Stoffel 2026 – Musikfestival

Wir unterhalten uns mit Machern des Stoffel, Bela, Jule und Michi.
Sendung vom 2026/07/29 17:00:00 GMT+2
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stoffel26

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Playlist

Transkription

Hallo, hier ist das Polytopia Magazin, euer gesellschaftspolitisches Magazin bei Radio X, dem Frankfurter Bürgerradio. Schön, dass ihr dabei seid, schön, dass ihr zuhört. Wir unterhalten uns heute über Theater.

Naja, nicht ganz, über Musik. Also konkret, es geht um den Stoffel. Das ist ein Musikfestival, das findet immer im Sommer statt, im Gündersburgpark.

Das ist in diesem Jahr vom 30. Juli bis zum 18. August.

Am Donnerstag geht es los und wir haben uns angeschaut, was machen denn so die Vorbereitungen. Was wird los sein in den dreieinhalb Wochen, wo jeden Tag Musik ist und Programm ist. Wir haben mit drei Leuten gesprochen, die mittendrin sind in der Vorbereitung für das Festival.

Bela, der wird was über das Programm erzählen und was alles zu sehen und zu hören gibt. Jule wird uns erzählen, wie das mit so einem Festival funktioniert. Wir schauen ein bisschen hinter die Kulissen und verstehen, wie die Mechanik dahinter ist.

Und der Michi, Michi Herrl, wird uns erzählen, warum macht man überhaupt Musikfestivals, warum macht man überhaupt Theater. Was steckt denn dahinter? Als erstes sprechen wir also mit Bela über das Programm vom Stoffel in diesem Jahr. Bela, du hast für das Programm beim Stoffel maßgeblich das zusammengestellt.

Du hast das gemacht. Was wird es denn jetzt beim Stoffel zu sehen und zu hören geben? Es wird ein sehr diverses Programm. Das ist bei mir in der Gestaltung sehr wichtig, dass wir auch genretechnisch relativ viel abdecken.

Und vor allem habe ich den Fokus, wie letztes Jahr auch schon, wo ich es noch mit Kollegen zusammen gemacht habe, darauf gelegt, dass wir ein etwas jüngeres Programm auch auf der Bühne haben, weil die Devise ist so ein bisschen junge Leute auf der Bühne gleich junge Leute vor der Bühne. Und dementsprechend wird es bei so einem Format, was dieses Jahr ganz neu ist, ist der Hip-Hop-Abend. Es wird einen Hip-Hop-Abend geben, was es so im Stoffel noch nie gegeben hat.

Es wird eine Reggae-Band geben, die auch letztes Jahr schon gespielt hat. Und das war auch dieses Jahr so ein bisschen die Überlegung zu schauen, was hat in den letzten Jahren und auch letztes Jahr, da wir da vermehrt junge Menschen auf der Bühne hatten, gut funktioniert und was kann man davon wieder aufgreifen. Das heißt, das Programm dieses Jahr ist ein bisschen eine Mischung aus altbekannten, altbewährten und neuen, frischen, jungen Künstlern.

Es gibt sozusagen von der Struktur her zwei größere Sachen an jedem Tag, einmal um sechs und einmal um acht. Genau, das ist auch so Stoffelusos. Das ist immer so, dass man in der Regel zwei Programmpunkte hat, einen früheren und einen späteren Slot.

Der eine ist, wie gesagt, um 18 Uhr und der andere ist um 20 Uhr. Und da habe ich natürlich in der Programmgestaltung auch so ein bisschen darauf geachtet, dass man Acts, die vielleicht ein bisschen bekannter schon sind, dass man die natürlich als sogenannten Headliner dann um 20 Uhr spielt und jüngere Bands dann um 18 Uhr, wobei auch das nicht immer die Regel ist. Also auch da gibt es teilweise Tage, wo es mal gedreht ist, um eben bewusst ein bisschen mehr Diversität reinzubekommen.

Ihr habt auch ein Kinderprogramm. Was macht ihr da? Wir haben ein Kinderprogramm. Das habe tatsächlich gar nicht ich gestaltet.

Das macht immer meine Kollegin Nicole, Nicole Roth. Und da gibt es auch diverse Sachen zu sehen. Es wird eine Art Lesekarussell geben, also Wortbeiträge.

Es wird eine Kinderdisco geben, die sich an unsere Sign-in-Disco quasi im Vorfeld anschließt. Also wir haben am Abend dann die Sign-in-Disco. Und da gibt es halt an dem Tag vorher für Kinder eine Kinderdisco.

Und es wird ein Theaterstück geben. Die Kirchererbsen werden spielen. Das sind, ich glaube, zehn Menschen auf der Bühne, die Kinderprogramm machen und Kinderstücke als Theaterstück darüben.

Das ist dann aber immer schon nachmittags, oder wie? Genau. Das beginnt immer um 16 Uhr schon und ist dann so von 16 bis 16.45 Uhr, 17 Uhr. Und dann hat man so einen Übergang in das Abendprogramm ab 18 Uhr.

Du hast eben erwähnt Silent Disco. Was muss ich mir darunter vorstellen? Eine Silent Disco ist eine Disco, die für Außenstehende komplett ruhig abläuft. Das heißt, wenn man hier auf die Wiese guckt, sieht man nur lauter tanzende Menschen mit bunten Kopfhörern auf.

Weil wir haben insgesamt drei DJs auf der Bühne. Und die spielen ihr Set ganz normal. Und das geht dann über Funkstrecken quasi raus auf die Kopfhörer.

