Faire Mobilität - faire Arbeit für Alle! - Teil 1

Wir unterhalten uns mit Anna, Anel und Alex von Faire Mobilität.
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fair

"Faire Mobilität hilft, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Die politische Verantwortung für Faire Mobilität liegt beim DGB-Bundesvorstand." www.faire-mobilität.de

Weiter Infos: Europäischer Verein für Wanderarbeiterfragen: http://www.emwu.org/ Faire Mobiltät: https://www.faire-mobilitaet.de/ Faire Mobilität Frankfurt am Main: https://www.faire-mobilitaet.de/beratungsstellen/++co++b561bfb0-f53b-11e1-8c32-00188b4dc422

Bundesweite kostenlose Hotline von Faire Mobilität zu arbeitsrechtlichen Fragen während der Corona-Krise. Erste Orientierung sowie Tipps für weitere Hilfen. https://www.faire-mobilitaet.de/++co++582187e0-6dc9-11ea-8f86-52540088cada

Bosnisch-Kroatisch-Serbisch: 0800 0005776 Montag und Mittwoch 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr Donnerstag 13.00-17.00 Uhr

Bulgarisch: 0800 1014341 Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Polnisch: 0800 0005780 Montag bis Freitag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Rumänisch: 0800 0005602 Montag bis Freitag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Ungarisch: 0800 0005614 Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Was Sie wissen müssen, wenn Sie in Deutschland arbeiten wollen: https://www.fair-arbeiten.eu/

PECO-Institut: https://www.peco-ev.de/

Internationaler Bund (Standort Griesheim): https://www.internationaler-bund.de/standort/210624 Multinationale Informations- und Anlaufstelle für EU-Bürger/-innen (MIA): https://www.caritas-frankfurt.de/ich-suche-hilfe/migration-und-flucht/erwachsene/multinationale-informations-und-anlaufstelle-fuer-eu-buerger-und-buergerinnen-mia/mia-multinationale-informations-und-anlaufstelle-fuer-eu-buerger-innen

Transkription

[0:00] Da sind wir wieder mit dem polytopischen Magazin oder einfach dem Politopia.
Ich freue mich, dass ihr eingeschaltet habt und oder auch einfach zufällig mit dabei seid. So viel für euch am Mikrofon für die Moderation der Radiosendung.
Als Co-Moderator Ronnes heute für euch am Start, die mit mir zusammen das Interview geführt hat.

[0:25] Und ähm ja, ich freue mich darauf, euch auch noch mitzuteilen, dass dass es diese Woche um faire Mobilität geht.
Und nächste Woche geht es weiter, weil es so viel Interviewmaterial gab, dass ich die Sendung zweiteilen wollte und euch nichts.

[0:43] Davon vorenthalten wollte. Manchmal ist es auch einfach keine gute Idee zu kürzen. Ich habe mich zusammen mit, mit.
Anna, Anne und Alex von Faire Mobilität unterhalten. Faire Mobilität, was ist das eigentlich? Eine kurze Einleitung und zwar.

[1:04] Genau, auf Herren Mobilität ist im Prinzip ein Projekt, was dabei hilft, also es geht viel um Beratung, ja?
Hilft dabei und diese Beratung soll dabei geholfen werden, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte.
Im Speziellen aus dem Mittel-und Osteuropäischen EU-Staaten. Da wird auch dann im Interview nochmal erklärt, warum gerade aus diesen Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen.

[1:32] Und dabei zu verhelfen. Die politische Verantwortung für Ferromobilität liegt beim DGB Bundesvorstand.

[1:40] Genau, zweitausendelf ging es los, darüber erzählt euch Anna von Faire Mobilität, aber auch gleich noch mehr.

[1:49] Es hat schon dort auch gestartet als Gewerkschaftsnahe Projekt und es wurden schrittweise Berater aufgebaut.
Mobile Beschäftigte und in ihren Herkunftssprachen, faire Mobilität ist gewachsen, mittlerweile.

[2:06] Dass elf verschiedene Standorte. Genau, es ist mittlerweile ein bundesweites Netzwerk.
Arbeitsrechtlichen Beratung von EU-Bürgerinnen.
Seit August zweitausendzwanzig hat der DGB einen gesetzlichen Anspruch auf Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt.

[2:26] Um faire Mobilität weiterführen und ausbauen zu können. Aber das hört ihr auch alles nochmal im Detail gleich im Interview.
Und zwar wird es in dem Interview darum gehen, was ist für Mobilität und.
Wie ist es entstanden, also eine kleine Geschichte von faire Mobilität.
Wird Anna geben und warum warum ist faire Mobilität eigentlich notwendig?
Ist beispielsweise in dem europäischen Verein für Wanderbeiter fragen und.

[3:04] Außerdem mit Alex zusammen auch hier in Frankfurt für ein Wohnheim in Griesheim zuständig.

[3:13] In dem sehr viele Personen aus Osteuropa untergebracht sind und vor allem im Baugewerbe tätig sind.
Über dieses Wohnheim wird auch immer wieder erzählt. Deswegen jetzt kurz vorab schon die Info,
Nächste Woche wird es dann noch etwas genauer um den Arbeitsalltag von faire Mobilität gehen und auch um die.
Problematiken mit den Fernmobilität immer wieder zu tun hat oder auch welche neuen Problematiken kommen mit Corona auf.
Aber jetzt erstmal viel Spaß beim ersten Teil.

[3:52] Dann stelle ich mich vor ähm mein Name ist Anna Weirich, ich bin Beraterin für Rumänisch, bei faire Mobilität, wo wir ja sicherlich gleich noch mehr dazu sagen und erklären, was das ist
und was wir tun seit ähm November äh genau letzten Jahres, das heißt noch gar nicht so lange
Davor habe ich viele Jahre als Sprachwissenschaftlerin Solingistin an der ähm
Uni gearbeitet und hatte in dem Zusammenhang auch schon ja als Frauenbeauftragte oder später Gleichstellungsbeauftragte über Personalrat und Gewerkschaft und so weiter mit den Themenfeldern zu tun.
Okay? Ja, okay, fange ich auch kurz mal an. So, mein Name ist,
ich arbeite auch für faire Mobilität Hessen beim Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen,
zwar biete ich Beratung zu arbeitsrechtliche Fragen in der Muttersprache der Wanderarbeitskräfte. Ich bin in dem Projekt seit dem sechzehnten März zwanzig,
zweitausendzwanzig und äh ich bin seit also ich bin schon seit äh jetzt sechzehnten März zweitausendzwanzig in dem Projekt,
ich bin vom Beruf Jurist, das habe ich in Montenegro gelernt und was hier in Deutschland jetzt generell sich jetzt in der Hinsicht jetzt auch weiterentwickelt habe.

