Ostfriesland -- Freies Friesland? Ein Besuch im Landesmuseum Emden.

Das Land der Friesen zeichnet sich durch sein Klima und sein raues Wetter aus. Die Friesen haben sich jahrhundertelang gegen fremde Besatzer gewehrt und hatten ihre eigene, wie man heute sagen würde, basisdemokratische Machtstruktur. Die gemeinsame Aufgabe bestand darin, Deiche zu bauen, und die einzige Autorität, der sie sich unterwarfen, war die Gerichtsbarkeit. Der Wahlspruch heisst heute noch, lieber tot als versklavt.
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Die Ostfriesen sind ein eigenartiges Volk. Das wussten schon die Römer. Für die Römer war das Gebiet im hohen Norden allerdings dann doch nur bedingt interessant. Kalte Winde und hohe Wellen lagen den sonnenverwöhnten und -gebräunten Kämpfern vermutlich nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das störrische Völkchen immer schon eine Art Asterix-Dasein fristete?

Die Ostfriesen mögen nämlich keine fremde Autorität. So bekämpften sie über die Jahrhunderte sämtliche Herrscher, die sich die Menschen hinterm Deich zu Untertanen machen wollten. Die Hanse – ein Zusammenschluss niederdeutscher Kaufleute – hatte ein schweres Auskommen in der Gegend. Um das Handelsimperium zu bekämpfen, lockten die ostfriesischen Lokalfürsten selbst berüchtigte Piraten aus der Ostsee zu sich, um sich mit den Seeräubern im Kampf gegen die Kaufmanns-Flotten zu verbünden.

Späteren Herrschern ging es nicht besser: Ob es die Grafen von Emden oder die Preußen-Könige waren – immer mussten sie mit starkem Gegenwind der lokalen Stammeschefs rechnen.

Transkription

[0:00] Magazin hier auf einundneunzig Komma acht Radio X in Frankfurt am Main. Mein Name ist Torsten Sinne.

[0:08] Heute, am sechsundzwanzigsten Mai öffnet ja auch wieder die Museen in Frankfurt am Main. Die ähm sieben Tage Inzedenz ist unter den kritischen Wert, heißt das. Und damit geht's dann auch wieder los, auch beim Jüdischen Museum. Was erwartet uns?
Ja genau, also wir freuen uns natürlich erstmal äh auf alle Besucher innen. Sowohl im jüdisch Museum als auch Museum Judengasse
immosemie
Im jüdischen Museum wird gezeigt. Natürlich unsere neue Dauerausstellung. Wir sind jetzt Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart
aber auch unsere erste Wechselausstellung, die weibliche Seite Gottes, die noch bis zum siebenundzwanzigsten Juni zu sehen sein wird
Und im Museum Judengasse freuen wir uns auch wieder, die Dauerausstellung Masse und Broch öffnen zu können.
Äh zu erwähnen ist vielleicht, dass in beiden Häusern ein Zeitfensterticket gebucht werden muss auf unserer Webseite und natürlich wir alle Hygienemaßnahmen in beiden Häusern einhalten.
Was müssen die Besucher mitbringen, wenn sie kommen? Masken, Impfpässe, wie sieht's da aus?
Ja, also Maske ist natürlich Pflicht, genau. Ähm Impfpässe ist in dem Sinne noch nicht verlangt, außer man möchte sehr spontan das Museum besuchen, dann muss man seinen Impfpass oder beziehungsweise seinen Genesenen ähm
Ausweis vorlegen, um dann zu schauen, je nach Besucher in äh Anteil in der Ausstellung, dass wir den ein oder anderen vielleicht dann doch noch so mit mit reingeben können. Und testen?

[1:35] Auch nicht. Okay, na das heißt also Abstand und ähm Maske sind erstmal ausreichend. Ganz genau
gut. Prima. Wir freuen uns da drauf und auch auf andere Museen sind entsprechende Vorkehrungen und sind alle öffnen am sechsundzwanzigsten, also heute äh die Pforten für die Besucher und hoffentlich bleibt das dann auch erstmal so,
hören wir jetzt dein Feature über das ostfriesische Landesmuseum in Emden, welches ich während Pfingsten besucht habe. Ich werde immer wieder gefragt.
Wo liegt eigentlich Ostfriesland? Äh das kann ich ihnen erklären.

[2:11] Stellen sie sich vor, hier ist die Erde. Und hier liegt dann in dieser westlichen Hemosphäre Deutschland hier.
Epper, genau so. Was darfst getreu? Und hier oben ist die Küste, die Nordseeküste.

[2:31] Dazu brauchen wir ein bisschen Wasser, so nach der Küste, so und hier sind die Inseln.
Borkum Norderney, Baltrum, Juist, spielte auch lange, Wange und so weiter.

[2:45] Und Finger ist Emden. Und da bin ich geboren.

[2:50] Wir sind heute auf Tour und zwar im ostfriesischen Landesmuseum in Emden.
Und warum das? Weil die Ostfriesen natürlich ein Volk sind mit einer sehr eigenen äh Entwicklung, einer eigenen Geschichte,
sehr interessant ist, aber auch äh ein Volk, was sehr geprägt ist von dem Klima, von dem rauen Klima der Nordsee, denn wenn man hier an der Nordseeküste leben will, dann muss man mit den Gezeiten leben, habe ich gelernt.
Und äh das ist vielleicht etwas äh was wir vielleicht von den Ostfriesen lernen können. Und deswegen habe ich hier die der,
zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit hier im Landesmuseum bei mir und wir gehen ein bisschen durch die,
Sammlung und schauen uns die wechselvolle Geschichte an. So, wir stehen jetzt hier vor mittelalterlichen Karten. Was hat es damit auf sich? Ja, eigentlich schon aus dem siebzehnten Jahrhundert, also früh neuzeitlich.
Das sind originale Stiche.
Beziehungsweise Radierungen, die hier in den Laden liegen, dieser Großvitrine und davon haben wir einige hier liegen, Katografie ist ein.
Wichtiges Thema bei uns in der Sammlung,
und die Abteilung heißt die Küstenkatografie. Ursprünglich erwarten wir auch mal überlegt, ob wir das Ganze nicht zentrum und Peripherie nennen, weil äh mal Ostfriesland und Emden im Zentrum der historischen Begebenheiten standen und mal eher am Rande.
Und äh hier haben wir dann ein.

