Mädchenbüro Milena e.V. - Mädchen finden ihre Stimme gegen Alltagsrassismus

Das Mädchenbüro Milena in Frankfurt Bockenheim versteht sich als ein Integrationsprojekt für Frauen und Mädchen. Wir berichten über ein Antirassismus-Projekt, um Mädchen gegen alltagsrassistische Angriffe zu stärken.
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Das Projekt richtet sich an Mädchen zwischen 15 und 18 Jahre mit Migrationshintergrund. Alltagsrassismus ist für sie eine tägliche Belastung. Sie haben alle Migrationshintergrund und wissen, was Alltagsrassismus bedeutet, denn sie erfahren ihn täglich am eigenen Leib. Sie lernen den Umgang mit Altersrassismus, wie lernen sich Verbal gegen die Ungerechtigkeit zu verteidigen, ihre Sprache zu finden, den Kindern eine Stimme zu geben, die laut und hörbar ist Es wird analysiert, warum Alltagsrassismus in Deutschland besteht und wie sie am besten damit umgehen können.

Transkription

[0:00] Hallo und herzlich willkommen hier im Politopia-Magazin in Radio X.
Mein Name ist Thorsten Sinning und ich habe das Mädchenbüro Milena in Frankfurt-Bockenheim besucht.
Das Mädchenbüro Milena e.V. wurde im Jahr 2014 gegründet,
Es ist ein anerkannter, freier Träger der Jugendhilfe. Sein Ziel ist die Integration von Mädchen und Frauen mit und ohne Fluchthintergrund.
Gründerinnen sind sieben Migrantinnen mit sieben verschiedenen Nationalitäten, die alle in Frankfurt am Main aufgewachsen sind.
Ihre pädagogische Leidenschaft und Kompetenz ist es, Migrantinnen zur Teilhabe zu befähigen und zu unterstützen.
Gemeinsam mit und für Frauen und Mädchen bietet das Mädchenbüro Milena Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote. Sie arbeiten basisorientiert
und orientieren sich an den Bedürfnissen der Frauen und Mädchen mit der Vision in Frankfurt,
ein Haus zu schaffen, das allen Frankfurterinnen und Frankfurtern Integration aus einer Hand bietet.
Im Februar 2019 bekamen sie sogar Besuch vom Bundespräsidenten, der ein großes Interesse an der Integrationsarbeit zeigte.

[1:22] Es gibt hier eine Projektgruppe von Mädchen, die sich mit dem Thema Alltagsrassismus beschäftigt.

[1:30] Ich sitze also gegenüber von zwölf Mädchen, die im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sind und aus ganz Frankfurt stammen.

[1:39] Keine von ihnen hat weiße Hautfarbe. Sie haben alle Migrationshintergrund und wissen, was Alltagsrassismus bedeutet, denn sie erfahren ihn täglich am eigenen Leib.
Der Umgang mit Altersrassismus wird hier gelehrt.
Es wird analysiert, warum Alltagsrassismus in Deutschland besteht und wie sie am besten damit umgehen können.
Mich erinnert die Situation ein bisschen an die Situation von Kindern im Verkehrsunterricht denen beigebracht wird, wie sie zwischen den gefährlichen Autos richtig abbiegen können und welche Helme sie aufsetzen sollen.
Aber wird es bei einem
Verkehrsunfall dazu kommen, dass man dem Autofahrer die Schuld zuschiebt oder haben dann die Kinder die Schuld und sind auf dem Fahrrad übersehen worden oder der Autofahrer konnte das Kind im toten Winkel des Spiegels nicht erkennen.

[2:33] Man nennt das auch Victim Blaming, über die Schuld von Täterinnen und Tätern und das Leiden der Opfer wird dabei selten gesprochen.
Ziel dieses Projektes ist, genau das umzukehren.
Den Kindern eine Stimme zu geben, die laut und hörbar ist. Redaktionskonferenz im ich habe hier eine ganz nette Runde von jungen Mädchen,
alle hier tätig sind und äh betreut werden im Mädchenbüro und sie haben uns Geschichten mitgebracht.

[3:06] Und zwar äh erzähle ich jetzt einfach mal meine Geschichte, äh die mir passiert ist und äh beim längeren Zeitraum ist ihnen auch passiert, dass um einen Lehrer bei uns auf der Schule ging,
der immer noch der Rat ist leider beleidigt unsere Schüler, also mit meine Mitschüler äh und.
Beleidigt sie halt äh in der Runde und einzeln als Hund als Pommesbodenarbeiter. Und äh er ist auch rassistisch gegenüber äh Kopftücher. Äh da ist.
Schon mal etwas passiert und zwar hatte meine Freundin äh die ein Kopftuch trägt eine Strickjacke an und ich hatte die auch an.
Also eine Strickjacke und er hatte äh sie äh darauf hingewiesen, dass sie sie ausziehen soll, da man keine Jacken anziehen soll, hat er gesagt, obwohl ich sie halt auch anhabe. Dann hat sie gesagt, ja aber sie hat ja auch eine an. Dann hat er gesagt, ich soll.

[4:06] Diskutieren soll und ja äh das mit dem Beleidigen als Hund und als Pommesbodenarbeiter, das war als wir im.
Da hatten wir äh ganz normale Aufgaben gemacht, Mathe hatten wir da gemacht und er ist halt sofort,
auf ihn äh draufgegangen, also hat einen beleidigten alles und äh der Junge war auch sehr traurig und ich war auch auch geschockt, da der Schüler nichts gemacht hat und ja,
Genau. Das waren meine zwei Geschichten.

[4:37] Situation vor, was ging in dir vor, als du das äh die Situation erlebt hast? Also ich würde ja gern reden, nur bin ich in solchen Situationen erstmal äh geschockt und kann gar nix sagen,
ich bin erstarrt gewesen und habe nur zugehört, obwohl's halt auch reden könnte, aber.
Ich als einzige Person könnte nix machen, weil ich so eine Schülerin bin und das bringt nix, wenn ich alleine mit ihm rede, da er mir nicht zuhören würde und auch nix machen würde. Heißt, ich war geschockt und ja.
Gewisse dabei, oder? Ja. Weil man auch selbst aus der Situation als Schülerin gar nicht raus Schule wechseln oder könntest du schon, aber warum sollte es so werden, weil passiert ja,
aber.