Über Bluetooth funktioniert das. Und da kann sich dann jeder Mensch selbst das Programm quasi oder zwischen diesen drei DJs wählen und zusammenstellen. Und sagen, jetzt höre ich mal den blauen Channel, jetzt höre ich mal den grünen Channel, jetzt höre ich mal den roten Channel.

Und das haben wir in den letzten Jahren auch schon so gemacht. Das wird super gut angenommen und ist ein super schönes Bild. Weil es ist komplett ruhig im Park, aber die Leute hören halt ihre eigene Musik.

Quasi wie die Musik, die wir natürlich spielen. Aber für Außenstehende ist es erstmal ruhig. Und man kann die Lautstärke sich auch selbst einstellen.

Das ist so die Silent Disco. Und da achten wir auch darauf, dass wir das Programm vielfältig gestalten. Also wir haben in der Regel immer einen DJ, der Elektro-Techno auflegt.

Dann eine Person, die Hits spielt, Evergreens, Songs, die man einfach kennt. Und dann jeweils immer nochmal einen Menschen, der nochmal ein bisschen anderes Programm macht. Also wir hatten da schon Reggae, wir hatten da schon R'n'B.

Und in diesen drei Spannungsfeldern bewegt sich das Ganze dann immer so. Ich frage jetzt nochmal unwissend, funktioniert das denn? Weil ich meine, in einer Disco, wenn man sich eine konventionelle Disco vorstellt, ist es laut. Da ist es unter Umständen sehr schwierig, mit einem Gegenüber zu kommunizieren.

Da muss man viel non-verbal machen. Wenn jeder seine eigenen Kopfhörer auf hat, dann hat man ja auch nur noch einen visuellen Kanal, wenn man mit jemandem ins Gespräch kommen will, oder? Wie kann das funktionieren? Das ist richtig, aber genau darüber funktioniert es auch, über das Visuelle. Also in der Regel kommen die Menschen ja auch in kleineren Gruppen.

Und dann sieht man auf einmal, ah, mein Kumpel hat gerade den grünen Channel, dann wechsle ich auch mal auf den grünen. Und da lacht mich einer an, der hat auch den grünen Channel. Und irgendwie scheint das gut zu sein.

Und so sieht man dann auch immer so einen Farbwechsel im Verlauf des Abends. Manchmal schalten alle auf grün, dann schalten wieder alle auf rot. Und natürlich hat man hier den Vorteil, den man in einer konventionellen Disco nicht hat, zu sagen, ich nehme die Kopfhörer mal ab.

Und man unterhält sich über das, was man gerade hört. Oder man kann auch mal ganz bewusst eine Pause machen und dann wieder sagen, jetzt höre ich wieder Musik. In eurem Programm gibt es also jeden Tag mindestens zwei Acts oder auch noch Kinderprogramme.

Du sagst, es gibt Highlights, die ihr herausgesucht habt, die schon auch vielleicht bekannt waren oder auch schon erfolgreich waren in vergangenen Jahren. Was habt ihr denn da so? Ja, ich glaube, das Stichwort da ist auch eher Bekanntheit bzw. Acts, die wir auch in den letzten Jahren hatten.

Also natürlich sind für uns alle Künstlerinnen gleich wichtig. Aber nichtsdestotrotz ist es natürlich so, dass es Künstlerinnen gibt, die auch im Rhein-Main-Gebiet schon irgendwie eine Bekanntheit haben. Für uns auf dem Stoffel definitiv die Welthits auf Hessisch, die auch fast jedes Jahr spielen und die supergut angenommen werden.

Am letzten Abend ist es zweifellos Gastone, die ja auch im Rhein-Main-Gebiet bekannt sind. Und ja, so spickt sich das Programm immer wieder mit Acts, die man vielleicht schon kennt, die aber auch irgendwie, wie gesagt, vom Publikum angenommen werden. René Moreno fällt mir da als Beispiel auch noch ein, der mit seiner Band eine super spannende lateinamerikanische, salzer, Rock-Pop-Fusion-Kombination irgendwie spielt.

Und genau, was ich gerade noch sehe, was wir dieses Jahr auch neu haben werden, ist am 6., 8., wird das sein, Juli. Das ist ein Solokünstler, der mit einer Loopstation spielt. Und den hatten wir übrigens auch schon im Theater.

Und da freue ich mich sehr drauf, weil der macht ganz, ganz spannende Sachen mit einer Loopstation und schafft dadurch auch eine Atmosphäre, von der ich glaube, dass sie sehr gut hier in den Park passt. Ihr habt aber auch jüngere oder neuere oder nicht ganz so bekannte Künstler im Programm. Und wie geht ihr da vor? Das sind meistens Leute, die sich auch direkt einfach bewerben bei uns, wo ich dann natürlich mal reinhöre und dann sage, ja, das passt ganz gut.

Ein Beispiel wären da die Lavenders. Das ist eine Rockband, bestehend aus vier Mädels. Die haben auch schon ein paar Mal bei uns gespielt.

Und das wäre so ein Beispiel für, ja, Jugendförderung und junge Acts auf der Bühne. Wir haben Schlingsi. Das ist eine Sängerin und Künstlerin aus Mannheim, die auch bei uns spielen wird, die auch gerade so ihre ersten Schritte geht.