[4:18] Beispiel, wo äh Emden dokumentiert wird, als im Zentrum stehend, wenn man so will.
Weltkarte, äh die wir uns anschauen können und äh die ist nicht nur sehr illustrativ und sehr schön gestaltet, sondern sie zeigt auch vier,
mit Namen genannte deutsche Städte.

[4:41] Und äh da gehört Frankfurt nicht dazu, sondern die Stadt Augsburg, die mittelalterliche Metropole Köln.
Hamburg als riesiger Hafenstadt und Emden.
Das war also auch eine große Metropole zu der damaligen Zeit im sechzehnten, siebzehnten Jahrhundert und man fragt sich natürlich, wie kommt das.
Das liegt in erster Linie daran, dass Emden ähm hier im Einzugsbereich vieler Flüchtlinge äh war.
Die aus den Kriegswirren der Niederlande nach Ostfriesland kam, das war der erste, freie.
Hafen, wenn man so will und die niederländischen Flüchtlinge, die in den Glaubenskriegen sozusagen geflohen sind.

[5:25] Ähm fünfzehnhundertachtundsechzig, wenn man so will.
Ab der Schlacht von Jemgum, sind ganz viele hierher gekommen und äh haben ihre Schiffe in Know-how, ihre.
Ihr Geld, aber auch ihre Kontakte mitgebracht und haben dann Emden zu einer der größten Reedereistätte Nordwesteuropas gemacht.

[5:46] In der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts wurde Ostfriesland dazu einer der am häufigsten Landschaften Deutschlands,
einige dieser wertvollen Stücke sind in wenigen Exemplaren hier in diesem Museum enthalten.
Einer der Hauptgründe für das Interesse an der Geografie der Gegend war die politische Konstellation in den Niederlanden. Die spanischen Herrschafter.
Niederdensche Kartographen, Informationen über den bis dahin relativ unbekannten
deutschen Nordwesten zusammenzutragen, aber auch die ostfriesischen Gelehrten wie und David Fabrizio, kartographierten Ende des sechzehnten Jahrhunderts in Ostfriesland mit Hilfe,
in Westfriesland entwickelten Methode der Dreiecksvermessung, Triangulation. Die ersten Karten von Ostfriesland waren jedoch ungenau und für militärische Zwecke kaum
nutzbar.

[6:34] Die Besiedlung der Küstennähe wurde überhaupt durch die Anlage von Erdaufschüttungen erst möglich. Die warften oder voten
äh genannt wurde
Deiche lassen sich vor rund tausend nach Christus aber noch nicht nachweisen. Der Bau von Deichen ebenso wie das Wort Decan oder Deckern für Graben abgeleitet
der Begriff Teich hat seinen Ursprung an der Nordseeküste im zehnten Jahrhundert
Die Bedeichung der friesischen Küste ist eine großartige Leistung der Bewohner des Mittelalters. Fast zweihundert Jahre sollte es dauern, bis das gewaltige Bauwerk
von seinen
bescheidenen Anfang des zehnten Jahrhunderts bis hin zum goldenen Reif des dreizehnten Jahrhunderts vollendet war. Nur mit Spaten, tragbaren und Gabeln ausgerüstet nahmen die Menschen den Kampf gegen die Elemente auf und schafften es eine Seeburg
zu errichten, wie.
Die ihnen Sicherheit gab, wenn auch eine durch schreckliche Sturmfluten auch wir immer wieder gefährdete Sicherheit. Umgekehrt stand das Binnenwasser der Flüsse und Bäche vor dem Deich.

[7:46] Auf der Landseite. Eine geniale Einrichtung schaffte hier Abhilfe. Die Seele mit ihren Toren im Deich, die bei Ebbe das Binnenwasser abfließen ließen und sich bei Flut schlossen.

[8:01] Zeugnisse menschlicher Besiedelungen finden sich im Raum der südlichen Nordseeküste seit der späten Steinzeit. Das Meer hat
sich in Richtung Norden zurückgezogen, fruchtbares Land zurückgelassen, die Marsch. Das zweite Wirtschaftssystem, auf diesen großen, natürlichen Wartegebiet Westeuropas war die Lebensgrundlage der Friesen. Nach Süden war der Marsch von einem breiten Moorgürtel abgeschottet
und mit dem Torf
konnte man Bäume äh konnte man Häuser erwärmen. Erst wissentlich später wurden auch die Karotten Gestrücken genutzt.

[8:36] Bereits die ersten menschlichen Spuren belegten die Einfuhr von Materialwind wie Feuerstein, Edlen und unedlen Metallen, Tuffstein und Keramik, der ostfriesische Raum war mangels eigener Stein oder Metallvorkommen schon immer vom Warenaustausch abhängig, was man im Überfluss hatte, war Vieh
oder was Berühmte, das Berühmte friesische Wolltuch. Man verkauft es im Gegenzug zu in Friesland fehlenden
waren. Der Schutz vor dem Meer und die Beherrschung des Wassers hat seit jeher die Kulturlandschaft Ostfrieslands geprägt, der Deichbau war und ist eine der großartigsten Leistungen des
hohen Mittelalters. Salzwiesen und äh Hammriche sind natürlich ein wichtiges Ökosystem und wichtige Bereiche auch,
extensiv bewirtschaftet teilweise und äh durch äh und so weiter kann man das äh entsprechend und und äh Schöpfwerke kann man natürlich auch da entsprechend auch eine ähm Zeitweise.

[9:38] Bewässerung, starke Bewässerung dann auch sicherstellen.
Aber eigentlich haben wir eher das andere Problem, nämlich dass wir die Entwässerung sicherstellen durch zahlreiche Schiffwerke, äh und das ist äh in den letzten Jahren eher schwieriger geworden.