[5:29] Reagieren wenn sie die Eltern, die also wir äh so meine Eltern und äh ich, wir sind auch zu ihm gegangen, haben mit ihm geredet.
Leider als als meine da alle Eltern da war, war er sehr lieb, hat,
sich da rauszureden, aber meine Eltern haben mich locker gelassen, haben die ganze Zeit,
sind die ganze Zeit auf diesem Thema zurückgekommen, da er die ganze Zeit versucht hat auszuweichen und abzulenken und ähm ja jetzt hat es sich ganz bisschen verbessert, aber leider noch nicht ganz.
Auch sehr witzig finde, hatte er mal ein äh Mädchen beleidigt, nachdem meine Eltern dort waren und mit ihm diskutiert haben, dass er nicht beleidigen darf. Er hatte er hatte er ein Mädchen ausgelacht.
Nicht so gut in der Schule ist und äh sie hatte äh also sie war das befand sie gar nicht witzig. Da ist schon ans Beleidigen gegrenzt äh hat.
Und äh er hat dann halt angefangen zu lachen und als ich ihn angeguckt habe, hat er sofort aufgehört zu lachen und das fand ich gut, dass er jetzt irgendwo Respekt zeigt gegenüber mir.
Was auch richtig so ist, da er,
aufwändigen Schülerin bin, muss er mir irgendwo auch Respekt zeigen, also mich nicht beleidigen oder Schüler auslachen, obwohl die nichts dafür können. Vielleicht haben die, keine Ahnung, irgendwas, was sie nicht ändern können, ja. Mhm, mhm, mhm.

[6:55] Wir setzen uns zu einer kleinen Vorstellungsrunde zusammen. Im vorab Gespräch sind die Schülerinnen von unterschiedlichen Schulen im Stadtgebiet locker, stellen sich mit ihrem Namen vor, wir scherzen ein bisschen,
Aber sie sind schüchtern, sobald das Mikrofon eingeschaltet wird.
Sie möchten Ihren Namen nicht nennen, denn Alltagsrassismus findet auch in den Schulen statt.
Es gibt zwar Schulprojekte, in denen Alltagsrassismus besprochen wird und in denen auch zum Beispiel in Projekten gezeigt wird, wie man damit umgeht.
Wie kann man sich gegen Alltagsrassismus wehren? Aber doch gibt es Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen von denen die Mädchen berichten, dass sie sich rassistisch beleidigt fühlen oder ungerecht behandelt?
Mal ist es ein Kind, welches wegen seines Kopftuchs aufgezogen wird, mal ist das eine blöde Bemerkung.
Mal sind es kleine Stiche, Leinen in einen solchen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Schülerinnen und Lehrerinnen und der Lehrer, kann es das unter das Klima ganz schön vergiften.

[8:03] Die Mädchen sind vor dem Mikrofon schüchtern. Deshalb habe ich in dieser Sendung darauf verzichtet, ihren Namen zu nennen,
Mobbing und Diskriminierung finden auch in der Schule statt, im direkten Umgang mit den Lehrerinnen und Lehrern in der Klasse.

[8:20] Äh ja, ich habe schon mal äh in unserer Schule gesehen, so ein Plakat, wo ähm zum Beispiel stammt, dass eine Frau ähm im Bus war mit ganz vielen Menschen,
Eine deutsche Frau ähm war im Bus und ähm.
Hat dann ähm also Ausländer gesehen, so Menschen, die im Bus saßen und hat dann gesagt.
Dass ähm die Frau mit äh ihren Kindern äh aufstehen sollten.
Weil sie sich äh setzen wollte, dann ähm.

[8:56] Frau wollte gar nicht und dann hat dann die Frau die Frau, die ähm.
Sitzen wollte, habe dann erzählt, dass wieso sitzt du da? Ich bin da, ich fühle mich äh setzen,
hat so was erzählt und dann hat gesagt, die scheiß Ausländer nehmen nicht nur unser Warnen und Bus und so weiter. Auch unsere Arbeitsplätze und ja,
Das habe ich äh unserer Schule gelesen. Ja. Und ich habe auch noch was gelesen äh unserer Schule und zwar ähm ein Lehrer.
War im Klassenraum und ein Mädchen mit einem Kopftuch war auch im Klassenraum und.
Der Klassenraum war wirklich sehr sehr warm. Es war im Sommer und sie haben die Fenster geöffnet.
Äh der Leer hat das Mädchen gefragt äh wieso ist dir auch warm und das Mädchen auch hat dann ja gesagt.
Äh der Leer hat dann gesagt kannst du du kannst dein Kopftuch wegmachen.

[10:01] Kein Pflicht, auch wenn es dann frisch ist, wenn dir warm ist, kannst du's wegmachen. Wie sie dann losgegangen, von wegen äh dieses dieses.
Also äh das habe ich nicht mitbekommen, weil es war nur ein Plakat, wo äh wo Sätze waren. Ja. Ja.

[10:19] Ja
Investieren, dass sie eigentlich das äh auch, weil sie sich nicht verhelfen wollen.
Das ist ja häufig so, dass äh Leute entsprechend.
Herauskommen oder?
Also ich denke, das liegt äh daran, dass es schon von Anfang an, also es war halt so, dass äh.
Sehr viele Menschen, nicht alle. Das kann ich euch noch nicht sagen, aber sehr viele Menschen haben vielleicht äh die mit einer anderen Hautfarbe oder,
Was anderes, was anders ist, obwohl man, jeder ist gleich, äh sie halt,
Anfang an schon ausgeschlossen haben und denen gezeigt haben, dass sie anders als die anderen sind und ich denke, somit hat sich halt immer weiter verbreitet und,
Seitdem sind halt manchen leider so. Ja. Menschen mitgeben. Also sagen, ihr könnt ja hier den Leuten sagen, warum das.
Warum wir so häufig da beleidigt wurde und.

