Feature zu Alltagsrassismus über die #ichbinsichtbar Ausstellung im Weltkulturenmuseum

politopia-magazin mit einem Feature über eine Ausstellung im Weltkulturenmuseum. In plain sight, #ich bin sichtbar, eine Ausstellung von jungen Menschen aus dem Verein Kosmos eV. Mein Name ist Thorsten Sinning und ich führe sie durch diese Sendung.
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Laut der More in Common Studie (2019) gehören 45% der 18-29-Jährigen in Deutschland zum „Unsichtbaren Drittel“ unserer Gesellschaft, das sich weniger als andere für Demokratie einsetzt und häufig von den demokratischen Institutionen enttäuscht ist. Unter diesen 45% ist die Zahl der Jugendbeteiligung migrantisch gelesener Menschen noch geringer. Die Ausstellung möchte einen Beitrag leisten, um den gesellschaftlichen Dialog auf dieses „Unsichtbare Drittel“ der Gesellschaft zu fokussieren und den Diskurs darüber anzuregen.

Transkription

[0:00] Herzlich willkommen im Politopia-Magazin auf einundneunzig,acht Megaherz auf Radio X in Frankfurt am Main. Mein Name ist Torsten Sinne,
Mit einem Feature über eine Ausstellung im Weltkulturenmuseum. In Plankside,
Ich bin sichtbar, eine Ausstellung von jungen Menschen aus dem Verein Cosmos EV. Mein Name ist Torsten Sinne und ich führe sie durch diese Sendung.

[0:50] In. Hashtag ich bin sichtbar.
28. August bis 5. September 20021.
Willkommen im Weltkulturenlabor in der Ausstellung Inside, Hashtag, ich bin sichtbar,
Mit Porträts und Statements erzählen junge Menschen von den ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten, ihren Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen, ihren Wünschen und Forderungen an die Gesellschaft und Politik,
Ziel dieser Ausstellung ist, auf die fehlende Präsentation von jungen und migrantisch gelesenen Menschen aufmerksam zu machen, in dem ein Raum für sie geschaffen wird, um ihre Stimmen höher und sichtbar zu machen.
Mit dieser Ausstellung soll der gesellschaftliche Dialog auf die jungen Menschen in der Gesellschaft gerichtet werden und der Diskurs darüber angeregt werden.
Um die Ziele dieser Ausstellung öffentlich zu verstärken,
wird die Ausstellung von einer Social Media Kampagne begleitet. Unter dem Hashtag Hashtag ich bin sichtbar, können junge Menschen ihre Geschichten auf den sozialen Medien, in dem Format der Ausstellungsbilder teilen.

[1:56] Ausstellungsmaterial besteht hauptsächlich aus Portraits von jungen Menschen und wird durch auditive Elemente ergänzt, die über QR-Codes angehört werden können.
Audiodateien bestehen aus Gefühlsbeschreibungen, Gedanken, Monologe und Dialoge zu diesen Themen.
Hashtag ich bin sichtbar, ist eine Gastausstellung von Kosmos EV, begleitend zur Ausstellung hin in Plankside, vom Unsichtbarmachen und sichtbar werden.

[2:29] Sie haben sich zusammengefunden um eine Weltsicht zu präsentieren, die alltäglich ist.

[2:42] Aber manche nicht teilen.
Sie erleben täglich, was Alltags, Rassismus in dieser Gesellschaft ist und sie haben diese Ausstellung gewählt.

[2:55] Um andere an dieser Welt sich teilhaben zu lassen. In einer Gesellschaft.
Überaltert, wo Leute in der Politik, die ein anderen Lebenshorizont haben.
Über das Schicksal von jungen Menschen entscheiden, die am Anfang ihres Berufslebens.
In ihrer Ausbildung sind, die in ihrer Schule sind und dort eine ganz andere Welt erfahren. Es ist eine Brücke.
Zwischen dem hier und jetzt, einer Mehrheitsgesellschaft.
Und im Hier und Jetzt von jungen Menschen, die sich in dieser Mehrheitsgesellschaft aufgenommen fühlen möchten.

[3:39] Ein Feature von Torsten Sinning.

[3:48] Infalt ist eine Bereicherung für uns.
Deswegen ist es wichtig, neben der zu tanzen und Offenheit auch die Förderung und Repräsentation in diesem Bereich zu stärken. Denn kein Mensch darf aufgrund von Herkunft benachteiligt,
oder diskriminiert werden,
als Menschen sollten wir viel mehr aufeinander zugehen und miteinander sprechen, statt übereinander. Denn nur dann können Vorurteile abgeschafft werden. Lasst uns deshalb gemeinsam Brücken zwischen den verschiedensten Menschen bauen, denn nur dadurch können wir in Frieden leben
Hashtag ich bin sichtbar,
Äh es ist eine Gastausstellung, die ähm unsere begleitet.
Unsere Ausstellung und erprobt auch eine Mühlenperspektivische Vermittlung,
Daher ist quasi diese Gastausstellung so eine passende Ergänzung zu.
Kommen junge Leute selbst zu Wort, die aus der eigenen Perspektive über ihre Diskriminierungs- und Rassismuserfahrung gewischt.
Multiperspektivische unserer Ausstellung setzt sich in diesem Gastprojekt auf äh sehr besondere Reise fort.

