asterix-Dasein fristete?

Die Ostfriesen mögen nämlich keine fremde Autorität. So bekämpften sie über die Jahrhunderte sämtliche Herrscher, die sich die Menschen hinterm Deich zu Untertanen machen wollten. Die Hanse – ein Zusammenschluss niederdeutscher Kaufleute – hatte ein schweres Auskommen in der Gegend. Um das Handelsimperium zu bekämpfen, lockten die ostfriesischen Lokalfürsten selbst berüchtigte Piraten aus der Ostsee zu sich, um sich mit den Seeräubern im Kampf gegen die Kaufmanns-Flotten zu verbünden.

Späteren Herrschern ging es nicht besser: Ob es die Grafen von Emden oder die Preußen-Könige waren – immer mussten sie mit starkem Gegenwind der lokalen Stammeschefs rechnen.