[11:35] Würde verhindern, wenn das eine ideale Welt wäre. Also dass man auf jeden Fall so jemanden behandeln ähm soll.
Man selbst behandelt werden möchte, egal von wem, ob von Freunden, ob von Feinden, man soll Menschen nicht ohne Grund beleidigen oder,
rassistisch beleidigen. Allgemein irgendwie äh schlimme Sachen äh den antun, wenn man es selbst nicht.
Mitbekommen würde, wenn man selbst nicht äh also wenn's immer ein anderes bei mir machen würde, würde ich's ja auch nicht wollen. Deswegen mache ich's auch bei keinem anderen.
Ja. Könnt ihr euch von den anderen Leuten bewusst und hier ganz viele andere Leute, eine andere Reaktion wünschen.

[12:20] Ja, auf jeden Fall. Wir erklären ja meistens dann auch, indem sie etwas,
oder? Mhm. Das das Problem ist halt, dass auch wenn auch wenn man reagiert, man kann ja reden, ja, aber man weiß nicht, im ersten Moment, was man sagen soll. Wenn man erstmal geschockt ist und.
Wenn keiner redet, denkt man, oh, ich bin lieber leise, bevor ich noch was Falsches mache, obwohl es richtig ist, aber ich zum Beispiel, das ich finde das sehr gut, wenn andere Menschen andere denen helfen und denen,
zeigen halt, dass es falsch ist und so mit anderen Menschen umzugehen, obwohl die normal sind und es ist Problem, man.
Ich glaube, ich weiß nicht, wie ich, also ich denke, ich würde ähm wenn es mir passieren würde, würde ich ruhig bleiben und ich würde nicht keine Ahnung.
Aggressiv werden oder so. Ja.

[13:12] Es bleibt nicht nur bei kleinen Sticheleien. Häufig ist es ein abfälliger Blick oder eine Randbemerkung
Eine Handbewegung oder ein wegschubsen, worin sich Alltagsrassismus und niederträchtige Behandlung von Menschen anderer Hautfarbe ausdrückt.

[13:28] Es ist etwas, was man nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht selber betroffen ist.
Niemand kann seine Hautfarbe abstreifen, man ist automatisch mit Ausgrenzung konfrontiert und auch gut für gemeinte Behandlung ist ausgrenzend.
Alle Mädchen, die ich getroffen habe, sind in Frankfurt geboren. Sie haben nie ein anderes Land als Deutschland kennengelernt. Sie sehen vielleicht aus wie Menschen, die aus Ghana, Nigeria, Äthiopien, Iran oder Afghanistan kommen,
Sie sind aber hier in häufig dritter Generation, eine Nähe zu ihrem angeblichen Heimatland gibt es nicht,
Sie sind gebürtige Frankfurterin auf die Frage, wo kommst du eigentlich her? Diese Frage, die trifft ins Leere. Sie trifft in die Seele.
Die Frage bedeutet in Ihren Ohren, du gehörst nicht dazu.

[14:21] Plötzlich werden sie dabei in eine Rolle gedrängt werden im Unterricht vielleicht zu Repräsentantinnen ihres vermeintlichen Heimatlandes.
Unterricht erklären, wie es in diesem Land aussieht oder im Sozialunterricht Auskünfte über Flüchtlinge geben.
Eine vollkommen absurde Situation.

[14:43] Also ich erhoffe mir von dem Projekt, dass wir vielleicht auch so ein kleines Theaterstück machen,
und halt dann so ähm eine Vorspielen,
also wie man's schlecht macht zum Beispiel, äh dass man halt noch draufgeht und Teint beleidigt oder so und einmal, wie es wie man's richtig macht, wie man's gut macht am Ende dann, das Projekt, damit man sieht, ob wir's auch gelernt haben, wie wir es machen,
ob es heute noch nicht wirklich können und das das fände ich hier richtig cool, das ja das hilft bestimmt auch einfach den Leuten das so ein bisschen ähm zu zeigen, wenn man diese Situation so von außen betrachtet so in so einer Theatersituation,
man einfach so sieht,
Das passiert gerade der Person, weil ich glaube, im Alltag ist es eher so man ist geschockt, wenn man das sieht und weiß selber nicht, was man machen soll, aber wenn man das so auf einer Bühne oder so im weitesten Sinne sieht, das ist vielleicht.
Erreicht einen lassen müssen. Ja, dann weiß man halt auch, wie man's wirklich macht, deswegen. Okay, sehr, sehr, sehr gut. Macht das top.
Es kommt halt sehr sehr oft kommt äh Rassismus vor man merkt es vielleicht nicht sofort,
man merkt es oft im Nachhinein, ähm dass halt auch ein Rassismus äh Problem halt auch vorkommt so. Ähm meistens aber kommt es in der Öffentlichkeit.
Eine Bahn, wie ich's grad jetzt gesagt habe so ja.

[16:09] Also ähm ganz normal in so alltäglichen merkst du, dass es schon vorkommt.
Okay und glaubst du, dass du weißt, wie du dich in solchen Situationen verhalten musst? Also egal, ob du jetzt selber betroffen bist oder das,
nicht ganz. Man man ist im ersten Moment auf jeden Fall erstmal geschockt. Man weiß nicht genau, was soll man machen. Soll man das lieber lassen
ist es auch für mich da ein Problem, wenn ich anfange irgendwas zu machen, wenn ich rede. Die Person mich dann nicht ernst, äh die die Person, die kritisiert, nimmt die mich dann nicht ernst und macht einfach weiter und dann bin ich auch in Schwierigkeiten. Man weiß es halt nicht ganz.
Deswegen denke ich, bin ich noch nicht so weit, dass ich weiß, wie ich genau handeln soll.
Bei mir ist es halt so, wenn es mir passiert, kaufe ich wirklich leise sein. Also ich bin so ein Mensch.

