Die Kritikalität von Rohstoffen – wann platzt die Bombe?

Wir hören den Vortrag von Martin Hillenbrand "Die Kritikalität von Rohstoffen, wann platzt die Bombe?" beim 36. Chaos Communication Congress.
Sendung vom 2023/01/18 16:00:00 GMT+1
Download: pta230118.mp3

Rohstoffe

Der Vortrag im Video: media.ccc.de/v/36c3-10598-kritikalitat_von_rohstoffen_-_wann_platzt_die_bombe

Der Podcast von Martin Hillenbrand ressourcen.fm

Medienportal des CCC: media.ccc.de

Der Chaos Computer Club: www.ccc.de

Playlist

Transkription

[0:01] Hallo, hier ist das politische Magazin. Euer gesellschaftspolitisches Magazin bei Radio X, dem Frankfurter Bürger Radio.
Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr zuhört.
Ja, wie immer freuen wir uns, dass ihr mal wieder lauscht, was wir für euch ausgegraben haben. Ähm.
Ich muss ja wirklich sagen, es gibt so viele spannende Themen, über die wir uns unterhalten müssen.
Und wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen.
Heute unterhalten wir uns ein bisschen über Rohstoffkritikalität. Wenn euch fragt, was das ist, naja, dann haben wir das ja schon. Ganz klar.
Es geht um Rohstoffe, also die Dinge, die wir verwenden, um sie im täglichen Leben, beim täglichen Leben im Einsatz zu haben.
Das heißt, Sachen, die, die wir verbrauchen, die es dann auch nicht mehr, nicht mehr existieren oder Dinge, die wir einsetzen und dann, wenn sie, wenn wir das nicht mehr brauchen, für was anderes einsetzen.
Also es gibt ja viel Material, das man gut wiederverwenden kann, zum Beispiel, dass ich Eisen oder so.
Also der Stahl, den kann man schon wiederverwenden und da kann man auch neue Sachen draus machen.
Kostet natürlich alles Energie und die ist dann natürlich weg. Also insofern hat das so seine zwei Seiten.

[1:06] Wir werden uns da jetzt mal was anhören, und zwar ganz konkret haben wir wieder einen Vortrag, der beim 36 c3, dem 36. Chaos Communication Congress, gehalten wurde.
Ihr habt vielleicht schon in der Vergangenheit gehört gemerkt, dass wir ab und zu von dort Vorträge haben.
Der Punkt ist einfach Das sind spannende Sachen. Das sind super interessante Leute, die super interessante Dinge zu erzählen haben.
Und insofern ist es immer.
Tolle Sache, da reinzuhören. Natürlich werden wir auf unserer Webseite Politmagazin bis dahin auch drauf verlinken, das heißt, ihr könnt euch die Sachen alle selber noch mal anhören.
Da gibt es oft eben auch Videos von dem, was wir jetzt nur im Ton hören werden.
Und da könnt ihr euch dann noch mal schlau machen und auch noch weiter forschen und mehr rauskriegen, als was wir jetzt hier uns nur kurz angucken.
Also gleich hören wir einen Beitrag von Martin Hillebrand.
Der ist studiert Wirtschaftsingenieur. Das heißt, bei der Veranstaltung hat er das getan. Vielleicht ist er inzwischen schon fertig. Da geht es um die Kritik von Rohstoffen.
Wir hören uns das gleich an. Vorher gibt's noch mal ein bisschen unsere Themenmusik zum Thema Umwelt.
Bis gleich. Hier ist das Magazin Euer gesellschaftspolitisches Magazin bei Radio. Schön, dass ihr dabei seid. Schön, dass ihr zuhört.
Ja, wir unterhalten uns heute über Rohstoffkritikalität bzw.

[2:35] Wie hing das alles zusammen? Wir verwenden ja Rohstoffe in unserem täglichen Leben ständig und haben da sozusagen auch einen Bedarf, einen ständigen Bedarf, um unser modernes Leben, wie wir das jetzt hier um uns haben, auch aufrechtzuerhalten.

[2:51] Dass das alles nicht so ganz einfach ist bzw. da es komplizierte Vernetzungen gibt und auch Abhängigkeiten gibt.
Da haben wir jetzt einen Vortrag vorliegen, den hat der Martin Hillenbrand gehalten beim 36 C3.
Und da erzählt er so ein bisschen, wie da Zusammenhänge sind.
Er selbst studiert Wirtschaftsingenieur. Das heißt.

[3:15] Er ist auch beschäftigt mit Zusammenhängen, die eben nicht nur auf so technischen, sondern auch auf so ökonomischen Ebene funktionieren.
Der Titel seines Vortrages lautet Die Qualität von Rohstoffen. Wann platzt die Bombe?
Für die, die mich nicht kennen und sich denken Wer ist der Typ da vorne?
Mein Name ist Martin Hillenbrand. Ich studiere aktuell an der Universität Augsburg Wirtschaftsingenieurwesen und habe im Rahmen von meinem Studium dort in mehreren Fällen das Konzept der Rohstoffkriminalität kennenlernen dürfen.
Und darüber möchte ich heute dann auch diesen Vortrag halten und euch das Thema ein wenig näher bringen. Dass ihr danach eine Idee habt, wie man.
Rohstoffkriminalität bewerten kann und was das überhaupt bedeutet.
Zu mir selbst. Ich mache eben, wie schon gesagt, den Podcast Ressourcen FM, der sich um Material und Energierohstoffe dreht.
Heute wird es hier nicht konkret um einzelne Rohstoffe gehen. Ich werde das Ganze leicht anreißen.
Aber vor allen Dingen soll es hier um die quantitative Methode gehen, wie man diese eben bewerten kann.
Ich habe den Vortrag in vier Teile aufgeteilt. Einmal eine kurze Einführung in die Grundlagen für den einen oder anderen von euch. Ist das vielleicht neu, für den anderen schon bekannt?
Dann werden wir die drei Tage Materialien besprechen, insbesondere was, wofür drei TG eigentlich steht. Wer von euch weiß das denn mal? Handzeichen?
Okay, Also dann seid ihr hier richtig. Danach wisst ihr, dass.

[4:43] Der dritte Punkt ist dann eben die Kritik alitätsanalyse. Und vierte Wenn wir dann noch Zeit haben und ich nicht von der Bühne runter geschubst werde, dann wollen wir noch ein bisschen über die Zukunft reden, wie eben die Methodik weiterentwickelt werden kann und wie es hier weitergehen kann.
Aber fangen wir einfach direkt an.. Ich habe hier ein sehr buntes, sehr unübersichtliches, vielleicht unübersichtliches Schaubild mitgebracht, wie denn der Rohstoffabbau im Allgemeinen stattfindet.
Ihr seht, hier unten habe ich eine kleine Legende gemacht, mit den drei Hauptfarben.
Wir haben einmal Orange für den materialbezogenen Teil, blau für den produktbezogenen Teil und grün für den prozesssbezogenen Teil.
Material bezogen ist hier einfach ganz einfach so zu verstehen.
Hier weiß man, was drin ist. Also wir haben Abbau von Erzen, Abbau von Vorkommen.
Wir wissen, dass es zum Beispiel um Bauxit Erz oder wir wissen, dass es ein Herz aus Gold enthält.
Dieses Erz wird auf gereinigt. Wir haben Aufbereitung davon. Wir wissen immer noch, dass Gold drin. Und da ist Aluminium drin.

[5:47] Hier ist jetzt eine Grenze, und zwar ab dem Punkt, wo wir ein Produkt daraus machen, verschwindet manchmal das Wissen darüber, was denn Rohstoff drin ist.
Ich habe jetzt mal so ein Produkt mitgebracht, das ist Alufolie. Gut, da ist es einfach. Da wissen wahrscheinlich die meisten von euch, dass Aluminium drin ist.
Aber ich habe auch noch ein zweites Produkt mitgebracht, und zwar das ist ein Feuerzeug.
Hier ist ein Reibrad dran. Und ich würde jetzt mal annehmen, wer von euch weiß aus was das gemacht ist.

[6:14] Okay. Gut. Also, da sind unter anderem Seltene Erden drin, in Form von Wasser.
Das heißt, wenn ihr auf einer Party angehen wollte und sagen wollte, ich bin reich, dann sagt, ich habe seltene Erden in der Hosentasche.
Vielleicht auch nicht. Also.