[9:54] Sehen wir denn jetzt hier? Da gibt's so, also hier haben wir zwei Dinge. Zum einen haben wir in einem Modell den Ursprung, den Nukleus sozusagen der Stadt Emden. Emden war nämlich eine Langwurt, äh anders als diese Worten, die wir eben gesehen haben, die in rund.

[10:09] Fassung sozusagen äh Dörfer erstellt haben, äh haben wir hier eben entsprechend eine Langwurz, äh Häuser in einer Haupt, an einem Hauptweg aufgereiht,
mit entsprechendem kleinen Gartenbereichen und einem ersten christlichen Gotteshaus.
Einer Kirche, die Mitte des äh neunten Jahrhunderts etwa entsprechend wohl schon bestanden hat,
und äh Hemden selber ist äh im achten Bull Ende des achten Jahrhunderts entsprechend gebaut worden als kleine Siedlung. Äh friesischer Handels äh Reisender, die sich niedergelassen haben, hier am,
An der Mündung der Ems äh in die Nordsee, beziehungsweise eigentlich sogar noch vorher, nämlich an der Mündung der A in die Ems.
Hier gab's einen natürlichen Hafen, äh für die Binnen äh Schiffer und dann konnte hier umgeladen werden auch für die Nordseefahrer,
Mhm. Wann hat man angefangen, Hafenanlagen und sowas oder ähnliches.
Zu bauen, weil der Dollar, an dem Emden liegt, ist ja weitgehend Schiffbau. Also es gibt ja hier.
Keine großen Gezeiten, dadurch dass ja Binnengewässer einfließen.

[11:23] Es ist so, dass der Dollar natürlich selber gar nicht so lange existiert, der wurde erst im Laufe der Jahrhunderte immer größer und der.

[11:33] Große Ausbruch oder Einbruch sozusagen ins Land war fünfzehnhundertneun mit der Kosmos und Damian Flut.
Und da sind wir hier auch gleich bei dem nächsten Thema, nämlich in diesem Nesselander Heft.

[11:46] Nämlich an dieser äh Bildung des Dollars zwischen den Niederlanden und Deutschland war nämlich, dass die Ems sich verlagert hat.
Und dann entsprechend ein Bogen im wahrsten Sinne des Wortes, um die Stadt Emden.

[12:00] Das war natürlich tragisch für eine äh Seehafen Stadt wie Emden und die Emden haben alles versucht.
Um halt entsprechend die Ems sozusagen wieder zurückzugewinnen als,
Hafenzubringer äh und haben dann dieses Neslander-Höft gebaut, ein Wehr sozusagen aus Holz mit einem gewaltigen Aufwand und leider hat es nicht dauerhaft gefruchtet,
Also insofern hatte man dann erstmal das Problem, dass man äh künstlich sozusagen die wahren,
weiter transportieren musste auf dem Landweg teilweise, teilweise dann eben über Kanäle und äh entsprechende äh Zwischenbauten und hatte erst wieder dann eine zu,
Bewegung äh über äh entsprechend Schleusen und so weiter ab äh neunzehnhunderteins beziehungsweise neunzehnhundertzwei mit dem Außenhafen.

[12:48] Von Teufel und Tod von Recht und Freiheit.
Weit ins Mittelalter hinein widersentzten sich die Friesen dem neuen christlichen Glauben und betrachteten Missionarisierungsversuche vor allen Dingen als Unterwerfungsmittel des sich ausdehnten fränkischen Reiches noch unter dem sagenumwobenen Friesenkönig herab
Bot
dessen Reich sich Anfang des achten Jahrhunderts über ganz Friesland vom heutigen Belgien, also Brügge der Schädelmündung bis zur Weser erstreckte, waren die Friesen überzeugte Heiden.
Der ist mit der Herrschaft der Karolinger, also Karl des Großen begann, die Christianisierung, die zu einem der wesentlichen Elemente der besonderen, historischen Entwicklungs
Ostfriesland werden sollte, die in der Folge zahlreich erstandenen
Kirchen und Klöster waren ausgeschlaggebend für die Entwicklung der Region, denn als Zentren des
bäuerlichen Gemeindewesens formten sie die Mittelalterliche Gesellschaftsstruktur.

[13:51] Eine Besonderheit der Entwicklung in Friesland war die friesische Freiheit. Eine sich im Laufe des Mittelalters entwickelte Form des Zusammenlebens, die das Element der adligen Herrschaft nicht
kannte
Trotz dieser ursprünglichen Freiheitsideale etablierte sich jedoch ein Herrschaftssystem mit klarer sozialer Abstufung, das Häuptlingswesen. Die reichen Bauern, die Häuptlinge bildeten schließlich aus den Landgemeinschaft
ten
Herrlichkeiten genannte praktisch autonome Länder, über die sie ähnlich den adligen Herrschern in den anderen europäischen Gegenden regierten
dass die Friesen sich untereinander auf ein für alle gültiges Recht über sieben Seelande, siebzehn Küren.
Vierundzwanzig Landrechte in der Landessprache verständigen konnten, gehört zu ihren großen Gemeinschaftsleistungen.
Können. Man sieht hier auch schon ähm Handel, also es wurde mit diesen Materialien auch mit anderen Regionen gehandelt und auch.
Mit äh Keramik und mit Tuchen. Ja, also gerade Keramik ist auch bekannt aus dem Rheinland. Wir haben sowohl hier
aus dem archäologischen Bereich entsprechende Funde dargestellt, äh wie aber auch dann später nochmal äh aus anderen Kontexten die sogenannten Badmannkrüge, die wir uns nachher nochmal anschauen können und äh Handel.

[15:19] Ist für uns hier natürlich essentiell gewesen, nicht nur der Fischfang oder der die Viehzucht äh und so weiter. Das war natürlich ganz wichtige Bestandteile eigentlich des Lebens, aber letztendlich war und ist Emden eine Seehafenstadt.
Und äh ein Handelsumschlagsplatz, äh der ganz besonderen Art.
Denn je hat man schon früh auch entsprechende Stapelrecht, hier konnte man entsprechende Waren dann entsprechend umschlagen und äh zuerst den Anliegern sozusagen Fall bieten. Wenn die nicht
dann kaufen wollten, dann wo das wieder weiterverladen und entsprechend weiter transportiert. Ähm und zwar Richtung.