[16:57] Ich gehe nicht drauf los, wenn es Streit gibt, will ich nicht noch mehr Streit. Deswegen glaube ich, würde ich einfach weiterlaufen und leise sein.
Ähm glaubst du, dass die Schule da genug Aufklärung leistet, also jetzt allgemein zum Thema oder auch vor allem wie man sich wehren könnte? Also meine Schule äh will ich jetzt anfangen. Äh sie hat auch schon jemanden organisiert, dass du auch zu einer AG werden.
Wollen halt aber wenn es halt dort eine Pause zum Beispiel passiert in meiner Schule machen die nichts. Mhm.
Findest du, dass du bei Milena die Möglichkeit bekommst, darüber offen sprechen zu können? Milena ist es halt so, dass es.
Auch wenn man ähm egal, was für ein Problem man hat, die helfen dir und die sagen, was richtig ist, wie man ähm also reden soll, darf man machen soll. Deswegen finde ich auch Projekte richtig.
Mhm. Äh was ist für dich Rassismus? Wo fängt es an für dich? Äh Rassismus ist für mich ein Verhass, würde ich so äh benennen.
Ähm glaubst du, das ist ein Problem, wovon du mitbekommst oder was du schon mal im Alltag beobachtet.
Ich finde Rassismus nicht so schön, weil es gibt paar Menschen, die sich gegenüber ähm hassen und es gar nicht so äh finde ich gar nicht so schön.

[18:21] Ähm hast du das Gefühl, dass du weißt, wie man sich in so einer Situation, wenn man jetzt rassistisch angegriffen wird, wie man sich da verhalten muss? Also das habe ich noch nicht gelernt, aber ich würde einfach ignorieren, einfach nicht weiter diskutieren.
Und habt ihr in eurer Schule dazu schon was gemacht, irgendwelche Projekte oder Ähnliches,
Ja ähm ich war nicht dabei, aber äh letztes Jahr äh ich habe mitbekommen, dass die also ein Projekt schon gemacht haben,
Flur haben wir auch ganz viele Plakate. Mhm und findest du das gut, was die Schule gemacht hat oder weniger?
Ich finde es ähm ich würde sagen auch gut für manche Menschen, aber ich finde es selber persönlich nicht so gut, weil also ich fühle mich nicht so ganz wohl.
Ähm so wenn ich so ähm ganz viele Plakate sehe jeden Tag.

[19:15] Du meintest ja schon, dass du ähm nicht wirklich weißt, wie du dich in solchen Situationen verhalten musst und ähm,
Das ja auch im im Projekt, was was erwartest du dir von dem Projekt? Was würdest du gerne noch lernen? Ich würde gerne ähm lernen, wie man reagieren muss, wenn äh.
Man äh Rassismus erlebt hat oder so. Wie muss man.

[19:39] Music.

[23:21] Einem ja nicht leichter gemacht, wenn dir die ganze Zeit,
im Fernsehen, wenn man irgendwas ausm Parlament sieht, da überhaupt nichts damit zu tun hat, was einen selber beschäftigt oder die Leute, die ähm vielleicht
ähm so aussehen, wie jemand selbst oder so reden, wie jemand selbst und so weiter und so fort.

[23:41] Deshalb ähm sind genau solche Leute wie sie ganz wichtig, dass es eben für junge Leute, ähm die eine ähnliche Geschichte haben, leichter es an sich selber zu glauben. Dass es denen sozusagen bisschen so einen Grund gibt.

[23:58] Aber genau, eben genau das ist ja der Punkt, so nur weil es hier anders ist, weil die Leute sich hier anders verhalten, heißt das ja nicht, dass äh wie,
wenn sich Leute so verhalten wie aus einem anderen Land wo sie herkommen, dass es schlecht ist oder so, nur weil's anders. Also nur weil das Verhalten ganz anders ist als das deutsche Verhalten, weil deutsche Leute so ein bisschen ruhiger sind und bisschen verhaltener und so was.
Es geht auch um politische Teilhabe. Sie fühlen sich von den Politikerinnen und Politikern in Parlamenten nicht vertreten.
Natürlich gibt es in unseren Parlamenten auch Vertreter aus Frankfurt.
Aber hier fehlt offenbar die Bodenhaftung. Sie fühlen sich nicht als Teilhaben in diesem politischen System. Sie scheinen sich hier als Opfer einer Politik zu sehen, denn als Gestalterin. Jugendbewegung wie Fridays for Future,
Sprechen Sie nicht wirklich an. Offensichtlich gibt es hier auch andere Probleme, die vordergründiger sind als unsere Eurozentristische Weltsicht.

[25:02] Dass gerade Frankfurt direkt gewählte Bundestagskandidaten hat, die nicht weiter weiße Hautfarbe sind, dass der Vorsitzende der Grünen aus Frankfurt kommt, der ebenfalls einen Migrationshintergrund hat.
Das kam hier nicht zur Sprache.
Verläuft sich im Hintergrund des alltäglichen Rassismus, der alltäglichen Verweigerung von Teilhabe und Ausgrenzung eben durch diese kleinen Sticheleien im Alltag.
Alltagsrassismus macht sprachlos. Das merke ich bei diesem Interview. Bei dieser kleinen Redaktionssitzung hier am Tisch im Mädchenbüro.
Mädchen sind, wie gesagt, schüchtern. Wenn es um das Thema Mobbing und Alltagsrassismus geht und ich als Vertreter der Generation hm, alter, weißer Mann,
Ich fühle mich unendlich alt, zwischen diesen jungen Mädchen, die eigentlich unsere Zukunft darstellen.
Vielleicht auch deswegen, weil ich so aussehe, wie ihre Lehrer. Haben wir eigentlich Lehrer mit dunkler Hautfarbe in unserer Schule?
Ich kenne kaum einen.
Kommt ja eines von diesen Mädchen einmal dazu, Lehrerin zu werden und kann das den Schülern mitgeben, was sie hier heute lernen.

[26:14] Es ist gut, dass es dieses Projekt gibt, welches von der Stadt Frankfurt und Sozialträdern in Kooperation hier gesponsert wird.
Denn hier lernen die Mädchen,
Genau das auszudrücken, sich auszutauschen und aus der Situation verbal herauszukommen, mit präzisen Worten, die den Punkt treffen, wo sie sich beleidigt fühlen, ihre Sprachlosigkeit zu überwinden.

