Die Hufeisentheorie
Die Wikipedia zur Hufeisentheorie: de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum
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Transkription
Hier ist das Politopia Magazin, euer gesellschaftspolitisches Magazin bei Radio X, dem Frankfurter Bürgerradio. Schön, dass ihr dabei seid, schön, dass ihr zuhört. Ich sitze hier mit dem Adrian, hallo.
Schönen guten Tag da draußen, hallo Michael. Wir unterhalten uns heute über einen, ja was ist das, ein Begriff, ein Bekampfbegriff? Boah, das ist eine Theorie, ich glaube so ein Versuch, eine Darstellung. Okay, fangen wir vorne an, weil wir können jetzt irgendwas erzählen, weiß ja keiner, was Sache ist.
Also, wir wollen uns heute über die Hufeisentheorie unterhalten. Wir wollen uns angucken, was ist das, wie funktioniert das, ist das so dufte, wie es sich anhört oder taucht es nix, welchen Zweck hat das und wie kann man es vielleicht verbessern. Genau, ja.
Und wie sieht es überhaupt alles aus, ne? Also, was beinhaltet das, was sind die Vorteile, was sind eher die Nachteile, macht das überhaupt Sinn? Okay, also die Hufeisentheorie soll dazu sein, dass man ein bisschen so, ich sag mal, Effekte oder Situationen im Umfeld von politischen Strömungen erklärt, oder? Genau, ja, das an einem Hufeisen sozusagen darzustellen, wie politische Ziele von gewissen Gruppen in der Politik halt einfach besser darzustellen oder einfach darzustellen. Wenn man jetzt so im Allgemeinen ein bisschen recherchiert, was sagt denn, ich sag mal, was sagt denn das Internet oder was sagt denn der allgemeine Kenntnisstand, wodurch kennzeichnet sich diese Hufeisentheorie, wo kommt die her, wer hat die gemacht und was ist das? Also die Hufeisentheorie hat Jean-Pierre Fayet in den 90ern entwickelt, mit der Absicht, das zu veranschaulichen von extremen Strömen politischer Parteien, genau das einzuschränken oder das zu veranschaulichen. Wir stellen uns jetzt einfach mal ein Hufeisen vor, die gehen erstmal beide auseinander, die Lager, und oben bei dem Ende, bei dem Peak, bei der Spitze von dem Hufeisen, kommen die sich wieder näher.
Und sein Grundgedanke war halt die linke und rechte politische Spektrum, dass die sich erstmal sehr weit differenzieren und dann bei manchen Dingen sich dann doch wieder annähern. Wir hatten ja schon vor längerem vor, diese Sendung hier drüber zu machen und dann hat sich ja das auch ergeben, wie es ergeben hat in Sachsen-Anhalt und ich glaube daran kann man das auch schon ganz gut darstellen, was überhaupt damit gemeint ist. Also wir haben eventuell ein ganz praktisches Beispiel vor Augen, das durch die Hufeisentheorie erklärt werden könnte.
Genau, oder ein bisschen besser veranschaulicht halt. Wir gehen jetzt mal davon aus, dass die SPD die Mitte von dem Hufeisen wäre, unten auf dem Linian und die Rechte sind dann die AfD oder die Alternative für Deutschland und die linke Seite davon ist dann halt das Bündnis Sarah Wagenknecht, also das BSW. Und die haben ja auch verschiedene Punkte, wo sie sich einig sind, aber auch noch der bedeutend größere Teil davon ist auf jeden Fall, wo sie sich halt nicht einig sind.
Also wenn wir jetzt erstmal vielleicht nochmal einen Schritt zurück uns angucken, okay wir haben hier politische Strömungen, also Vorstellungen, wie man jetzt unsere Gesellschaft gestalten soll, kann, muss und welche Lösungen vielleicht auch zu Zielen führen, also in allen möglichen Bereichen, wie wir das Geld verteilen, wie wir die Ressourcen verteilen, wer was entscheiden darf und so. Da kann man ja eine ganz konservative Haltung haben, also Konservatismus in dem Sinne, dass er Sachen bewahrt, also wir machen das so, wie wir es immer gemacht haben, das hat gut funktioniert, machen wir weiter so. Und man kann da eine progressive Haltung haben, dass man sagt, okay wir sind voranschreitend, wir machen neue Sachen, wir wollen uns verbessern, wir wollen das alles besser machen als in den damals schlechten Zeiten, heute haben wir mehr Möglichkeiten, heute müssen wir die Sachen besser machen und deswegen ist das dann eher so eine Strömung, die sagt ja wir müssen neue Dinge machen und der alte Kram wird eher mal entsorgt.
Das sind ja so ein bisschen so zwei Lager, die kann man grob mit rechts und links beschreiben, also die Rechten, die eher sagen, wir sind hier konservativ und die Linken, die sagen, wir sind hier progressiv voranschreitend, wir machen alles neu. Genau, ja, obwohl ja auch, das ist ja auch im rechten Spektrum, die ja auch in mancher Hinsicht jetzt auch offen für Neues wären, aber ich verstehe schon, was du meinst auf jeden Fall, genau. Und die Idee ist jetzt also zu sagen, okay wir haben hier jetzt so ein lineares Spektrum, also wie auf so einer Linie, da gibt es die Mitte, da ist alles irgendwie gemischt, machen wir ein bisschen wie immer, machen wir auch ein bisschen neu, also versuchen da eine Balance zu finden und da gibt es da zwei Richtungen in die man sich bewegen kann, also alles noch mehr wie damals zu machen oder alles noch mehr neu zu machen.
Und wenn man da noch weiter geht, kommt man dann in die extremen Positionen. Genau, und darum geht ja die Hufeisen-Theorie, das ist ja der Schwerpunkt da drauf, dass sich ja an dem Peak oben dann die Extremen da sich annähern wieder. Also sie tun sich erstmal mit ihren politischen Vorstellungen halt sehr weit entfernen und wo dann die Rundung wieder oben bei dem Hufeisen, also wo es dann wieder zum Peak geht, da tun die sich dann wieder annähern.
Es sind aber jetzt aktuell, wenn wir jetzt mal das Beispiel nehmen von Sachsen-Anhalt, sind das ja jetzt nicht viele Punkte, wo sich jetzt die BSW und jetzt die AfD einig wären oder wo die sich annähern würden. Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Nähern die sich an mit ihren Zielen und Werten, also das was sie eigentlich wollen oder nähern die sich an in ihren Methoden oder nähern die sich an, weil es einfach nur eine, ich sag mal Stimmendynamik im Parlament gibt und jetzt nur auf eine bestimmte Art und Weise da Mehrheiten zu beschaffen sind und sonst würde man nicht miteinander reden, wenn es diese Situation gar nicht gäbe.