[5:14] Meine Gedanken über Politik von,
Wenn ich an das Wort Politik denke, denke ich an alte Menschen, die weit, weit weg irgendwo im weißen Haus oder in ihrer Villa, irgendetwas kontrollieren, was in unserer Gesellschaft passiert.
Ich kenne diese Menschen nicht,
Sie kommen uns niemals besuchen oder fragen uns nach unserer Meinung. Ich habe absolut keinen sozial menschlichen Bezug zu deutschen Politikerinnen.
Frischen Wind ins Haus lassen,
Das ist ein schönes deutsches Sprichwort, welches ich in meiner Ausbildung als Heilerziehungspflegerin zum ersten Mal gehört habe.
Es hat mich fasziniert, dass meine älteren Kolleginnen meine Ideen und Orangement geschätzt und gefördert haben,
Einer dieser Kolleginnen sagte damals, dass es wichtig ist, auf die jungen Leute zu hören, um nicht zu stagnieren.
Begünstigt auch die Weiterentwicklung eines Selbst, die ein Leben lang geht.

[6:21] Doch in der Politik sieht das leider anders aus. Sie ist stagniert,
Zum Beispiel bis zur Vollendung des 40 Lebensjahr darf man erst Bundespräsident werden,
hat Deutschland Angst vor frischem Wind aus der Jugend? Natürlich kann man dann darüber streiten, ob man genug Arbeitserfahrung hat.
Aber meiner Meinung nach geht Intuition, Begeisterung, Willenskraft und gesunder Menschenverstand vor Erfahrung in der Arbeitswelt.

[6:58] Wir müssen endlich lernen, auf unsere Vorgeneration zu hören und ihre Aussagen ernst zu nehmen,
und der Trotz der Kinder in diesem kaputten Bildungssystem. Die Depressionen und Burnouts der arbeitenden Jugend,
um einige Beispiele zu nennen.
Das Wort Politik kommt aus dem Altgriechischen Politiker und bedeutet, Dinge, die die Stadt betreffen.
Gefühl, dass die Politik auf unsere Bedürfnisse eingeht, innerhalb der Stadt, habe ich nicht.
Sie ist weit weg. Sie ist etwas, was dort oben passiert,
Sie ist etwas, was nach Geld strebt und handelt nicht nach Dingen, die die Stadt betrifft.

[7:53] Außer es bringt der Politik Geld.

[8:01] Sophia, 22 Jahre alt. Durch meine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Diskriminierung habe ich einen ganz neuen Blick auf meine bisherigen Erfahrungen gewinnen können,
das Wissen über Mikroaggressionen, overing und so weiter, gibt mir ein Werkzeugkasten an die Hand, mit dem ich Erlebnisse in meinem Alltag viel besser einordnen kann und auch besser auf sie reagieren kann.
Mein Bauchgefühl in diesen Situationen hat immer gestimmt, aber mir fehlten die Worte, um die Sache beim Namen zu nennen. Ich wünschte, dass ich diesen Lernprozess schon viel früher begonnen hätte und wünsche anderen jungen Menschen das Gleiche,
Dafür braucht es mehr Intersektionale, antirassistische Bildungsarbeit und Empowerment. Hashtag im Hashtag ich bin sichtbar.
200 binnen auf geboren. Im Iran und Deutschland aufgewachsen.

[8:50] Mein Name ist Rostam Nasari. Als ich 2015 nach Deutschland kam, war ich an der Löffabet.
Nach Jahren schaffte ich meine erste Schulabschlussmachung. Ein Buch über mein Leben schreiben.

[9:11] Ein sechs junge, engagierte Personen.

[9:22] 2021 veröffentlicht DE ein Kochbuch.
Wir als Gesellschaft tun gegen.

[9:35] Rassistische Menschen. Die rassistisch sich äußern.
Wir als junge Menschen nehmen teil um unsere Gesellschaft zu verbessern. Wir sind.
Die Zukunft.
Wir müssen zusammenhalten, denn eine Hand alleine kann nicht klatschen. Kein Rostan.

[10:05] Stell dir folgendes Szenario vor,
Du bist eine afghanische Frau, trägst Kopftuch, verfuchst über keine Hochschulabschluss und bist alleinerziehende Mutter,
Und dieser Beispiel zeigt die unterschiedliche Elemente, die zu einer mehrdimensionalen Diskriminierung führen können,
Die mehrdimensionale Elemente äh können hier das Geschlecht, die Hauptfarbe, das Einkommen, die Religionszugehörigkeit, so wie Herkunft sein. Ähm mehrdimensional beschreibt die Diskriminierung
aufgrund von mehr als einem Merkmal. Eine afghanische Frau mit einem Kopftuch wird nicht nur aufgrund ihres Kopftuches diskriminiert
sondern weil zwei aufeinander treffende Merkmale, denn Diskriminierungsprozess verstärken. Jasmin, fünfundzwanzig.

[10:58] Im tiefen Meer meiner Augen, von vielen feinen Härchen darüber umrahmt.

[11:05] Von einem hohen Nasenrücken durchquert.

[11:10] Zum sinnlichen Tal meiner schmalen Lippen mündend. Spiegelst du dich wieder.

[11:18] Durchwachsen von dunklen, aber feinen Haaren ist meine Haut im sanften Gold des Sonnenuntergangs getaucht.

[11:30] Wird die Frage gestellt, was meine Landschaft von deiner unterscheidet.

[11:38] Antlitz dieses Ortes erlischt meine Andersartigkeit.

[11:45] Doch steigt sie empor und erreicht die Quelle der menschlichen Vielfalt.