Hat vorher schon mit ihrer Band gespielt, aber jetzt solo unterwegs. Und so gestaltet sich das dann nach und nach. Und es ist mir aber auch sehr wichtig zu sagen, eben auch jungen Künstlerinnen und Künstlern da eine Möglichkeit zu geben, dass sie hier spielen können.

Du sprichst von Bewerbung. Wie funktioniert denn das? Bewerbung ist in der Regel relativ einfach. Es gibt eine Mailadresse, an die man schreiben kann.

Das ist bewerbung-musik-at-stahlburg.de müsste das sein. Und da kann man sich einfach hinwenden, eine Mail schreiben oder auch ans Büro direkt. Dann wird das an mich weitergeleitet.

Und einfach ein kurzer Infotext. Und natürlich brauche ich Live-Mitschnitt. Das ist immer wichtig.

Ich weiß, wie hören sich die Bands live an. Weil tolle Studioproduktionen sind gut, aber wir sind ja hier ein Live-Festival. Und dementsprechend ist es dann wichtig, ja, da auch Impressionen zu haben.

Ein paar Bilder sind ganz, ganz angenehm. Und dann, genau, suche ich mir das voraus. Also, Bands, die spielen wollen, melden sich.

Die Mailadresse haben wir auch nochmal auf unserer Webseite politopia-magazin.de. Dort gibt es alle unsere Sendungen. Und zu dieser Sendung haben wir auch in den Shownotes nochmal die Links zusammengefasst. Und da könnt ihr auch nochmal nachlesen, zum Beispiel auch das Programm finden vom Stoffel.

Als nächstes sprechen wir mit Jule. Die ist sehr stark in der Orga involviert, also in der Organisation. Und sie erzählt uns ein bisschen, wie das Ganze funktioniert.

Was alles notwendig ist, damit so ein Festival auch stattfinden kann. Ihr macht den Stoffel. Das ist hier so ein Theater-Festival.

Wir haben schon festgestellt, der Name, das ist gar nicht so einfach, was der bedeutet oder wo der herkommt. Das stimmt. Der Name ist ein Akronym und besteht aus dem Satz Stahlburg-Theater offen Luft.

Das ist die Abkürzung. Daraus entstand dann das Wort Stoffel. Luft heißt draußen Open-Air-Festival, daher kommt es.

Und Stahlburg-Theater, weil wir natürlich als Stahlburg-Theater der Veranstalter sind. Offen, weil es offen ist für alle Menschen, für jeden. Weil es keinen Eintritt kostet.

Und das bezeichnet, glaube ich, dieses Stahlburg-Theater offen Luft sagt eigentlich das meiste aus über dieses Festival. Dass es Open-Air ist, dass es kostenlos ist und für alle. Ihr seid also jetzt für dreieinhalb Wochen hier im Güntersburg-Park.

Habt ihr eine Bühne und da gibt es jeden Tag dann auch Programme. Verschiedene Programmpunkte, wo Sachen zu hören, zu sehen gibt. Genau.

Wir fangen ab dem 30.07. ist der Start bis zum 18.08. Und es gibt jeden Tag zwei Acts. Beginn ist in der Regel 18 Uhr mit dem ersten Act. Wenn wir Kinderprogramm haben, immer freitags um 16 Uhr.

Und es geht dann bis 22 Uhr. Da müssen wir Schicht machen, da ist Schluss. So ist es halt.

Außer bei der Silent Disco, da die ja leise ist, dürfen wir bis zwölf, halb eins das machen. Und es gibt zweimal Flohmärkte, also am Montag den dritten und am zehnten ist jeweils Flohmarkt von 18 bis 22 Uhr. Da gibt es dann kein Alternativprogramm.

Da ist nur der Flohmarkt, weil wir verpflichtet sind, stille Tage zu machen von der Stadt, also die ausgestöpselt sind quasi. Also wo wir nicht verstärkt Musik anbieten dürfen. Und da machen wir halt dann die Flohmärkte zum Beispiel.

Das heißt, da kann dann jeder herkommen und seine alten Kram, seine Sachen mitbringen, die er verkaufen möchte, um dann zu feilschen und eben wie ein Flohmarkt funktioniert, oder? Ja, genau. Aber die Stände werden vorher vergeben. Also man muss sich den Stand vorher erkaufen.

Also das läuft über unser Ticketsystem ganz normal, über unsere Homepage. Wie wenn du dir jetzt normales Ticket kaufst, kaufst du dir einen Flohmarktstand bei uns. Und dann hast du den halt sicher.

Dann kriegst du dann deinen Platz zugewiesen. Man kann jetzt nicht spontan auch kommen, weil wir sind ausverkauft. Wir haben 80 Stände, 80 Flohmarktstände, und die waren relativ schnell weg.

Also wir sind im April in den Vorverkauf gegangen, Ende April ausverkauft. Also der Zulauf ist riesig. Und dann können die Menschen, die den Flohmarkt machen, können ab halb sechs oder ab fünf sogar schon kommen, ihre Sachen aufbauen.

Und ab sechs, meistens kommen ja eh schon Leute und gucken während des Aufbaus. Und dann geht es darum zu falschen, zu handeln. Es wird alles, es sind nur Privatverkäufe natürlich.

Es sind vieles, Klamotten, Platten, Kindersachen, Dekosachen. Genau, alles was man selber nicht mehr braucht. Also ich habe selber schon total tolle Teile geshoppt und für günstig.