Das würde ich den beiden auf jeden Fall direkt unterstellen. Also von meiner persönlichen Meinung her, dass es da nur darum geht, dass sie halt politischen Einfluss bekommen und die definitiv andere Vorstellungen jeweils von gelebter Politik haben. Also es geht da rein, nur um die, meiner Meinung nach, um die Macht halt, dass sie halt mehr politischen Einfluss bekommen.
Ob das jetzt eine AfD ist oder eine BSW, klar das BSW ist ein bisschen abhängiger, sag ich jetzt mal von der AfD, aber ich denke beide haben, also das ist denen ja top, von der Hufeisentheorie würde ich mal behaupten. Also wenn wir uns das so recht überlegen, hier in Deutschland oder genauer gesagt in der Bundesrepublik, war das ja so, dass wir da über lange Zeiträume ja so zwei Parteien hatten, die die politische Landschaft dominiert haben. Es gab noch ein paar kleinere, also das war neben der CDU, SPD war das ja auch die FDP, ich sag mal auf Bundesebene.
Da war eigentlich so eine Erklärung oder so eine Notwendigkeit, dass jetzt die beiden großen Parteien zusammenarbeiten, eigentlich nur selten gegeben. Also so eine große Koalition gab es ja in der Anfangszeit ja nicht und das war ja auch lange überhaupt nicht notwendig oder war gar kein Thema. Das heißt, da hätte auch so eine Hufeisentheorie auch gar nicht gegriffen, die hätte nicht funktioniert, die hätte nichts erklärt.
Korrekt. Es gibt ja viele politische Formen auf der Welt, wo das halt nicht anwendbar ist. Ob das jetzt Amerika ist mit den zwei Parteien oder ob das jetzt irgendwelche diktatorischen Staatsformen, da tut das natürlich auch nicht greifen, wenn es ein Ein-Parteien-System gibt.
Also von daher kann man das glaube ich nur auf demokratisch gewählte Parteien wie jetzt in Europa sag ich mal und halt auch in vielen anderen Ländern beziehen. Aber bei so Ein-Parteien- oder Ein-Personen-Staatsformen, da macht es logischerweise gar keinen Sinn. Und außerdem, jetzt haben wir ja hier mit unserem Demokratieverständnis natürlich auch ein parlamentarisches System, also dass es da Parlamente gibt, die ja auch so Regelungen haben, dass das nicht so sehr zersplittert, also diese Fünf-Prozent-Hürde.
Ob die jetzt gut ist oder nicht, das ist eine ganz andere Frage, aber das ist ja ein Versuch, um zu verhindern, dass es da ganz viele kleine gibt, die da dafür sorgen, dass nie nichts geht. Das war ja die Idee, warum man das eingeführt hat. Aber die Frage ist natürlich, es ist ja nicht zwangsweise so, dass wenn es mehr Parteien gibt, dass es dann immer zu einer Situation kommt.
Oder anders formuliert, dass es in unserem parlamentarischen System dann immer zu Situationen kommen wird, wo dann nur solche, ich sag mal, stimmtechnischen Überlegungen dazu führen, wer jetzt mit wem zusammen geht, also koaliert und wer mit wem nicht. Das heißt, selbst dann, wenn wir sagen, unser parlamentarisches System funktioniert eigentlich ganz gut, das hat in der Vergangenheit ja schon halbwegs gut funktioniert, dann ist es jetzt auch mal eine einzelne Situation, die aber nicht so sehr an dem System an sich liegt, sondern einfach auch an dem Wählerverhalten. Dass die Leute sagen, wir wollen eine bestimmte Partei wählen und eine andere bestimmte Partei nicht.
Und das dann eben zu einer Stimmenaufteilung oder zu einer abgegebenen Stimmenaufteilung führt, die eben so ist, wie sie ist. Ja. Und das ist ja auch spannend zu sehen, dass bei den beiden Extrem ja ziemlich viele Leute von dem einen Lager jetzt zu dem anderen Lager gegangen sind.
Ah, ist das so? Ja. Also ich habe jetzt keine Zahlen, aber es gibt da schon einige Stimmen, die man nachweislich halt gucken kann, dass die halt sozusagen, weiß ich jetzt nicht, ob das passende Wort übergelaufen ist, die auf jeden Fall ihre politische Agenda oder ihr Ziel geendet haben in halt ein anderes Lager. Finde ich krass, wusste ich auch nicht, aber ich habe das letzte Mal einen Bericht gesehen und es kommt halt immer darauf an, weil Extremismus ist ja meistens nicht gut oder in den wenigsten Fällen.
Das ist ja auch so eine Kritik daran, dass es ja schon recht einfach gedacht ist auf jeden Fall mit der Hufeisen-Theorie, weil es gibt ja schon größere Unterschiede, wie das jetzt mehr Einigkeit da ist. Ja, das ist bestimmt ein Kampfbegriff, der sehr plakativ ist und wie wir wissen ist so eine politische Entscheidung, selbst mit einem super ausdifferenzierten Parteiensystem mit hunderten Parteien, da wäre ja auch genau dasselbe Problem, dass du dann zwar vielleicht deine persönliche Meinung vielleicht besser abgebildet findest, aber trotzdem würde es nie eine Partei geben, die in allem, was du als einzelner Bürger, als einzelner Stimmberechtigter dir vorstellst, dass eine Partei das hundert Prozent abbildet und für dich hundert Prozent repräsentiert. Das heißt, du musst auch immer einen Kompromiss eingehen, dass du sagst, hier ich habe eine Idee, ich möchte gerne, dass diese Schwerpunkte sind, was weiß ich, Bildung, Finanzen, Außenpolitik, egal was, dass es Parteien gibt, die deine Position relativ gut abbilden und andere Parteien weniger abbilden, aber selbst die das gut abbilden, naja dann auch in anderen Punkten Sachen machen, wo du sagst, nee das geht gar nicht.
Aber du machst dann Kompromisse und gibst denen dann die Stimme. Genau, das ist ja auch der Grundpfeiler von den Extremen, das hast du ja eben schon angesprochen, gibt ja einmal die Mitte, die halt von allem ein bisschen was macht, die will ein bisschen Veränderung, will aber auch vieles so lassen, wie es ist und die Extremen, die wollen ja Veränderung, die sind ja auch oft nicht mit den demokratischen Grundwerten so konform, sag ich jetzt mal, wie die Mitte. Die Mitte ist ja der Grundpfeiler davon und die Extremen, die tun sich ja schon durch Veränderung, ob das jetzt in neue Dinge ist oder wir wollen die alte Zeit zurück, ist es ja schon in gewisser Weise auch entfernt von den demokratischen Grundwerten halt.