[11:53] Wahlrecht ohne deutsche Staatsangehörigkeit,
Fast zehn Millionen Steuerpflichtige Menschen können bei der Bundestagswahl nicht ihre Stimme abgeben, weil sie die deutsche Staatsbürgerschaft nicht besitzen. Das sind etwa 14 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen.
Wird ein Prozess beschrieben, in dem Menschen als andere konstruiert und von einem wir unterschieden werden.
Diese Differenzierung ist problematisch, da sie mit einer Distanzierung einhergeht, die
dass andere als das Fremde aburteilt. Prozesse des können sich auf die soziale Stellung eines Menschens in der Gesellschaft wie etwa Klassenzugehörigkeit oder Glaubensvorstellungen beziehen.
Aber auch auf Race, also die ethnische Zugehörigkeit, Sexualität, Geschlechter oder Nationalitäten.
Dabei werden auch biologische Argumente geltend gemacht, die essenzialisierend sind.
In erster Linie umfasst eine Selbstaffirmation. Das bedeutet, über die Zuschreibung von Minderwertigkeit wird für sich Überlegenheit in Anspruch genommen.
Zum Beispiel für die Rechtfertigung der Zivilisierungsmission wie im Kolonialismus grundlegend.

[13:19] Der Begriff der Dominanzgesellschaft oder Kultur geht auf die Psychologin und Sozialarbeiterin Birgit Trommelsbacher zurück und dient zur Beschreibung struktureller Diskriminierung.

[13:29] Er versucht das Zusammenleben unter mehr dimensionalen, vielschichtigen Macht- und Herrschaftsbedingungen zu beschreiben.
Die Dominanzgesellschaft ist geprägt von einer Geschichte, die herrschen und beherrscht werden zu ihrem zentralen Wertebild hat werden lassen.
Im Gegensatz zu kolonialen oder faschistischen Gesellschaften ist die Unterteilung in unterdrückte und Unterdrückende aber nicht eindeutig, sondern verläuft anhand verschiedener Merkmale wie Frau, Mann, Weiß, Schwarz, Hetero, Homosexuell
Deutsch, Nichtdeutsch, arm, reich und so weiter,
Demnach entscheidet die Dominanzgesellschaft darüber, wer in der Norm lebt und sich repräsentiert und wer von ihr abweicht,
Diese Uneindeutigkeiten, die so alltäglich sind, dass sie die Norm bestimmen, verdecken und rechtfertigen, bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen
so dass die Dominanzgesellschaft sich ihrer Hierarchien nicht bewusst ist oder nicht sein will
sondern sich allerdings nur oberflächlich zu Gleichheit und Gleichwertigkeit bekennt,
Anders als bei dem Begriff der Mehrheitsgesellschaft geht es also nicht um eine zahlenmäßige Überlegenheit, sondern um die Verteilung von Macht, die sich in Normen Definition und Repräsentation widerspiegelt.

[14:54] Eurozentrismus, eine Einstellung, wie Europa unhinterfragt in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns stellt.
Ausgehend von der Annahme, dass die kulturellen und politischen Systeme Europas das ideale Modell
universeller Vernunft und menschlicher Entwicklung darstellen, wird Europa als Maßstab gesellschaftlicher Analysen und politischer Praxis betrachtet.

[15:21] Besonders deutlich wird dies im Zusammenhang mit Kohlenialismus und Imperialismus.
Die europäische Geschichte und Gesellschaftsentwicklung wird als Norm verstanden, die erfüllt oder von der abgewichen wird
Ohne die historische und kulturelle Subjektivität dieser Perspektive zu erkennen.
Der Begriff Orientalismus geprägt von Edward Sait, beschreibt und kritisiert die Eurozentristischen Bilder über den sogenannten Orient, die die westliche Wissenschaft um Kunst hervorgebracht hat und die Tief
bis heute in unserer Gesellschaft verankert sind
Der Begriff dient also der Auseinandersetzung mit den Bildern des sogenannten Orients und seiner Herstellung und will nicht selbst ein Bild des Orients erzeugen.
Dieses eurozentristische Denken drückt ein Überlegenheitsgefühl gegenüber dem Orient aus und lässt sich einerseits auf postkoloniale Machtverhältnisse und andererseits auf historisch bedingte
bis in das Mittelalter reichende tiefsitzende Feindseligkeit gegenüber dem Islam zurückführen.

[16:28] Orient und Islam wurden und werden oft zusammengedacht. Besonders das mittelalterliche Islambild hat die Vorstellung des Orients bis heute stark geprägt.

[16:40] Ich spreche vom sogenannten Orient, weil der Orient eine imaginäre Raumkonstruktion ist
Es hat ihn nie als Staat oder Reich gegeben. Was darunter verstanden wurde, hat sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt,
Während früher die gesamte asiatische Welt, das heißt, die arabischen Länder, Iran, Indien und China als Orient galten,
später dann nur die Länder vor der Asiens mit Ägypten und die meisten islamischen Kulturen dazu zählten, tendiert der heutige
braucht dazu den Begriff auf den Nahen Osten und die arabisch-islamische Welt, einschließlich Türkei, Iran, Afghanistan und Nordafrika,
aber ohne die islamischen Staaten süd- und Südostasiens zu bezeichnen. Bis heute gibt es
in Kinderbüchern, Filmen und Medien die Vorstellung vom Orient als eine Anderswelt gefüllt mit exotisch traumhaften und
vorwurfsvoll erniedrigenden Vorstellungen, Bildern und Mustern, die allesamt das Ziel haben, auf der einen Seite den aufgeklärten Westen, das zivilisierte Abendland den überlegenden
oxident zu zeichnen und dem auf der anderen Seite den mysteriösen, barbarischen Orient das traditionell islamische Morgenland gegenüber zu stellen und damit eine klare Hierarchie zu schaffen.