Und ja, es ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Ich sehe schon, du bist so ein Flohmarktfan. Ja, das bin ich, das stimmt.

Ich hatte auch selber schon hier meinen Stand, aber dies Jahr nicht. Das heißt, wir haben hier dreieinhalb Wochen lang Programm. Das vorzubereiten und durchzuführen, das ist ja schon eine Menge Arbeit und braucht auch eine Menge Vorlauf, oder? Ja, auf jeden Fall.

Also wir fangen relativ schnell schon nach dem Stoffel wieder an, das Neue vorzubereiten. Wochen vorher gehen wir in die Planung mit allen Beteiligten, haben ja immer Stoffel-Meetings. Wir haben ja, beim Stoffel arbeiten ja viel mehr Menschen als im Theater selber.

Also während des Stoffels arbeiten 60, 70 Leute, alle mit Tresen, mit Grill. Also Aufbau sind es natürlich ein bisschen weniger, aber es ist eine riesen Manpower, die dahinter steht. Und es gibt aber immer einen Tresen-Verantwortlichen, einen Grill-Verantwortlichen und die, wir treffen uns regelmäßig und im Meeting besprechen wir einfach, was ansteht, was noch gemacht werden muss.

Aber jeder hat schon so seine eigene Aufgabe, weil wir seit Jahren ein eingespieltes Team sind und so weiß man, was ansteht, was gemacht werden muss und dann geht es eigentlich so Hand in Hand. Also immer relativ unkompliziert. Wenn du sagst Grill und Getränke und so, das heißt ihr habt ja auch eine Versorgung, dass man hier auch eben was zu essen und trinken kriegt.

Genau, es gibt Getränke, alles was man möchte, Bier, Wein, Softdrinks, so reicht ja auch. Und beim Grill, Pommes, Wurst, vegetarische Alternativen, die gibt es immer mal was anderes, aber Pommes, Bratwurst, Rindswurst, vegetarische Burger, also Patties gibt es, genau, das kommt auch immer gut an. Gurke, wird auch immer gern genommen.

Aber das ist schon immer so. Und dann haben wir noch den Infokios, da verkaufen wir dann Kaffee, süßliche Gummibärchen, Eis, was auch immer gut ist, und manchmal so Kleinigkeiten, so Brezeln und sowas. Wenn ihr also das Programm vorbereitet, entscheidet ihr euch, was ihr ins Programm reinnehmt, wenn die Künstler Zeit haben und dann ist alles klar.

Aber da muss ja trotzdem einiges organisiert werden, dass das dann auch stattfinden kann. Also alles was drum herum ist, wir sind hier im Aufbau, da sind Container, da sind Zelte, da ist eine relativ große Bühne, das muss ja auch alles auf den Weg gebracht werden. Genau, da gibt es ganz konkrete zeitliche Abläufe.

Man weiß, wann Licher zum Beispiel, die das Getränkezelt stellen, wann die kommen. Die Bühne ist von Irrlicht, die haben ihren Zeitplan, wann die kommen und aufbauen. Wir gucken, dass sich keiner im Weg steht, dass die Riesen-LKWs sich nicht gegenseitig im Weg stehen.

Aber das ist auch, wie gesagt, seit Jahren eingespielt. Also es fängt immer zuerst an, dass die Container kommen, dass dann Strom gelegt wird und dann alles mögliche drum herum gebaut wird. Das ist immer gleich.

Und dann wird zum Ende hin die ganzen Feinheiten, unsere Theaterbanne aufgehängt von unseren Eigenproduktionen, die geht da noch hin. Also da kommt noch einiges, aber wir sind jetzt schon, wenn ich mich hier so umgucke, sehr, sehr weit dafür, dass es am Donnerstag erst losgeht. Wenn ihr Kinderprogramm macht, ist es ja eigentlich ein Vorteil, dass ihr hier eine, ich sage mal, relativ kindersichere Zone habt.

Also wenn Eltern herkommen mit ihren Kindern, dann können die auch mal rumlaufen, rumtollen, die spielen dann zusammen oder so. Das funktioniert eigentlich ganz gut, oder? Das funktioniert sehr gut, zumal dann sich auch die Kinder immer vor der Bühne tummeln. Klar, wenn es super heiß ist, weil mittags um vier muss man halt irgendwie gucken, dass man für Abkühlung sorgt, für ein bisschen Schatten sorgt.

Aber die Kinder kennen, die meisten kennen den Park ja hier, weil hier kann ja nichts groß passieren. Es ist ja eigentlich relativ überschaubar. Und ich glaube, für die Eltern ist es auch, also ich erlebe das auch, dass dann die Eltern mit ihrer Decke unter dem Baum sitzen und die Kinder dann auf die Bühne nach vorne rennen und sich das Programm gucken und dann wieder zurückkommen.

Also die können sich auf jeden Fall alle frei bewegen. Aber oft sitzen die Eltern selber mit auf der Bühne, weil sie es selber toll finden. Also vor der Bühne und lauschen dem Programm.

Vor allem den Kinderdisco, das kommt immer sehr gut an. Das kann man ja auch dann beliebig als Besucher, sei es jetzt mit Kindern oder ohne, ja auch beliebig steuern, wie weit man hier von der Bühne weg ist, insofern wie weit man seinen Abend oder das gestaltet oder auch die Namen spendet. Genau, das ist ja denen überlassen, inwieweit man sich, also man hört irgendwann, wenn man ganz weit weg ist, hört man halt nichts mehr von der Bühne.