[5:12] Ach so, ja, ich bin äh der Alexandro Firus äh am besten
bekannt und der Alex auch unter den Bauarbeiter in Griesheim, generell unter den Kollegen, Kolleginnen und Kollegen,
Ich bin Projektpartner, also ich bin nicht direkt im Projekt involviert als Mitarbeiter, ich bin Projektpartner auf Honorarbasis. Ähm für Mobilität,
und ich beschäftige mich in diesem Zusammenhang hauptsächlich mit der Kommunikation mit den äh rumänischen Bauarbeitern vor allem.
Muttersprachler bin und die Tätigkeit habe ich aufgenommen in äh im letzten Jahr.

[5:56] Beginnen mit September, ja, Monat September, es ist schon eine Weile her, kann man sagen
und ich suche die Sammelunterkunft auf. Das ist mein Auftrag, das habe ich in den letzten Monaten gemacht. Äh,
nehme Kontakt auf mit den mit den Leuten Flecke.
Kontakt und versuche mich dort einzufügen unter den Leuten und,
von ihren Problemen mehr zu erfahren und auch bei bei Kleinigkeiten äh ihnen zu helfen. Nebenbei bin ich auch äh tätig bei der beim Caritas Verband als äh als Sozialhelfer.
Auch in einem Projekt bezüglich äh EU-Migranten und die im äh unter prekären Lebensumstände sich befinden.
Und zusätzlich, wie eben angesprochen, bin ich auch beim internationalen Bund auch in Griesheim ähm.

[6:54] Auf eine Zeit ähm ja eben mit der bezüglich Bauarbeiter in der Sammelunterkunft.
Wo wir ein kleines Projekt, ein Integraz, ein kleines Integration Integrationsprojekt äh am Laufen haben sozusagen.

[7:14] Und Absolvent bin ich von Wirtschafts und Sozialbiografie hier in Frankfurt.
Das ist mein Hintergrund und ich war auch Praktikant bei zweitausendsiebzehn, sieben Monate.
Wo ich viel Feldarbeit gemacht habe und Unterkünfte aufgesucht,
was habe ich schon Erfahrung, kann man sagen damit? Ich fange ja immer so ganz gern vorne, also chronologisch vorne an äh erstmal die Frage,
ein bisschen zur Geschichte von erzählen, seit wann gibt es das und was äh warum ist es überhaupt entstanden, was,
war die Notwendigkeit, dessen das, für Mobilität entstanden ist
Genau, also faire Mobilität wurde gegründet im Jahr zweitausendelf, das heißt, wird jetzt bald ähm zehn Jahre alt, dieses Jahr,
und ist jetzt auch seit letztem Jahr verstetigt in dem Sinne, dass Arbeitnehmer Entsendegesetz
in Paragraph dreiundzwanzig A jetzt ähm garantiert wird, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund vom
Bund auch Mittel zur Verfügung bekommt, um solche Beratung eben für EU-Bürger, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt,
ähm tätig sind, ähm genau aufgrund der europäischen Freizügigkeit oder als Entsand beschäftigte.

[8:37] Genau, dass die ähm stattfinden,
kann, ähm also warum das Jahr äh zweitausendelf, das hat natürlich was zu tun, ähm also die Beratung richtet sich ja in erster Linie an ähm Mittel-und Osteuropäische EU ähm Bürgerinnen und
die entsprechenden EU-Staaten sind ja zweitausendvier mit Polen und dann zweitausendsieben
mit Bulgarien ähm Rumänien der EU.

[9:07] Beigetreten die Menschen aus diesen Ländern haben dadurch Freizügigkeit in der europäischen Ehe
erlangt, allerdings natürlich auf dem Arbeitsmarkt jetzt als Arbeitnehmerinnen erst ähm mit einigen Jahren Verzögerung, also Deutschland hat es ja voll ausgekostet, die sieben Jahre, die möglich waren, um den Zugang zum Arbeitsmarkt noch
Ähm ja, zu rauszuzögern, sage ich mal, aber ähm.

[9:37] Genau, also dadurch war dann eben vor allem dem den Deutschen Gewerkschaften und dem DGB ähm.
Klar, dass äh hier ein großer Bedarf äh.
Entstehen wird, dass halt Leute, die mit der rechtlichen Situation jetzt auf den deutschen Arbeitsmarkt äh nicht vertraut sind, ähm informiert werden müssen, sollten, um eben auch äh.
Ja, zu verhindern, dass hier ähm.
Genau, Gesetze missachtet werden und diese Leute eben nicht behandelt werden, wie sie behandelt werden sollten,
Genau, entsprechend den äh dem den arbeitsrechtlichen Vorgaben so, also das äh genau, ist der Hintergrund zweitausendelf waren dann ja sozusagen die sieben Jahre vorbei, wo dann die polnischen ähm
Arbeitnehmer in auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt äh arbeiten konnten und da sind dann die ersten Beratungsstellen entstanden in,
Berlin und Frankfurt, in Frankfurt gab's auch schon eine, also eine erwähnte ja eben auch schon den EVW, den Europäischen Verein für Wanderarbeiter fragen, ähm.

[10:50] Und die hatten schon eine Stelle, eine Beratungsstelle in Frankfurt, die eigentlich genau äh das auch gemacht hat und die dann,
in dem Sinne auch Teil von faire Mobilität ähm geworden ist. Also dieses Netzwerk an Beratungsstandorten hat sich dann über die Jahre
ausgeweitet. Es sind inzwischen ähm von der Bundesstelle elf Beratungsstandorte hinzukommen, aber noch eine ganze Reihe
Landesfinanzierter Beratungsstellen, also dieses ganze Konstrukt ist vielleicht für Außenstehende auch teilweise ein bisschen unübersichtlich, welcher äh welcher Beratungsstandort gehört dazu. Wer ist der Träger? Ähm
und so weiter äh genau und das Prinzip ist dann eben ähm das äh,
hier Beratung, Informationen in arbeitsrechtlichen Fragen primär äh teilweise auch äh sozialrechtlichen stattfindet. Und zwar in nach Möglichkeit in der Erstsprache der Ratsuchenden, weil das ist natürlich das ähm,
große Manko, ähm äh beiderseitig, sage ich mal, dass viele von den Arbeitnehmerinnen,
wenig.

[12:07] Und umgekehrt, aber ja, die Arbeitgeberinnen nicht unbedingt die Sprachen der Personen, äh die diesen Umstand gegebenenfalls auch ausnutzen und bei den deutschen Gewerkschaften
aber natürlich jetzt auch die Kompetenzen, Sprachkompetenzen in
rumänisch oder kroatisch äh nicht so weit verbreitet sind. Und das heißt, es geht halt ganz explizit auch darum, die Leute eben äh in.
Ihren Erstsprachen oder Sprachen, die sie gut beherrschen, ähm beraten zu können und genau, auch zu vermeiden, dass ihnen dann Informationen vorenthalten werden, weil sie halt nur auf Deutsch.
Ähm präsentiert werden.