[6:30] Auf jeden Fall. Hier weiß man eben ab diesem Zeitpunkt oftmals nicht mehr. Was für Rohstoffe nutze ich eigentlich?
Und wenn man sich das anschaut, dann kommt hier noch einiges, also nach der Produktion und Verarbeitung und natürlich die Nutzung eines Produkts, dann irgendwann auch das Lebensende des Produkts, wenn ich es nicht mehr weiter benutze und dann eben irgendwann auch entsorge, deponiere oder einfach wegschmeißen.

[6:53] Wir haben hier aber auch noch andere Punkte, die vielleicht weniger bekannt sind. Hier Punkte in der Situation bedeutet einfach Feinstverteilung.
Das passiert über alle anderen Stationen hier oben.
Es bedeutet zum Beispiel bei einer Mine, wenn ich irgendwie etwas abbaue, dann habe ich Staub. Dann habe ich Austrage von diesem Rohstoff.
In die Natur. In Gewässer. Ich habe Abwasser, wo ich Verluste habe von meinem Material.
Das gleiche gilt hier für die Gewinnung und Aufbereitung, wo ich auch wieder Abfälle und Verluste habe, bis hin sogar hier bei dem Gebrauch und bei der Nutzung.
Ganz klassisch Wenn einem das Telefon im See fällt, ist es auch weg. Dann ist es nicht deponiert. Das ist kein Abfall.
Hoffentlich wisst ihr das. Ich gehe mal davon aus. Auf jeden Fall, ja. Dann ist es passiert. Man kann es nicht mehr zurückholen. Man kann es nicht mehr weiter nutzen.

[7:43] Beim End of Life gibt es aber nicht nur die Deponierung, sondern es gibt auch noch die sogenannten sechs Ruhephasen phasen.
Drei davon sind hier im Lauf aufgezeichnet und drei davon sind in grün.
Das wäre einmal das Recycling, das kennt wahrscheinlich jeder. Hier geht es darum. Ich schätze zum Beispiel das Handy, wo die Rohstoffe zurück arbeitet, Daraus ein neues Produkt Manufacturing.
Das wird meistens unter Recycling gehängt, ist aber eigentlich was anderes. Und zwar geht es hier darum, Ich nehme einzelne Komponenten aus dem Produkt heraus, die noch gut sind und verwende diese weiter.
Beispielsweise ich habe ein Elektroauto, da ist der Akku nicht mehr ganz so gut. Ich baue den Akku aus, ich verwende den in einem Notstromaggregat einfach als Speicher.

[8:22] Es bedeutet, ich habe ein Produkt, das ich eigentlich nicht mehr benutzen möchte, zum Beispiel das Handy.
Also ich habe jetzt ein relativ altes, aber da kommen ja immer wieder neue raus und auch in sehr kurzen Zyklen.
Wir in Deutschland sagen ja vielleicht mal so okay, das ist noch gut, das funktioniert, aber ich schmeiße es trotzdem weg. Ich will das Neue haben. Was passiert mit diesem alten Handy?
Manche schmeißen es weg, andere sagen okay, ich bastle daraus eine Wetterstation oder irgendein irgendwas anderes Zweckentfremders.
Das ist alles in Form von Reviews.
Und die anderen drei Phasen, die ich hier in Grün aufgezeichnet habe, sind prozessbezogen, das heißt, sie wirken auf die ganzen Prozesse hier oben ein, auf die gesamten Stationen.
Das ist einmal reduce, also ganz klar, ich versuche, den Materialeinsatz zu reduzieren.
Beispielsweise gibt es die Permanentmagneten, die Eisenbohrmagnete.
Da ist eine Odyssee drin. Ist sehr, sehr teuer. Insbesondere in letzten Jahren ist der Preis sehr, sehr stark angestiegen. Deswegen versucht man das hier zu reduzieren.
Klassisches Beispiel für Redesign. In einem Auto hat man früher sehr schwere, sehr große Karossen gebaut.
Mittlerweile versucht man das alles ein bisschen abzuspecken. Auf der einen Seite um Gewicht zu sparen, auf der andern Seite spart man damit auch Rohstoffe.
Und Reviews. Das ist jetzt vielleicht das, was nicht so ganz eingängig ist.
Man verbietet den Einsatz von Rohstoffen, zum Beispiel FCKW als Kühlmittel wird heute nicht mehr eingesetzt und hier hat man einfach die Entscheidung getroffen Das wollen wir nicht.
Aber auch wenn der Kunde sagt, ich möchte das nicht, dann ist es auch eine Form von Reviews und wirkt eben auch auf diese Prozesse ein.

[9:52] Das zweite, das heute noch für den Vortrag wichtig ist, ist das sogenannte Modelldiagramm.
Keine Angst, das ist vielleicht etwas unübersichtlich, vielleicht auch noch nicht so ganz intuitiv, was ihr von hier von euch merken sollte Es sind einmal die Reserven und einmal die Ressourcen.
Die grobe Unterteilung ist hier die Reserven. Also immer wenn von Reserven gesprochen wird, geht es hier um Vorkommen, um Lagerstätten im Boden, die rentabel abbaubar sind. Also zum aktuellen Marktpreis des Rohstoffs kann ich diese Lagerstätten erschließen und abbauen.
Und auf der anderen Seite weiß ich auch, dass diese Lagerstätten da sind.
Also sie sind entdeckt worden. Man weiß ganz genau, wie viel davon ist im Boden, Wo ist es im Boden drin? In welcher Qualität ist es im Boden?
Bei den Ressourcen sieht das ein bisschen anders aus. Wir haben hier zum Beispiel Lagerstätten, die sehr tief liegen, die aktuell noch nicht rentabel abgebaut werden können.
Oder aber sie sind noch nicht entdeckt worden. Das heißt, ich vermute, sie vermuten Schäden bei dem anderem, aber ich schlussfolgere sie, dass hypothetisch ja was sein müsste.
Wenn ich Rohstoffe nachgewiesen habe oder Lagerstätten nachgewiesener Lagerstätten nachgewiesen habe, dann kann ich auch in der Mitte vermuten oder annehmen, dass hier eben auch Lagerstätten sind. Aber ich weiß es noch nicht sicher.
Also warum ist das jetzt relevant? Das erfahrt ihr dann später.

[11:09] Die Ressourcenbasis hier unten. Das wären dann eben Rohstoffe, wenn ich sie zum Beispiel aus dem Meerwasser raushole.
Ist aber nicht ganz so relevant, weil das doch sehr weit in der Zukunft ist. Aber der Vollständigkeit halber habe ich es jetzt hier eben auch mal mit aufgeführt.
So sind wir schon beim zweiten Punkt gehen ganz schnell wieder ein bisschen vorankommen.
Die drei Materialien. Ich führe das jetzt ein bisschen weiter aus, weil sich ja nur drei Leute gemeldet haben. Drei Tage steht einfach für diese vier Rohstoffe hier oben.
Zinn, Wolfram, Tantal und Gold. Und nachdem das auf Deutsch abgekürzt nicht wirklich cool klingt, wurde einfach entschieden, dass die englischen Namen hier genannt benutzt wurden.
Wir sind hier, um auch Vertreter von den Ärzten für.
Aber und?

[11:56] Aber warum ist das jetzt eigentlich wichtig? Warum rede ich davon? Die drei TG Materialien werden oft auch genannt. Die Konfliktrohstoffe.
Konfliktrohstoffe sind zwar klar definiert, denkt man jetzt erst erstmal, aber klar definiert für verschiedene Länder.
Jedes Land versteht hier und da darunter etwas anderes.
Es war mir einmal die Definition von den Amerikanern über den Dodd Frank Act.
Die sagen, Konfliktrohstoffe sind Rohstoffe, die im Kongo abgebaut werden, und in Anrainerstaaten von Kongo.
Warum ist das so? Kongo und Anrainerstaaten sind nicht dafür bekannt, dass sie besonders sicher sind. Hier gab es jahrelang Bürgerkrieg. Gibt es heute noch Konflikte?
Und diese Rohstoffe, also die drei Materialen, stehen im Verdacht, hier diese Konflikte anzuheizen. Also Warlords oder lokale Gruppen beuten diese Rohstoffe aus, verkaufen sie und finanzieren davon dann ihren Krieg in Bürgerkrieg.
Deswegen haben die Amerikaner 2010 schon gesagt okay, wir wollen das in irgendeiner Form sanktionieren und überwachen.
Wir haben es eben eingeschränkt auf die drei Tiger, auf die Kongo und Anrainerstaaten und auf drei Derivate.
Und außerdem, weil das sehr eng gefasst ist, haben sie gesagt, alles, was der Secretary of State sagt, gehört auch noch dazu. Haben Sie sich ein Hintertürchen freigehalten?
Die Europäer auf der anderen Seite haben es ein bisschen weiter gefasst. Sie haben erst mal gesagt Weltweit und alles.