Aber ich merke schon, dass die Familien da relativ entspannt sind und keinerlei Ängste da sind, ihre Kinder mal kurz da vorne hinzulassen. Das Gefühl hatte ich jetzt nie gehabt. Bei meiner Tochter auch nicht.

Nochmal zu ORGA, also zum Organisieren. Da sind jetzt also viele Leute involviert, die was beitragen und die verschiedenen Bereiche auch verantwortlich bedienen. Du bist also eigentlich dann auch im Laufe des Jahres ziemlich viel damit beschäftigt, das alles unter einen Hut zu halten und dafür zu sorgen, dass auch jeder weiß, wie das im nächsten Sommer auch stattfinden wird und wie das genau funktionieren wird, weil die Kleinigkeiten ändern sich ja immer und da muss man auch ein bisschen improvisieren, oder? Ja, aber bei uns ist es so, dass jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin hat ihren eigenen Aufgabenbereich.

Es gibt dann eine Kollegin, die macht die Dienstpläne für Tagdienst, für Infokiosk. Es gibt einen Kollegen, der den Tresendienstplan macht. Es gibt einen Kollegen, der den Nachtdienstplan macht für die Nachtwache.

Ich mache selber, also die organisieren das, ich verwalte es quasi. Also ich gucke, dass die Pläne da sind, dass die Verträge von den Bands da sind. Ich mache die Verträge mit denen, dass die ganzen Infos da sind, die ich brauche, um einen Vertrag mit denen zu machen und gucke so, was hier gebraucht wird und irgendwie vom Büro oder was, so ein bisschen so ein Grundüberblick, aber so Dienstpläne und das machen eigentlich die Kollegen.

Ich meine, die Abendverantwortliche auch oft am Abend, es gibt immer einen Hauptverantwortlichen, der immer da ist und das mache ich natürlich dann auch mit, der einfach irgendwie Ansprechpartner ist für Kolleginnen und Kollegen, wenn Fragen da sind, wenn Wechselgeld fehlt, wenn, keine Ahnung, wenn Sturmwarnung ist, muss ich entscheiden, brechen wir ab oder nicht. Die Ansagen auf der Bühne, die Bands begrüßen, das Publikum begrüßen, das gibt es immer vor jedem, vor jedem Programmpunkt gibt es eine Ansage von uns quasi. Wir weisen dann immer nochmal hin auf die Stoffe, auf die roten Eimer, wo man spenden kann, dass das alles eintritt, dass kein Eintritt kostet, aber für uns natürlich Kosten entstehen und sagen den Bands hallo, begrüßen die Bands und das machen wir vor jedem Programmpunkt, also zweimal am Tag auf jeden Fall.

Also das Festival ist erstmal frei, man kann hier einfach herkommen, es gibt die Spendenmöglichkeit, funktioniert das denn, geht das denn auf? Ja, bisher noch, sonst würden wir es nicht mehr machen, klar ist es, dass die Personalkosten sind natürlich immens, wir zahlen alle, Mitarbeiter kriegen über Mindestlohn und das ist uns auch wichtig, die Künstler werden natürlich dementsprechend entlohnt, alles ist teuer geworden und die Spendenbereitschaft ist in den letzten Jahren noch stark gesunken, muss man sagen, es ist jetzt nicht mehr so, dass der Stoffel uns über den Herbst noch mitträgt, wenn wir auf Null rauskommen, sind wir schon, also letztes Jahr war es so, sind wir auf Null rausgekommen und eigentlich sollte er noch etwas abwerfen für die Herbstmonate, aber das ist leider lange nicht mehr der Fall, seit mehreren Jahren nicht mehr, vor Corona war das noch so, aber seit Corona merken wir, also es wird weniger Publikum und wenn ich selber die Spenden ja annehme und zähle, merkt man schon einen Rückgang. Du sagst weniger Publikum, was ist denn euer Eindruck, möchte das Publikum weniger unterhalten werden oder solche Gelegenheiten nutzen oder gibt es andere Sachen, die vielleicht die Aufmerksamkeit des Publikums anders absorbieren? Also ich glaube, es ist auf jeden Fall wetterabhängig, wir hatten auch letztes Jahr ein paar Regentage, da war es natürlich nicht ganz so voll, auch bei Hitze, verstehe ich es auch, sich da nicht hinsetzen zu wollen bei 40 Grad im Schatten, sonst sind natürlich viele, unser Stammpublikum wohnt hier nicht mehr in Nordend-Bornheim, die mussten irgendwie aufgrund von zu hohen Mieten oder wie auch immer wegziehen und die, die nachkommen, haben es vielleicht noch nicht so angenommen, würde ich sagen. Aber dafür kommen natürlich auch junge Leute nach, weil wir auch junge Bands haben, die natürlich auch viele Freunde haben, die so nachziehen und deswegen hoffen wir, dass es dieses Jahr auf jeden Fall wieder mehr Zulauf bekommt als die letzten Jahre.

Also wenn das Ganze jetzt gerade so aufgeht, heißt das eigentlich auch, dass die Leute, die das machen, eigentlich eine zusätzliche Motivation auch aufbringen müssen, also gerne Musikfestivals machen wollen, oder? Wie muss ich mir das vorstellen? Genau, also die meisten Kollegen und Kolleginnen, die hier arbeiten, arbeiten hier schon seit mehreren Jahren und die fragen auch immer, wann ist der Stoffel, nehmen sich extra Zeit, also die meisten studieren noch und in ihrer Semesterferien, also fragen auch immer, wann ist der Stoffel, wollen immer sofort arbeiten. Das merkt man auch, viele sind auch da reingewachsen, die kamen zum ersten Mal hier, da waren die 10, jetzt sind die 20 oder so und arbeiten hier. Die Motivation ist auf jeden Fall da.