[26:40] Und es ist auch eine Sprachlosigkeit zwischen den Generationen, die hier auftritt. Und tatsächlich wird diese Sprachlosigkeit von der Gesellschaft überhaupt nicht ausgeführt.

[26:51] Wo fängt für dich Rassismus an? Was bedeutet das für dich?
Äh Rassismus fängt für mich an, wenn ich merke, dass ich nicht äh sozusagen willkommen bin in diesem Land und rausgeekelt werde. Und mir gezeigt wird, dass ich einfach wertlos bin sozusagen.
Diese Person und nicht hier leben darf und ähm glaubst du, dass das auch ein Problem ist, was so im im Alltag einfach passiert?
Äh ja es kam irgendwie überall passieren, weil ich denke irgendwie Rassismus, das ist nicht nur eine Sache, sondern.
Quasi mehrere Gesichter. Es gibt Rassismus über verschiedene Sachen. Manche merken es nicht, wie rassistisch die irgendwie sind, aber.
Halten sich halt so und ähm hast du das Gefühl zu wissen, wie man sich in so einer diskriminierenden Situation verhält, wenn man so was dann mitbekommt.
Also ähm ich werde halt bei solchen Sachen etwas lauter, weil das gefällt mir halt gar nicht. Ich kann da eigentlich nicht ruhig bleiben.
Wenn mir rassistische Sachen vorgeworfen werden oder auch am schlimmsten bei anderen, ich kam mir einfach nicht ansehen, wie jemand runtergemacht wird.
Äh eine Sache, die für die erwischt kann.

[28:14] Und äh findest du, dass die Schule da genügend so Aufklärungsarbeit macht, genug drüber ähm dass ihr genug darüber lernt in der Schule?
Also ich lerne schon seit der fünften Klasse. Also ich bin jetzt in der 9ten Klasse und seit der 5ten Klasse reden wir.
Täglich beziehungsweise einmal in der Woche circa über Rassismus, also es ist immer so ein.
So ein Thema, das äh besprochen wird, äh aber auch in der Schule gibst du einen Wänden, still so.
Äh gegen Rassismussprüche oder Plakate und es wird irgendwie es ist nicht ein Thema, das langweilig ist.
Man kann immer darüber reden, aber es hört halt auch nicht auf.

[29:01] Und wir machen ja jetzt äh hier auch unser Projekt zu dem Thema. Mhm. Ähm was erwartest du dir davon oder was erhoffst du, dass dass wir zusammen machen, dass wir lernen.
Einfach ich weiß zum Beispiel nicht alles über Rassismus, ich kenne ähm ein paar Rassistische ähm.
Äh Situation im Social Media, aber ich zum Beispiel hab's nicht äh persönlich so richtig bekommen, vielleicht ein, zwei Mal und das nur von Jugendlichen, aber.
Hoffe dass wir in diesem Workshop mehr über Rassismus erfahren werden und wie wir auch bei solchen Situationen handeln.

[29:46] Alles klar.
Also der Hintergrund ist, dass wir jetzt im Moment mit den Mädels äh insgesamt acht Workshops machen. Da reden wir jede Woche über verschiedenste Themen, die mit Rassismus zusammenhängen, aber auch ähm,
Themen, also was sind Vorbilder, die sich in Medien oder Politik auch gegen Rassismus einsetzen? Warum ist es wichtig, darüber zu sprechen und dann am Ende vor allem aber auch, was ist mir wichtig,
darüber zu lernen, wie ich mich in solchen Situationen dann verhalten kann, ob worüber wir jetzt auch schon gesprochen haben in den Geschichten kamen ja auch immer so ein bisschen raus, ich weiß nicht genau, wie ich mich verhalten soll oder.
Beleidige zurück, was ja jetzt auch nicht die ähm hilfreichste äh Reaktion ist. Ähm genau und das wollen wir so ein bisschen rausarbeiten und dann auch gemeinsam fest,
was so die Schritte sind, die ich befolgen kann und dann auch am Ende, wo kann ich mir vielleicht auch äh Hilfe holen, was sind Beratungsstellen ähm.
Veranstaltung vom Amker hier haben für die Mädels, dass sie da auch ihr den rechtlichen Hintergrund so ein bisschen erfahren und so was kann ich machen, wenn ich äh Diskriminierung mitbekomme.

[30:47] Weil ja jetzt auch irgendwie viel rauskam, dass es grad noch in den Schulen ziemlich viel passiert, vor allem auch von Lehrerseiten, wo man sich vielleicht auch ein bisschen,
fühlt, äh gerade als Schülerin. Genau und das wollen wir dann auch ähm an den Schulen der Mädchen und auch an anderen Schulen äh weiter verbreiten, dass sie da selber,
reden können, so hey, das ist das, was uns wichtig ist, äh so könnt ihr euch dagegen auch wehren, was vielleicht auch ein bisschen äh mehr bei den Schülern dann ankommt, als wenn da irgendwelche Lehrer kommen und äh.
Tage machen, sondern dass es wirklich so ein bisschen auf Augenhöhe statt.

[31:17] So ein bisschen der Hintergrund, warum wir uns auch schon hier vorher äh jetzt jede Woche damit beschäftigen und regelmäßig drüber austauschen. Genau. Ist sehr wichtig, sehr wichtig, genau.

[31:30] Stadtverwaltung Frankfurt hat in einer Pressemitteilung einmal darüber informiert, dass in der Stadtverwaltung etwa 66 Prozent der Angestellten und Mitarbeitenden einen Migrationshintergrund haben.
Trotzdem gibt es das Selbstverständnis, dass die Mehrheit der Gesellschaft aus weißen Deutschen der Mittelklasse besteht.
Für die ältere Generation scheint das auch zuzutreffen, aber je jünger, desto mehr Diversität.
Deswegen ist es wichtig, dass die Mädchen lernen, ihre Scheu zu überwinden und in diesem Projekt nicht nur Mobbing und Alltagsrassismus auseinanderhalten können, sondern auch sich dagegen zu wehren.
Schlagkräftigkeit mit Worten.
Damit man sich gegen die alltäglichen Sticheleien wehren kann. Wo fängt für dich Rassismus an? Was ist das für dich? Ähm also wenn Menschen anderen äh anders behandeln so.
Ja. Mhm. Und ähm ist das ein Problem, was du schon mal beobachtet hast oder wovon dir jemand erzählt hast.