[13:15] Ja, also da zählt auch mit rein Diamanten.
Wer von euch den Film Diamond gesehen hat, der weiß, dass wer nicht gesehen hat, schaut ihn euch nicht an. Aber auf jeden Fall.
Diamanten waren früher sehr bekannt dafür, dass sie Konflikte finanzieren und unterstützen.
Mittlerweile gibt es ja den Kimberley Prozess. Das wurde alles etwas eingeschränkt.
Also basiert heute nicht mehr so sehr für die Rohstoffe mittlerweile auch nicht mehr, weil die eben hier sehr viel Überwachung geschaffen wurde.
Es gibt aber eben auch andere Rohstoffe, wie zum Beispiel Edelhölzer, wo man jetzt erst mal nicht dran denkt. Oder Drogen, Rohstoffe, woran man jetzt vielleicht doch schon denkt.
Die unterstützen und finanzieren Konflikte. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich das ein bisschen einfacher gemacht. Die haben zwar gesagt weltweit, aber nur die Strategie Rohstoffe.

[14:03] So viel jetzt erst mal zu den juristischen. Ich habe ja schon gesagt, ich möchte euch auch zeigen, wofür die eigentlich eingesetzt werden und warum sie für uns als Deutschland und Europa relevant sind.
Gold beispielsweise hier oben in Form von Goldnuggets wird eingesetzt für Goldkontakte, für Schmuck als Wertanlage, klar, aber insbesondere als Gold Kontakt ist es wichtig.
Ich nehme an, jeder von euch hat ein Handy dabei.
Einfach mal Anmeldung und hat ein Handy dabei oder irgendein anderes digitales Gerät. Ja genau. Dachte ich mir schon. Hackerkongress und so.

[14:33] Hier ist überall Gold drin. Übrigens auch die anderen drei Rohstoffe. In den meisten Fällen Wolfram in Form von Glühdraht haben wir heute nicht mehr. Also Glühbirnen verwenden wir jetzt seltener, aber Wolfram ist auch drin, und zwar in Vibrationsmotoren.
Und zwar auf sein Handy. Schaut, ich habe hier noch so ein Button, weil ich ein altes Handy habe.
Wer von euch ein bisschen Neueres hat, der hat vielleicht ein Display, wo der Button zwar angedeutet ist, aber eigentlich gar nicht mehr da ist, sondern wenn ihr da draufdrückt, dann vibriert im Hintergrund ein Motor, der euch das Gefühl gibt, er drückt gerade einen Knopf.
Dieser Motor hat ein Wolfram Gewicht, weil Wolfram eine hohe Dichte hat und hohen Schmelzpunkt. Das ist da jetzt nicht so relevant, aber das ist bei anderen Sachen relevant, zum Beispiel bei Munition, zum Beispiel bei Panzerung zum Beispiel. Bei ganz vielen Legierungen wird Wolfram eingesetzt.
Tantal als Tantal. Erz, auch bekannt als Coltan, das das gleiche.
Ähm. Ich habe jetzt hier ein Bild von einem einen Kristall mitgebracht. Tantal ist in ganz vielen Technologie Anwendung relevant und wichtig und eigentlich auch fast nicht ersetzbar.

[15:30] Hier in dem Fall vor allen Dingen in Form von Tantal Kondensatoren, die eingesetzt werden, oder aber in Legierungen wird es eingesetzt, für die chemische Industrie beispielsweise.
Und hier gibt es noch ganz viele andere Einsatzzwecke. Die will ich jetzt gar nicht alle aufführen, sonst sitzt man den ganzen Abend noch hier.
Bei Zinn ist es so klar Lötzinn und unten waren sich irgendwas zusammengelötet hat, hat gelötet, aber auch im Display ist es drin.
In diesem Zinn Oxid Displays enthalten eben auch hier das Zinn.
Und ihr seht schon, es ist relevant, woher diese Rohstoffe kommen. Aber noch relevanter ist es, dass wir diese Rohstoffe überhaupt haben.

[16:07] Normalerweise geht man davon aus wie die Amerikaner. Okay, diese Rohstoffvorkommen aus diesem Gebiet nennen sich auch afghanische Regionen der Großen Seen.
Ich habe jetzt mal die Produktionsdaten, die die Amerikaner veröffentlichen, rausgesucht, und zwar von der US GEZ. Das ist die amerikanische, die ological Survey Behörde.
Die machen so Analysen und geben Zahlen raus zu allen möglichen Rohstoffen.
Und wenn wir hier mal reinschauen, also erstens, mal sehen, wir als Europäer haben wir jetzt nicht so viel davon, also 4 % in Österreich, weil Österreich eine große Mine hat. Das ist gut, könnte aber besser sein.
Nordamerika, sehen wir, hat jetzt auch nicht so viel außer ein bisschen Gold in Kanada, Südamerika. Ja gut, die sehen ganz gut aus. Aber wir sehen vor allen Dingen Asien. Und Russland hat sehr viel Gold und Zinn und Wolfram von Afrika, Tantal.
Das ist ein bisschen komisch, weil wenn wir auf die Folie davor schauen, hier heißt der noch, das kommt alles aus Afrika. Also die Daten geben nicht das her, was im Allgemeinen darunter verstanden wird.
Und zwar Afrika hat sehr viel Tantal, das es abgebaut wird. Aber hier gibt es eben auch sehr viel, was aus Asien kommt, was die Europäer jetzt zum Beispiel ihre Definition abdecken.
Man muss ja auch dazu sehen oder dazu sagen, es gibt den Verdacht, dass hier auch aus Afrika Erze in die asiatischen Regionen gebracht werden und dort gewaschen werden.
Den Verdacht gibt es, dass hier um Labeling stattfindet.
Wenn wir uns jetzt aber mal die Reserven anschauen und hier sind die Reserven, die Definition nicht vorangebracht hat, wieder wichtig.
Hier sehen wir ja, Asien und Russland haben auch Reserven davon. Also irgendwie passt das auch nicht so ganz zusammen.

[17:37] Ich muss hier aber auch dazu sagen, das sind jetzt die amerikanischen Daten. Zwar sieht das bei der Analyse auch noch mal.
Die Datengrundlage ist hier alles andere als klar. Sollte man eigentlich meinen. Man weiß das, woher die Materialien kommen, ist aber nicht so.
Deswegen genießt das hier mit Vorsicht. Man sieht jetzt auch zum Beispiel Nordamerika hat gar keine Daten angegeben, obwohl es eine amerikanische Behörde ist.
Wissen Sie eigentlich nicht, wie viel Reserven Sie in Amerika haben oder uns aus politischen Gründen nicht bekannt geben?

[18:06] Gut, kommen wir zur Analyse, dann kann ich auch nochmal näher eingehen, was das für Auswirkungen auf die quantitative Bewertung von dem Versorgungsrisiko hat.
Als Unternehmen könnte man jetzt eine abilitätsanalyse oder würde man eine Vulnerabilität Analyse machen, also eine Verwundbarkeit Analyse. Man schaut sich an, welche Technologierohstoffe setzen wir ein und welche sind strategisch wichtig? Also.
Was passiert, wenn der Rohstoff wegfällt? Kann ich dann noch überleben oder nicht?
Bei der Lieferketten Analyse gehe ich die Zulieferer durch. Ist oftmals schwierig. Ich habe für ein Fraunhofer Institut gearbeitet. Haben wir das mal versucht?
Ist in vielen Bereichen gar nicht möglich, weil die Zulieferer ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr wissen, woher das kommt.
Wir hatten Tantal, Kondensatoren haben wir im Labor untersucht. Wir wussten nicht, wie viel Tantal da eigentlich drin ist, weil keiner weiß das.
Also ist auch schwierig das rauszufinden. Und es hat mich ehrlich gesagt überrascht, weil dachte ich, jetzt weiß man, aber weiß man nicht.
Das wollen wir heute nicht machen. Gut, dass ich drüber geredet habe. Die Rohstoffe, die Qualität, das wollen wir heute machen.
Und zwar schauen wir uns an. Eine ökonomische Bewertung.
Die Aspekte Ökologie und Soziales lasse ich bewusst weg, weil ansonsten, wie gesagt, würden wir den ganzen Abend hier sitzen.
Sollte man aber hier auch beachten. Ich rede ausschließlich über die ökologisch ökonomischen Gründe.
Und danach, wenn wir noch Zeit haben, über die Handlungsempfehlungen. Was kann man denn eigentlich tun? Als Unternehmen, als Land, als Region, um hier gegenzusteuern?