[12:51] Ja, ich würde gerne noch ein ein paar Sätze noch einhaken generell. Also zur Durchsetzung der gerechten Ansprüche und äh und wir rechnen jetzt Arbeitsbedingungen, gegen gerechten Löhne, äh fördert halt sozusagen das Ministerium für Arbeit und Soziales, faire Mobilität.
Und zwar also und zwar so in in Hessen jetzt konkret unterhält das Projekt.
Jetzt nicht mehr Projekte aber kann ich nur sagen Projekt unterhält das Projekt Beratungsstelle in Frankfurt am Main und in Kassel nicht und am ja.
Das sind zwar mit der mit den Sprachen Sprachen jetzt am Anfang rumänisch und Polnisch. Seit dem Jahr zweitausendfünfzehn.
Ergänzt das hessisches Ministerium für Soziales und Integration noch eine Extra sozusagen stellen zwar bulguarisch und später im Nachhinein BKS, also bosnisch, kroatisch, serbisch, Montenegri,
Sprachen, die ich jetzt spreche. Und zwar ist das jetzt noch also die Muttersprachliche Beratung äh.

[13:54] Über arbeitsrechtliche und sozialräuliche Angelegenheiten.

[13:59] Und zwar also beide Projekte ergänzen sich gegenseitig und sozusagen oder arbeiten sehr eng miteinander.
Und zur Information sozusagen der europäische Verein, also der wurde zweitausendvier schon gegründet.
Von der Industriegewerkschaft im Bauern Agrar Umwelt ich kann es ich kann mal wenn ihr wollt ich kann die kurze Geschichte euch über das auch noch erzählen also am Anfang an, früher war das ein Berufsverband.
Sozusagen es es lag ja sozusagen die Idee, also die Grundidee.
Lag ja darin, dass man europaweit Beratungsstelle auf, also.

[14:37] Öffnet, äh indem sie sozusagen die Wanderarbeitskräfte informieren können,
arbeitsrechtliche Angelegenheiten über das Leben in Deutschland und halt komplett halt was da ist als Mitglied. Äh so ist, so haben wir eine Beratungsstelle in Warschau.
So ist die entstanden, die gibt's immer noch noch heute. Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber die ist halt sozusagen noch immer und da ich's ja Beratung auf Polnisch,
warum es wohl nicht weiter funktioniert hat und bitte fragt mich das jetzt nicht. Das wollte ich noch kurz mal ergänzt haben beziehungsweise.

[15:10] Beratungsangebots im Ausland. Da wir ja nicht nur jetzt national, sondern auch international unterwegs sind. Und äh mich jetzt,
betrifft genau als Projektpartner. Würde das äh vielleicht schon ein Stück weitergehen. Ähm explizit in Griesheim. Wir betreiben auch Organizing. So das ist auch ein weiteres Ziel von diesem.
Mobilität heißt. Äh ja, wir gehen ja schon dieses äh Stück, dieses schritt weiter und versuchen die Leute äh zu motivieren, äh sich zu in einer Struktur oder,
in einer Gruppe zu organisieren ähm und äh.
Dazu oder dafür äh oder greifen wir auf.

[15:59] Verschiedene Tools zurück. Äh wir haben eine Herangehenweise. Wir wollen zum Beispiel einen Sprachkurs organisieren,
und ein ein Raum schaffen für die Leute oder,
eine Einsatzgruppe, wenn man so nennen kann, von Leuten, die Interesse an gewerkschaftliches Geschehen haben.
Und ja, das wäre der nächste Schritt, was Griesheim äh anbelangt. Abgesehen von Beratung, Uniformationsarbeit.
Okay, ja, vielen Dank schon mal für den kleinen Einblick. Ähm ich würde nochmal gerne genauer auf den Standort Frankfurt eingehen. Ihr habt ja gesagt, es gibt äh Standorte, wo schon Fernmobilität gibt.
Online gesehen, dass es gibt auch, also dass jeder Standort äh branchenspezifisch ausgerichtet ist.
Und in Frankfurt ist es ja Baugewerbe und Gebäudereinigung glaub ich.
Ist wie kommt das zustande diese Branchenspezifische Zuteilung?
Beziehungsweise was das Spezielle an Frankfurt, also es gibt ja für jeden Standard noch Kriterien. Ja wie wie gesagt, Frankfurt ist halt ein Großstadt und es wird ja schließlich auch in ganz viel gebaut
Nichtsdestotrotz äh werden äh Wanderarbeitskräfte sehr benötigt äh beziehungsweise nicht nur dadurch, dass es jetzt die unter die gängigen Mindeststandards arbeiten, sondern da da die auch jetzt ähm.

[17:26] Auch dafür sage ich mal die einheimischen Beschäftigten nicht zu motivieren sind und das Ganze auch hier zu das Ganze auch zu leisten, ne.
Und zwar die beißen ja schließlich auf unterschiedliche Weise Prekarität auf und zwar auch extreme Formen der Arbeitsausbeutungen. Die haben grundsätzlich sozusagen auch die Menschen,
Ansprüche in Deutschland und äh die stellen diese Menschen äh automatisch äh schlechter dar als die einheimischen Beschäftigten.

[17:54] Diese Lohn was die Menschen jetzt verdienen äh es ist dieser dieser Lohngefälle ist schließlich auch sehr groß,
zwischen West und Ost. Schließlich das das ist ja das größte warum überhaupt die Menschen nach Deutschland kommen und hier zu arbeiten.
Und äh am Ende noch ausgebeutet dafür zu werden. Also genau, ich würde sagen, zwei Sachen. Das eine natürlich, was Anel schon angedeutet hat, ähm hat es auch was zu tun mit welcher Arbeitsverhältnisse, welche Branchen.
Welche Fälle, an welchem Standort ähm besonders relevant sind, besonders häufig, also.

[18:33] Ähm genau, das hat dann natürlich was zu tun mit den Industrien, die auch an dem Standort sind und ich würde jetzt sagen, aus meiner bisherigen ähm
Beratungspraxis oder Erfahrungen, die Leute, die sich jetzt an mich gewendet haben in den letzten dreieinhalb Monaten, dass tatsächlich,
der größte Teil ähm tatsächlich auch genau aus dem Bereich Baugewerbe und auch Gebäudereinigung,
kommen einfach, also natürlich gibt es auch andere Fleischindustrie und so weiter und jetzt werden die Saison losgeht im Sommer,
es ist in und um Frankfurt auch viel,
Landwirtschaft, Saisonarbeit und so weiter, aber genau, also Bauarbeit ist einfach
äh Baugewerbe ist sehr relevant in Frankfurt und wie eine ja auch gesagt hat, ähm auch ein Sektor, wo es eben sehr viele Verstöße äh gegen die arbeitsrechtlichen,
Vorgaben gibt und das eben so das auch in verstärktem Maße Leute aus Mittel und Osteuropa davon betroffen sind. Und natürlich hat es darüber hinaus aber eben auch was mit der Geschichte
von ähm fairer Mobilität und faire Mobilität in Frankfurt zu tun und,
dieser engen Verzahnung auch mit der äh Gewerkschaft E. G, BAU, von der ja auch schon gesprochen hat, die ja auch äh.