[15:58] Binnenland auf der einen Seite, je nachdem, um welcher äh Waren es äh ging. Äh oder aber Richtung Nordsee,
in die andere Richtung und auch das werden wir uns nachher nochmal kurz anschauen. Vor allem dann auf England, was ja auch sehr stark und und auch die Niederlande, die eine sehr starke Handelsnation da schon war. Richtung Inseln, Richtung Niederlande, Richtung England,
die waren mal zeitweise hier in Emden auch stationiert,
Also insofern gibt es dort auch enge Verbindungen und äh es ist tatsächlich sogar so gewesen, dass äh lange Zeit die Hanse um Emden gebuhlt hat,
und versucht hat zu bewegen doch Mitglied zu werden das wollte man aber nicht, man wollte unabhängig bleiben und hatte dann manchen Strauß auszufechten beispielsweise mit der Hansestadt Hamburg.

[16:44] Im sechzehnten Jahrhundert entwickelte sich Emden zu einer Hafenstadt von europäischem Rang. Der entscheidende wirtschaftliche Aufschwung setzte ein, als während des niederländischen Unabhängigkeitskrieges
tausende von Flüchtlingen, aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen in der Stadt Zuflucht suchten und sich zum Teil dauerhaft in Emden
niederließen. Dabei dehnte sich die Stadt
weit über ihre alte Stadtsiedlungs äh Kerngrenze hinaus, als kurz vor Beginn des dreißigjährigen Krieges
hochmoderne Wallanlagen fertiggestellt
hatte sich ihre Fläche gegenüber derzeit vor fünfzehnhundert in etwa vervierzehnfacht.

[17:32] Reichtum und Bürger stolz fanden ihren Ausdruck im vierzehnhundert, also fünfzehnhundertvierundsiebzig bis sechsundsiebzig errichteten neuen
Rathaus, aber auch die große Anzahl der ansässigen Kaufleute und Handwerker mit der überlieferten Kunst
Kultur sind Zeugnisse des hohen Lebensstandards der Ämter. Die ausgeprägte religiöse Toleranz
Nach Reformationszeit wurde seit den fünfzehnhundertsiebziger Jahren von einem strengen Kalvinismus verdrängt, der die der Stadt den Beinamen kennt, des Nordens eintrug.
Die große Kirche Emdens wurde zur Mutterkirche.

[18:15] Des Nordwesteuropäischen Karl-Vinesmus im Verhältnis der Stadt zu den elotherischen Grafen von Ostfriesland kamen es immer wieder stärkere
konfessionelle Gesichtspunkte zum Tragen. Es war daher nur folgerichtig, dass im März fünfzehnhundertfünfundneunzig die Ämterevolution mit
der die Bürgerschaft, den
entscheidenden Schritt zur politischen Autonomie trat, ihren Ausgangspunkt in der großen Kirche hatte. Der Aufstieg zur Reichsstadt gelangt zwar
nicht, jedoch kamen Emden als quasi autonome Stadtrepublik ein Status, den sie bis zu Beginn der rossischen Herrschaft
siebzehnhundertvierundvierzig aufrecht
erhalten konnte. Dieser Stellung recht nah. Also hier äh in der zweiten Etage des Rathauses am Delft zeigen wir die Geschichte Ostfrieslands.

[19:12] Mit dem Fokus auf Emden, seit der Reformation. Also seit dem sechzehnten Jahrhundert letztendlich, wenn man so will, ähm.
Mit Martin Luther verbindet man relativ viel mit Zwingli und äh Kalvin dann schon wieder ein bisschen weniger vielleicht, aber in Frankfurt, glaube ich, ist das nochmal anders.
Dort sind diese Namen sicherlich bekannt und auch hier in Ostfriesland haben diese Namen eine große Rolle gespielt. Der reformierten.
Haben hier äh entsprechend äh eine breite Bewegung äh entfacht und äh wir sehen hier anhand von zwei großen ähm Objekten eigentlich ein besonderes Thema dargestellt,
Maria und Johannes eigentlich ein christliche Figurengruppe aus einer katholischen Kirche wohl ursprünglich.
War entsprechend dann bearbeitet worden, wenn man so will in einer Art von Bildersturm sind,
Nase und Mund abgeschlagen worden, weil man in den reformierten Kirchen ja keine heiligen Darstellungen, keine figurlichen Darstellungen zum Glauben,
duldete,
Das bedeutet aber nicht, dass man entsprechend auf Schmuck verzichtet hat in reformierten Gemeinden und Kirchen. Und dafür steht sozusagen dieser Taufsteindeckel.

[20:30] Ein wunderbarer äh Holz Taufsteindecke, der restauriert worden ist äh zweitausendvier, zweitausendundfünf.
Und äh natürlich sehr farbenfroh daherkommt, mit Blatt Ornamentic und entsprechend äh Voluten und äh entsprechend Verzierungen. Ähm es ist ein Dach, Bodenfund tatsächlich.
Kaum noch als Tauchsteindeckel erkennbar gewesen und wir sind froh und auch ein wenig stolz, dass er in dieser Form hier,
entsprechend äh dargestellt werden kann. Und auch dieser Figurengruppe von Johannes und Maria eben entsprechend gegenübergestellt werden kann, denn das sind die beiden Pole eigentlich, um die es geht.
Einerseits die reformierten Bereiche, die eher.

[21:18] Ohne die Heiligen und ohne die entsprechend.
Bildlichen Darstellung von Menschen auskommen wollen in diesem Zusammenhang und andererseits eben entsprechend dann der.
Wichtigkeit, die Bedeutung dann auch der Sakramente.