[19:32] Das Vorgehen und die Probleme habe ich jetzt ein bisschen durch hören lassen. Wir hatten auf der einen Seite ein Problem mit fehlenden Daten.
Auf der anderen Seite ein Problem. Dadurch, dass die Datenqualität sehr miserabel war und wir hier eben sehr weit auseinanderliegende Daten in manchen Fällen hatten.
Außerdem ist es so, dass wir Daten haben, die eigentlich nicht miteinander vergleichbar sind. Wenn ich Produktionszahlen von einem Rohstoff habe und einem anderen Rohstoff. Die sind unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Die Aggregation danach auf. Eine Kennzahl ist natürlich auch irgendwo relevant, weil ich, wenn ich 10.000 Kennzahlen haben will, keiner mehr durch. Ich möchte eigentlich eine Zahl haben, die mir sagt Ist es kritisch oder ist es nicht kritisch?
Das haben wir eben gemacht in der Form, dass wir fehlende Daten geschätzt haben über Verteilungsfunktion und geometrische Standardabweichung, die wir über die Pedigree Matrix hier geschätzt haben.
Dann haben wir für die Qualitäten von Monte Carlo Simulationen pro Datenpunkt pro Land gemacht, mit 10.000 simulierten Werten und für die Variabilität eine Normierung auf einen Wert zwischen null und 100 null ist in dem Fall gut. 100 ist in dem Fall schlecht.
Und zu guter Letzt haben wir das ganze noch gewichtet durch einen Analytik Prozess.
Das ist im Grunde eine Möglichkeit, um Gewichtungsfaktoren aus Expertenmeinungen heraus zu extrahieren.
Wer das jetzt nicht verstanden hat, ist nicht schlimm. Ich komme danach noch mal darauf zurück. Bisschen schwierig, ich weiß.

[20:48] Elf Indikatoren haben wir herangezogen für vier Kategorien. Übrigens, wenn ich sage wir, dann meine ich damit ich und zwei Kommilitoninnen, die Marie und Ingrid, die mich dabei unterstützt haben und mit denen ich das zusammen gemacht habe.

[21:01] Ich habe hier jetzt elf Indikatoren, die zu vier Risikokategorien zusammengefasst werden.
Und ich würde vorschlagen, wir gehen jetzt einfach mal durch die gesamten Indikatoren durch, besprechen, was wir da so gemacht haben.
Der erste Risikoator über die Angebotsreduktion teilt sich die erste Risikokategorie teilt sich auf in drei Indikatoren die statische Reserven Reichweite, die statisch statische Ressourcenreichweite und die End of Life Recyclingrate.
Statische Reichweiten kann man sich so vorstellen Wir nehmen das was also das vorkommen, die Lagerstätte, was dort an Tonnen drin ist, was wir dort drin vermuten oder nachgewiesen haben und teilen das durch die Produktionsmenge pro Jahr.
Also ich habe hier beispielsweise 100 Tonnen, die noch im Boden sind und halte durch die zehn Tonnen pro Jahr Abbau.
Danach kommt eine Jahreszahl raus. Also für zehn Jahre kann ich das Spiel so theoretisch noch weitertreiben.

[21:55] Jetzt muss man hier aber sehen, dass es statisch. Der Club of Rome hat in den 70er Jahren mal ein Bericht rausgebracht, wo sie gesagt haben bis 2000 sind alle Rohstoffe weg.
Haben sich alle gedacht okay. Bisschen blöd. Wir müssen aber was tun.
Kann hat was getan. Heute stehen wir immer noch da. 2020. Wir leben immer noch. Und wir atmen noch und wirtschaften. Und deswegen. So ganz kann das nicht stimmen. Und so ganz stimmt das auch hier nicht.
Und zwar. Reserven und Ressourcen sind nicht fix. Klar, wenn der Marktpreis steigt, steigt die Nachfrage.
Steigt die Nachfrage, gibt es auf der anderen Seite meistens auch wieder mehr Leute, die Angebot schaffen. Das heißt, wir haben mehr Explorationstätigkeiten und mehr Investitionen in Bergbauprojekte. Wir holen einfach mehr raus, wir erschließen mehr Lagerstätten.
Dadurch verändert sich das auch wieder nach oben. Aber diese beiden Indikatoren in diesem Fall sollen einfach eine Maßgabe dafür sein. Okay, wo stehen wir denn aktuell?

[22:49] Bei der Recyclingrate ist es so End of life.
Hier geht es um die Produkte, nicht um die während dem Prozess anfallenden Recyclingraten.
Was die Bundesregierung manchmal ein bisschen durcheinanderbringt, wird deswegen sehr gut dastehen.
Hier geht es wirklich nur um die Produkte, die am Ende recycelt werden.
Und hierfür gibt es ja von verschiedenen Quellen Literaturangaben, die Sie verwendet haben und einbezogen haben.
Wie schon gesagt, wir mussten das Ganze normieren. Wir haben das eben wieder normiert auf einen Wert zwischen null und 100, damit das eben auch vergleichbar ist.
Ich habe jetzt einfach mal ein paar Daten mitgebracht.
Beispielsweise sieht man hier oben die statische Reserven, Reichweite und statische Ressourcenreichweite.
Für Tantal sieht das Ganze noch ganz gut aus. 103 Jahre kann man jetzt sagen.
Okay, wenn man sich anschaut, sind mit 16,9 Jahren ist ein bisschen weniger, also je nachdem wie sich dann der Preis verändert. Je nachdem, wie schnell wir also Bergbauprojekt umsetzen können, kann das schon etwas kritischer werden.
Bei der Recyclingrate sieht man hier jetzt auch noch Potenzial nach oben. 40 % im Fall von Zinn ist schon ganz gut, aber auch noch nicht perfekt.

[23:57] Ach ja, jetzt kommen wir dann aber mal endlich zu den Kennzahlen, die wir berechnet haben.
Wir machen eine kurze Einführung. Wer von euch keinen Box Platz Diagramme jedoch schon ein paar. Dann mache ich es ganz kurz.
Ein Box Plot Diagramm bezeichnet einfach nur einen Mittelwert mit einer gewissen Fehlerabweichung.
Es gibt hier eben eine Box außenrum, die das Intervall von 50 % angibt und die beiden Antennen nach oben nach unten geben das 95 Prozentige Kompetenzintervall an.
Damit kann man dann ungefähr abschätzen, wie hoch ist denn hier der Fehler? Wie viele Daten sind hier drin über oder unter dem Mittelwert?
Wir haben jetzt hier für die drei Indikatoren das mal ausgerechnet.
Man sieht dann hier, die Reichweiten sind für diese drei hier sehr schlecht und hier drüben auch. Und Handball fällt irgendwie raus.
So hier drüben mit dem Fehler. Von 0 bis 70 ist jetzt auch nicht so gut.
Ähm, liegt ganz einfach daran, dass hier die Reserven Daten einfach total Kraut und Rüben sind. Also hier waren wirklich Angaben dabei. Ist überhaupt nicht kritisch ignoriert bis hin zu.
Okay, sterben wir die nächsten paar Jahrzehnte. Aber deswegen hier das ein bisschen ein bisschen raus mit Vorsicht genießen. Bei den anderen kann man aber schon sagen okay, das ist hier schon relativ kritisch und sehr nah am Hunderterbereich.
Bei der Recyclingrate ist jetzt auch nicht wirklich rosig aus, also auch nicht so wirklich toll.

[25:17] Kommen wir mal zum Zweiten, zur zweiten Kategorie. Schauen, ob es hier besser wird.