[20:00] Eben unter anderem die Gewerkschaft fürs Baugewerbe und für ähm äh Gebäudereinigung ähm.

[20:10] Ist genau und hier auch den Anstoß dann mit dem äh Europäischen Verein Verwanderfragen hier für diese Beratungsstelle gegeben hat und mit der es auch nach wie vor eine sehr, sehr enge.
Zusammenarbeit gibt, sowohl was dann Informationsaktionen angeht, aber natürlich auch in der Beratung und Betreuung dann äh von den Ratsuchenden, weil natürlich auch.
Ein, ja, Anliegen ist, äh, dann von uns äh ähm.

[20:43] Denen nahezu legen oder zu erklären, was auch die ähm ja die Vorteile und der politische Sinn der Gewerkschaftsmitgliedschaft ähm sein kann. Äh ich würde nur noch eine kleine Ergänzung oder einen kleinen,
Kurze, was äh der Standort Frankfurt angeht. Natürlich das gibt Bedienungen, Verhältnisse, was auch die unsere Tätigkeit hier in Frankfurt für die Mobilität ähm bestimmt,
ein großer Punkt in Frankfurt ist ja der Bauboom. Man wird viel in Frankfurt gebaut, um herum, hä? Wir haben, wir kriegen das mit schon seit Jahren, aber,
es wird zu viel zu wenig, den Bogen geschlagen von den,
Bau oder wie die Gebäude verstanden, die Wohnungen und die Büros zustande kommen.
Und was uns im Alltag betrifft, weil hoch und runter, hört man, aber man hört kaum was von den Bauarbeitern.
Viel mehr inklusiv betrachtet werden und untersucht werden auch in der Öffentlichkeit. Weil das ist auch ein großer Punkt wahrscheinlich, wo wofür diese Missstände auch überhaupt.

[21:44] Möglich sind und äh passieren, weil es gibt nie so viel zu wenig gesellschaftlichen Druck seitens der Zivilgesellschaft,
Punkt wäre, das ist natürlich, es gibt sprachliche Probleme, es gibt,
alles drum dran Politik. Ähm aber der Bauboom soll inklusiv, also übergreifend betrachtet werden,
Ich würde sagen, natürlich schon auch die politischen und wirtschaftlichen ähm Verhältnisse dahinter und halt eben auch die Arbeitsverhältnisse ähm in der Bauwirtschaft auch als,
Ja, was systematisches zu betrachten, was eben dann auch in vielen Punkten zu
skandalisieren ist, also ähm genau, zu thematisieren und ähm genau, was sich natürlich dann verändert, äh wie Alexa, gesellschaftlicher Druck.
Wenn halt die ja die Interessenverhältnisse oder die Machtverhältnisse.
Ähm so sind, äh dass man diese äh diese Dinge verändern kann und Forderungen stellen kann und Druck machen kann ähm.
Das halt, ja, bestimmte.
Gesetzliche Vereinbarungen besser eingehalten werden müssen oder dass auch manche Bestimmungen verbessert werden müssen und eben konkret dann natürlich in bestimmten.

[23:03] Das äh Löhne.
Erhöht werden müssen, dass sich an alles mögliche gehalten werden muss und es geht natürlich über.

[23:14] Ja über über gesellschaftlichen und politischen Druck ich mein wenn's um Lohnarbeit geht natürlich immer auch über Organisation die ja Alex auch schon angesprochen hat zum Beispiel
in Gewerkschaften, wo dann Tarifverträge ausgehandelt werden können. Die die Person, die euch die Rat suchen bei euch, die sind ja nicht Mitglied bei der Gewerkschaft
wahrscheinlich. Das ist kann ja nicht Voraussetzung sein. Äh das größte Problem ist, man muss erstmal diese Menschen überhaupt mit der Gewerkschaft bisschen vertraut machen
Die meisten Ratsuchende also die unsere Beratungsstelle aufsuchen sind keine Gewerkschaftsmitglieder die kennen sich zwar auch mit der Gewerkschaft nicht aus und
Wenn man denen aber wohl äh
erklärt, um was sich da handelt, äh sind ganz auch viele will ich generell äh da auch beizutreten und das mit dir auch einen Drecksschutz bekommen. Äh momentan die ähm also hat jetzt ein äh Beitragsmodell, muss ich auch gleich erwähnen, äh das auch sehr.
Auch gut, also wenn wir schon über Bau und Landwirtschaft sprechen, also äh gibt es ein äh Beitragsmodell von der IG BAO, äh das generell jetzt ähm.
Es bietet ja, es ist ja sozusagen dann äh.

[24:24] Man muss ja immer diese Frist abwarten generell, wenn man also wenn man Mitglied wird, aber wenn man bei diesem Beitragsmodell hat man sofort jetzt Rechtsschutz,
und zwar ist es jetzt nur äh es ist ja angedacht für Menschen jetzt, die den Lebensmittelpunkt äh nicht in Deutschland haben.
Und in der Landwirtschaft oder Bauwirtschaft arbeiten und äh vorübergehend sozusagen in Deutschland jetzt äh.

[24:48] Arbeiten. Äh zwar zwar sind das jetzt äh man kann für hundertachtzig Euro für Bau und hundertfünfundvierzig, denke ich mir mal, für Agrar, also Landwirtschaft, äh Mitglied werden und man hat sofort Anspruch auf Rechtsschutz sozusagen.
Was wirklich sehr gut sehr gut ist finde ich zu mir. Und im Vergleich zum regulären Modell, wie ist das? Das reguläre Modell ist bezieht sich auf ein Prozent, ja, des Einkommens, oder? A ein, ein Prozent, also ein einhalb Prozent, denke ich mal. Brutur?
Generell das sind das ist jetzt und man muss sozusagen eine Frist abwarten bis man jetzt Mitglied ich weiß jetzt ich weiß jetzt nicht drei Monate oder wie viel Monate sind.
Damit man jetzt ein.

[25:30] Damit man einen Anspruch auf Rechtsschutz hat, sage ich mal. Mhm. Ja, das macht ja total Sinn in dem Fall. Das heißt, also wann erfahren sie von euch und dass es das gibt und dass es überhaupt äh,
Also ich meine, ich kann mir nicht nicht vorstellen, dass es sozusagen im.
Im Sinne der Unternehmen oder der Subunternehmen wahrscheinlich sogar ist wie sie anheuern, dass sie dann irgendwie da von euch erfahren, oder? Also wann wann habt ihr Zugriff oder Zugang zu diesen Personen
was das Ganze betrifft jetzt generell ähm wie wir den Zugang zu den Menschen schaffen, ist ja folgend. Äh meistens ist Mundpropaganda,
generell vor allem, wie man ja eine Beratung äh geleistet haben und dann äh vor allem auch, dass er erfolgreich war, was zumindest ganz oft auch
was was auch ganz oft passiert, äh dass das einfach ganz schnell auch rumspricht, äh die Menschen bewegen sich also in ihren Community sozusagen, jeder denkt wie.