[21:36] Reformation in Ostfriesland. Die Reformation war zunächst ein Ereignis der Universitäten und Orden,
dass sich hier vor allen Dingen in den Städten vollzog die Bindung von Kirchenlehre und Frömmigkeit und die Bibel bildete, vermittelte durch Predigt.
Sakramente, die Grundlage. Neben Ausgaben des neuen und Alten Testament in Griechisch und der Bräisch, Bibelübersetzung und Bibelabdrucken
religiösen wie Kirchenkritischen Flugschriften
Wurde das besonders von Handwerkern verbreitet, der evangelische Lied Medium für den Siegeszug der Reformation, Träger der Bewegung warnt zunächst das Volk
So kam es zu einer Verbindung von Sozialrevolutionären Aktionen und spontaner Küchenreformation verbunden mit Kirchen und Bilder stürmen. Dagegen behauptete sich, das Kirchenregiment
des Rates der jeweiligen Stadt mit dem Patronat über Stadtkirchenunterwerfung der Kleriker.
Unter die städtische Gerichtsbarkeit und der Aufsicht über das Schul- und Armenwesen Instrument für die offizielle Einführung der Reformation war,
Disputation zwischen Altgläubigen und evangelischen Theologen, über deren Ergebnis der Rat im Sinne seiner Religionspolitik.
Entschied. Ja bestimmte durch die evangelische Kirchenordnung, auch die äußere Form des evangelischen Kirchenwesens.

[23:04] In diesem Jahr jährt sich auch zum vierhundertfünfzig äh Male zum vierundfünfzigsten Male die Ende Synode. Äh eine wichtige Zusammenkunft, in der dann äh Glaubensflüchtlinge.
Also Gemeinden aus beispielsweise Wesel und anderen Niederrheinischen teilweise auch aus Frankfurt, teilweise aus anderen Gegenden kamen dann entsprechende reformierte.
Glaubens äh Anhänger und Gemeindemitglieder nach Emden äh im Herbst äh fünfzehnhunderteinundsiebzig.
Und haben versucht eine Art Verständigung herbeizuführen wie man denn in den Gemeinden miteinander sozusagen.
Verbunden sein wollte und andererseits auch entsprechend äh mit Entscheidungen umgehen wollte.
Und diese Ämter Synode, die hat eine sehr, sehr große Auswirkung gehabt.
Die gemeindliche Organisationsstruktur in den evangelischen Kirchen bis heute.
Und auch eigentlich in unsere politischen Systeme hinein.
Äh dort entsprechende Bedeutung entwickelt. Dabei handelt es sich um das Subsidiar Subsidiaritätsprinzip.

[24:19] Haben sie das schon mal gehört? Vielleicht äh ist das,
gerade auch zuletzt nochmal etwas stärker in den Fokus gerückt, denn Wolfgang Schäuble hat auch davon häufiger zuletzt gesprochen, es geht dabei um das Prinzip, dass man die Dinge, die man in der kleinen, in der niedrigen, in der.

[24:36] Kerngemeinschaft sozusagen regeln kann, auch dort belassen soll und wenn das dann nicht mehr geht, dann geht man sozusagen in die nächste Ebene.
Also, man ist sozusagen verantwortlich für das, was man tut, bis zu einem gewissen Grade, um dann entsprechend äh weitere Entscheidungen einzuholen.
Föderale System. Das zentrale System baut in weiten Teilen eigentlich auf diesem Subsidiaritätsprinzip auf.

[25:01] Spannend vielleicht ist, dass diese Synode auch, hätte in Frankfurt stattfinden können.
Denn das war der ursprüngliche Plan mal, es gab ein Vortreffen in Frankfurt von einigen wichtigen Gemeindemitgliedern,
der deutschen Gemeinden, insbesondere aber auch der Niederländischen Gemeinden unter dem Kreuze, so hießen die damals, ähm die hinter der Bedrückung litten, äh der katholischen Spanier und der katholischen Stadthalter in den Niederlanden
Ähm und dann war mal sozusagen erst in der Überlegung, das Ganze in Frankfurt stattfinden zu lassen. Fünfzehnhunderteinundsiebzig ist dann aber in die Seehafenstadt nach Emden gegangen, um dann auch beispielsweise den äh
britischen, vor allem den äh Glaubensflüchtling, die nach London gegangen sind, es zu ermöglichen, daran teilzunehmen.

[25:49] In ihrer goldenen Zeit, dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert mangelte es der Stadt Emden nicht an Selbstbewusstsein, dass sich auf vielfältige Weise äußerte. Der lebhafte Handel ermöglichte die Herstellung von Silberget und die Anschaffung
wahren Porzellans aus China. Die wirtschaftliche Kraft der Stadt stärkte Gilden und Zünfte, Handwerkszweige, wie,
Goldschmiede, Kunst und ZinnGießerei florierten,
bereits im fünfzehnten Jahrhundert bezeugten zahlreiche Gold- und Silberschmiede in Ost und Westfriesland mit ihren Arbeiten den Reichtum der Bevölkerung, die diesen vor der Reformation gern und offen zur Schau stellte.
Schmuck und auch das Radsilber der Stadt Emden.
Pokalen repräsentierte das hervorragende Kunsthandwerk der Region. Das
Goldschmiedehandwerk war ein städtisches Gewerbe nur dort gab es die nötige Sicherheit. Der Schutz von Handwerk und Käufern durch Bestimmung des Rates oder der Zunft,
und schließt sich die Nähe der Münze auf die die Goldschmiede wegen des Materials angewiesen waren.

[27:02] Wir sehen hier das friesische Gold. Das Porzellan, worauf ähm also wunderschöne Wiese hier.
Und äh Tee trinkt man ja auch aus wunderschönen Tassen. Genau, also dieses Porzellan stammt eben tatsächlich aus China, sind.
Im Auftrage diese Porzellanstücke sind im Auftrage von.
Ostfriesen hergestellt worden, teilweise hat man dann eben Muster, entsprechend vorher gefertigt und mit Handelsschiffen dort vor Ort.
Entsprechend äh hingebracht. Dann sind diese Auftragsporzellane entstanden und dann wieder mit zurückgebracht worden, je nach Ostfriesland.
Die Chinesen merken dort ein unglaubliches Know-How, was das Porzellan,
Verfahren, Herstellungsverfahren angeht und insofern haben dann reiche Ostfriesen äh sich diese dieses Know-how bedient.
Und haben dann auf der anderen Seite entsprechendes Handelsgut dorthin verschafft, verschifft. Ähm wir sehen hier weiterhin überhaupt noch einige weitere Produkte äh oder Behälter, um Produkte entsprechend zu transportieren.
Hier haben wir eine Vitrine, wo Zinn ähm.