[25:22] Hier haben wir einmal die Kuppelproduktion. Kuppelproduktion, ganz kurz gesagt ist einfach das Nebenprodukt.
Ich habe eine Hauptproduktion, ich habe eine Wolfram und in dieser Mine werden andere Rohstoffe mit abgebaut.
Diese Wolfram Mine steuert ihre Produktion aber danach wieder. Wolfram Preis ist nicht danach, wie der Preis für Zinn oder was auch immer ist.
Dementsprechend ist es schlecht, wenn ich nur meine Gesamtproduktion über Kuppelprodukte abbauen.
Deswegen haben wir das hier verrechnet und den Anteil davon ausgerechnet.
Warum ist das negativ? Ganz einfach Die Nachfrage kann nicht bedient werden und steuert nicht das Angebot. Deswegen hier auch Nachfrage Ausweitung. Wenn die Nachfrage ansteigt, kann das Angebot nicht nachziehen, weil eben keiner in der Mine danach steuert.
Bedarf zukünftiger Technologien. Ist hier eine Expertenmeinung darüber, wie die Nachfrage für zukünftige Technologien 2030 aussieht?
Wie viel von den Rohstoffen, den drei Rohstoffen werden wir 2030 mehr verbrauchen als heute, deswegen auch durch die Produktionsrate vom heutigen Jahr geteilt.
Und zu guter Letzt Die Substituierbarkeit Substituierbarkeit bedeutet einfach die Ersetzbarkeit eines Rohstoffs.
Also ich habe einen Rohstoff, Wolfram und was kann ich machen, um ihn durch irgendwas anderes zu ersetzen?
Im günstigsten Fall habe ich irgendwas, was nicht radioaktiv ist, im schlechtesten Fall nämlich Uran.
Das hat auch eine hohe Dichte und Munition. Noch ein paar andere nette Nebeneffekt dafür Kriegstreiber.
Also ich kann Rohstoffe durch andere manchmal ersetzen und substituieren, manchmal auch nicht.

[26:51] Das ist jetzt ein bisschen unübersichtliche Grafik, aber mit solchen Grafiken haben wir gearbeitet. Das ist eine Angabe, die ursprünglich von der UN kommt.
Die haben sich mal angeschaut, okay, wo sind die Produkte, zu welchen Hauptprodukten?
Hier oben sind wir dann man Substituierungsaussagen. Also Wolfram ist zum Beispiel nicht ganz so gut substituiert, aber die anderen sind eher im Mittelfeld.
Und hier unten sehen wir dann mal Prozentzahlen, wie viel denn die Nachfrage ansteigen wird durch zukünftige Technologien. Und hier sehen wir okay, 231 % mehr als heute ist ein bisschen viel.
134 ist es auch nicht wenig. Hier geht es übrigens nur um zukünftige Technologien. Also alles was heute normal läuft, ist eh noch dabei.

[27:32] Nachdem diese Zahlen wahrscheinlich dem wenigsten von euch etwas sagen, haben wir wieder Indikatorwerte gebildet.
Hier einmal für die Produktion, da sieht es ganz gut aus. Habe da auf der Grafik ja auch gesehen, alles ist im Rahmen von 10 %. So war es also nicht. Viel wird über die Produktion abgebaut.
Bei Bedarf für zukünftige Technologie, für zukünftige Technologien sieht es wieder besser aus. Außer bei Zinn, schlechter Ausbildung, rotes schlecht, grünes gut Zinn. Da sieht es ganz gut aus, bei den anderen dreien eher wieder schlechter.
Die Substituierbarkeit ist hier im Mittelfeld bis gut.
Also klar, Wolfram wird vor allen Dingen eingesetzt wegen dem hohen Gewicht.
Kann ich jetzt auch ein anderes Element nehmen? Das liegt bei Tantal beispielsweise wenn ich das einsetze als Legierung Stoff. Um die chemische Korrosionsbeständigkeit zu verbessern, wird es dann schon schwieriger, Ersatz zu finden.

[28:25] Kommen wir zur dritten Kategorie. Das Konzentrationsrisiko.
Hier haben wir etwas verwendet. Das nennt sich Hirschmann Index. Wer von euch mit BWL ein bisschen was zu tun hat, der kennt das sowieso schon.
Und zwar geht es hier darum Wie kann ich Marktkonzentration messen?
Dieser Indikator, dieser Index nimmt einen Wert von 0 bis 10001 und im Grunde ist es einfach nur der quadrierte Produktionsanteil pro Land und das aufsummiert.
Dadurch kriegt man dann eben so eine Einordnung.
Länder, die sehr viel produzieren oder die. Ich zeige einfach gleich die Grafik, dann wird es verständlicher.
Länder oder Rohstoffe, die in wenigen Ländern abgebaut werden, wie beispielsweise Wolfram, haben einen sehr hohen Index. Und Länder, wo es besser ist, wo es in mehreren.
Rohstoffe wurden in mehreren Ländern abgebaut. Da sieht der Indikator da etwas besser aus, wie beispielsweise bei Gold.

[29:17] Die Amerikaner und die Europäer haben hier wieder ein bisschen unterschiedliche Interpretationen davon.
Die Amerikaner sagen, einen Wert von über 2500 ist als kritisch zu bewerten.
Die Europäer sagen, einen Wert von über 1800 ist als kritisch zu bewerten.
Wenn wir hier mal reinschauen für die Unternehmen skonzentration reißen alle Rohstoffe diesen Wert für die Länderkonzentration außer Gold alle Länder.

[29:43] Alle Rohstoffe.

[29:46] Aufgetragen. Sieht man hier jetzt auch wieder gut Gold. Sieht ganz gut aus. Die anderen drei wieder etwas schlechter.
Warum ist hier die Unternehmenskonzentration höher als die Länder? Konzentration.
Wir haben einige Länder, in denen die Rohstoffe abgebaut werden. Aber wir haben multinationale Bergbauunternehmen, die in mehreren Ländern gleichzeitig arbeiten.
Dadurch beschränkt sich der Markt auf wenige Unternehmen, die das abbauen. Und dadurch haben wir auch eine höhere Konzentration und damit dann auch wieder ein hohes Risiko.
Weil klar wenige unternehmen. Wir sehen das bei der OPEC. Die können teilweise den Preis sehr stark beeinflussen.

[30:24] Bei Tantal beispielsweise ist es aber auch so, dass die Unternehmenskonzentration hier nicht bei dem Bergbauunternehmen oder beim Bergbau selber liegt, sondern eher dann bei dem Aufschmelzen Weiterverarbeitung davon.
Weil der Bergbau vor allen Dingen im kleinen Bergbaubetrieb gemacht wird.
Es sind Minen, denen die Arbeiter teilweise unter sklavenähnlichen Zuständen arbeiten müssen, meistens wenn Menschenrechte und Völkerrechte hier ignoriert und.
Ja, also Bergbaugeräte kann man da nicht wirklich dazu sagen. Wir haben die eine Hacke und werden zur Arbeit gezwungen.
Hat vorhin auch mal ein Bild davon angeworfen. Ähm.

[31:02] Man versucht mittlerweile darauf einzuwirken, also das zu verbessern.
Aber das spiegelt sich hier eben leider nicht wider, weil hier eben multinationale Konzerne danach das Erz aufkaufen und weiterverarbeiten. Dadurch eben trotzdem wieder dieses Dorf.

[31:17] Kommen wir gleich mal zu einem etwas sozialeren. Hoffen wir es zumindest. Das geopolitische Risiko.
Hier geht es darum Wie sicher sind die Länder, in denen der Bergbau betrieben wird?
Auf der einen Seite haben wir dafür die politische Stabilität.
Diese alle drei Indikatoren werden nach dem Produktionsanteil pro Land wieder gewichtet.
Aber wir haben hier eben den Indikator für die EPV. Das ist der World Governance Indikator Governance Index und misst eben die Political Stability und die Abwesenheit von Terrorismus oder Gewalt in einem Land.
Dann haben wir hier das politische Potenzial. Das ist eine Befragung von Bergbauunternehmen in den Ländern. Wie sieht denn das Potenzial im Land einzuschätzen, um Bergbau zu betreiben? Also, was sagen die Bergbauunternehmen selbst?
Ist es hier möglich oder ist es hier sehr schwer, neue Projekte anzulanden? Und zu guter Letzt auf der Seite hier rechts ist die das Risiko der Regulierung.
Und das ist ein bisschen asozial, muss ich ganz kurz dazu sagen. Und zwar nehme ich hier den Human Development Index. Ein hoher Human Development Index heißt Das Land ist sehr entwickelt. Das heißt aber meistens im Umkehrschluss auch dieses Land hat sehr viel Regulierung.
Schauen wir Deutschland. Deutschland ist sehr gut entwickelt, aber wir haben unglaublich viele Regulierungen, was die Umwelt angeht.