[18:07] Die Abkürzung besteht aus b, dass für Black Steht, damit sind schwarze Menschen gemeint.
I steht für Indigenes, zu Deutsch indigene. Damit sind unter anderem Personen gemeint, die zum Beispiel in Afrika, Amerika
oder Ozeanien lebten bevor europäische SiedlerInnen kam. POC steht für People of Color. Damit sind nicht weiße Menschen gemeint. Dieser Begriff wird im Allgemeinen nicht übersetzt,
Wichtige Anmerkung, people of color sollte nicht mit farbige übersetzt werden. Der Ausdruck Peop
hat die Aufgabe, die Lebensrealitäten von schwarzen indigen und nicht weißen Menschen hervorzuheben. Es geht nicht darum, schwarz zu indigene oder nicht-weiße Menschen zu inkludieren, explizit anzusprechen, sondern dass wenn über sie gesprochen wird, auch ihre Lebenswirklichkeit erwähnt wird,
Hierbei gibt es unter anderem um Rassismuserfahrungen, Diskriminierungserfahrungen, strukturelle gesellschaftliche benachteiligung Ungleichbehandlung durch Polizei oder Rechtsstaat,
Für gilt das auch Folgen des Kyalismus oder der Sklaverei thematisiert werden sollen,
Außerdem hat die Abkürzung Peace die Aufgabe, schwarze, indigene und nicht weiße Menschen zu vereinen.

[19:33] All diese Begriffe sind politische Selbstbezeichnungen. Das bedeutet, sie sind aus einem Widerstand entstanden und stehen bis heute für die Kämpfe gegen diese Unterdrückungen und für mehr Gleichberechtigung.
People ist also eine positiv besetzte politische Selbstbezeichnung, rassistisch diskriminierter Personen
Positiv deswegen, weil strukturell unterdrückte Personen von der Dominanzgesellschaft mit Fremdbeschreibungen betitelt werden, die historisch bedingt beleidigend wirken.
Eine Form der Selbstermächtigung ist also die Selbstbezeichnung.

[20:06] Sie beschreibt einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, den Menschen teilen, die nicht weiß sind. Dieser entsteht zum Beispiel durch nicht zugestandene Privilegien. Mit diesem Ausdruck wird nicht primär Hautfarbe beschrieben.

[20:21] Weiter sind die Kategorien schwarz und weiß zu differenzieren.
Schwarz wird als politische Selbstbezeichnung schwarzer Menschen groß geschrieben und weiß, als eine Beschreibung sozialer Positionierung klein,
Diese Konstrukte beschreiben nicht etwa biologische Faktoren, sondern eine politische Realität.
Colourisman basiert zwar auf rassistischen Strukturen und Denkmustern, jedoch bildet hier die in Anführungszeichen Farbe, also die Schattierung der Haut, die Grundlage für die Bevorzugung oder Benachteiligung einer Person,
Dabei werden Menschen mit hellerem Haut tun, also Lightskin, Peoplex, favorisiert und Menschen mit
dunklere Haut, also Dark Skin Peops diskriminiert.

[21:09] Studien zufolge hat Colourison konkrete Auswirkungen im Justizsystem auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, im Gesundheitswesen, in den Medien und Politik, also in allen Bereichen der Gesellschaft,
Auch in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas werden Menschen mit hellerer Haut bevorzugt.
Und hier haben wir den zweiten, wesentlichen Unterschied zu Rassismus
Colorysham trifft nicht nur zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen auf, sondern auch innerhalb einer ethnischen Gruppe,
Die faktische Bevorzugung von Light Skin Peops, also Menschen, die hellere Haut haben, lässt sich auf die Durchsetzung weißer Schönheitsideale durch den Kulialismus und Imperialismus zurückführen,
Bis heute wird in afrikanischen und asiatischen Ländern der Markt durch Hautaufhellungs- und Haarglättungsprodukten dominiert.

[22:04] Alle, die dem weißen Schönheitsideal am nächsten kommen, werden weniger aufgegrenzt, erhalten bessere Jobs und verdienen mehr Geld.
Frauen sind von Colourismus stärker betroffen, weil sexistische Schönheitsmaßstäbe zusätzlich auf sie wirken.
Eine Frau kann rassistisch diskriminiert werden und zugleich auch noch wegen ihres Geschlechts.
Intersektionalität beschreibt die Überschneidung und Gleichzeitigkeit von verschiedenen Diskriminierungsformen
Keiner der verschiedenen gesellschaftlichen Strukturkategorien wie Geschlecht, Ratifizierung, Klasse, Nationalität, sexuelle Orientierung, Alter, Religion, et cetera, steht für sich alleine.
Diese Kategorien wirken sowohl für sich als auch im Zusammenspiel an der Gestaltung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse mit,
Sie müssen in ihren Verschränkungen und Wechselwirkungen betrachtet werden, wollen wir ihre Dynamik verstehen und Diskriminierungen und Ausschluss verhindern.

[23:05] Intersektionalität, geht auf das englische Wort Intersection, also Straßenkreuzung zurück.
Die schwarze US-Amerikanische Juristin und Aktivistin Kimberly Crinchow
benutzt du diesen Begriff erstmals Ende der 1980er Jahre, um mit dem Bild der Straßenkreuzung, die Gleichzeitigkeit, das Zusammentreffen kreuzen und überschneiden von Machtverhältnissen zu benennen
und um damit die Verwobenheit sozialer Ungleichheit sichtbar zu machen und diese Machtverhältnisse zu dekonstruieren.