Okay, also wir stellen mal fest, die Kuhfleischentheorie ist möglicherweise nur ein Kampfbegriff, also dient dazu als schnelles Argument, die bildet nicht alles ab, die wirkt nicht immer, also hilft nicht immer das zu beschreiben, was gerade stattfindet, die könnte man manipulativ einsetzen. Ja, das ist, also gerade in dem Spektrum jetzt mit Rechts und Links und so, wird es oft dafür relativiert von rechter Gewalt, also das ist ja, das kann man ja auch öfters mal sehen, wenn dann irgendwie, wo jetzt das Kraftwerk da angezündet wurde oder so, dass dann wieder Linksextremisten für den Stromausfall gesorgt haben und so weiter und das relativiert es dann wieder, dass irgendein rechter Mordanschlag ist, das dann auch wieder Rechtsextremisten waren und das ist halt ein großer Punkt, wo halt einen sehr, sehr großen Handlungsspielraum offen lässt, dass halt Aktionen relativiert werden, also es gibt viel, viel mehr rechte Gewalt und auch rechte Morde, wie das jetzt von Links ausgeht, also außer jetzt die R11, die Rote Armee Front in den 70er, 80er oder 90ern, wo Menschen umgebracht hat, sind jetzt eine aktuelle, in der Zeit heutzutage fällt mir jetzt ad hoc nichts ein, wo jetzt ein Linksextremist jemanden umgebracht hat. Das heißt, wenn wir uns das jetzt aus diesem Blickwinkel angucken, wenn wir das jetzt mal verallgemeinern, kann man sich vielleicht vorstellen, an den extremen Enden, so eine Linie, die sich eben an den Enden wieder annähert, also so einen Bogen bildet, wäre möglicherweise ein Aspekt, die Bereitschaft, Gewalt einzusetzen, Zwang einzusetzen, also andere Leute dazu zu zwingen, irgendwas zu tun oder nicht zu tun, sei es durch Schrecken oder durch Terror oder andere Maßnahmen, aber auf jeden Fall das gewalttätig zu tun, also gegen den Willen von anderen Leuten.
Das heißt, eine gemeinsame Basis der Diskussion und eines verbalen Austausches, sei es, dass man sich gegenüber sitzt und sich unterhält, sei es, dass man Zeitungsartikel schreibt, sei es, dass man Radiosendungen oder Fernsehsendungen macht, das zu verlassen und zu sagen, wir nehmen jetzt hier mal die Sache selbst in die Hand. Wir machen das jetzt einfach mal und genau das ist ja auch so ein Punkt bei der Hufeisentheorie, dass sich ja, auch wenn die beide wegen verschiedenen Weltanschauungen oder Vorhaben, Wünschen von ihrem jeweiligen Lager entfernt sind, sind sie halt trotzdem extremistisch und wollen Veränderung jetzt durch Zwang, Gewalt oder Zerstörung halt erzwingen. Das heißt, wir können vielleicht zusammenfassen, dass wir sagen, okay, wenn da jetzt verschiedene Lager sind auf diesem Linearmodell und das muss ja gar nicht linear sein, das kann ja auch eine Fläche oder ein Raum sein, aber egal, auf diesem linearen Modell gibt es jetzt also Extrempositionen und die nähern sich wieder an, aber sie nähern sich nicht in ihren Werten und Zielen an, in ihren Visionen, in ihren Zielvorstellungen, da kommen sie nicht näher.
Sie nähern sich auch nicht in ihren Methoden an. Ja, vielleicht schon. Wir hatten ja schon gesagt, Zwang, Manipulation, Gewalt.
Genau, sie nähern sich aber bestimmt in der Fragestellung, wie bereit sind wir, andere Leute zu zwingen, das zu tun, was wir gerne wollen und das eben auch mit Gewalt durchzusetzen. Genau, und die tun sich ja da von ihren Grundwerten natürlich unterscheiden, also wegen welchen Zielen die jetzt dann auch bereit sind, aktiv Gewalt einzusetzen. Das unterscheidet sie aber halt die Grundform von der Gewaltbereitschaft und so weiter, es geht halt von beiden Lagern aus.
Das ist natürlich eine spannende Frage, weil letzten Endes würde es eine Partei geben, die sagt, wir sind bereit, unsere Ziele auch mit Gewalt zu erreichen, dann wäre die natürlich sofort weg vom Fenster. Also hier in Deutschland zumindest, in der Bundesrepublik zumindest würde das nicht gehen und in vielen anderen, auch modernen Staaten geht das auch nicht. Selbst in Nordirland gab es dann eben, ich sag mal, so eine Befreiungsbewegung, so kann man das vielleicht nennen, so würden sie sich selber bezeichnen und dann natürlich auch ein, ja das wurde umschrieben mit einem bewaffneten Arm, also die IAA, die dann sozusagen auch durch Gewalt versucht hat, ihre Ziele zu erreichen, aber letzten Endes war völlig klar, es gibt eine Trennung.
Die Leute, die im Parlament sitzen, die sich wählen lassen, die können nicht sagen, jetzt zu den Waffen oder jetzt zur Gewalt, sondern die müssen sagen, nein, das wollen wir ja gar nicht so und hier in Deutschland ist das ja auch so. Also du wirst keine der politischen Parteien hören sagen, dass sie sagen, sie sind bereit, jetzt zwangdirekt auszuüben. Ja zum Glück.
Obwohl das jetzt, ich hab das auch in den Medien jetzt öfters mal mitbekommen, dass es jetzt in dem aktuellen Fall halt von Sachsen-Anhalt mit dem BSW und der AfD halt schon so Hufeisen-Situationen gab, wo sie ja jetzt sich annähern. Also es wurde ja auch früher gesagt, dass auf gar keinen Fall die CDU mit den Linken zusammen eine Koalition machen würde und das ist ja dann auch passiert. Also es wurde ja auch früher vom BSW gesagt, dass sie auf gar keinen Fall mit der AfD irgendwie in Austausch treten und das ist ja jetzt auch der Fall.
Also von daher, aber auch die Gewaltensache, das kann man daran schon glaube ich ganz gut sehen dann, mit der Gewaltbereitschaft von beiden Lagern, dass sie sich da annähern, aber mit den politischen Grundwerten von den beiden, in unserem Fall jetzt Parteien hier, ja da ist es glaube ich kontraproduktiv. Weil die Punkte, wo die sich annähern, wo das Sinn machen würde, so eine Hufeisentheorie, es wird halt widerlegt von den ganz vielen, den überwiegenden Punkten auf ihren jeweiligen Agenten, wo halt nicht übereinstimmen. Okay, also wir sehen, das funktioniert manchmal, manchmal funktioniert es nicht und wenn die Hufeisentheorie anwendbar sein soll, als einfaches Erklärungsmodell, dann ist das eigentlich dadurch bedingt, dass die Stimmenverteilung der gewählten Stimmen, also der abgegebenen Stimmen eben ergibt, dass es nur eine bestimmte Sitzverteilung gibt und um dann fähige, arbeitsfähige Regierungen zu bilden, es eventuell notwendig ist, Koalitionen einzugehen.