Für mich persönlich, ich finde, so eine Art Festival gibt es halt sonst nicht, wo du halt wirklich hinkommen kannst. Es gibt keinen Konsumzwang, es gibt keinen Eintritt und das Programm ist gut und ich glaube, deswegen will jeder, dass es weitergeht, also weil diese Art, weil wir sonst nicht wissen, was wir sonst machen. Also wir können den Stoffel nicht, wir können es nicht einzäunen, wir können es nicht mit Eintritt machen, dann wäre es kein Stoffel mehr, dann wäre es irgendwas anderes und wir haben ja eigentlich immer diese 3,5 Wochen hier und ich finde, das sollten wir nutzen, solange es irgendwie geht und genau und vielleicht, wir hoffen halt natürlich, dass die Spendenbereitschaft dieses Jahr größer wird, sodass wir wieder sagen können, okay cool, es hat sich krass gelohnt und wir können nächstes Jahr wieder machen mit anderer, neuer Motivation, aber trotz, dass es auch die letzten Jahre immer knapp war, haben die Leute trotzdem Bock, also die Kollegen haben trotzdem Bock drauf, also irgendwie, weil das halt auch sehr was familiäres hat, also hier, viele sitzen dann auch noch nach Feierabend hier und hier sind Freundschaften entstanden unter den Kollegen, also das ist schon auch so ein sehr, so ein Ort, wo man so socialized und wo man sich kennenlernt und wo man irgendwie gerne ist und viel Zeit verbringt, auch wenn man nicht unbedingt arbeiten muss, aber auch gerne privat hier ist, das sehe ich so, wenn ich immer abends hier bin, so an den ganzen jungen Kollegen und Kolleginnen, das ist sehr, sehr schön, ja.

Wenn ihr jetzt neue technische Möglichkeiten benutzt und einsetzt, also zum Beispiel jetzt, was die Bezahlung angeht, das ist ja unter Umständen auch eine Anforderung, dass das Publikum heute gerne möchte, dass es mal ruckzuck hier mit Karte zahlen kann oder so, seht ihr da auch Möglichkeiten oder habt ihr da auch Visionen, vielleicht auch andere, neuere Möglichkeiten, auch in ganz anderen Bereichen, also jetzt im Programm, in der Programmverteilung oder so, da selbst überhaupt was zu unternehmen, seht ihr das, seid ihr da am Überlegen? Also ich glaube, wir sind immer gewillt, neue Sachen auszuprobieren. Wir gucken natürlich, was ist gerade, was gibt es sonst noch für Formate, die wir vielleicht adaptieren können oder die wir auch machen können. Wir hatten letztes Jahr den Mirko Becker hier, der hatte, der dieses damals in Frankfurt ganz doll auf Social Media macht, den hatten wir hier als zu Gast, der hat hier mit mehreren Leinwänden eine Stunde erzählt, das war total schön, es war auch was ganz Neues, dieses Format, das zu machen.

Da gucken wir schon, ob es irgendwas Neues gibt, wo wir aufspringen können, aber es soll auf jeden Fall ein Live-Festival mit viel, viel Musik, vielen tollen Bands bleiben und drum herum kann man, gucken wir immer mal, was wir noch zusätzlich on top machen können, um irgendwie die Leute zu locken, um mal was Neues auch zu machen und mal irgendwas auszuprobieren. Silent Disco haben wir vor ein paar Jahren auch einfach mal ausprobiert und es hat sich bewährt und Flohmarkt genauso, so ist es halt entstanden und so wird irgendwie vielleicht auch in den nächsten Jahren irgendwas Neues wieder entstehen, aber dafür brauchst du natürlich ganz viele kluge Köpfe, die halt immer sich zusammensetzen und überlegen, okay, was könnte man noch machen, dann hat der eine, sagt der eine oder die eine, hey, das habe ich mal gesehen, vielleicht könnte das funktionieren, dann wird es diskutiert, dann wird geguckt, klappt das oder klappt das nicht, also so ist halt der Prozess und so wird sich irgendwie auch immer was Neues entwickeln. Also der Fokus soll auf der Livemusik bleiben, definitiv, aber zusätzlich sind wir offen, dass irgendwie das erweitert werden kann, natürlich, ja.

Das ist nach wie vor der Schwerpunkt, Livemusik beim Stoffel im Güntersburgpark, vom 30. Juli bis 18. August.

Also Donnerstag geht's los. Wir sprechen jetzt nochmal mit Michael, der vom Stahlburgtheater ist und der uns erzählen kann, warum man überhaupt Theater macht, warum man ein Musikfestival macht. Was steckt dahinter? Was ist die Motivation? Was ist die gesellschaftliche Relevanz? Michael, Stoffel, zum 23.

Mal. Wir sind hier auf der Wiese im Güntersburgpark und die Aufbauarbeiten sind in vollem Gange. Ja, das ist wohl wahr und seit 23 Jahren bauen wir hier auf und es wurde halt nach den ersten Jahren immer größer.