[28:11] Ähm Behälter entsprechend zu sehen sind, aber auch ein Kerzenständer, Löffel und anderes. Zinn ist das Material, mit dem der einfache.
Mann, die einfache Frau eigentlich dann entsprechend äh.
Ihr Leben verbrachte und wenn man dann reicher war, dann hatte man dann eben entsprechend sonntäglich.
Dann das Porzellangeschirr oder anderes, aber das der Zinn war eigentlich sozusagen,
Behälter und Teller und Löffel und so weiter des normalen Menschen zu damaligen Zeit.
Wir stehen in der Rüstkammer des Museums. Ja, in der Mderuskammer stehen wir, genauer gesagt, das ist das Zeughaus der Stadt, historisch gesehen. Ähm.
Muss sogar vielleicht deutlicher sagen, eines von mehreren Zeughäusern, die es wohl gab, ursprünglich. Äh hier im vierten Obergeschoss war aber der Hauptteil der Bewaffnung der in der Bürgerwehr untergebracht seit.
Fünfzehnhundertzweiundachtzig ist das belegt und hier haben wir den größten Waffenbestand neuzeitlicher Art.
Ähm in kommunalem Eigentum in Deutschland. Das heißt also, dass es tatsächlich hier nicht um Ritterrüstungen geht, auch wenn sie ganz ähnlich aussehen.
Also wer.
Sehen will, dann kann er auch gerne kommen, dann sagen wir, so ähnlich sieht das aus. Da steht's schon auch, so ein bisschen militärisch in der Tradition.

[29:40] Aber es sind bürgerliche Rüstungen. Das heißt, die Bürgerwehr der Stadt Emden hat sich hier entsprechend gerüstet.
Im Ernstfall die Stadt verteidigen zu können. Mussten dann tatsächlich auch entsprechend ihre Stadt verteidigen. Das sind alle Männer.

[29:55] Gewesen zur damaligen Zeit zwischen sechzehn und sechzig Jahren, die körperlich in der Lage waren.
Und keine.
Verpflichtungen im Bereich des Gottesdienstes hatten, also keine Priester waren, beziehungsweise ähm privaten oder äh andere Funktionen hatten.

[30:15] Und entsprechend keine Lehrer waren. Die waren jeweils ausgenommen. Äh alle anderen mussten entsprechend sozusagen Wehrdienst leisten.

[30:26] Wenn man jetzt hier weitergeht, dann kommt man durch den Kabinettsraum, der in der Rüstkammer.
Zu einer Wendeltreppe und kommt dann zu dem sogenannten Turmzimmer. Dort ist die Thematik ausgebreitet, der Türmer und Nachtwächter.
Türma haben hier von dem Rathausturm.
Historisch gesehen, die Stadt bewacht, nicht vor Angreifern im weitesten Sinne, sondern vor Stadtbränden im engeren Sinne. Das war die größte Gefahr für eine.

[30:55] Mittelalterliche und früh-neutzeitliche Stadt. Alles sehr eng gebaut,
Sie haben's eben gesehen, wenn sie durch die Stadt gelaufen sind oder noch gleich durch die Stadt gelaufen werden. Äh alles eng bebaut, teilweise aus Holz, teilweise ist das auch heute noch sehr eng bebaut, weil man auf den Grund,
der damaligen frühneutzeitlichen Stadt auch dann nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hat.

[31:18] Und insofern ist ein Stadtbrand immer eine sehr große Gefahr gewesen. Die Nachtwächter haben dann äh entsprechend auch die Ausgangsbeschränkungen äh entsprechend kontrolliert.
Anders als das heute das Ordnungsamt macht, waren die Nachtwächter auch sogar bewaffnet und haben dann durchgesetzt, dass entsprechend nach.
Einundzwanzig beziehungsweise zweiundzwanzig Uhr im Sommer niemand mehr unterwegs war.
Der nicht eine Ausnahmegenehmigung hatte, das ist also tatsächlich ganz ähnlich wieder und entsprechend alles andere war dann vielleicht.
Was dann unterwegs war zu Taten, die nicht gewollt war. Also insofern waren dann diese Nachtwächter, die dann hier ihr Hauptquartier im Untergeschoss des Rathauses am Welt hatten, ganz wichtig bis neunzehnhundertfünf.

[32:07] Die Niederlande erlebten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert eine außerordentlich kulturelle Blüte, die auch
das künstlerische Schafen im angrenzenden Ostfriesland prägte
niederländischer Glaubensflüchtlinge aus den spanischen Generalstaaten in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts kamen zahlreiche Künstler, die sich vorübergehend oder dauerhaft, vor allem in Enten niederließen.
Zu ihnen gehörten erfahrene Glasmaler, die diese Kunst hier etablierten, in der rasch wachsenden Stadt, fanden sie vor allen Dingen im privaten wie öffentlichen Bereich ihrer Auftrag,
die enge Verbindung zu den Nachbarn blieb auch in der Folgezeit bestehen, man orientierte sich an den dort gültigen Kunstidealen
manche Maler übersiedelten dort ganz dorthin.

[32:55] Wie der sechzehnhundertunddreißig in Emden geborene Ludolf Backhölzen, der schon zu
äh seinen dramatischen Seestücke
höchsten Rom erlangte, seine Werke bilden daher einen Schwerpunkt der Ämter, Gemäldegalerie Artlund Bürgertum erwerben ihre Ausstattung ihrer privaten Räume neben der einheimischen Kunst vor allen niederländische Bilder, so weiß man,
von den Sammlungen des Kanzlers von in der Radreima in Aurich und verschiedenen Kaufmannsfamilien Emden. Der,
Gemälde besitzt des ostfriesischen Landesmuseums Emden dokumentiert diese Orientierung in der Mehrzahl schlamm der ostostfriesischen Eigentum.