[32:31] Eigentlich, was jeden Bereich angeht. Dadurch wird es hier schwierig, neue Bergbauprojekte sehr schnell umzusetzen.
In Ländern, die jetzt nicht so weit entwickelt sind, geht das Ganze ein bisschen schneller.
Deswegen wird das hier als Risiko eingeschätzt und nicht als negativ, wenn ein Land einen niedrigen Human Development Index hat.
Deswegen habe ich auch vorhin gesagt, man müsste hier eigentlich auch noch soziale und ökologische Aspekte mit reinbringen.
Weil rein nach ökonomischen Gesichtspunkten argumentiert, macht das zwar Sinn, aber es ist jetzt nicht so das Tolle.

[33:03] Gut, schau uns die Daten mal an.. Auch wieder bei der politischen Stabilität sind diese drei hier gut Und Tantal schlägt eben nach oben aus und ist relativ schlecht.
Beim politischen Potenzial sehen wir wieder hier einen großen Spike, was Tantal angeht.
Hier liegt es daran, dass das Institut, das davor den Indikator, hier.

[33:28] Die Befragung macht. Die versuchen das natürlich in möglichst vielen Ländern zu tun. Aber in dem Land, wo gerade ein Bürgerkrieg ist, ist es ein bisschen schwieriger, den Bergbaukonzern zu befragen, weil der meistens dann nicht mehr existiert oder eben andere Probleme hat.
Hier ist es auch so, dass eben im Bergbau diese Unternehmen oder diese Minen eben auch eher schwer befragt werden können. Deswegen fehlen hier die Daten und wir mussten die schätzen eben wieder über Verteilungsfunktion.
Bei der Regulierung sehen wir das hier auch diese drei sehr schlecht abschneiden. Tantal schneidet hier wieder gut ab, was es zumindest nicht ganz so schlecht ab.
Was jetzt auch wieder daran liegt, dass eben der Human Development Indikator Index immer durcheinander.
Dass die HDR in den Ländern in Afrika, in denen eben Bürgerkrieg herrscht und in denen Konflikte herrschen, meistens nicht so gut ist. Das heißt, da ist die Regulierung auch nicht so stark. Deswegen, laut diesem Indikator könnte man hier eigentlich gut Bergbauprojekte durchsetzen.
Aber man muss das eben wieder auch relativieren durch diese anderen Indikatoren, die dann ein bisschen entgegenwirken.

[34:28] Ich habe ja vorhin gesagt, wenn man so alle Indikatoren auf einem Fleck sieht, dann ist es sehr unübersichtlich. Und ich habe gesagt, es ist relativ unübersichtlich.
Ich habe es versucht, ein bisschen einzufärben und hier sieht man dann eben die normierten Werte, wo sie gut, wo sie schlecht sind.
Wir haben diese Gewichtungsfaktoren hier eingesetzt. Die Gewichtungsfaktoren haben wir aus einer anderen Studie aus einem anderen Projekt entnommen, das an der Universität Augsburg gemacht wurde, die diese Gewichtungsfaktoren schon mal ermittelt haben.
Wir haben danach die gesamten Werte hier gewichtet und dann einfach hier unten zusammen aufsummiert.
Und wir sehen jetzt hier. Dass Wolfram hier schlecht abschneidet, liegt vor allen Dingen auch daran, dass wo es ist hier oben, dass das Risiko der Konzentration hoch bewertet wird, weil es einfach auch eine der sichersten Indikatoren ist.

[35:13] Wir sind jetzt hier auch, dass Gold relativ gut abschneidet, weil Gold einfach in mehreren Ländern gleichzeitig abgebaut wird.
Aufgetragen. Jetzt wieder als Box Plot Diagramm sieht man alles bewegt sich trotzdem noch irgendwo im oberen Mittelfeld.
Also eigentlich besser, als man es aus den einzelnen Diktatoren ursprünglich gesehen hätte oder angenommen hätte.
Und ich habe noch eine Grafik mitgebracht von der Europäischen Kommission. Die haben eine ähnliche Analyse gemacht und haben hier rausbekommen, dass Wolfram genau das Wolfram ein Hohes ier hat, also ein hohes Versorgungsrisiko.
Und auf der anderen Seite auch wirtschaftlich für die Eurozone sehr wichtig ist.
Interessanterweise wurde hier Gold auf der Wichtigkeit Schiene relativ weit unten angesiedelt. Ansonsten decken sich aber eigentlich die Analysen.
Außer, dass wir sie hier ein bisschen kritischer eingestuft haben.
Man muss hier aber auch dazu sagen Ja, es ist nicht ganz klar, was hier als als Benchmark unten angenommen wurde.

[36:09] Gut.

[36:12] Ich habe ja versprochen, ich will auch noch mal ganz kurz auf Handlungsempfehlungen eingehen.
Was kann ein Unternehmen machen? Was kann Deutschland machen, um sich abzusichern und diese Versorgungsrisiken abzusichern?
Es gibt drei große Kategorien, die hier im Zentrum stehen, eigentlich für alle vier Materialien.
Und zwar ist das einmal Forschung und Entwicklung im Bereich Recycling. Alles, was wir in Deutschland recyceln, alles, was wir nicht importieren müssen, ist gut, weil dadurch haben wir die gesamten Konflikte außerhalb von Deutschland auch nicht. Also wir unterstützen sie nicht, sondern wir führen sie.
Ein Kreislauf ist aus ganz vielen Gründen super, weil wir eben weder politisch erpressbar sind noch irgendwelche Konflikte damit unterstützen.
Und ja, es macht langfristig Sinn.
Die Entwicklung von Substituten und von Kreislauf wirtschaftssystemen macht hier unter diesem Gesichtspunkt einfach auch Sinn.
Also umso mehr Substitute ich habe, umso mehr ich reagieren kann, einen Rohstoff durch einen anderen ersetzen kann, umso flexibler bin ich ja auch in der Versorgung und Kreislauf Wirtschaftssystem.
Gut, das ist natürlich dann auch wieder für das Recycling irgendwo die Grundvoraussetzung.
Erst wenn ich die Produkte zurückführen kann und hier eben auch weiß, welche Produkte das sind, kann ich ja auch sinnvoll Rohstoffe raus gewinnen.
Insbesondere im Technologiebereich ist ja gerade so ein bisschen.

[37:29] Es ist schwierig. Eigentlich darf man Technologieprodukte im Handel, also Elektronikprodukte im Handel zurückgeben. Aber nicht jeder Händler macht das mit.
Und man kann zwar auch auf dem Wertstoffhof abgeben, aber so ganz was damit passiert, weiß eigentlich auch keiner.
Es gibt hier ganz viel Export, zum Beispiel wieder in die afrikanischen Regionen von Elektroschrott.
Und das ist natürlich suboptimal, weil wir dadurch dann nicht nur unseren Schrott woanders hinbringen, sondern eben auch die Rohstoffe in diesem Schrott einfach verlieren.
Die beiden Punkte auf der rechten Seite sind dann etwas spezieller, insbesondere im Bereich. Bei Wolfram ist es so.
Dadurch, dass Wolfram sehr stark konzentriert ist auf wenige Länder und Unternehmen, macht es Sinn, eine Rückwärtsintegration zu machen.
Das bedeutet, ich kaufe Unternehmen auf, die in der Wertschöpfungskette vor mir also vorgelagert sind, zum Beispiel Minen oder Unternehmen, die Wolfram aufschmelzen.