[26:21] Sagen wir mal, die Kroaten unter sich, die Bosnier
Bulgarien, Rumänien, die sind alle irgendwie unter sich äh vernetzt und äh da erfährt sich sozusagen so etwas schnell. Äh nicht so so kommt auch unsere Beratung sozusagen ähm.
Ihnen die Beratung in Anspruch in der Hinsicht. Ja, mittlerweile ist,
kurz ergänzen darf. Äh ich bin auch Caritas Mitarbeiter, habe ich angesprochen. Also seit zehn Jahren ist auch sehr gut etabliert in dieser Szene und Leute werden auch von anderen Einrichtungen,
hingeschickt sozusagen zur Pferdemobilität und inklusive, also aus einigen Fällen, die ich bisher äh erfahren habe, es ist auch das Zollamt, Kenntfer der Mobilität und verweist Leute.
An die Pferdemobilität, weil zehn Jahre ist schon eine lange Zeit und dann man äh wird dadurch bekannt in Deutschland.
Kann man sagen.
Ja, das größte Problem vom Zollern bisher schließlich das, dass äh die das Vertrauen zu den Menschen nicht gewinnen können und kein Vertrauen knüpfen können, äh was wiederum uns äh Gute zu Gute tut generell, dass wir das auch machen können und äh.
Wie halt nicht, dass wir gleiche Sprache sprechen, sage ich mal, mit den Ratsuchenden, sondern
die Menschen kommen irgendwie auf uns zu, erzählen uns ihre Probleme, was wiederum.
Ich sehe jetzt keinen Menschen, der nach der zum Zoll geht und sich über sowas generell eher weniger beschwert.

[27:48] So haben wir sozusagen viel größeren Zugang und das Vertrauen ist dann da.
Genau und darüber hinaus gibt's ja dann natürlich auch noch, wie Alexis auch schon erwähnt hat, jetzt in seinem Fall natürlich äh das Campaigning, ähm das ist auch zum Beispiel in der Fleischindustrie gibt seitens faire Mobilität
und wo dein Infoaktionen stattfinden, wo auch.
Bewusst zu bestimmten Betrieben hingegangen wird und Informationen verteilt werden ähm oder auf Autobahnrastplätzen, wo viele LKW-Fahrer.

[28:24] Ähm sind äh während der Saisonarbeit auf die ähm genau, auf die Felder und so weiter, also das heißt, wo auch ganz gezielt ähm.
Äh ja Mitarbeiterinnen von fairer Mobilität äh dann gemeinsam mit den ähm Gewerkschaftskollegen.
Die Leute aufsuchen und die Informationen über faire Mobilität verteilen, gegebenenfalls auch,
auf spezifische Problemlagen aufmerksam machen oder eben wie eine erwähnt hat, die Jahresmitgliedschaft der IG BAU insbesondere dann,
auch für die Landwirtschaft, dann gibt's natürlich auch solche Aktionen, wo dann auch ähm viele Leute äh erreicht werden.

[29:09] Für alle, die gerade erst dazugekommen sind, ihr seid bei Politopia, dem gesellschaftspolitischen Magazin, was sich mit gesellschaftspolitischen Themen befasst, nämlich heute mit fairer Mobilität.
Beratungsnetzwerk.
Was von Bund und von DGB getragen wird und eben im speziellen mobile Arbeiter aus Osteuropa in ihre Herkunftsprache arbeitsrechtlich berät.

[29:41] Viel. Seid dabei, schaltet nicht um, hört euch das an, denn es geht uns alle an.

[29:52] Dazu würde, wenn ihr jetzt äh bei dem Thema auch schon sind, äh würde mich auch nochmal konkret interessieren, wenn wir wenn ihr auch direkt äh vor Ort dann seid oder auch in den.
Standorten anfragt, einen Firmen. Habt ihr da auch schon mitbekommen, also wurdet ihr auch schon blockiert oder gab es irgendwie Widerstände, dass ihr das irgendwie versucht wurde,
Kontakt zu verhindern, zu euch. Ja, ähm das äh hat mir haben wir auch ähm wir haben, hatten mal letztens ähm
Fleischindustrie, äh Flyer verteilen wollen und selbst mit der NGG und äh wir hatten da richtig sozusagen.
Ausdrucken Anschluss bekommen, dass wir uns da befinden, wir sollten uns dann dem Grundstück nicht äh.
Nicht sein und in der Hinsicht haben haben wir so was jetzt schon mal schon mal erlebt generell, dass wir abgewimmelt wurden von.

[30:47] Grundstück, äh da kam der Hausmeister und meinte generell, wir sollen das Grundstück verlassen, äh was wir wiederum, selbst die Gewerkschaft hat ja sozusagen einen Zutritt, aber was ich damals nicht wusste, irgendwie habe ich's verstanden habe, war es ja so,
dass man einmal oder zweimal pro Jahr eventuell da kommen kann und so was. Also so eine Infoveranstaltung machen Bedarf.

[31:10] Obwohl uns tatsächlich das Ganze äh verkündet worden ist, dass wir kommen dürfen, ähm wurden wir an dem Tag äh.

[31:21] Ja. Äh es kann natürlich häufiger kommen, dass da handelt sich um Privatgelände, ja, ähm Saarland Unterkünfte, die gehören jemandem.
Und die können nicht einfach so betreffend werden. Ich weiß, dass es gibt gewisse oder unterschiedliche Bestimmungen, je nach Bundesland in Deutschland. Ich erinnere mich von.
Ähm zweitausendsiebzehn, als ich Praktikant war und viel Aussuchende Arbeit gemacht habe, das vielleicht in Deutschland, in Brandenburg, da gibt's äh.

[31:48] Zutritt für für Gewerkschaftsmitglieder oder für Gewerkschaftsmitarbeiter.
Auf Baustellen oder was informative Arbeit angeht, aber in Hessen, ich glaube, das ist die bestimmte Einschränkungen. Die Gesetzesleitung ist ganz wichtig,
genau. Äh da war der äh meistens für diese gesellschaftliche Besuche und uns von da waren wir immer mit äh jemandem von oder von der ähm Agrarseite.
Und ähm die die Gewerkschaftssekretärin und die haben die Kontakt äh so die die Kontakte gepflegt, die ähm Verbindungen hergestellt.
Und haben meistens nach ähm äh in den meisten Fälle nach äh Genehmigung gefragt, wenn wir uns hier eine Baustelle zum Beispiel aufgesucht haben.

[32:40] Es war dann auch allerdings bei äh was soll man sagen äh hartnäckigeren äh Ansprechpartner ähm es gab.
So Vorkommnisse, wo wir auch abgerieben worden sind, ja. Das waren ja Landwirtschaft.
Bei einer Sammelunterkunft, wo alles sehr windig aussah, was angeht. Es ist äh ist es im Privatgelände, weil man Unterkünfte.