[33:41] Ja, hier stehen wir in der Gemäldegalerie, wenn man so will die äh der Raum,
Der unseres Museums überhaupt, also die ersten Objekte, die gesammelt worden sind von der Gesellschaft für bildende Kunst und Altertürmer seit achtzehnhundertzwanzig waren Gemälde. Ähm und äh alles andere kam dann etwas später.

[34:03] Wir haben hier Gemälde der niederländischen Schule insbesondere. Ähm ob das nun äh.
Portraits sind aber insbesondere auf Stillleben und Landschaftsbilder und eine ein Schwerpunkt ist bei uns natürlich.
Dann das Marinebild, Seestücke sind hier natürlich stark vertreten und ein Protagonist der niederländischen Schule und der damaligen,
Zunft war Ludolf Backhäusen.

[34:30] Ein Mann, der in Emden geboren worden ist ähm und in Amsterdam dann.

[34:38] Und dann auch starb, ähm.
War entsprechend von sechzehnhundertdreißig von seiner Geburt an zunächst hier in Ostfriesland, war dann später,
an verschiedenen Schulen in äh den Niederlanden und hat sich dort entsprechend der Malerei gewidmet ähm und ist bekannt geworden vor allem durch seine wunderbaren.
Äh Seestücke, wie man hier einen sieht, den Schiffbruch des Paulus.

[35:08] Ein sehr dynamisches Bild, wie man vom Titel her auch äh ableiten kann, entsprechend sieht man hier aufgepeitschte Wellen
äh die cumulus wollten, die zusammen geballt äh am Himmel sind, teilweise von der Sonne noch beschieden, denn das Gewitter lässt schon wieder nach äh und bestrahlt einen Felsen mit einer,
Burg oder Burgruine. Die Bibel lässt grüßen äh und entsprechend,
haben wir hier dann unten links den Paulus, via entsprechend tröstet, Trost spendet,
und äh viele Menschen, die um ihr Leben geschwommen teilweise gelaufen sind. Schwimmen war damals noch nicht so äh verbreitet,
Kunst, also insofern haben auch viele ihr Leben lassen müssen, aber sie versuchen noch, den Willen Hab und Gut zu entreißen und das ist natürlich entsprechend immens wichtig für die Menschen gewesen.
Und diese Darstellung des Schiffbruch des Paules aus dem siebzehnten Jahrhundert äh zeigt eben sehr schön die.

[36:11] Kunst, die vom Dorfbackhäusen die dynamischen Wellenbewegungen entsprechend darzustellen,
und gleichzeitig die Dynamik und dies das Licht dazu zu äh gesellen sozusagen,
Beides zusammen ist eine eine wirklich große Malkunst, abgesehen von seinem sehr feinen und sehr schönen Strich. Äh also wir sind sehr froh und sehr stolz, dass wir hier einige.
Werke aus einem Ultra zeigen können. Viele Moorleichen wurde die Moleiche von Bernutzfeld
nicht unter sachgerechten Umständen geborgen. Den ausführlichsten Bericht über die Ereignisse verdanken wir dem Lehrer Sundermann. Nach seiner Schilderung wurde die am vierundzwanzigsten Mai neunzehnhundertsieben von den,
Brüdern de Junge beim Staufstechen in der Nähe von heute ein Teil von Tannenhausen Landkreis Aurich,
Sie stießen mit dem Spaten in sechzig Zentimeter Tiefe zunächst auf Knochen. Und kurz darauf auf einen roten
Welcher Schrecken den beiden Brüdern dabei in die Gliederfuhr ist, nicht überliefert. Offenbar war ihnen aber vor allen Dingen an dem störungsfreien Abbau von ihrer Torfpazille gelegen, denn sie versenkten den bekleideten Leichnam wieder an anderer Stelle im Moor.

[37:30] Nachbarn machten ihnen bald klar, dass sie zuständige Behörde in Aurich benachrichtigt werden müsste, was am folgenden Tag dann auch geschah. Der Vorsteher des königlichen Staatsarchiv in Auricht
nahm sich daraufhin der Sache an. Er grub den ungelagerten Leichnam wieder aus und inspizierte auch
den eigentlichen Fundplatz gründlich nach seiner Aufzeichnung war der Körper ab
Druck, der Morleiche in der weichen Unterlage noch zu sehen. Wachte, will außerdem beobachtet haben, dass der Leichnam dort extra.

[38:08] Herbeigeschaffen gebettet worden war.
Von den Weichteilen des Körpers war nichts mehr vorhanden. Es wurde nur noch zugehörige Partikel gefunden, wie zum Beispiel Fingernägel nach Wachtersbeobachtungen und den Aussagen der Dorfgräber hatte der Leichnam im
rechter Seitenlage mit angewinkelten Beinen im Ohr gelegen
Der Schädel war wohl später durch das Gewicht des darüber liegenden Torfes zerdrückt und vom Rumpf abgetrennt worden. Man gewann den Eindruck, dass der Tote regelrecht der Moor bestattet worden
wahr.

[38:45] Zu diesem Zeitpunkt waren vorm Mann von Mernutzfeld Knochen, Haare, Fuß und Fingernägel sowie Reste des Gehirns erhalten. Die Haut und andere für Moorleichen typische Gewebereste fehlten.
Dieses könnte darauf hindeuten, dass der Mann nicht unmittelbar nach Eintritt seines Todes von Mo bedeckt wurde, eine mögliche Erklärung ist
der Mann von im Moor zu Tode kam und die Leiche in Folge einiger.

[39:13] Zeit an der Moor-Oberfläche lag, bis sie aufgefunden und bereits im verwisten Zustand im Moor begraben wurde. Eine da anknüpfende These ist, dass der Mann von Bernutzfeld im Schnee erfuhr.
Später in dieser zusammengekauten Haltung an Ort und Stelle bestattet wurde. Aus historischer Sicht sind ähnliche Begebenheiten überliefert.
Neunzehnhundertsechsundsiebzig.