[23:38] Intersexualität ist die Grundidee des schwarzen Feminismus. Die Frauenrechtlerin Abvolutionistin und ehemals versklavte schwarze Frau, so Jean Notruf
wie es bereits 18hundert5ein,
die Überschneidung von Race, also Razifizierung und Geschlecht hin. Und wie sich diese Mehrfachdiskriminierung auf sie auswirkt.
An einem Frauenkongress in Ohio hielt sie ihre berühmte Rede bin ich etwa keine Frau?
Darin sagt sie, dass sie von den weißen Frauen nicht als Frau anerkannt und ernst genommen wird, weil sie schwarz ist und prangert sogleich den Rassismus der Weißen und
Sexismus, der auch in ihrer schwarzen Gemeinde stattfindet, an.
Der Intersektionale Feminismus betont also, dass Diskriminierung nur hinreichend analysiert werden kann, wenn alle Kategorien in gleicher Weise berücksichtigt und als voneinander abhängig betrachtet werden.

[24:38] Ein Beispiel für aktuelle, internationale feministische Kämpfe hier in Deutschland zeigt sich an der Debatte um die Ungleichbezahlung von Frau und Mann auf dem Arbeitsmarkt
Während weiße Frauen aktuell für ihr Recht kämpfen
gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zu bekommen. Das heißt, die Gender-Pay-App von 18 Prozent zu schließen, kämpfen schwarze Frauen und Woman of Color dafür, erstmal Zugang auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen,
da hier Sexismus und Rassismus in seiner zusammen und Wechselwirkung den Zugang zum Arbeitsmarkt für schwarze Frauen und Women of Color zusätzlich stärker erschwert.

[25:25] Wo kommst du her? Du kommst aus Deutschland? Geh doch dahin zurück
wo du herkommst. Man kann Hautfarbe nicht abstreifen. Man kann sich nicht verbergen. Man kann nichts
sein Leben in Ungewissheit führen. Melek, dreiundzwanzig Jahre.
Meine Herkunft macht zwar einen Teil von mir aus, jedoch bin ich nicht nur meine Herkunft, meine Haarfarbe oder Augenfarbe.
Die Frage, woher ich wirklich komme, möchte ich nicht mehr beantworten. Jeder einzelne Person ist nämlich viel mehr als nur das,
Wir müssen zulassen, die wirklichen Besonderheiten der Menschen zu erkennen und sie nicht nur nach ihrer Herkunft abzustempeln.

[26:18] Ich möchte als Melek, als die Person mit dem Lächeln im Gesicht wahrgenommen werden.
Lasst nach Gemeinsamkeiten suchen und nicht nach Unterschie, die uns trennen. Lasst uns gemeinsam lächeln. Nur zusammen sind wir wirklich stark.
Hashtag Hashtag ich bin sichtbar.
Ich kann über nichts mehr sprechen, was bisher nicht schon zigfach gesagt wurde, aber ich werde es trotzdem tun. Vor ein paar Monaten drückte sich eine Professorin von mir in einem meiner Seminare sehr unglücklich aus.
Als sie ihre Beobachtung anstellte, dass wir angehenden Friedens und Konfliktforscherinnen
immer mehr unseren Analyse und Interventionsfokus auf Deutschland richten würden, statt auf was weiß ich, Sierra Leone oder Aserbaidschan, tat sie in diesem Zusammenhang die verabscheuungswürdigen Morde in Hanau als einen neuen Trend in der Wissenschaft ab,
strahlend und begeistert freute sie sich das Hanau so viele neue,
interessante Forschungsperspektiven eröffnen würde und sie kaum abwarten können, Abschlussarbeiten darüber zu lesen.

[27:18] Es versteht sich von selbst, dass man natürlich dazu forscht und einen wissenschaftlichen Zugang finden sollte. Aber diese unreflektierte Ausdrucksweise ist einfach nur ignorant,
rechtsextremistische Gewalttaten gegenüber Menschen, die als Ausländerinnen, die als Eindringlinge in eurer vermeintlich homogene Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen werden, sind kein neuer Trend,
jahrzehntelange Leid einer ganzen Bevölkerungsgruppe darf nicht als Trend abgetan werden, als Modeerscheinung,
eine Art fast Fashion, die nur dann von weißen WissenschaftlerInnen im Rahmen von Forschungsarbeiten aufgegriffen wird, wenn sie sich in der aktuellen Zeit als zitierfähig erweist.
All das verdeutlicht umso mehr, wie sehr unsere Universitätenlandschaft hauptsächlich aus,
sagen wir mal, einer Sorte, einer Eurozentristischen, in flexiblen und langweiligen Monokultur, des zweifelsfrei an Multiperspektivität mangelt, besteht,
Und was passiert, wenn Forschungseinrichtungen die Gesellschaft in ihrer Diversität nicht abbilden?
Dann wirst du in den Worten von Melikiak nicht nur mit deiner Herkunft, sondern auch mit deiner Meinung immer Teil der Minderheit sein,
dass Rassismus und Rechtsextremismus immer noch integrale Bestandteile der Bundesrepublik sind, darüber sprechen und schreiben wir im akademischen Schwarzkopfmilieus seit zehn Jahren. Und vor uns taten dies Schwarzköpfe älterer Generationen.
Sorge um die Würde und Unversehrtheit von Minderheiten zieht sich wie ein roter Faden durch die Generation nach Deutschland eingewanderter Familien und ihrer Nachkommen.