[32:35] Ähm ich habe schon erlebt äh soll ich erzählen wenn du möchtest, du musst es nicht erzählen. Ah ja dann.
Ich muss nicht nein, alles gut. Mhm. Ähm und hast du das Gefühl, wie man sich also dass du weißt, wie man sich in solchen Situationen verhält, wenn es passiert oder wenn man es mitbekommt?
Also äh bei mir ist halt ich hatte halt gar nicht, aber es gibt äh Menschen, die streiten und die richtig sauer äh werden.
Mhm. Und mach dir in der Schule auch was dazu, also zum Beispiel glaubst du, dass die Schule da euch hilft, wie man sich dagegen ähm wehren kann? Ähm man muss halt die Schule erzählen, ob äh man irgendwas erlebt hat.
Äh die kommen nicht auf einmal äh darüber reden. Mhm. Und wir machen ja jetzt hier äh bei Milena das Projekt.
Um so zu lernen, wie man sich eben wehren kann. Was was erwartest du dir von einem Projekt oder was würdest du noch gerne lernen? Ich will halt lernen, wie man genau da äh dazu äh reagieren.

[33:39] Music.

[36:01] Ist ja ein Thema.
Passiert es ja halt häufig dass man Leute falsch reagieren im Alltag sich vor und total frech ähm.

[36:19] Ähm.
Situationen, wo ihr gesagt habt, da hat mich jemand gut behandelt oder ist mir jemand ähm zur Seite gekommen und hat mich aus der Situation rausgeholt.

[36:32] Oder.

[36:42] In der Schule oder sehr oft passiert zum Beispiel äh wie sie schon gesagt haben äh an der Kasse, dass irgendwie jemand hier das ist eh ein kleines Kind. Die die wird eh nicht reden und äh dann sagt zum Beispiel, der hat.
Und setzt sich für mich ein oder allgemein irgendwelche Menschen äh setzen sich halt für mich ein und sagen halt ja also das geht ja nicht, dass sie sich vordrängeln. Das ist halt auch ein Mensch,
obwohl ich klein bin, das kann ja nicht alles sich jemand vordrängelt und äh sich eben halt nicht mal äh Gedanken macht ja, wird sie sich vielleicht,
komisch fühlen, warum habe ich mich jetzt einfach vorgedrängelt oder man kann ja auch fragen. Also man weiß ja nicht, was ist eine Antwort? Es gibt vielleicht sage ich nein, vielleicht sage ich ja, also ja.
Dann und äh hier schon mal eine Situation erlebt, wo.
Hier anders aufgegangen ist oder sowas?

[37:50] Vor.

[38:00] Traurig, oder?
Ja auf jeden Fall auf jeden Fall.

[38:14] Weil ähm Rassismus ist ja so was man das ist halt nix Schönes. Es ist so.
Man will darüber, man will darüber nicht äh man will das nicht unterstützen, man muss immer dagegen sein, weil Rassismus ist so was, man,
Man gibt Menschen, ähm zum Beispiel eine Unschuld, obwohl sie eigentlich sehr gute und nette Menschen sind, obwohl man die gar nicht kennt. Das ist.
Wenn man eine Person das erste Mal sieht, um sie sofort anfängt zu beleidigen oder.
Irgendwie irgendwas einen Gedanken habe, was nicht gut über das diese Person ist, obwohl man die gar nicht kennt. Das gehört auch schon zu Rassismus. Wenn man jetzt ihr es schon zeigt, zum Beispiel mit den Blicken oder so, das ist.

[38:58] Muss man man kann halt aber nicht man weiß nicht, wie man damit umzugehen hat, weil,
bei jedem anders und man ist erstmal geschockt, wenn man so was miterlebt oder wenn man selbst die Person ist, die grad rassistisch beleidigt wird oder so, deswegen ist es so,
erstmal geschockt. Man kann nicht reden. Was wäre das Erste, was dir gerne sagen würde oder was wir machen?
Also zum Beispiel ist es halt so, dass bei meinem Lehrer, also meine Mitschüler, äh die äh kämpfen für deren Rechte, zum Beispiel für die Noten und alles und äh Malera kommt halt sofort mit dem Wort,
ihr diskutiert
Obwohl sie halt im Recht sind und er weiß, dass er nicht im Recht ist, aber er versucht äh die Mitschüler, also meine Mitschüler, äh
der schlechten Seite, also auf die schlechte Seite zu ziehen und dann schickt er die halt immer raus und ich denke mir nur so, warum, warum, warum
schickt man die raus, obwohl sie,
Recht haben. Ich meine, vielleicht haben sie nicht recht, dann geben sie's doch zu, meinetwegen geben sie's nicht zu. Aber man man soll die jetzt nicht beschuldigen, dass man Unrecht hat, obwohl man Recht hat, wo und es ist bei meinem Lehrer halt jeden Tag,
der sagt jeden Tag, dass sie äh zu viel diskutieren und alles und ja das kommt mir.

[40:15] Passiert so oft so zu wenig, dass es nach einer Zeit auch schon so Alltag bei mir. Gibt ja auch topische äh oder so. Menschen, die eigentlich äh giftig auf einen wirken und,
die.

[40:36] Ähm schlechten Einfluss auf Leute haben, aber ähm.
Herausnehmen einfach Grund zu haben.

[40:51] Den anderen. Versetzt euch mal bitte die Lage hinein, wenn ihr rassistisch beleidigt werdet.
Das Erste, was ich mag, ist das erste, woran ihr denkt.

[41:16] Beobachtet hat, wie man beleidigt eure Mutter rassistisch oder eure Schwester oder was auch immer.