[38:20] Ich kann hier aber auch einfach nur Investments in diese Unternehmen tätigen oder aber langfristige Verträge abschließen, um mich hier langfristig sicher aufzustellen, dass ich eine Versorgung habe, wenn ich sie brauche und nicht abhängig bin von großen Unternehmen.
Einlagerung, Diversifikation, also Diversifikation der Lieferkette macht eigentlich auch nur Sinn bei Tantal, einfach weil man damit so ein bisschen die Zeit überbrücken will.
Wenn ein politischer Konflikt ausbricht und man hier sich einfach Zeit kauft, um sich umzustellen, um seine Versorgung auf ein anderes Land zu konzentrieren.
Oder aber ja, wartet, bis der Konflikt vorüber ist. Oder darauf hinwirken, dass der Konflikt vorüber ist.
Insbesondere bei den Konfliktrohstoffen ist es so, dass die Europäer sich auch dazu verpflichtet haben, eine Sorgfaltspflicht einzuführen und hier darauf hinzuwirken, dass Rohstoffe nicht mehr konfliktfördernd abgebaut werden.
Und bis 2021 müssen zum Beispiel alle europäischen Importunternehmen nachweisen, woher sie die Rohstoffe bekommen und dass sie sie aus konfliktfreien Minen gekauft haben.

[39:29] Zur Zukunft der Methodik. Ich habe die Methodik jetzt etwas stärker gewichtet in diesem Vortrag. Das war auch Absicht.
Trotz allem sehe ich natürlich auch die Probleme an der Methodik. Ich habe ja schon gesagt, ökologische und soziale Aspekte sollten hier definitiv auch ein Gewicht bekommen.
Es ist auch so, dass die mangelnde Datengrundlage einfach manche Aussagen schwierig machen.
Ich persönlich bin der Meinung, die Aussagen sind gut, weil sie eben erst mal gemacht wurden, darauf reagieren können.
Wir können jetzt anfangen rauszufinden, wo brauchen wir eigentlich noch Daten, wo müssen wir tiefer bohren? Wir müssen wir mehr analysieren?
Die Sorgfaltspflicht habe ich jetzt gerade auch schon genannt. Das kann man natürlich immer noch weiter ausbauen, auch für andere Rohstoffe.
Ich habe ja auch schon gesagt, es gibt nicht nur die drei Materialien, die konfliktfördernd sind, sondern eben auch noch mal andere Rohstoffe.

[40:14] Kobalt ist hier zum Beispiel eins, wo man drüber redet. Okay, sollen wir das mit aufnehmen zu den Konfliktrohstoffen oder nicht?
Und zu guter Letzt die Methodik sollte eben auch vereinheitlicht werden.
Es gibt verschiedene Ansätze, um eine Kriminalitätsanalyse zu machen. Ich habe euch jetzt hier heute eine vorgestellt und ja, ihr habt es ja schon gesehen, die Europäische Kommission hat auch eine gewählt, die auch funktioniert.
Die Aussagen sind auch ähnlich, aber gleich sind sie nicht.
Und hier ist einfach noch Forschung nötig, wie man das verbessern kann und wie man hier auch genauer messen kann, was für Auswirkungen der Abbau überhaupt hat.

[40:52] Damit bin ich jetzt auch schon am Ende angekommen von diesem Vortrag.
Aber zum Glück nicht am Ende der Welt. Ich habe ja am Anfang gesagt okay, die Bombe platzt und das Ende der Welt.
Es ist zum Glück nicht der Fall. Sie können alle beruhigt nach Hause gehen und schlafen.

[41:06] Die Rohstoffsituation insgesamt ist angespannt, aber wir haben noch ein paar Jahre Zeit, um uns darum zu kümmern.
Und hier ja, die Zündschnur zu löschen.

[41:16] Ich freue mich jetzt natürlich auf eure Fragen und stehe euch hier noch zur Verfügung.
Außerdem suche ich gerade jemand, der mich bei meinem Podcast Ressourcen unterstützt, weil so ein Monolog auf Dauer dann irgendwo langweilig wird und wahrscheinlich auch für die Zuhörer etwas langweilig und langatmig ist.
Und falls ihr euch berufen fühlt und auch schon ein bisschen Grundwissen in dem Bereich mit einbringt, dann meldet euch einfach bei mir.
Ihr könnt einfach auf meine Website gehen und hier findet ihr noch mehr Materialien zu den Regularien und eben auch zum Thema Kriminalitätsanalyse im Allgemeinen. Vielen Dank.

[41:48] Music.

[41:57] Wir haben direkt eine Frage aus dem Internet.

[42:02] Der AG möchte wissen, ob wir überhaupt die Recyclingkapazitäten und technologien haben für zum Beispiel Handys, Laptops, IoT Geräte und deren Komponenten.
Die Frage muss ja nicht wiederholen oder ist jetzt okay.
Jein. Also es gibt die Technologie in manchen Bereichen bereits jetzt. Es gibt verschiedene Unternehmen, die mit experimentieren. Zum Beispiel die Micro.

[42:25] Beispielsweise für elektroakust. Das ist ja so ein großes Problem, das aktuell immer wieder gehypt wird, wo viel gesagt wird, Ja, die kann man nicht recyclen und dann ist es total anstrengend, weil die sind alle nicht genormt.
Es ist eigentlich möglich, Also es gibt ja auch schon eine Pilotanlage dafür.
Es lohnt sich einfach noch nicht. Es ist aktuell immer noch günstiger, die Rohstoffe zu importieren, weil eben auch solche Sachen wie Konfliktrohstoffe günstig sind, weil hier externe Kosten noch nicht eingepreist sind.
Und wenn hier mehr Forschung stattfindet, dann werden diese Technologien hoffentlich auch günstiger.
Und was die Kapazitäten angeht heute sind sie teilweise da, aber noch bei weitem nicht so da, dass wir eine 100 % Abdeckung haben.
Aber es spricht eigentlich nichts dagegen, diese Kapazitäten aufzubauen. Also zumindest meiner Meinung nach nicht für einen gelben Sack oder so was oder für den grünen Punkt mussten wir das ja auch tun und haben es ja auch geschafft. Oder für Papier.

[43:15] Die nächste Frage am Mikrofon. Drei Bitte. Substitution Der Faktor Ich glaube, der ist komplett unterschätzt worden und kann die ganzen Zahlen sofort zerstören.
Die tolle Statistik und als Beispiel ist der Elektromotor von Tesla.
Der wurde nie knapp. Die Ingenieure haben innerhalb von einem Vierteljahr ein Elektromotor entwickelt, mit derselben Leistung ohne Neodym und das Patent sogar freigegeben. Das heißt nur um.
Der Preis ist dann auch verfallen, relativ schnell.
Das heißt, es kann sehr, sehr schnell gehen, dass dann Substitution einsetzt, sobald die Preise teuer werden.
Lithium, wie du richtig gesagt hast, da gibt es.
Meines Wissens wird jetzt eine Anlage gebaut, die sogar einige 10.000 Tonnen komplett recyceln kann, weil von unseren Laptops und Handys so viel Lithium anfällt, dass es sich tatsächlich schon rechnet, das wieder zu recyceln.
Trotz aller Unkenrufe unserer Autoindustrie, die immer sagt, es geht nicht, geht nicht. Und ganz grässlich Stimmt gar nicht.

[44:17] Ja, also ihr wisst ja vielleicht noch ganz kurz was?
Ja, man kann ganz viele Rohstoffe substituieren, aber man hat ja dann einen anderen Rohstoff, auf dem angewiesen ist.
Also irgendwann hat man das Periodensystem einmal durch, dann wird es auch schwieriger.
Klar, es ist ein wichtiger Faktor, keine Frage. Und es hat auch ein großes Potenzial.
Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch Kreislaufwirtschaft und Recycling hier auch angebracht sind, weil klar, vielleicht fällt uns das dann nicht auf.
50 Jahre auf die Füße, aber dann auf 100.
Warum nicht gleich heute richtig machen?