[28:44] Der Tunnelblick meiner Professorin, der sie zu einer brillanten Wissenschaftlerin macht, unterbindet ihre Fähigkeiten zu Sensibilität, gesunder Demut und Empathie,
Das gefährliche an einer akademischen Ausbildung ist, dass sie ermöglicht, Dinge zu überintellektualisieren, sich in abstraktem Denken zu verlieren
statt einfach mal darauf zu achten, was vor der eigenen Nase passiert.
Einzig annähernd neue Forschungsperspektive, die Hanauer eröffnet ist, dass es sich mittlerweile schickt, darüber ein akademischen Kreisen zu reden.
Es ist ein Modethema, das nach einem anfänglichen Prozess, der allgemeinen Aufregung, um zu Publisher und Zitierungen zu kriegen, wieder in Vergessenheit geraten wird.
Und auch wenn die Bezeichnung Elfenbeinturm von jedem Dully schon zigfach missbraucht wurde, ist es nunmal so, dass sich eine Vielzahl von weißen WissenschaftlerInnen eben auf diese Dialektik einlassen.
Aber was passiert denn eigentlich mit den Menschen über die geschrieben wird? Mit Menschen, die davon betroffen sind. Der Kreis schließt sich und wir sind wieder an dem Punkt, an dem wir diese Frage zum Tradiosten mal stellen.

[29:48] My experience mit.
Muss, wo im.

[30:36] Also,
aus Kinkel kann negativ.

[31:29] Kein haben online.
Every Human Espressos. Thank you.
Ich muss eigentlich sagen, dass ich so glücklich bin, dass das so schön zustande gekommen ist, weil mich das sehr beeindruckt, wie reflektiert, dass alle diese Menschen.
Also sich zurückzuziehen, zu kreuzen, ist aber doch so reflektiert mit ihrer eigenen Identität, ihrer Herkunft, ihren Problemen auseinandersetzt,
Was für einen wahren Blick die jungen Leute auch auf die Veränderungen in unserer doch schon seit langem diversen Deutschen Gesellschaft haben, muss ich das halt einfach sehr gut finde. Das ist ja jetzt stattfindet,
2000 binnen Afghanistan geboren. Im Iran und Deutschland aufgewachsen.

[32:38] Mein Name ist Rostam Nasari. Als ich 2015 nach Deutschland kam.
War ich an der Löfferbett. Nach Jahren schaffte ich meine erste Schule.
Ein Buch über mein Leben schreiben.

[32:58] Ein gründen mit sechs junge, engagierte Personen.

[33:09] 2021 veröffentlicht DE ein Kochbuch.
Wir als Gesellschaft tun gegen.

[33:23] Rassistische Menschen, die rassistisch sich äußern.
Wir als junge Menschen nehmen teil um unsere Gesellschaft zu verbessern. Wir sind die Zukunft.
Wir müssen zusammenhalten, denn eine Hand alleine kann nicht klatschen. Kein Rostan.
Wir gehören hierher. Wir gehören in diese Gesellschaft. Es ist unsere Heimat. Wir haben einen deutschen Pass.
Wir sind Teil von euch. Was ist Kultur in Deutschland? Ist doch eine Kulturnation. Wir müssen doch.
Aber ihr akzeptiert einfach. Manchmal so herzlos. Was muss man tun, warum sind wir am höheren in dieser Gesellschaft? Als würden sie einen verwünschen wollen?

[34:26] Sophia, 22 Jahre alt. Durch meine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Diskriminierung habe ich einen ganz neuen Blick auf meine bisherigen Erfahrungen gewinnen können,
das Wissen über Mikroaggressionen, und so weiter, gibt mir ein Werkzeugkasten an die Hand, mit dem ich Erlebnisse in meinem Alltag viel besser einordnen kann und auch besser auf sie reagieren kann.
Mein Bauchgefühl in diesen Situationen hat immer gestimmt, aber mir fehlten die Worte, um die Sache beim Namen zu nennen. Ich wünsche, dass ich diesen Lernprozess schon viel früher begonnen hätte und wünsche anderen jungen Menschen das Gleiche,
Dafür braucht es mehr Intersektionale, antirassistische Bildungsarbeit und Empowerment. Hashtag im Hashtag ich bin sichtbar.

[35:09] Wieso gehen wir nicht miteinander besser um? Wieso achten wir nicht auf den Nächsten, auf die nächste, auf die Leute in unserer Nähe.
Weshalb laden wir nicht Fremde ein, weshalb nennen sich viele.

[35:25] Agieren ganz anders, nicht mit Nächstenliebe. Sie achten nicht aufeinander.
Diese Gesellschaft ist in Teilen so rau. Es gibt viele Sachen, die wir ändern müssen.

[35:50] Also ja, auf jeden Fall sind die Statements alle sehr unterschiedlich, weil jeder seine eigene Rassismuserfahrung gemacht hat aufgrund egaler Herkunft, Hautfarbe, was auch immer,
macht das einen Unterschied, ob das in einer Großstadt ist, wie Frankfurt, wo wir sehr viel Diversität haben. Das ist ja sehr viel wir leben hier mit 140, 15Nationen in einer Stadt,
Ja genau, also es gibt schon einige, die hier auch äh porträtiert sind, die aus äh Marburg kommen, was jetzt auch nicht so ein riesen Stadt ist. Aber ich finde, Diversität findet man überall. Kann man auch in einem Dorf finden,
und ähm deswegen, also das macht eigentlich nicht sehr viel aus. Also wenn da Leute genug Mut haben und äh viel zu erzählen haben, dann ist es auch komplett egal, woher sie kommen, also aus welcher Stadt. Hier kann man Hautfarbe ja nicht abstreifen,
Ja, das ist natürlich sichtbar, ja. Genau. Das hat ja sicherlich auch einen Eindruck auf die Psyche wehren kann, ja? Absolut, das ist eine Sache, die die lernt man auch, glaube ich, nach einer Zeit, also ich kann jetzt für mich sprechen persönlich,
ich hab ja auch sehr viel in meiner Kindheit, Jugend sehr viel Rassismuserfahrung erleben müssen wegen meiner Hautfarbe und,
Das ist eine Sache, die ähm die verstehst du am Anfang nicht so, aber nach der Zeit weißt du, wie du damit umzugehen hast. Mhm.
Und wie sich das dann weiter entwickelt, weil du als Mensch entwickelst dich ja auch weiter und irgendwann weißt du dann auch, wie du dann äh dagegen schießen kannst.