[41:32] Was.
Also es war bei meiner Freundin so.
Sie war sehr dunkelhäutig und dann war halt ein Junge, der halt das Wort hochgerufen hat.
Und dann ist halt ähm jemand, also dann sind wir halt zu ihm gegangen und haben ihm gesagt, wieso sagst du das Wort? Dann hat er gesagt, ich höre erst auf, sobald sie mir gesagt hat, was für eine Bedeutung hat. Man will ja auch immer wissen, was es für eine Bedeutung hat. Ähm,
Also man macht's immer weiter, bis jemand sagt, was für eine Bedeutung hat und äh als wir es ihm gesagt haben,
uns gesagt, ja okay, ich höre jetzt auf, das zu sagen und nach Azubi dann weggegangen sind, dann.
Immer weiter gesagt haben Lehrer geholt und der hat dann darüber geredet, dass er so was nicht machen will.

[42:27] Also ja wie sie es auch gesagt hat, ich ich würde mich halt äh schlecht fühlen und.
Bei mir ist es halt, ich würde auch zurück beleidigen, deswegen kann ich halt deswegen bleibe ich immer leise.

[42:49] Mhm. Bei einer Freundin halt. Was willst du von? Willst du die Geschichte auch mal erzählen, was da passiert ist?
Ich erinnere mich nicht so ganz, aber also wir wir waren halt in Hauptbahnhof und.
Penner obdachlos, ja sorry.
Und der hat halt äh mein Freund, die war auch äh dunkelhäutig, aber dunkler alles ich. Der hat mich nicht beleidigt, aber nur sie.
Er meinte, du bist so dunkel und äh das Endwort halt. Und ich könnte halt gar nicht sagen, weil ich will halt nochmal beleidigen. Und ja, wir sind halt einfach weggelaufen.

[43:43] Darf ich zeigen?
Ähm wenn jemand meine Familie also so oder Freunde beleidigt oder generell anderer, die mich mit äh der Person zu tun haben, dann kocht so.
Meinem Blut. Ich würde auch direkt beleidigen, aber.

[44:07] Ich werde mich rassistisch gegenüber der Person trotzdem sein, weil ich jetzt schon auf seine Mutter gehe.
Nach Hause,
rauslässt, dann hast du das Gefühl, du machst dich gewährt.
Warum sagst du das.

[44:54] Warum? So. Weil das reagiert die meisten Leute erwarten doch nicht, wenn so was zurückbleibt und wir hören auch einen Schock oder ja.

[45:04] Dass man dass man jemanden zeigt, sich da brauch eine Waffe und.
Und ja es gibt ja auch viele.
Gerade für die Jugendliche oder eben Erwachsene, die sich nicht trauen und.
Irgendwas denkt man ja irgendwie an sich selbst oder,
Ja genau.
Das ist glaube ich allgemein auch bei, ne? Ja. Das äh äh weil man sich selber und äh habe intelligentere Leute neigen ja dazu, den Grundwert nicht zu suchen. Ja. Ne, in dem man sich ja grundsätzlich.

[46:03] Probleme und ich glaube.
Gehe mal jetzt auf diese Person raus, die jetzt gemobbt sind. Ich glaube, die diese Person wird jetzt nicht zu irgendeinem Lehrer oder so was gehen und sagen, ja, ich werde gemobbt und dies und das passiert mir. Ich habe diese Person bringt's einmal mit sich und ist einfach ruhig,
Schlimmes.

[46:36] Bei uns gibt's halt in der Schule immer so eine Stunde und da äh also besprechen wir Probleme von den Schülern und meist erzählt uns nicht der Schüler selbst, sondern die anderen Schüler erzählst äh ähm,
ihn so gesagt, wenn er,
gemacht wird oder beleidigt wird und dann nicht zum Lehrer geht, dann erzähl uns meistens die anderen, wenn sie Lehrerin ihn fragt, dann antwortet er nicht, dann sagen sie ihr äh ihr die anderen und dann redet sie's dann in der so.
Also ich war heute mal mit einer Freundin und ähm äh da hat also dann waren halt ähm,
eine Freude mit äh einem Hund. Dann meinte sie ähm zu mir, woher kommst du? Habe ich ihr gesagt, na ähm hat aber die andere nicht gefragt.

[47:23] Ist die Frage, wer kommt da mal vielleicht nicht aus.

[47:29] Gut gemischt. Also was ist da die Norm? Warum nehmen sie einige Leute aus, dass es einen Norm gibt.
Ähm das weiß ich nicht, aber die Norm ist ja ich würde mal sagen helle Haare und so blaue Augen auch.
Mhm. Also doch schon ältere Leute.

[47:53] Ich glaube auch Eltern sollten fällt das schwerer Hund zu lernen. Glaube ich auch. Weil die Anke damals vielleicht groß geworden sind.
Also ich glaube vielleicht, wenn Leute mal eine Erfahrung von Rassismus oder so gemacht haben und die dann an einer etwas höheren Stelle, also deren Beruf dann ausüben,
dass sie das dann halt mehr verstehen und quasi vielleicht sich noch mehr dafür einsetzen, dass so was nicht wieder geschieht oder dass man so was verhindern kann.

[48:23] Keine Ahnung, ich will alles werden.
Ähm später aussieht.

[48:40] Bitte? Ja.
Da hat das nicht, aber ich habe noch was anderes. Ist mir noch aufgefallen, also was so eingefallen ist, was auch ähm,
gefragt, wie ist es dazu gekommen, dass auch Ältere sehr oft,
sehr äh rassistisch ähm gegenüber anderen ist. Das ist halt so, dass auch äh Kinder jetzt im Kindergarten ist, wird man, jemanden wird beigebracht,
eine Hautfarbe nur das Helle ist. Das wird schon seit dem Kindergarten jemandem beigebracht. Was ich letztens zum Beispiel gesehen habe, was ich sehr gut fand, im IKEA war das glaube ich. Da gab's so eine
Farb also da gab's halt Farben, irgend so ein Karton und da stand Hautfarben und da war,
alles. Also jede Hautfarbe, das war von hell bis dunkel und das finde ich halt gut, weil dass man von Anfang an äh so dass es so beigebracht wird, dass nur das Helle, die Hautfarbe ist.
Das geht ja nicht so und das so wird man halt auch groß und deswegen merkt man sich halt auch nur so.