[33:04] Also da muss man wahrscheinlich mit der Polizei, in den meisten Fällen hingehen, wenn man einen Riesenverdacht oder ein gerechtfertigen Verdacht gibt.
Also was sind das für Personen, mit denen ihr äh Beratungen führt? Ihr hattet ja vorhin gesagt, das dauert teilweise drei Monate, bis ihr dann Mitglied ähm Mitglied sein können oder das teilweise auch.

[33:25] Also ich frage mich dann auch, sind das nicht teilweise Personen, die ähm.

[33:31] Drei, vier Monate an einem Standort sind und dann schon wieder weg und es ist schwer ist, sie überhaupt zu erwischen. Äh die suchen uns ja die Beratungsstellen auf, äh in denen sie Hinsicht damit die haben ein konkretes Problem,
ich sag mal so, die haben teilweise oder keinen Lohn bekommen, sage ich mal und Kündigung wurde da da ausgesprochen,
Von der Unterkunft rausgeschmissen, also wollen jetzt Coronazeit jetzt äh generell äh Kurzarbeit ist noch angesagt. Ich habe noch ganz viele generell Beispiele, wenn ihr auch hören wollt
also Urlaub wurde nicht gezahlt, was was nur konkret, also für Fälle, die Menschen, die uns jetzt generell überhaupt auf versuchen und welche Arbeit wir da machen,
also in der Probezeit generell um keine Entgeltvorzahlung, Krankheitsfall und dann kam äh generell der Arbeitnehmer jetzt
hat deine Arbeitsunfähigkeit Bescheidung seinem Arbeitgeber übergeben, er war persönlich dort.
Und äh am selben Tag sozusagen äh paar Stunden später hat der Arbeitgeber ihm jetzt eine Kündigung gebracht. Äh es ist ja wiederum wiederum so ein kleiner Austausch gewesen,
und wir sind sozusagen tagtäglich solche Sachen begleiten jetzt und unseren Arbeitsalltag.

[34:39] Wie wie auch gesagt, äh das sind jetzt die Menschen, die uns aussuchen, äh das größte Problem ist ja das, dass diese Menschen äh fehlende Kenntnisse der deutschen Sprache haben,
dazu kommt ja schließlich auch äh mangelnde Kenntnisse der Rechte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dass Arbeit äh das arbeitsrechtlich ja schließlich auch für die äh einheimischen jetzt hier äh komplex, also man muss immer so sagen,
wie auch angedeutet, es sind keine Gewerkschaftsmitglieder und äh wie die arbeiten auch äh sage ich mal konkret jetzt Bau äh oder Landwirtschaft, das ist auch eine schwerst körperliche Arbeit, muss ich sagen und äh.

[35:16] Ja, ich kann das genau, also vielleicht ähm
sollte man auch noch betonen, dass jetzt faire Mobilität, äh unsere Beratungsstellen oder wir als Beraterinnen
eigentlich in dem Bereich wirken, wo es auch noch um eine außergerichtliche Klärung gehen kann, ja? Also in so einem Beispiel äh das genannt hat, dass ähm
Ratsuchende Person äh den Lohn nicht ausgezahlt bekommen hat
können wir natürlich die Leute erstmal beraten, was sind die ersten Schritte, den Lohn schriftlich geltend zu machen? Wie überprüft man, was die genauen Ansprüche sind und so weiter. Ähm in der Hoffnung, dass äh
genau, dass das schon dazu führt, dass dann die Arbeitgeber in den Lohn eben auch bezahlen. Ähm
wenn sie das nicht tun, ist halt in Deutschland im Prinzip die einzige Möglichkeit, äh eine Klage einzureichen. Äh das können wir natürlich nicht machen, weil wir keine Anwältinnen sind
aber wir können den Leuten ja erklären wie das alles von statten geht.
Ähm äh genau, wenn sie Gewerkschaftsmitglieder sind, ähm.
Dann äh hört eigentlich unsere Beratung auf, weil sie dann ja schon an der kompetenten Stelle sind, die die ganze Expertise hat in dem Bereich und die dann eben auch den ähm den entsprechenden Rechtsschutz.

[36:45] Kann ähm.
Genau, aber natürlich entscheiden sich auch manche Leute nicht der Gewerkschaft beizutreten aus unterschiedlichen Gründen äh und dann beraten wir sie natürlich trotzdem, soweit wie wir,
das eben können und dürfen. Ähm und was die Aufenthaltsdauer der Leute angeht
ist es sehr unterschiedlich. Das kommt natürlich darauf an, was sind die Lebensprojekte der Personen, aber was sind auch die ähm die Arbeitsverhältnisse, also wenn jetzt eine Person als
in Sand beschäftigte Personen, das heißt mit einem Arbeitsvertrag aus Polen, aus Rumänien, ähm.

[37:24] Quasi in Deutschland eingesetzt wird, zur Arbeit auf einer Baustelle oder sowas, dann kann es sein, dass das äh für eine kurze Zeit ist, Saisonarbeiterinnen sind, ja, per Definition eigentlich äh,
nur siebzig Tage beziehungsweise hundertfünfzehn Tage
da ähm in der häuslichen Pflege, was natürlich auch noch ein wichtiger und schwieriger Bereich ist, ist es häufig so, dass Leute für drei Monate kommen und dann wieder ähm äh für eine Zeit lang woanders hingehen, äh
Genau, in diesen Fällen ist es natürlich äh schwieriger manchmal, also es gibt auch Leute,
jetzt in meinem Fall aus Rumänien die anrufen und ähm die hier Probleme auf der Arbeit hatten, dann zurückgegangen sind nach Rumänien. Und jetzt ähm,
zurecht noch ihren Lohn fordern wollen, aber das ist dann natürlich schwieriger, aber es gibt auch Personen, die ja durchaus vorhaben und also in meinem Fall würde ich jetzt sagen, das ist die Mehrheit der Leute, auch äh
in Deutschland ihren äh Lebensschwerpunkt zu haben, ja? Also wenn idealerweise, wenn da ein vernünftiges Arbeitsverhältnis äh gefunden wird, ähm
dann sind die Leute auch motiviert, dieses äh ja längerfristig auszuführen und äh genau häufig sind es ja Leute mit Familie eben äh
einfach auch gute Lebensbedingungen zu haben.

[38:46] Und dann sind es natürlich auch ähm ja, Leute, die äh manchmal immer wieder kommen oder wo man über also erstens an manchen Fällen einfach über mehrere Wochen oder Monate auch arbeiten muss oder aber auch Leute, die.
Vor zwei Jahren schon mal in der Beratung waren und jetzt mit einem anderen Arbeitgeber oder mit dem gleichen wieder ein Problem haben und äh sich erneut melden. Also das sind schon auch viele Leute, ja, die äh tatsächlich auch.
Vorhaben für mehrere Jahre oder.
Genau, man weiß es ja nicht so genau oder auch für immer, einfach ihren äh ihren Lebensmittelpunkt in Frankfurt oder Umgebung zu haben,
was die Identität der Leute angebe ähm.