Die vielleicht rechnerisch möglich sind, aber eben nicht inhaltlich gewünscht sind oder nicht ausgeschlossen werden. Ja und auch nicht produktiv sind. Das ist halt, wenn man zu viele Kleinstparteien jetzt da drin hat, die ja alle demokratisch gewählt wurden und so weiter, dann hast du halt fünf, sechs Parteien da sitzen und jeder hat seine anderen Vorstellungen davon und spätestens da wird es halt nicht mehr greifen.
Also wir haben es dann zwar in die Koalition geschafft und so weiter, aber spätestens da macht es ja wenig Sinn mehr. Also ich habe mitgebracht ein neues Modell der erweiterten Hufeisentheorie und das hören wir uns gleich mal an. Ja, bis gleich.
Schönen guten Tag, liebe Leute da draußen. Zurück bei Polytopia Magazin hier bei Radio X. Yeah. Wir freuen uns, dass ihr nach wie vor dabei seid.
Genau zu dem Thema heute, wo wir haben. Wir haben das Thema Hufeisentheorie mitgebracht und wollen es mal ein bisschen erläutern und wollen mal ein bisschen erzählen. Was ist das überhaupt? Was macht das? Was kann das? Und genau wie ist das heutzutage aktuell jetzt gerade in den politischen Situationen hier in Deutschland? Ja, möglicherweise gibt es genau jetzt wieder Situationen, die wir vor Augen haben, wo wir sagen, ah ja, lässt sich diese Theorie anwenden oder nicht? Viele wollen ja auch nicht darüber reden und sagen, ach das ist Mist, das taucht nichts, das ist nur ein Kampfbegriff, das ist zu trivial, zu einfach gedacht, damit können wir nichts anfangen.
Deswegen habe ich jetzt mal mitgebracht ein Modell, nach dem ich mir denken kann, diese Hufeisentheorie ein bisschen besser abbildet, was so Sache ist. Und ich würde die als, ich sag mal, erweiterte Hufeisentheorie nennen oder als U- oder V-Theorie, wenn wir jetzt erklären, was das ist. Die bisherige Hufeisentheorie ging ja von einem Mittelelement aus und dann zwei Richtungen und die Richtungen und die Enden dieser Linie, die jetzt dann gebogen ist, nähern sich dann wieder irgendwie an.
Wie das bei einem Hufeisen ja auch so ein bisschen aussieht. Ich behaupte jetzt mal folgendes, wir fassen das mal ein bisschen genauer. Und zwar gibt es eine Grafik, ein Diagramm, das das jetzt optisch abbildet und ein bisschen anders aussieht, aber noch ansatzweise wie ein Hufeisen aussehen könnte.
Und zwar, wir haben zwei Achsen, X- und Y-Achse, kennt man ja so aus der Schule. Da malt man waagerecht die X-Achse, trägt da irgendwas ein und die Y-Achse und da ist auch irgendwas. Und wenn es eine Funktion ist, ist da so ein Gekrickel dazwischen drin oder wenn es Ergebnisse sind, dann sind das Punkte, die da irgendwo sind.
Das kann alles mögliche sein. Gehen wir mal einfach davon aus, in der einen Richtung, X-Richtung, die Waagerechte, ist jetzt wie sich eine Gruppe, ich sag mal die Vorstufe zu einer politischen Strömung, wie sich eine Gruppe definiert. Also wie sie sagt, wir sind in, wir sind außen, die sind außen.
Also wer ist in und wer ist außen. Und damit ist natürlich auch ein bisschen verknüpft, rechts oder links, konservativ, progressiv. Was sind so die Wertvorstellungen? Wenn ich mir die Mitte vorstelle, ist es ein buntes Gemisch von allen möglichen.
Auf der linken Seite würde ich zum Beispiel eher eine linke politische Strömung verorten, also hinsetzen und auf der rechten Seite eine rechte politische Strömung. Wir kommen gleich dazu, wie die sich sozusagen da selber auch definieren. In der Y-Richtung, also nach oben, nach oben und unten, würde ich jetzt mal einen Faktor anbringen, der sagt, wie werden Entscheidungen getroffen.
Das heißt, haben wir hier eher eine kollektive Entscheidung, wo es also Abstimmung oder einen Konsens oder eine Übereinkunft gibt. Oder werden Entscheidungen autoritär getroffen. Autoritär bedeutet ja in diesem Sinne, da gibt es einen, der sagt, wie das gemacht werden muss, oder eine kleine Gruppe, die sagt, wie das gemacht werden muss.
Und die untenstehenden, die darunter sind, die Befehlsempfänger, die müssen das so ausführen. So ist das. Das heißt, das ist ein Diktator oder ein Alleinherrscher.
Das ist natürlich ein Modell, das es auch in vielen anderen Orten gibt. Oft haben religiöse Vorstellungen sowas, dass es da einen Alleinherrschenden Gott gibt, der den Menschen sagt, was sie zu tun haben. Oder auch, dass es so eine Vorstellung gibt, wie zum Beispiel jetzt eine Familie strukturiert ist.
Da gibt es eine Familie in Oberhaupt und der oder die sagt, wie es gemacht wird. Und die kleineren, jüngeren Untergebenen, die müssen das dann so machen. Da gibt es keine Diskussion.
Das wäre sozusagen ein autoritäres Modell. Und ein kollektives Modell, eine Kollektiventscheidung heißt, da setzen sich alle Leute zusammen. Da ist jeder gleichmäßig stimmberechtigt.
Jede Stimme zählt genauso viel. Also eine Person oder ein Mann eine Stimme oder eine Person eine Stimme dann. Und die entscheiden zusammen und dann gibt es dann auch einfach Kompromisse, also Mehrheitsentscheide.
Oder es gibt den kleinsten gemeinsamen Nenner, dass man sagt, okay, das ist jetzt ein Kompromiss, auf den können sich alle einigen, vereinbaren. Und dann wird das eben so gemacht und dann geht das halt irgendwie, weil das auch jeder mittragen kann. Das heißt, in die Y-Richtung, in die Höhe, gibt es jetzt das Modell Kollektiventscheidung, unten abgetragen und autoritäre Entscheidung, oben abgetragen.
Für rechts und links haben wir ja schon gesagt, das ist eher so eine politische Strömung, rechts oder links entsprechend, konservativ oder progressiv. Ich würde das auch nochmal feiner machen, dass ich sage, okay, die Linken, wie sehen die ihre Gruppe? Und ich sage mal, in so einer sozialistischen Vorstellung ist es ja ganz klar, dass die Gruppen ganz klar getrennt sind in so einer waagerechten Struktur, die, ich sage mal, eine soziale Ebene betrifft, die letzten Endes Geld und Reichtum betrifft, die eigentlich den Entscheidungsfreiraum betrifft. Das heißt, eine Arbeiterschaft, das Proletariat, das hat eher wenig Geld, hat eher wenig Entscheidungsspielraum, ist also in diesem Modell eher auf einer unteren Ebene, aber umfasst eben auch alle Arbeiter, das ist das gesamte Proletariat.