Mittlerweile seit 10, 12, 14 Jahren ist es konstant, konstant viel Arbeit. Aber sie gelingt uns immer wieder, das heißt uns, ich habe da mittlerweile nicht mehr viel mit zu tun. Ich bin nun auch schon im fortgeschnittenen Alter und es wäre eher ein Hindernis, denn eine Hilfe, wenn ich da mich anbieten würde.

Ihr habt jetzt also dieses Theaterfestival, ein Programm zusammengestellt, es gibt Kinderprogramme, es gibt was für Erwachsene, es gibt Musik, aber auch ganz unterschiedliche, ich sage mal sowas wie Silent Disco, also so ganz neue Formen, wo es nicht nur eine Bühne gibt und Zuschauer, sondern man hat auch ein bisschen andere Formen inzwischen bekommen. Ja, es ist halt ein bisschen zeitgemäßer alles und wir haben uns schon lange überlegt, dass man auch abseits des klassischen Programms auf der Bühne ein paar Sachen nebenbei machen kann. Und so hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt, so zum Beispiel auch der Flohmarkt, was ja eigentlich mit dem Stoffel nichts zu tun hat, aber dennoch ein wichtiger Faktor, ist aber auch für die Leute wichtig, weil sie wissen, Stoffel ist auch Flohmarkt, zweimal.

Von daher ist das schon ein großer Identifikationsfaktor, auch das Drumherum, alles Mögliche. Die eigentliche Frage, die auch ich mir stelle, warum macht man denn heute noch so ein Theater? Also was ist denn die besondere Qualität, dass man überhaupt sagt, hier Theater für die Leute, das ist interessant, das wollen die sehen? Wollen die das wirklich sehen? Also der Stoffel ist ja vornehmlich Musik, aber im Stahlburgtheater machen wir ausschließlich Theater. Und Theater gibt es seit vielen hundert Jahren, seit vielen tausend Jahren und das wird ja auch seine Gründe haben.

Und deswegen wird der Theater auch immer weiter bestehen, weil es hat seine eigene Faszination. Jeden Abend ist quasi eine kleine Premiere auf der Bühne, weil es sind immer neue Zuschauer, auch für die Schauspielerinnen und Schauspieler ist es jeden Abend was Neues, da kann immer irgendwas Unvorhergesehenes passieren und das macht sowohl für die Leute auf der Bühne als auch im Publikum den Reiz aus, denn kein elektronisches Medium, weder Fernsehen noch Podcast, was wir uns irgendwas bieten können. Außerdem sitzt man direkt Nase an Nase dran.

Ja, man kann Live-Sendungen im Fernsehen angucken, aber da spürt man auch, die Leute auf der Bühne atmen und schwitzen, sieht man sie. Und umgekehrt, die Schauspielerinnen und Schauspieler erleben die Reaktionen des Publikums. Von daher ist Theater nie durch irgendetwas zu ersetzen sein.

Hat sich das auch verändert oder gibt es da Veränderungen? Kann man das sehen, dass sich auch die Inhalte verändern, die Themen? Gibt es da neue Schwerpunkte? Inwieweit ist das relevant, was ihr jetzt hier mit Theater, aber auch Musik, was ihr da macht oder wie seht ihr das? Also was das Theater angeht, kann man sagen, es ist seit Jahrtausenden die gleiche Thematik. Und da wird sich auch nichts ändern. Bis nachher immer gibt es zwei Grundbedürfnisse der Menschen.

Das eine ist die Fortpflanzung und das andere ist die Nahrungsaufnahme. Das war schon bei den Sammlern und Jägern so. Und das wird immer auch ein Faszinosum sein auf der Bühne.

Und sobald eines dieser beiden Themen oder wenn sogar beide gleichzeitig auf die Bühne kommen, dann wird es für die Leute interessant, ohne dass sie das merken. Ein anderer Punkt ist natürlich politisches Theater. Theater muss politisch sein und Theater ist eigentlich automatisch politisch, es macht dummes Zeug.

Aber auch das ist schon wieder politisch, weil man dann so eine Leck mich am Arsch Stimmung da verbreitet, die gerade in der heutigen Zeit kein Mensch braucht. In der heutigen Zeit der Politikverdrossenheit. Von daher ist eine Mischung mit einem Hauch Politik oder einem größeren Hauch Politik nicht nur wichtig, sondern unabdinglich.

Und hat da jetzt Theater oder auch so ein Live-Event, wo man die Künstler ziemlich nah sehen kann, also wenn man sich in die erste Reihe drängelt, der wirklich da einen sehr direkten Eindruck hat, hat das noch diesen Stellenwert? Also funktioniert das noch, gerade im Gegensatz zu vielleicht elektronischen Kanälen? Ja gerade, weil die Leute das genau suchen. Und deswegen funktioniert es eigentlich auch immer besser, ganz einfach. Die Leute suchen ja oft auch, ohne dass sie es oft merken, viele gränen ja nach der guten alten Zeit, die so gut ja noch nie war, wie in der Erinnerung der Menschen.

Aber im Zuge dessen ist es natürlich auch etwas, was viele sich wünschen und dann die Erfüllung im Theater sehen. Auch ohne es zu merken so wirklich. So eine unterbewusste Geschichte ist das.

Und das ist gut so. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Und das hat sich auch über die Zeit nicht verändert? Also nach wie vor ist das eine stabile Situation? Ja, ja, ja.

Man sehe nur Kindertheater. Jedes Kind ist fasziniert von Kindertheater. Sie werden kein Kind finden, das sich irgendwie abwendet.