[39:31] Ja und Lebensprojekte so wie ich bisher in Kontakt getreten bin mit den Leuten, was ich äh rausbekommen konnte.
Ich komme ja auch raus, ich bin nicht ursprünglich aus aus Rumänien, vielleicht das ist auch vorurteilhaft, nicht besser mit denen.
Einzufeden Empathie zu entwickeln.

[39:52] Ja die meisten kommen aus dem Dorf häufig aus Benachteil wirtschaftlich benachteiligten Regionen in Rumänien. Das trifft auf Kroatien, Bulgarien, Serbien auch wahrscheinlich,
und ja meistens sehr sehr freudig aus dem Osten und Süden Rumäniens.
Ähm wie gesagt, Leute aus dem äh aus der einer dörflichen Umgebung und was Lebensprojekte angeht.
Und was viele.
Halt in Rumänien machen, warum die im Ausland arbeiten und warum sie seit fünfzehn Jahren nach Italien, Spanien zuerst und jetzt nach Deutschland kommen.
Ist das äh die wollen einfach bessere Lebensbedingungen für sie schaffen, logisch natürlich. Ähm expliziter, die wollen die wollen ihre Häuser erbauen. Das sind schon große Projekte, dafür braucht man mehrere tausende Euro.
Viele von denen haben in kleinen ja, wie viele in in kleinen äh.
Dorfhüttchen, wenn man so sagen kann, das ist in Rumänien ist grassierende Armut in manchen Ecken.

[40:59] Und die wollen ansprechen, die sehen die großen Häuser hier in Deutschland. Hm also man hat schon viel Lebensplatz, das zum Leben in in ihrem Haus meistens in Deutschland. Die sehen das, die wollen das auch haben.
Das wäre das nicht nur für sich selbst, sondern für die Kinder auch. Also Kinder ein Bauarbeiter vielleicht, womit wir am meisten Kontakt haben auf eine eine führende Figur der Bauernarbeiter ist schon ein Assad äh das zweite Haus fertig,
für die Tochter. Und das ist in der im Vorderort einer Großstadt in Rumänien. Und das war nicht billig.
Und bei den meisten geht's darum, also Hausarbeiten, Haus ausbauen. Hm, dafür braucht man fünfzehntausend, hunderttausend Euro, je nachdem.

[41:43] Das wären angeht und wenn dieses Ziel erfüllt worden ist oder erreicht worden ist, dann die meisten kehren auch zurück nach Rumänien. Äh ja und wie die leben,
die leisten entweder normale Bautätigkeit wie hier in Deutschland, aber auf wenigeren Geld, obwohl Rumänien in den letzten Jahren hat auch,
Fortschritte gemacht wirtschaftlich. Also vielleicht Kosten oder Löhne ist ein anderer Punkt, wir kommen auch ja dazu,
Aber die, ja und die, die treiben betreiben auch viele Subsistenzwirtschaft, ne, die haben ihre Hühner, ihre Tiere, Zuchttiere zu Hause, ihre kleinen äh ihren kleinen Garten,
und das neu gebaute, großes das neue gebaute, große Haus. Wir sind glücklich damit. Das ist ihr Ziel bei bei vielen.

[42:34] Ich hab noch 'ne Frage weil das ja auch vorhin ich glaub du Alex hast das angesprochen von der von dem Wunsch das sozusagen auch Bürgerinnen sich irgendwie mehr engagieren und mehr so Druck
ausüben, aber dennoch frage ich mich und so als Anfängerin, ich kenne mich einfach nicht so gut aus in dem Thema, aber wie funktioniert das denn überhaupt? Also wie ist denn dieses
von einer Baufirma, die wie wie kann die ähm.
Unter solchen Umständen oder Bedingungen überhaupt Menschen engagieren oder Personen äh,
Also wie umgehen die, was sind da für Lücken vorhanden oder wie genau? Also ich weiß, so ein Bild ist den über Subunternehmen, wird das so outgesourct und so weiter, aber könnt ihr das trotzdem noch einmal so ein bisschen so erklären, wie genau das äh was da für Schlupflöcher genutzt werden und ähm.
Ja und warum das so wenig, ne, es wird ja auch immer mehr publiker, aber so, es es ist ja immer noch ziemliches Gemause mit der Politik selber dann wiederum auch, also irgendwie
Gesellschaft angesprochen habe, hatte ich im Kopf
das äh die Ereignisse Pönisse, früher in zweitausendzwanzig und da da durch die Corona-bedingte Umstände, wo viele Leute.
Ähm infiziert worden sind und das hat viel Aufmerksamkeit erregt in der Öffentlichkeit und erst danach Politik gehandelt und.

[43:53] Erstmal sagen, Verbesserung in Wege geleitet. Es bleiben noch offen, weil sie noch diskutiert, aber es wurde zum Thema, aber erst nach dem Vorfall, das das habe ich in.

[44:04] Vielleicht über die die Struktur an sich, über das Gefühl und wie das alles funktioniert, können also oder Anna besser als ich, weil die sind die Berater beziehungsweise Beraterin.

[44:15] Der Beraterberaterin.

[44:18] Ja, ich will mal vor mir sagen, ja, ihr könnt es mal so vorstellen, bei der Realisierung, sage ich mal, jetzt einen GoPro, äh wenn halt arbeiten, wie gesagt, auch im großen Umfang, ähm einem Unternehmen delegiert hat.

[44:32] Der Bauherr beauftragt also häufig sag ich mal jetzt einen Generalunternehmer, gibt's auch den Generalbauunternehmen, aber ich wir sprechen jetzt ja von Generalunternehmer. Dieser wiederum beauftragt ein noch ein Nachunternehmer
welcher möglicherweise noch einem nach und nach Unternehmer mit sich zieht.
So entsteht sozusagen eine Unternehmerkette die auch nicht so durchsichtig ist für die.
Dadurch entsteht jetzt entsteht ja folgendes.
Die Bauarbeiter es gibt auch Bauarbeiter generell die nicht wissen generell wer ihr Arbeitgeber überhaupt ist.

[45:13] Das ist ja so, das ist ja so, da die Menschen haben dann keinen Arbeitsvertrag, die haben keine Entgeltabrechnungen und am Ende erfahren die auch äh durch Krankenkassen und alle möglichen Briefe, erfahren die, äh dass die nicht angemeldet worden sind.

[45:28] Einen Fall, der wirklich uns bisschen auch mit sich genommen hat, dass der der Arbeitgeber von denen, als ob es nicht genug, sage ich mal, wäre, äh was er denen angetan hat, äh selbst die.
Beiträge äh in bar ausbezahlen lassen sollte. Und dann hat der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber jeden Monat.