Und wenn es dann eine Vorstellung von so einer, ich sage mal, bourgeoisie gibt, also von so reicheren Leuten, nicht den superreichen, aber reicheren Leuten, die haben halt mehr Geld, die können sich mehr Entscheidungen herausnehmen oder können sich das besser leisten und die sind halt in einer anderen Schicht. Das heißt, in so einer linken oder auch sozialistischen Vorstellung ist es ganz klar, diese waagerechte, dem Reichtum zugeordnete Schichtung ist das, wo man sagt, wir sind wir und die anderen sind woanders. Das heißt, da wird eine Gruppenzugehörigkeit konstruiert.
Auf der rechten Seite ist es ein bisschen anders. Ich würde das jetzt durch so eine senkrechte Struktur repräsentieren, die sich kennzeichnet durch, ich sage mal, Volk, Nation, Sprache oder auch Land. Also all die Leute, die hier in der Gegend wohnen, die gehören jetzt zusammen und die, die woanders hinter dem Gebirge wohnen, das sind die anderen.
Mit denen haben wir erstmal nichts zu tun. Das heißt, das ist eine Methodik, um die Gruppe zu definieren und auch Außenstehende abzugrenzen und zu sagen, wir sind wir und die anderen sind woanders. Und wir gehören zusammen.
Das heißt, egal wie reich jemand ist oder was er kann oder so, wenn der hier geboren wurde und hier diese Sprache spricht und hier dabei ist, dann gehört er dazu und der gehört dann zu uns und wir sind wir. Das ist also jetzt eher so eine Vorstellung, wie man vielleicht in konservativen oder rechten Kreisen eher findet. Also nicht super präzise abgebildet, aber das ist dort eher verbreitet.
So, jetzt haben wir also diese, haben wir auf der x-Achse also abgetragen, die Zusammengehörigkeit nach Schichten, eher waagerecht, und die Zusammengehörigkeit nach Ort oder Sprache eher senkrecht. Also ich nenne das jetzt waagerecht oder senkrecht. Wenn wir also jetzt x- und y-Achse haben, dann können wir uns überlegen, wo ist denn die meiste politische Aktivität? Wo sind denn die Strömungen? Und ich behaupte jetzt folgendes.
In der Mitte, also wo die Kultur sozusagen versucht, alle möglichen Elemente zu vereinen, also sowohl konservativ als auch progressiv neue Sachen zu machen, aber auch alte Sachen zu bewahren, in dieser Mitte ist es in der Regel so, das war eine Behauptung, das wird eher kollektiv entschieden. Das heißt, wenn wir uns jetzt ein U vorstellen, ist das der untere Talboden, da ist man an der Stelle dieses Us, das heißt, da ist man in der Mitte, was rechts und links angeht, und oben und unten, also autoritär kollektiv, ist man eher auf der kollektiven Seite. Und jetzt behaupte ich weiterhin, je extremer die Positionen werden und je weniger Leute, die auch vertreten, also ich meine, in der Mitte kommen alle zusammen, weil sie irgendwie einen Kompromiss haben wollen, aber die, die Extreme haben wollen, die die reine Lehre haben wollen, die befinden sich eher ganz weit rechts oder ganz weit links, und die bevorzugen eine autoritäre Entscheidungsstruktur.
Das ist jetzt meine zweite Behauptung. Ja, da wäre ich auch dabei. Die sozusagen sagen, okay, wir müssen es hier ganz klar regeln, das hat keinen Zweck, wenn hier rumgeeiert wird und alles zerredet wird und endlose Abstimmung, endloses Verlaber, das wollen wir nicht.
Wir wollen eine klare, starke Führung haben. Die Rechten sagen, ja, das wollen wir so haben. Und die Linken wollen das letzten Endes auch haben, insofern, dass sie auch sagen, wir brauchen hier ein zentrales Komitee, wir brauchen hier einen Revolutionsrat, wir brauchen einen einzelnen Führer, der das sozusagen dann auch voranbringt.
Und historisch können wir das ja auch sehen. Also, wenn wir so Figuren wie Hitler oder Stalin haben, dann sind dies ganz gewiss total autoritäre Figuren, die also unter sich einen Apparat haben, der total autoritär aufgebaut ist. Also, oben entscheidet einer und drunter wird umgesetzt.
Die aber jetzt von den Werten und den Inhalten eigentlich sehr unterschiedliche Positionen vertreten und da ganz weit auseinander sind und da eigentlich auch nicht zusammenkommen können. Das heißt, nur in diesem Aspekt, wie sehen sie die Entscheidungsstruktur, die sie anstreben, haben sie eine ähnliche Vision, aber sonst sind die überhaupt nicht, also sind die entfernt, da geht es nicht. Definitiv.
Und das hat man ja auch dann mit dem Nicht-Angriffspakt halt da gesehen, dass sich dann bei so Sachen doch wieder, ob man jetzt einig sagt, ja gut, die haben den Vertrag oder den Pakt unterschrieben, die haben Polen eingenommen und aufgeteilt unter sich. Das ist halt auch bei dieser Hufeisen oder bei dieser U-Theorie jetzt von dir, dass sie sich halt da dann doch wieder annähern. Aber das sind halt immer einzelne Aspekte oder einzelne Situationen.
Deswegen ist es ja mit der Theorie, ja, kann man meinen, was man mag. Aber es ist ein gutes Beispiel, weil ich glaube, was kann weiter, ja, also es ist schon sehr weit entfernt mit Stalin und Hitler, aber dann in so Situationen sind sie sich dann doch wieder einig auf ihre jeweiligen Seite. Ja, ich meine, das sind jetzt Beispiele, die weiter weg sind, die, ich sage mal, auch Leute hier in Deutschland wirklich im Geschichtsunterricht ausgiebig kennengelernt haben.
Auf der anderen Seite haben wir auch aktuelle Beispiele. Guck dir den chinesischen Staatspräsidenten an, guck dir den russischen an. Das heißt, das sind auch Figuren, die sehr stark eine autoritäre Struktur unter sich aufgebaut haben oder die benutzen oder die eben so auch geformt haben und natürlich da eine autoritäre Entscheidungsfindung und Entscheidungsweitergabe auch benutzen, durchsetzen.
Eventuell sind die erweitert um so ein Komitee, um so ein Zentralkomitee oder irgendwie ein Regierungsapparat. Aber ich sage, haben sie. Ja, ja.