[39:39] Veröffentliche des Textilmuseums Neumünster eine Über umfassende Übersicht über die Textilfunde in Norddeutschland in der Eisenzahl, der auch die Textilien des Mannes von Bernutzfeld einschloss
Neunzehnhundertsechsundneunzig bis achtundneunzig wurde die Kleidung in der Restaurierungswerkstatt des archäologischen Landesmuseums in Schleswig, Schloss in Gottdorf,
von Heidemarie gereinigt und neu montiert. Bei dieser Gelegenheit untersuchte sie insbesondere das Schultertuch,
und die Tunika des Mannes von Bernd Lutz fällt gründlich und beschrieb alle fünfundvierzig der für die Tunika verwendeten Einzelteile. Dabei entdeckte sie einige aufschlussreiche Details zur Machtart und Material. Neunzehnhundertsechsundneunzig konnte durch
Archäologen von der Sanden.
Eine Datierung des Todeszeitpunktes der des Mannes von Bermutsfeld mit Hilfe der C vierzehn Methode,
erfolgen und er kam auf einen Zeitraum zwischen sechshundertsechzig und siebenhundertfünfzig nach Christus. Äh man glaubte bis dahin, seine Moritz der Eisenzeit
jedoch war nun erwiesen, der Mann lebte im frühen Mittelalter.

[40:55] Ja, der Mann von Bernosfeld, wie er in der Forschung genannt wird, ist in der Nähe von Aurich gefunden worden, neunzehnhundertundsieben und wir haben dann entsprechend äh anhand der Forschung der letzten Jahre und in den letzten Jahrzehnte auch teilweise.
Dann an diese Rekonstruktion erstellen lassen können und sehen auch, dass dieser Mann wohl zu Lebzeiten eher groß war.
Fürs frühe Mittelalter, also eher in ein Meter fünfundsiebzig bis ein Meter achtzig, vielleicht sogar etwas größer sogar noch.
Und das konnte man natürlich anhand der Kleidung sehr schön dann entsprechend nachweisen, während die Knochen selber im Morsch rumpfen, also da ist es dann schwierig sozusagen die ursprüngliche Körpergröße genauer festzustellen. Und äh sie sehen,
selbst, wenn sie äh bei Gelegenheit äh das Landesmuseum besuchen kommen.
Dass dieser Mann eine wirklich stattliche Erscheinung war. Also im wahrsten Sinne des Wortes diese farbige Kleidung,
rekonstruieren lassen konnten mit dieser Figur äh gemeinsam machte was her, wenn man so will und das ist auch ein.
Ansatz möglicherweise für beispielsweise diese dieses Karomuster auf der Brust.

[42:08] Er wollte auf sich aufmerksam machen möglicherweise. Vielleicht war er eine Art Bänkelsänger, vielleicht war er eine Art äh Geschichtenerzähler, eine Art äh von Ort zu Ort, gehe, äh das wissen wir alles nicht, aber äh es könnte vielleicht in die Richtung gehen.
Aus dem Mittelalter, aus dem Hochmittelalter sind vergleichbare.
Spezielle Kleidungsmuster bekannt Form von Bettlern.

[42:33] Das wäre aber für unsere Begriffe dann fürs frühe Mittelalter nicht unbedingt äh zielführend, wenn man das denken würde.
Ein wichtiger Kulturträger ist natürlich auch die Plattdeutsche Sprache. Das Plattdeutsche oder niederdeutsche ist eigentlich eine eigene Sprache und ist dem niederländischen sehr
ähnlich. Das Niederländische war auch teilweise Amtssprache in Ostfriesland bevor Ostfriesland.
Im Deutschen Reich aufgegangen ist. Das Plattdeutsche ist noch sehr weit verbreitet. Es wird auch in Wörterbüchern ähm auch
je nach Region weitergeführt. Das Hochdeutsche hat sich eigentlich erst durch den Handel und durch die Religion, nämlich durch die Reformation und die hochdeutsch geschriebene Lutherbibel verbreitet. Deswegen heißt das
Hochdeutsche, im Plattdeutschen auch Lithers, also das Lutherische.

[43:28] Dir ein paar Ausnahmen von Sprechern des Plattdeutschen viel Spaß.
Der Stunde vote, wat, vom Dach vom Föhn, in Emme und dann und dann mit Ring.
Schmecken.
Ihr wollt noch glauben, habe ich dafür und
Über siebzig Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig Plattdeutsch. Schreib dich nicht ab. Lerne Plattdeutsch. Du Döspaddel.

[44:09] Musik in dieser Sendung stammt von Gerald Maier.
Seinen Song, Fresena, Löwe als Sklave.
Seid gegrüßt, ihr freien Friesen, wir sind lieber tot als Sklaven. Da gibt es was Neues zu entdecken. Gerald Maier heißt er.
In Wiebelsummen geboren, in Fußballverein groß geworden. Er ist Instrumentenbauer von Beruf und begeisterter Musiker. Postalisch ist in einem kleinen Ort in Unterfranken,
Hause, musikalisch feiert er seit einigen Jahren seine Erfolge im.

[44:49] Ist in mit seiner Musik angekommen. Er hat seine Sprache in Verbindung mit dem Musikstil Rock 'n' Roll, Blues und Traditionals auf ein ganz neues Level gehoben.
Wie viele Künstlerkollegen hat es Ihnen diesen Pandemiezeiten hart getroffen?
Und trotzdem hat er ein neues Projekt angestoßen. Nicht live mit Band, sondern unter dem Namen Meyer
ohne Strom. Unplugged unbedingt erlebenswert. Und ab zweitausendzweiundzwanzig in Norddeutschland wieder auf Tour. Die andere Gruppe ist Larei und Laray, das sind gebrannt, Albertus Ackermann und Jörg
die gemeinsam.
Musikalische Gottesdienste gestalten, aber auch mit Platt Dutch spielen. Ich hoffe, euch hat die Sendung gefallen.

[45:38] Das war Politopia, das Magazin vom sechsundzwanzigsten Mai zweitausendeinundzwanzig
Wenn ihr Fragen zur Sendung habt, dann schickt uns doch eine E-Mail unter Redaktion at Politopier Punkt DE. Mein Name ist Torsten Sinne
Ich wünsche euch eine angenehme Woche. Bis nächste Woche Mittwoch.