[49:49] Wir sprechen zum Beispiel über den Krieg in der Ukraine.
Uns fällt sofort dieser Krieg ein, aber den Kindern hier, denen fällt auch eine Situation, in den Ländern außerhalb von Europa ein. Die Ukraine ist da nur ein Krieg.
Und wenn es auch für uns eine gefühlte reale Gefahr eines dritten Weltkrieges aufzeigt,
genauso für nah ist ihnen der Krieg in Afghanistan, in Syrien, die Gewalt im Nahen Osten, im Jemen, der Bürgerkrieg in Äthiopien oder im Südsudan,
Wenn sie einen anderen und nicht-eurozentrischen Blick auf diese Welt haben, dann sehen sie diese Welt mit anderen Augen.
Und das wird hier deutlich, denn unsere Massenmedien richten sich in einer Wiederholungsschleife auf Themen, die uns in Europa betreffen.

[50:40] Waren die Kriegsopfer aus Syrien nicht genau den gleichen Qualen durch die russische Armee ausgesetzt, wie wir heute das bei den Ukrainerinnen sehen, die zu uns kommen. Daran haben wir Russland damals nicht genauso laut verurteilt und sanktioniert.
Zwei Jahre lang hat uns Corona beschäftigt und jetzt folgt der Krieg in der Ukraine in den Medien.
Die Frage, ob Menschen in Deutschland mehr über ihren Tellerrand hinaussehen sollten, beantworten die Mädchen hier mit einem Seufzer der Erleichterung in ihrer Stimme mit ja.
Es sind junge Frauen, die dort vor mir sitzen, die die Welt vor ihren Augen sehen, die noch keinen geprägten Weg haben, sondern einen unendlich langen Weg in ihr Leben.

[51:24] Sie lernen hier in diesem Moment in diesem Projekt viel für Ihre Zukunft. Sie lernen die Zukunft in Ihrer eigenen Hände zu nehmen.
Denn Alltagsrassismus ist ein zusätzlicher Klotz an Ihrem Bein. Einen Klotz, den man Ihnen gerne nehmen würde. In Deutschland sehr viele Themen,
letzten den gibt es schon seit drei Jahren.
Und.
Leute.

[52:17] Jetzt macht man's halt sehr besonders an dieser jetzigen Lage. Zum Beispiel jetzt grad in der Ukraine, also das,
angegriffen werden. Denn natürlich ist es ein trauriges Thema. Man sollte auch über das Thema sprechen, aber genauso wie man ähm,
diese Aufmerksamkeit auf die Ukraine setzt, sollte man's auch auf ähm andere Länder hier in dieser Welt ersetzen, wie zum Beispiel in Äthiopien oder in Libyen. Also es gibt ja in ganz vielen verschiedenen Ländern Krieg, genau.
Also was ich auch nicht gut finde, dass erst wenn äh der Krieg sehr nahe bei uns ist, dann ist es erst wichtig, also so so zeigen die es, dass sie's erst wichtig ist, wenn sie wenn es nah ist und wenn es,
uns betreffen könnte und das ist halt nicht so gut, ja. Ähm wenn zum Beispiel gesagt wird, ja es gibt ja auch noch in anderen Ländern Krieg,
wird gesagt, ja aber die Ukraine ist ja quasi unser Nachbarland oder sehr nah hier an Deutschland, aber ich finde äh das darauf sollte jetzt nicht der Fokus äh gelegt sein, sondern,
Ich weiß nicht, in wie vielen äh seit wie vielen Jahren ich schon Krieg in Afghanistan oder noch vielen verschiedenen Ländern gibt,
Dann wird halt auch als Ausrede genommen, ja okay, aber die Ukraine ist jetzt halt hier näher dran, aber ist trotzdem sehr traurig, dass es halt nicht angesprochen wird.

[53:39] Finde ich auch. Im letzten hatten wir auch eine Spendenaktion darf ich auch meine Lehrerin gefragt wieso wir auch keine Spendenaktion für Palästina oder Afghanistan oder sowas machen würden. Da war einfach ihre Ausrede ja, weil wir,
bei Ukraine hier viel näher ist und wir's hier viel einfacher haben, irgendwie Sachen zu spenden oder so.
Ja.
Wo man eigentlich wegguckt oder ein ein gewisses Alltag anguckt oder auch schon die Nachrichten anguckt.

[54:23] Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch für diese Redaktionssitzung und ähm ich hoffe, wir hören uns wieder oder ihr könnt auch mitmachen bei Magazin.

[54:33] Würde mich sehr freuen, wenn sich auch unsere Zuhörer.
Mal damit beschäftigen würden und fragen, warum wir eigentlich ähm ein vorgeprägtes Bild von manchen Sachen haben und dieses vorgeprägte Bild vielleicht mal hinterfragen sollten, ob es nicht vielleicht auch mehr Realitäten.
Der Welt gibt, mehr Schattierungen auf der Welt gibt, nicht nur bei den Hautfarben, sondern auch allgemein.
Miteinander in einer globalisierten Welt,
Zuhörern auch noch ein Tipp und zwar wenn sie auch äh dabei sind, eine Alltagsrassismus oder allgemein Rassismus, dass sie ruhig bleiben und nicht ausrasten oder beleidigen, weil das ist sehr wichtig
Denn wenn man beleidigt ist man sofort, auch wenn man äh die betroffenen Person ist, sofort die schlechte Person.
Obwohl man selbst nur versucht hat halt ein Recht richtig äh auf der richtigen Seite zu stehen, genau.

[55:29] Ganz herzlichen Dank. Bitte. Tschüss. Danke. Und doch lernen sie sich,
hier mit ihrer Zunge zu wehren, mit ihrer Sprache aus ihrer Sprachlosigkeit herauszukommen. Dieses Gefängnis zu überwinden, ist psychologische Gefängnis des Alltagsrassismus, welches wir ihnen täglich bereiten.
Empowerment bedeutet, die eigene Kraft zu fördern.

[55:54] Ich bedanke mich hier sehr herzlich für diesen wundervollen Nachmittag in dieser Projektgruppe im Mädchenbüro Milena hier in Frankfurt am Main im Herzen von Frankfurt.

[56:06] Music.