Genau. Also es gibt dann Leute unten drunter mit den Schichten, wo du ja schon gesagt hast, ob die jetzt waagerecht oder senkrecht aufgebaut sind, sie gibt es. Und wer da halt nicht spurt, der ist halt schnell raus.
Ja, was heißt, die gibt es? Also das sind Leute, also Leute entscheiden sich dafür, um so ein Innen, Außen, das ist unsere Gruppe, das ist nicht unsere Gruppe, um das irgendwie zu definieren. Ja, na klar. Und das ist jetzt egal, in welchen Lagern man da jetzt auch gerade so auf Deutschland guckt.
Also wir gehen jetzt mal von den beiden Extremen aus, da sagt ja jede Gruppe, dass sie recht hat. Sie will die Lehre auf jeden Fall dem restlichen Land, Volk, whatever, halt ermöglichen. Ja, so ähnlich wie Missionieren.
Und da sagt beide Extremformen, dass sie recht haben, dass die anderen Unrecht haben. Und ob dann da die Einigkeit ist, das werden wir jetzt sehen, sagst du nachher halt. Ja, da lässt sich natürlich diese Theorie auch ein bisschen anwenden, dass wir sagen, wir haben hier ein politisches Spektrum.
Und wenn wir da in die Extreme gehen, ist vielleicht das Bestreben, das Interesse, da vielleicht auch klare, autoritäre Entscheidungsstrukturen zu haben, vielleicht ein bisschen höher. Kann man jetzt noch nicht, also viele demokratische Parteien werden da einen Riesenbogen drum machen, was sie dann genau wissen. Wenn sie sagen, wir fordern hier sozusagen ein finales Endziel, wo es nur noch einen Machtarbeiter gibt, dann sind sie keine demokratischen Parteien mehr und dann sind sie auch relativ schnell weg vom Fenster.
Also dann würde auch keiner mehr wählen oder sie werden wirklich, also können so nicht weiterarbeiten. Aber das müssen sie ja auch gar nicht so deutlich dann auch immer sagen, sondern es gibt ja so eine Vision im Hintergrund, was man sich vielleicht gerne wünschen würde, aber eventuell ist ja auch der Weg dort nie noch weit. Mir ist natürlich bei dieser Überlegung, oder sagen wir mal so, passen wir mal zusammen.
Die Erweiterte Hufeisen-Theorie ist also jetzt eher eine U-Theorie, die ein U beschreibt in einem Diagramm, das rechts-links beschreibt das politische Spektrum von links nach rechts und von oben und unten die Bereitschaft oder das Bestreben zu definieren, wie werden Entscheidungen getroffen. Also entweder sehr autoritär oder kollektiv, dass es eben Abstimmungen gibt, dass es sowas wie ein Forum gibt, wo sich die Leute austauschen, diskutieren, Entscheidungen treffen und dann eben auch Kompromisse gefunden werden und die Kompromisse eben auch getragen werden. Ich habe mir natürlich auch das nochmal angeguckt und habe festgestellt, naja, aber irgendwie reicht das auch noch nicht ganz.
Stell dir vor, du hast so Bestrebungen in der Mitte. Zum Beispiel gerade in der Anfänge der Grünen-Partei war das ja eine Ein-Themen-Partei. Es ging ganz klar um Umweltschutz und Energie.
Also als sie gegründet wurde, war das deren ganz starkes Feld. Aber die Grünen waren immer so ein bisschen schon in der Mitte verortet. Das hat sich heute vielleicht ein bisschen verändert und zwar ganz lokal in die rechte oder linke Richtung.
Also da gibt es auch Unterschiede, aber die waren schon eher so ein bisschen in der Mitte zu sehen. Und wenn ich mir so Parteien angucke, die mal stärker waren, zum Beispiel die FDP, die hätte man da auch eher in der Mitte verortet. Die sagen auch, wir müssen das jetzt gar nicht rechts oder links sehen, wir wollen einfach, dass unsere Leute Business machen können.
Naja, das ist auch ein Thema erstmal, also da jetzt wirtschaftlich Freiräume zu schaffen für Geschäftstreibende oder Gewerbetreibende oder Firmen überhaupt. Aber das war ja so ein Thema, das auch die FDP zum Beispiel sehr stark vertreten hat. Also da sowas Liberales, wie sie das genannt haben, darzustellen.
Die würde man also beide in der Mitte irgendwo verorten, aber eigentlich sind die Grünen und die FDP dann doch ein bisschen was anderes. Das heißt, die werden nicht übereinander am selben Ort, sondern man müsste jetzt hier eigentlich noch mehr Dimensionen einführen, also mehr Kategorien, wie man die unterscheiden kann, um zum Beispiel auch die zu trennen. Ja klar, das ist ja auch der große Nachteil jetzt von der Theorie, dass es halt so einfach gedacht ist.
Also das ist halt, um ein Beispiel mal zu machen, vielleicht ganz gut, wenn man es einfach veranschaulichen will, aber wenn es dann doch mehr in die Materie geht und so weiter. Und ich glaube gerade in so einer komplexen politischen Situation ist es einfach viel zu einfach gedacht. Mit den zwei Lagern, unten in der Mitte ist die Mitte.
Also das ist ein berechtigtes Argument, dass das natürlich nach wie vor eine sehr einfache Vorstellung ist, also eine sehr einfache Theorie, im Sinne einer Theorie, die eben die Wirklichkeit beschreibt, abbildet und Vorhersagen machen kann. Was wird passieren, wenn das und das passiert? Und insofern wäre natürlich die Frage, wie könnte man das noch erweitern? Oder ist das überhaupt erweiterbar? Taucht das was? Das ist halt die Frage. Also es ist ja ein Eindimensionen-Diagramm.
Aber die Politik ist ja so komplex und so weiter. Also wenn man da dann, sage ich mal, 30 verschiedene Dimensionen macht, da wird es, glaube ich, auch zu komplex. Da macht es mit einer Statistik oder so, glaube ich, mehr Sinn.
Weil jede Partei hat ja seine, wie du jetzt gesagt hast, die FDP sehr viel auf Wirtschaft, die Grünen früher auf Umweltschutz. Und jeder hat ja seine Themenfelder. Und natürlich, man muss sich dann irgendwo einigen und so weiter.
Aber das zu veranschaulichen auf so einem Diagramm oder auf so einem neuen Modell, man könnte es mal ausprobieren. Ich weiß es nicht. Vielleicht gibt es sowas ja schon, dass das weiterentwickelt wurde.
Mir ist es nicht geläufig. Ja, also ich bin jetzt auch kein Super-Experte. Das ist jetzt eher mein trivialer, mein einfacher Ansatz, das was mir so optisch schnell eingefallen ist.