[37:11] Und dann ist wichtig, dann auch eine öffentliche Plattform zu haben. Genau.
Genau und auch auch darüber zu sprechen und äh dich auch als eine ähm Kommunikation wollte ich nochmal sagen, ist auch sehr wichtig,
durch Kommunikation können wir ähm Vorurteile und Diskriminierung verhindern.
Haben wir den Kolonialismus. Ja. Europa und Europäer haben äh Kontinente erobert, haben dann natürlich auch eine gewisse ähm äh Klassengesellschaft da äh eingebaut. Kosten äh seinen Ursprung in Europa hat oder,
ist es da auch. Ah okay. In unterschiedlichen Teilen der Welt. Ein ähnliches Phänomen.
Ja, natürlich gibt es es gibt diese Eurocenter respektiv, Rassismus, ähm aber Rassismus gibt es auch in,
USA oder wir anderswo, aber.
Man kann trotzdem sagen, dass das die das Rassismus, egal wo es auftaucht.

[38:09] Besonders der, dieses Anderssein hier in Verbindung mit ähm Kolonialismus kann man das als in Verbindung mit Kommunalismus sehen. Hashtag ich bin sichtbar.
Achtundzwanzigster August bis fünfter September zwanzig einundzwanzig. Vielfalt ist eine Bereicherung für uns. Deswegen ist es wichtig,
zu tanzen und Offenheit auch die Förderung und Repräsentation in diesem Bereich zu stärken. Denn kein Mensch darf aufgrund von Herkunft, Benachteiligt,
oder diskriminiert werden
als Menschen sollten wir viel mehr aufeinander zugehen und miteinander sprechen, statt übereinander. Denn nur dann können Vorurteile abgeschafft werden. Lasst uns deshalb gemeinsam Brücken zwischen den verschiedensten Menschen bauen, den du dadurch können wir in Frieden leben.

[39:01] My experience, the trace is sehen.
I think by brain of aske.
Wie ihn abbraten muss, wo er im.

[39:38] Hier.
Aus kann negativ.

[40:41] Sind kein,
haben online.
Except eachuality.

[41:10] Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Arm, reich, einheimisch, fremd.
Worte der Spaltung lösen Stereotyp in deinem Auge aus. Du meinst zu wissen, wie dieser Mensch lebt, was ihn beschäftigt und was gut für ihn sei. Aber was ist, wenn dir ganz offensichtlich etwas fehlt, was du dir nicht aneignen kannst,
Aus arm wird manchmal reich, aus einem Fremden wird irgendwann ein Einheimischer, aber aus eingeschränkt wird nie gesund,
Ja, mein Handicap gehört genauso zu mir wie meine Migrationsbiografie. Beide Dinge lösen etwas in dir aus. Klischees, Vorurteile,
Aber kannst du sehen, was ich besitze, was ich denke und was ich fühle.
Auf dieser Welt kann man alles verlieren, materiell, immateriell, körperlich und geistig.
In diesem Land kann vieles behoben oder durch Hilfen kompensiert werden. Das, was sich aber nie ändert, ist das, was ein Mensch fühlen kann,
Also.
Bevor du mich in eine Schublade steckst, aus welchem Grund auch immer, frage dich erst, ob du mich kennst, damit du einschätzen kannst, ob ich dieser Sprache mächtig bin,
genauso ob ich dazu in der Lage bin, mein Leben, meinen Alltag und alles, was damit einhergeht, zu bewältigen.

[42:37] Quoten und Chancengleichheit bringen unserer Gesellschaft nichts. Wenn die Menschen nicht aufeinander zugehen können, Veränderungen finden in dir drin statt, nicht mit Hilfe des heutigen Fortschritts.
Der ist nämlich auch vergänglich. Hashtag Hashtag ich bin sichtbar.
KünstlerInnen über das gestörte Verhältnis zu der Wertigkeit von Medien und Kultur.

[43:07] Hat schon wieder eine Fünf im Deutschtest geschrieben. Sie hat Angst, nicht versetzt zu werden und sucht sich eine Nachhilfelehrerin. Diese hilft Luisa und sie wird versetzt.
Luisa zahlt der Nachhilfelehrerin 10 Euro pro Stunde.

[43:24] Luisa hat mittlerweile erfolgreich die Schule und das Studium beendet und möchte sich für die Arbeit in einer Kulturabteilung bewerben.
Dafür muss sie ihre Zeugnisse beglaubigen lassen. Sie sucht sich eine Notarin, beglaubet ihre Dokumente und kann sich bewerben.
Luisa zahlt der Notarin 60 Euro.

[43:46] Draußen legt sich der erste Schnee über die Straßen. Luisa hat den Job bekommen, setzt in ihrem Büro und weil die Heizung nicht funktioniert.
Sie ruft beim Klempner an und beauftragt ihn mit der Wartung der Heizung. Er kommt, repariert und Luisa böbert nicht mehr.
Luisa zahlt dem Klempner 150 Euro.