[45:50] Zwei, vierhundert Euro für die, also Bar ausgegeben.
Damit er das einzahlt, aber was wiederum nichts, was nichts passiert ist, obwohl das ganze Arbeitgeber bezahlen muss. Äh wir haben ja schließlich durch den Arbeitnehmer ein Sendegesetz jetzt,
ähm.
Also ein Unternehmer, der einen anderen Unternehmer mit äh Erbringung, weg oder Dienstleistungen jetzt äh beauftragt. Der hat ja Verpflichtung äh für die Nettolöhne zu haften. Was wir uns wiederum ganz oft berufen und äh auch äh Erfolg haben,
Dadurch. Äh es wäre generell äh.

[46:23] Man sagt so, es wäre auch generell das Ziel ähm und nicht äh nicht nur das Ziel, sondern ich sage mal äh logisch betrachtet, hätte der Generalunternehmer ähm.
Hätte was davon generell, dass dein Subunternehmer äh auch die Löhne bezahlt.
Aber es gibt ja schließlich auch Unternehmer, die den jetzt einbehalten und dadurch äh dadurch den ist es ja bewusst, dass die äh ihren dass die die Arbeitnehmer nicht bezahlen können.
Aber die machen's trotzdem und äh so werden halt sozusagen ganz oft äh teilweise sogar.
Für paar Monate die Löhne einbehalten, die einfach die Bauarbeiter nicht bekommen und dann durch richtige Schwierigkeiten geraten. Das größte Problem ist ja schließlich noch, wenn wir dazu noch nehmen, äh wenn es sich um eine doppelte Abhängigkeit handelt,
wenn sage ich mal der Arbeitnehmer also der Arbeitgeber auch gleichzeitig der Wohnungsgeber ist.
Da da stellt sich immer schwierig die große Frage, äh wer wehrt sich überhaupt gegen so einen Arbeitgeber, wenn es als Konsequenz jetzt hat generell, dass er,
von heute auf morgen jetzt auf die Straße landet.
Und diese wirtschaftliche Not und alles mögliche äh lassen viele Menschen an sich und äh arbeiten einfach so weiter,
Unter diesen Bedingungen, die sie auch äh haben, äh schließlich ähm.

[47:44] Erdachtens nach, es werden wirklich auch ganz nicht viele Kontrollen durchgeführt. Äh man sollte sozusagen ein liegen, dass äh bisschen mehr kontrolliert wird.
Und äh überhaupt äh,
das ist ja das das größte Problem. Und äh wenn man das ganze Konstrukt jetzt überhaupt beachtet.
Man sollte generell äh verantwortlich dafür, sind ja schließlich äh diverse Akteure. Ich sage mal so, man sollte bei den Bauherren anfangen und dann der Auftragskette entlang.
Äh mit sich ziehen und damit man auch genau den richtigen auch identifizieren kann, ne.
Aber wer haftet letztlich? Also letztlich.

[48:29] Unternehmer haftet, äh wenn das Subunternehmer seinen Arbeitnehmer jetzt.
Man kann das man kann sich an Generalunternehmer auch wenden und äh den Lohn fordern. Also der haftet für die Nettolöhne wie ein Bürger, der auf die Vorausklage verzichtet hat
Das ist ja, das ist ja schließlich auch häufig sozusagen äh der Fall äh und äh,
Wir haben wie vorhin auch gesagt, letztes Jahr auch ein bisschen komisch auch von dem Konstrukt her, dass dass ein Arbeitnehmer nicht weiß, wer sein Arbeitgeber ist,
Aber tatsächlich äh durch diese unüberschaubare äh
passiert ja das, dass die Menschen wirklich nicht wissen, wer sein Arbeitgeber ist und an wen soll er dann, sage ich mal, äh das Ganze geltend machen. Die gerichtlichen, gerichtlichen überhaupt gelten
oder die Ansprüche, die er hat, äh,
Das kann er gar nicht also sozusagen machen. Aber schließlich äh unsere Gefühle, da ist ja unser Gefühl sagt ja folgendes, am meistens ähm
also von der Beratungsstelle heraus, äh dass diese Ketten also sozusagen ähm künstlich geschaffen werden
meistens jetzt Schwarzgeld zu generieren.

[49:40] Damit man sozusagen jetzt wiederum unter sich jetzt Scheinrechnungen auszustellen und dass man jetzt damit auch die äh Bauarbeiter schwarz bezahlt.
Was ich auch von von meiner Tätigkeit habe, vor Ort äh rausbekommen konnte. Ähm es handelt sich ähm um ehemalige Bauarbeiter oder
Leute, die länger wieder Branche aktiv sind, die selber als Bauarbeiter
Deutschland eingeladen äh eingewandert sind, vor zwanzig, dreißig Jahren, als die haben sich etabliert in Deutschland. Die haben ihre eigenen Firma gegründet.
Nicht alle, aber einige von denen verlegen sich auf solche Aktivitäten
um Profit zu generieren natürlich, wie ihre Lebenswelt äh konstruiert ist, was was ihre Motivation sind, das wäre vielleicht ein sehr interessantes Thema, worüber man.
Man sich unterhalten könnte, warum machen die Arbeitgeber überhaupt sowas? Es kann sein, dass zwischen den Arbeitgebern selbst ein sehr zehn den Wettbewerb steht. Wir haben dir einen großen Bauboom vor uns, ja?
Und hinter uns. Und da, das ist der, der große Hintergrund, ja?
Und es herrscht ein sehr zähen Wettbewerb. Wahrscheinlich unter sich selbst und die müssen auch so etwas dekorieren.
Und vielleicht manche von denen wollen das nicht mal, aber die sind gezwungen wirtschaftlich, weil es herrscht ein ein wilde Verhältnisse.

[51:03] Auf dem Markt oder ist ich hab vor zum Beispiel von Bauarbeit gehört dass.

[51:09] Von kleineren Verbundunternehmer die.
Auch familiäre Probleme haben und die versuchen, sich teure Autos zu kaufen. Also klassische marxistische Theorie, dass die Arbeitgeber ausbeutet für seine best für seine für sein Wohlbefinde auch beutet die Leuten aus.
Wie vor hundertfünfzig Jahren ähm ja die wollen sich äh teure Autos kaufen und ein großes Haus und die haben auch viele Kinder, die wollen das Beste für ihre Kinder,
und das habe ich von Bauarbeiten hinbekommen. Ähm ich ich glaube, dass Wettbewerb und Gier kommen hier zusammen.

[51:49] Ja, das war's für heute für den heutigen Teil. Verpasst es nicht. Nächste Woche Mittwoch, sechzehn Uhr wieder bei uns einzuschalten. Und den zweiten Teil über faire Mobilität zu hören und noch mehr über den
Arbeitsalltag, von fairer Mobilität zu erfahren. Wenn das euer Interesse geweckt habt.

[52:09] Wenn ihr noch mehr über faire Mobilität erfahren wollt, könnt ihr das auf unserer Homepage erfahren. Auf dem ABS noch auf unserer alten Homepage ABS Magazin Punkt DE. Dort ist diese Sendung archiviert.
Und wir haben dort allerhand Infomaterial für euch bereitgestellt. Danke, dass ihr dabei wart und bis zum nächsten Mal.