Warum ich angefangen habe, Brot zu backen

Ein Gegengewicht zur modernen Arbeitswelt mit ausufernder Bildschirmzeit
Sendung vom 2026/10/07 17:00:00 GMT+2
Download: pta261007.mp3

Brot

Der Vortrag von Christoph Stoettner (stoeps): Warum ich angefangen habe, Brot zu backen media.ccc.de/v/froscon2026-3542-warum_ich_angefangen_habe_brot_zu_backen

 Acht Stunden am Rechner, der Kopf raucht – aber der Körper hat keinen einzigen Schritt 
 gemacht. Das Gehirn ist erschöpft, hat aber nichts Greifbares vorzuweisen. Kein Ergebnis, 
 das man anfassen, riechen oder essen kann. Ich habe irgendwann angefangen, Brot zu 
 backen. Sauerteig, Brötchen, Focaccia. Nicht als Hobby. Als Gegengift.

 Wer in der IT arbeitet, kennt das Phänomen: Ein langer Arbeitstag hinterlässt einen mental 
 leer, körperlich aber völlig unberührt. Das Gehirn hat stundenlang Probleme gelöst, 
 Entscheidungen getroffen, auf Bildschirme gestarrt – und am Ende des Tages gibt es nichts 
 Physisches, das zeigt, dass man überhaupt da war. Kein sichtbares Ergebnis, nichts zum 
 Anfassen, nichts, das nach Arbeit riecht.

 Irgendwann habe ich angefangen, Brot zu backen.

 Was zunächst wie eine Laune wirkte, hat sich als echtes Gegengewicht zur Bildschirmarbeit 
 herausgestellt: Beim Backen arbeitet die Hand, nicht der Kopf. Der Teig gibt direktes, 
 ehrliches Feedback – nicht nach dem nächsten Deployment, sondern sofort. Das Ergebnis ist 
 greifbar, riechbar, essbar. Und wenn etwas schiefgeht, liegt es nicht an einem 
 Merge-Konflikt.

 Dieser Vortrag ist kein Produktivitäts-Hack und keine Wellness-Predigt. Es ist eine 
 persönliche Geschichte darüber, warum handwerkliche Arbeit für Menschen, die den ganzen 
 Tag abstrakt denken, eine besondere Qualität hat – und warum ausgerechnet Sauerteig dabei 
 eine Hauptrolle spielt. Ich teile:

 - Warum ich angefangen habe – und was mich dazu gebracht hat, weiterzumachen
 - Was Backen neurologisch und psychologisch anders macht als andere Ausgleichsaktivitäten
 - Meine liebsten Rezepte: Sauerteigbrot, Brötchen, Focaccia – mit allem, was ich dabei 
 gelernt (und falsch gemacht) habe
 - Wie man mit Sauerteig anfängt, ohne sofort zu scheitern

 Zielgruppe: alle, die zu viel Zeit vor dem Rechner verbringen und deren Hände sich manchmal 
 nach echter Arbeit sehnen.
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