Die sind zwar sehr kritisch. Kinder sind die größten Kritiker überhaupt. Die zeigen auch sofort, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.

Also es gibt kein Vornehmen, sich zurückzuhalten. Wenn es nicht gefällt, dann wird genölt, genölt und gequengelt und geweint oder sonst irgendwas. Aber wenn es gefällt, dann sitzen die still und stark da und gucken gebannt auf die Bühne.

Und das ist das Ding, was natürlich wir Erwachsene uns auch irgendwo bewahrt haben. Und wir sollten halt immer gucken, dass wir das auch wieder hervorholen, diese Fähigkeit uns für etwas zu interessieren. Die Auswahl der Bands oder auch der Stücke, die ihr jetzt präsentiert, sei es jetzt in eurem regulären Programm oder eben auch im Stoffel jetzt, wo das sehr, sehr konzentriert ist, da guckt ihr schon, dass das auf der einen Seite Sachen sind, die ankommen, aber eben auch schon Inhalte haben, wo man zuhören möchte? Ja, bei der Musik jetzt nur bedingt.

Es gibt doch einfach Unterhaltungsmusik. Und es ist ja auch ein legitimes Interesse der Menschen, dass sie sich unterhalten fühlen. Das ist halt auch so eine Wiese da.

Und das bedienen wir auch. Wir wollen jetzt nicht da jeden Abend die Leute mit irgendwelchen Problemen zuschütten. Von denen haben sie ja tagsüber genug.

Und das ist halt der Unterschied zwischen dieser Musik auch und Theater. Wobei im Theater achten wir schon eher auf inhaltliche Qualität. Bei uns gibt es jetzt kein blödes Comedy oder sowas.

Mario Barth hätte keine Chance, bei uns aufzutreten zum Beispiel. Wenn er noch so viel Geld zahlen würde. Da muss man schon drauf achten.

Hat sich denn so eine Balance zwischen älteren und jüngeren Zuschauern, aber auch älteren und jüngeren Akteuren, hat die sich ein bisschen verändert? Oder gibt es da bei jungen Leuten ein massives Interesse? Oder sagen die eher, ach nee, interessiert mich überhaupt nicht so, dass ich mich im Theater setzen muss oder vor eine Bühne setzen muss und da jetzt zuhören muss und kann nicht vorspulen oder so. Merkt man da, dass sich das in der alten Struktur verschiebt oder bleibt das stabil? Das ist programmabhängig. Und Theater ist per se erstmal etwas für gereiftere Menschen.

Zuerst gibt es ja Kindertheater, das finden die Kinder gut. Aber dann gibt es eine Phase, wo die Menschen nicht so theateraffin sind. Aber so mit 20 oder sowas beginnt das Interesse wieder zu reifen.

In der Regel. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, das ist klar. Hier beim Stoffel ist es so, dass das Publikum im Laufe der Zeit ein bisschen jünger geworden ist.

Vom Durchschnitt her. Ist auch gut so. Aber das hat auch den Grund, weil viele Ältere wohnen auch gar nicht mehr hier im Norden.

Und das haben wir auch darauf geachtet, dass das Publikum sich ein bisschen verjüngt. Auch im Programm, weil wir wollen halt auch junge Leute ansprechen. Und nicht nur Alte, wobei kein Mensch weiß, was ist ein Programm für ältere Leute.

Ich bin jetzt auch Mitte 60 oder Ende. Man kann jetzt auch nicht sagen, es gibt Sachen, die den Michi halt interessieren. Das wäre zu einfach.

Die Zukunft des Stoffels? Die Zukunft des Stoffels hängt von der Finanzierung ab. In den letzten Jahren haben wir schon teilweise draufzahlen müssen. Und ganz, ganz früher, vor langer, langer Zeit, war der Stoffel mal dafür gedacht, auch als Anschubfinanzierung für die ersten Monate der neuen Saison im Theater zu dienen.

Aber das ist lange her. Mittlerweile sind wir froh, wenn es sich einigermaßen rechnet. Und falls das nicht der Fall sein sollte, dieses Jahr auch wieder nicht, sind wir schwer im Überlegen, ob wir es nächstes Jahr wieder machen.

Weil es schlicht keinen Wert hat, dass wir uns da monatelange Arschen aufreißen und am Ende da stehen und nichts haben, außer viel Arbeit gehabt. Und mit Mühe und Not gerade mal die Künstlerinnen und Künstler bezahlen können. Von daher ist offen, schauen wir mal.

Im Herbst wissen wir es. Also, wir werden sehen, wie das Stoffel dieses Jahr wird. 30.

Juli bis 18. August im Güntersburgpark. Ja, dann sind wir gespannt, was der diesjährige Stoffel, was der bringen wird und wie der sich dann machen wird.

Ja, wir sind auch gespannt. Wir freuen uns. Wir freuen uns über zahlreiche Besucher und Besucherinnen und sind auch sehr gespannt und freuen uns.

Unsere Sendung könnt ihr nachhören auf unserer Webseite politopia-magazin.de. Dort haben wir alle unsere Sendungen versammelt und in den Shownotes findet ihr auch noch weitere Links. Wir freuen uns, dass ihr dabei wart. Schön, dass ihr zugehört habt.

Hier ist das politopia-Magazin. Wir hören uns jede Woche Mittwoch 16 Uhr bei Radio X. Also, bis nächste Woche.