Aber wie ich das gesehen habe, gibt es aber schon Überlegungen, wie man das aufbohren kann, das Modell. Aber letzten Endes kommt man dann auch in den Bereich, wo man sagt, okay, wie sieht denn überhaupt eine allgemeine politische Theorie aus? Wie kann man denn bestimmte Verhaltensweisen auch erfassen? Weil viele Dinge werden durch diese Hufeisentheorie überhaupt nicht abgebildet. Und dann ist auch die Frage, ja, was taugt das überhaupt? Ja, und das ist halt auch einfach sehr schlicht aufgebaut so.
Und das tut halt oft Sachen relativieren, wie eben schon gesagt, mit der rechten Gewalt und der linken Gewalt. Also von daher ist es auch sehr anfällig für so einen Missbrauch halt einfach, um sich da seine bessere Agenda, sag ich mal, draus zu machen. Also wie gesagt, wenn jetzt ein Mülleimer brennt oder ein Auto, dann ist es jetzt nicht so schlimm, wie wenn jetzt jemand totgeschlagen wird oder umgebracht wird in irgendeiner Weise.
Und das dann gegenüberzustellen, das finde ich, ja, schwierig. Ja, das müssen wir bestimmt auch nochmal genauer ergründen, wo da Schwerpunkte sind und wer da welche Argumente benutzt und wie die wirklich funktionieren. Ja, auf jeden Fall, auf jeden Fall.
Okay, also wir haben jetzt hier eine grobe Idee von der erweiterten Hufeisentheorie. Ehrlich gesagt, wenn ihr, liebe Hörer, dazu auch einen Sample abgeben wollt, also wenn ihr dazu was sagen wollt, könnt ihr das gerne tun. Wir benutzen ja modernste Technologien, also auch E-Mail haben wir am Start.
Sogar verschlüsselt, hoho. Also, ihr könnt uns gerne eine E-Mail schicken, redaktion.politopia.magazin.de Dann lesen wir das, können wir das sehen und können wir das auch integrieren und können da auch sagen, hier kann man so und so sehen, sehen unsere Hörer anders oder haben eine andere Meinung zu und das ist dann bestimmt auch eine Möglichkeit, wie man da vielleicht in Austausch kommen kann. Und entweder kommen wir dazu zu sagen, okay, wir können das noch mit einem coolen, piffigen Kniff, können wir das noch aufbohren oder wir sagen einfach, ja, das führt uns nicht weiter, das ist zu trivial, das ist zu platt gedacht.
Wir haben lieber andere Kategorien wie rechts oder links, die mindestens genauso eindimensional sind, also wo man auch nur Extreme hat. Aber da hat man halt gelernt, was es ist oder was es abbilden kann. Genau, ja, wenn man sich damit auseinandersetzt, oft glauben halt auch Leute Dinge, die vorhin gesagt werden, die am Ende halt dann doch nicht so ist.
Ja gut, das ist immer ein bisschen, ich möchte nicht sagen eine Problematik, aber das liegt in der politischen Auseinandersetzung oder auch Argumentation oder auch Agitation, liegt es ja in, dass es immer, ich sage mal, auch Wahlkampflügen gibt. Es ist immer Sachen, die erzählt werden und am Ende nicht gehalten werden oder Wahlkampfversprechen gibt, die posaunt werden und wenn dann die Wahl gewonnen ist, dann vielleicht die Regierenden auch nicht mehr sich so gerne daran erinnern lassen wollen, ja, ihr habt doch gesagt, wir wollen das und das und so machen. Und machen dann das Gegenteil am Ende.
Ja, das sind bestimmt dann aber auch nur kleinere Aspekte. Die Hauptaspekte werden sich schon verfolgen, weil sie wollen ja auch wiedergewählt werden. Also nach der Wahl ist ja vor der Wahl, das funktioniert ja da genauso.
Weil manches geht halt auch nicht wegen einer großen Koalition oder weil halt so viele verschiedene Leute mit verschiedenen Zielen oder Wünschen da reinkommen, dass sie halt oft auch das dadurch dann halt nicht realisieren können. Also die Frage oder der Begriff Kompromiss, den haben wir ja schon öfters jetzt genannt und der ist bestimmt ein zentrales Element, auch wenn es um politische Strömungen geht oder wenn es am Ende um Wahlen, um Abstimmungen, um Parlamente, um Mehrheiten, um Regierungen geht, um Entscheidungen, die dann da getroffen werden, dass da der Begriff Kompromiss immer vorkommt, weil es eben ein Kompromiss ist. Genau, es ist halt Demokratie.
Also von daher, man muss sich halt irgendwie einigen auf irgendeiner Wellenlänge. Und es wäre ja auch schlecht, wenn dann eine Person das sagt und dann wären wir ja auch in keiner Demokratie mehr. Und das ist halt wichtig.
Okay, also wir haben das jetzt ein bisschen zusammengefasst. Wir überlegen jetzt gleich nochmal weiter, wie es von da aus weitergehen kann. Genau, bleibt dran, wir hören uns gleich wieder.
Hier ist das politopäer Magazin, euer gesellschaftspolitisches Magazin bei Radio X. Schön, dass ihr dabei seid, schön, dass ihr zuhört. Super. Wir haben uns eben schon die ganze Zeit unterhalten zum Thema Hufeisentheorie.
Genau, was die Hufeisentheorie beinhaltet, was die Vorteile und Nachteile sind. Also wir haben erstmal so eine allgemeine Definition versucht, was versteht man darunter. Das heißt, es gibt da so einen linearen Strang von politischen Strömungen, die Mitte ist die Mitte, die größte gemeinsame Nenner.
Und dann gibt es, ich sag mal, zwei Richtungen, die konservative Richtung, die bewahrende Richtung, wir machen das so, wie wir es immer gemacht haben. Und die progressive Richtung, die Sachen neu machen will, die sagt, wir müssen ja alte Zöpfe abschneiden, weg mit dem alten Kram, wir wissen jetzt, wie es besser geht. Und von da aus gibt es dann noch die Extremerin, die sagen, wir müssen es nur noch so machen, wie es früher war.
Und die Neuen, die sagen, wir müssen das nur noch alles ganz anders machen. Ja, genau. Also die Extremen halt, wo wir eben schon drüber geredet haben, die halt dann sagen, dass nur sie recht haben und die Weltanschauung oder die Ziele, wo sie verfolgen, nur durch sie alleine, durch ihre, in unserem Fall halt mit den Parteien, nur dass ihre Partei die richtige Partei ist.
Ja, und die Hufeisen-Theorie jetzt eben sagt, diese Linie ist gar nicht so linear wie eine gespannte Schnur oder ein Stab, sondern die ist gebogen, diese Linie. Das heißt, die ist so gebogen, dass die fast einen Kreis, nur nicht richtigen Kreis, einen Halbkreis erzeugt und dann noch weiter gebogen wird, dass sich eventuell diese Extrempositionen schon wieder ein bisschen annähern. Genau, ja, und durch verschiedene Sachen, also gerade mit diesen Extremen, dass ja die Partei oder die Gruppe halt recht hat, halt auch mit Gewalt durchzuführen.