[44:09] Luisa darf mittlerweile eine Lesung für die Kulturabteilung der Stadtverwaltung, wo sie arbeitet, organisieren.
Dafür benötigt sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Raum, einen Tontechniker, eine Reinigungskraft, ganz wichtig Flyer und eine Autorin, die etwas vorträgt.
Luisa zahlt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 500 Euro für den Raum 400 Euro, dem Tontechniker zahlt sie 120 Euro für die Flyer 50 Euro.
Reinigungskraft 80 Euro, Luisa zahlte Autorin nichts,
auf Nachfrage begründet sie das damit, dass sie der Autorin bereits eine Bühne bietet. Außerdem sei ihr Budget durch die anderen, die Arbeiten bereits verbraucht.

[44:57] Die ersten Szenarien dürften in den meisten bekannt sein, während das letzte Szenario nur Künstlerinnen vorbehalten ist.
Sie erleben solche Szenarien jeden Tag.
Kultur wird gerne konsumiert und genossen, entsprechend entlohnen, möchte man die freischaffenden dafür allerdings nicht.
Wenn beispielsweise eine freie Autorin auftreten soll, dann doch bitte kostenlos. Allenfalls günstig. Schließlich sei das eine tolle Chance, um sich zu zeigen.

[45:29] Bei den Medien ist es nicht anders. Unbezahlte Praktika in den Redaktionen sind an der Tagesordnung.
Dabei hat die Idealisierung von Armut in der Branche nicht umsonst einen ausgeprägten Ruf.
Noch immer herrscht das romatisierte Bild des freischaffenden, der im Stillen vor sich hinkritzelt, malt, schafft und von Luft und Liebe lebt.
Wie viele KünstlerInnen mussten schon ihre Träume begraben, weil sie in finanzielle Existenzkrisen geraten sind. Ihnen werden ausschließlich solche Plattformen geboten, um sich zu zeigen.
Selbstverständlich braucht es Zeit, um sich auszuprobieren, zu etablieren,
Doch wie viele schlecht bezahlte oder kostenlose Veröffentlichungen und Praktika Preise und Stipendien braucht es, um sich zu beweisen.
Von kostenlosen Bühnen und Plattformen kann man kein Brot kaufen oder die Miete zahlen.

[46:25] Diese Lektion, die dann stattfindet, führt dazu, dass ich die in erster Linie finanziell privilegierten aus der oberen Mittelschicht in der Branche durchsetzen,
dann ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder dasselbe geschrieben wird. Dieselben Analysen, Bewertungen und Kommentare,
Man fordert Vielfalt, ohne dafür ein Fundament zu legen.
Niemand erwartet vom Klempner kostenlos die Heizungsanlage zu reparieren. Niemand erwartet von einer Lehrerin kostenlos zu unterrichten. Niemand erwartet von einer Brutzgrab die Wohnung sauber zu machen, denn die Wohnung sei ihre Bühne,
diese Analogie macht deutlich, welche gestörtes Verhältnis wir zu der Wertigkeit von Medien und Kultur haben.

[47:14] Dabei geht es nicht nur um eine faire Bezahlung von KünstlerInnen, sondern um eine Frage der Haltung ihnen gegenüber und um die Wertschätzung ihres Werks, ihrer Arbeit.
In seinem Abendprogramm eine Lösung wünscht, der sollte entsprechend entlohnen,
Kunst zu schaffen bedeutet Arbeit. Allein für diejenigen, die es sich nicht leisten können, kostenlos aufzutreten oder zu schreiben, sollte man zwar freundlich, aber bestimmt solche Aufträge ablehnen.
Vor allem sollte man aber auf die alarmierenden Zahlen der Künstlersozialkasse verweisen. Das Durchschnittsbruttoeinkommen aller Versicherten in den letzten Jahren lag bei nur knapp 17.000 Euro im Jahr.

[47:59] Das alles wirft die Frage auf, was ist uns Kunst als Gesellschaft wert? Offensichtlich haben wir in Deutschland ein Kulturproblem,
Zum einen liegt es daran, dass die Gesetzmäßigkeit der Kunst in der Regel nicht auf Profit und Wachstum basiert, auch wenn sie immer mehr notgedrungen in profitable Marketingmuster adaptiert wird.
Kunst muss unabhängig für sich stehen und damit über sich hinauswachsen können.
Die Anpassung der marktwirtschaftlichen Logik auf die Künste ist fatal. Denn sie führt dazu, dass die Gesellschaft an kreatival Vielfalt verliert.

[48:36] Wir müssen uns die Kunst bewahren. Ein Anfang wäre getan, wenn wir die Leistungen von KünstlerInnen als Arbeit anerkennen und entsprechend entlohnen.
Deshalb sei allen Mitarbeiterinnen wie Luisa im Privaten, vor allem aber in den städtischen und somit öffentlichen Medien und Kulturabteilungen geraten, auch die KünstlerInnen in die Budgetplanung mit einzubeziehen.

[49:03] Das war das Feature zur Ausstellung in. Ich bin sichtbar. Eine Gastausstellung von Kosmos EV im Weltkulturenlabor begleitend zur Ausstellung.
Unsichtbar machen und sichtbar werden. Kuratorinnen von sind Julia Albrecht und Stefanie Enter.
Mit herzlichen Dank an die Leiterin Frau Doktor Eva Rabe und an das Team von Kosmos EV,
insbesondere die Kuratorin Evelyn und Ariane,
brecherinnen und Sprecher in dieser Sendung neben mir. Jasmin Nahwal, Naline und Borak Electry, Sophia Faruk, Rani el Hilali,
Doktor Eva Rabe und Julia Albrecht.