Und das sind halt diese Extremen davon, wo es ja auf beiden Lagern gibt, dass sie halt notfalls mit Gewalt das erzwingen wollen. Ja, aber auf der anderen Seite trotzdem von ihren inhaltlichen Positionen sich überhaupt nicht annähern. Das heißt, die Rechten wollen bewahren, die Linken wollen alles neu machen.
Das heißt, die sind überhaupt nicht von ihrer Vision, inhaltlich überhaupt nur ein Zentimeter, ein Millimeter, eine Wellenlänge, überhaupt näher zueinander gekommen. Genau, deswegen hat mir ja da auch gesagt, dass das halt schon zum Veranschaulichen recht einfach ist, aber es halt bei so komplexen Situationen halt nicht wirklich anwendbar ist. Also dadurch, dass es ja nur eine eindimensionale Darstellung davon gibt, aber gerade politische Ziele ja sehr komplex sind, ist es halt auf so eine eindimensionale Welt nicht anzuwenden.
Wir haben dann noch eine erweiterte Hufeisentheorie ins Feld geführt. Die U-Theorie, sagen wir mal, die sich dadurch kennzeichnet. Wir haben zwei Dimensionen, also wie auf einem Papier so aufgemalt.
Die x-Achse ist im Prinzip rechts-links politisch. Wie definieren wir unsere Gruppe? Ist das jetzt waagerecht? Sind das Gesellschaftsschichten nach Einkommen oder ist das eher senkrecht in dem Sinne, dass das geografisch ist oder nach Sprache definiert? Also was weiß ich, hier wohnt das Volk, hier spricht man die Sprache, hier sind wir, hinter dem Gebirge sind die anderen. Also jetzt eher die Rechten so vertreten.
Wenn das auf der x-Achse ist und auch der y-Achse, die Frage der politischen Entscheidungsmöglichkeiten, das heißt, ist das eher ein kollektives Modell, entscheiden alle zusammen, oder ist das ein autoritäres Modell? Es gibt einen an der Spitze oder ein kleines Team, also ein kleines Komitee, einen an der Spitze, der entscheidet, was gemacht wird und diese Entscheidung wird nach unten durchgegeben und wird dann auch so ohne Diskussion von den unteren Ebenen ausgeführt. Und wenn man sich diese Dimensionen vorstellt, nach x und nach y, waagerecht und vertikal, also horizontal und vertikal, dann kommt man eigentlich zu einem U, wo man sagt, die Mitte, die versucht eher kollektive Entscheidungen und Kompromisse zu finden und die extremen Enden, die sind dann hoch im Autoritätsfaktor, die wollen eben ganz klar eine starke Persönlichkeit haben, die sagt, wo es rangeht, die Entscheidungen trifft und die werden dann auch umgesetzt. Und das sowohl auf der rechten Seite als auch auf der linken Seite.
Und das wird, wenn man das so einträgt in dieses Diagramm, in diese Ebene, in diese XY-Darstellung, ergibt es also eine U-Form. Das war jetzt also unsere erweiterte Hufeisentheorie. Wir haben uns jetzt natürlich die Frage gestellt, was bringt das? Gibt es da Stärken, gibt es da Schwächen? Was taucht das überhaupt? Kann man das heute überhaupt noch anwenden? Es wird ja oft auch kritisiert, diese Hufeisentheorie.
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt wurde es öfters mal ausgesprochen, ob das denn die Hufeisentheorie jetzt ist in Bezug auf Alternative für Deutschland und Bündnis Sahra Wagenknecht. Dass jetzt dann doch am Ende sie vielleicht eine Koalition zusammen gründen. Aber dadurch, dass es halt so komplex ist, dass halt beide ganz verschiedene Punkte auf ihrer Agenda haben, tun sich in wenigen Punkten annähernd, aber ich würde auch nicht sagen, dass sie sich da komplett einig sind.
Aber in den allermeisten Punkten sind sie sich halt nicht einig. Insofern ist ja auch die Hufeisentheorie da in gewisser Weise entkräftet oder überflüssig, wie man es nennen mag. Ja, also die taucht einfach nichts um die Realität wirklich zu beschreiben.
Ja, also gerade dafür, wo es ja entwickelt wurde, für politische Gruppen halt einfach besser oder leichter zu benennen oder zu veranschaulichen, ist Politik viel zu komplex, meiner Meinung nach, um das auf so einer einfachen Darstellung halt einfach versuchen abzubilden. Ja, es tun sich. Wir hatten ja auch das Beispiel mit dir eben gehabt mit Hitler und Stalin.
Die haben sich da schon angenähert mit dem Nicht-Angriffspakt und so weiter. Aber sie waren halt trotzdem verfeindet. Ja.
Von daher, ich glaube da ist das alles ein bisschen zu einfach gedacht. Okay. Also es bleibt schwierig.
Wenn ihr, also ihr unsere lieben Hörer, wenn ihr Vorschläge habt, Kommentare oder sagt, das geht erstmal ganz anders oder was erzählt ihr da für ein Zeug, dann könnt ihr uns gerne schreiben. Redaktion at politopia-magazin.de. Diese Nachrichten lesen wir natürlich und dann können wir natürlich da auch in Gespräch kommen und weiter überlegen, wie funktioniert das oder wie kann das funktionieren. Ist das zeitgemäß? Ist das alter Kram? Was kann man damit überhaupt anfangen? Taucht das was? Hilft uns das irgendwie weiter oder auch nicht? Genau.
Meldet euch gerne. Wir freuen uns da drüber. Und ja, es war schön gewesen mit dir.
Gerne wieder. Ich hoffe, ihr lieben Menschen da draußen konntet ein bisschen was mitnehmen davon. Macht euch vielleicht selber noch darüber Gedanken und im besten Fall schreibt ihr uns eine E-Mail dann mit euren Gedanken und genau.
Wie ihr wisst, könnt ihr natürlich diese Sendung nachhören. Das heißt, alle Sendungen von politopia-magazin sind auf unserer Webseite archiviert. politopia-magazin.de. Dort geht ihr hin.
Dort könnt ihr die Sendung herunterladen, nochmal anhören und dort gibt es in den Sendungsnotizen auch noch hilfreiche Links. Da versammeln wir so ein bisschen, was wir auch recherchiert haben, was man da drüber finden kann und hat auch eine Ausgangsbasis, dass man nochmal starten kann für eigene Recherchen. Das war jetzt das politopia-magazin.
Schön, dass ihr dabei wart. Schön, dass ihr zugehört habt. Wir hören uns jeden Mittwoch 16 Uhr hier bei Radio X. Also, bis nächste Woche.
Ja, macht's gut. Bis zum nächsten Mal.