[44:53] Dann bitte am Mikrofon zwei Mal. Danke für den Vortrag.
Welche Rolle könnten bekannte Bergbau Himmelskörpern wie Asteroiden oder Mond spielen in der Zukunft?
Das ist ein riesiges Potenzial da.
Ja, für mich total. Also klingt immer so abgespeist. Aber nee, da gibt es auch wirklich viele Projekte. Danke für die Frage.
Finde den unglaublich spannendes Thema. Ähm.
Klar, langfristig macht das auch wahrscheinlich Sinn. Und wir haben ja Grenzen auf der Erde. Irgendwann haben wir auf der Erde auch alle Rohstoffe ausgeschöpft. Wir sind noch sehr, sehr weit davon entfernt. Weil wir haben eine relativ dünne.
Und selbst die haben wir noch nicht durchgebohrt. Und danach kommt ja auch noch mal Material.
Also ist es dann die Frage, was ist einfacher? Nehmen wir Meteoriten, bauen es dort ab oder bohren wir in die Erde immer tiefer rein und holen sie daraus?
Und ich glaube, für manche Rohstoffe, wie jetzt die seltenen Erden zum Beispiel macht es definitiv auch Sinn darüber nachzudenken, auf langen und langfristig eben Bergbau im All zu betreiben. Aktuell ist es halt einfach so..
Ja, so ein Raketenstart verbraucht sehr viel Treibstoff und auch sehr viel Geld. Und ja, ist eine ökonomische Frage. In dem Fall einfach, aber klar, langfristig. Warum nicht?
Also insbesondere wenn wir dann mal über eine Kolonisierung vom Mars reden oder so, dann werden wir die Rohstoffe nicht alle von der Erde dahin schaffen, dann müssen wir uns andere Wege suchen.

[46:10] Dann gab es noch eine Frage aus dem Internet. Genau das möchte. Doch müssen wir wissen, wie sieht es mit der CO2 oder Energiebilanz beim Recycling aus, insbesondere im Vergleich zur kompletten EU Gewinnung?
Wenn man auch mal Geld außer Acht lässt. Und als Beispiel wird Alu genannt, was ja ja schon als energieintensive bekannt ist.
Ah ja, bei Alu ist es aber interessanterweise so, dass die Bauxit Aufschmelzung viel mehr Energie verbraucht und auch höhere Emissionen dadurch produzieren, weil einfach mehr Energie verbraucht wird.
Normalerweise kann man so CO2 Emissionen und verbrauchte Energie.

[46:45] Als gleichwertig ansehen. Insbesondere in Ländern, wo Energie noch nicht nachhaltig gewonnen wird, also nicht über erneuerbare Energien oder so was.
Bei Aluminium braucht man sehr viel Strom, um das aus Bauxit raus zu gewinnen.

[46:59] Da ist das Recycling einfach nur sinnvoll. Und heute ist Aluminium auch einer der Werkstoffe, der die höchste Recyclingrate hat, weil hier einfach es günstiger ist, es sinnvoller ist und auch einfach weniger CO2 emittiert.
Und es gibt ja zum Beispiel bei Stahl die Überlegung von ThyssenKrupp, bis 2050 CO2 neutral zu werden.
Die wollen das über nachhaltig gewonnenen Wasserstoff machen. Hier in dem Bereich dann auch das Abschmelzen von neuem Stahl. Aber klar, was da geht, warum nicht?
Also ja, aktuell ist es vielleicht nur nicht so super, aber es macht einfach nur Sinn das zu tun. Auf lange Sicht oder mittelfristig auch so.. Entschuldigung.
Die nächste Frage am Mikrophon zwei bitte Was ist das Schlimmste, was passieren kann für unsere Ressourcen? Dass zum Beispiel Frieden einkehrt in Afrika und die das teurer machen? Oder gibt es da irgendwelche Schwächen?
Er hat gefragt Was ist das Schlimmste, was uns passieren kann mit den Ressourcen?
Als konkretes Beispiel Wenn wir jetzt Frieden haben in Afrika, wird es dann alles viel teurer? Was werden da die Auswirkungen?
Ähm, nee, also eigentlich nicht, weil klar, der Krieg ist dort verantwortlich, dass es den Menschen dort sehr, sehr schlecht geht. Deswegen ist es eigentlich auch ein Thema, über das man nicht lachen kann.
Wenn ich das so sagen darf, weil da sehr viele Dramen von den Menschen dort dranhängen.
Und wenn es den Menschen dort besser geht, wenn die auch mehr Gehalt verlangen. Also ich meine, jemand, der zur Arbeit in der Mine gezwungen wird, der kriegt wahrscheinlich nicht das Topgehalt dementsprechend.

[48:27] Klar wird es teurer.

[48:30] Aber erstens ist nicht absehbar, dass es irgendwann mal Frieden gibt. Ja, also es ist halt leider so, wir haben seit sehr vielen Jahrzehnten Krieg in verschiedenen Teilen der Welt.
Ich sehe jetzt nicht, dass das von heute auf morgen gelöst wird. Und auf der anderen Seite so what? Also.
Aktuell ist es immer noch so, dass der Preis für viele Rohstoffe dort einfach günstiger ist.
Und wenn wir darüber reden, bis wir komplette Gleichheit auf der Welt haben, wenn wir das denn annehmen wollen.
Bis dahin würde ich jetzt auch mal annehmen, dass wir entsprechend gute Recyclingtechnologien haben.
Wenn das die Frage beantwortet hat.
Dann gibt es eine Frage aus dem Internet noch mal.

[49:11] Kannst du was zu politischen Konzepten sagen, um den Handel mit Elektroschrott zu verhindern? Vermutlich um mehr dem Recycling zuzuführen.
Hmm, ja, also es gibt ja. Also, was ist das aktuelle Problem?
Wir haben Elektroschrott, der auf deutschen Wertstoffhöfen oder auf europäischen Wertstoffhöfen anfällt und der dort eigentlich dann auch in irgendeiner Form einer Verwertung zugeführt werden soll. Wenn die Verwertung, sagt er, meine ich, damit auch verbrennen oder deponieren.
Recycling wäre natürlich besser. Was passiert aktuell? Es passiert aktuell oft oder immer wieder, dass Elektroschrott von den Höfen entnommen wird. Er wird geklaut.
Er wird zum Beispiel auch von Menschen, die dort arbeiten, dann teilweise entnommen und weiterverkauft.
Eigentlich haben wir dafür Regelungen, dass das nicht passieren soll. Es ist aber einfach das Verständnis auch nicht da, wenn jemand kommt und sagt Hey, ich will das defekte Gerät kaufen, das dann eben nicht so ganz verständlich ist, warum soll ich das nicht tun, dass das dann irgendwo in,
Afrika landet und da dann irgendwelche Kinder die Kabel verbrennen, um das Kupfer rauszubekommen?
Das sehen wir jetzt direkt nicht. Und klar, hier kann man mehr tun, indem man zum Beispiel Zollüberwachung verstärkt, indem man eben mehr kontrolliert, was in den Containern eigentlich drin.
Aber eigentlich haben wir hier schon die Mittel und auch die gesetzlichen Grundlagen dafür.

[50:32] Vielleicht mangelt es da ein bisschen an politischem Willen, die auch durchzusetzen, weil es natürlich auch eine Frage ist, beispielsweise Plastikabfall.
Ja, irgendwo muss er hin. Und wenn wir ihn nach China bringen können, dann ist das halt günstiger.
Und wenn ich das jetzt als Stadt machen kann oder als Land, dann ist günstiger besser in dem Fall.
Und solange die Bevölkerung hier auch nicht aktiv einwirkt und sich dafür einsetzt, dann kommt es halt nicht in Fokus. Und dann kümmern sich halt auch weniger Politiker darum.
Am Beispiel von Elektroschrott gibt es übrigens einen sehr guten Film dazu.
Welcome to Gomorra heißt.
Worum genau kann ich euch empfehlen? Anzuschauen fand ich sehr gut und der beleuchtet hier auch nochmal ein bisschen den Status Quo und was man hier auch noch machen könnte.
Da kann ich ihn nur unterstützen. Der Film ist wirklich beeindruckend. Er hat einen starken Eindruck hinterlassen, auch bei mir. Die nächste Frage vom Mikrofon eins bitte.
Ja, vielen Dank für den Vortrag. Ich habe eine Frage. Die Höhe der Indikatoren ganz am Ende sind ja zu großen Teilen abhängig von der Höhe der von den Gewichtungsfaktoren, mit denen die einzelnen Teilindikatoren da reinfließen.

[51:41] Könntest du vielleicht einfach noch mal erklären, wie sich diese Gewichtung, wo die herkommen?
Ähm. Weil das ist eigentlich höchstgradig relevant. Ja, ähm.
Wir haben in der Arbeit, die wir dazu geschrieben haben, auch verschiedene Gewichtungsfaktoren mal ausprobiert und hier uns dann für diese Gewichtung entschieden.
Ahab ist eigentlich ein Analytiker. Heric Process nennt sich das Ganze.
Es geht einfach darum, dass ich eine Befragung mache unter Experten oder Menschen, deren Meinung ich wichtig einschätze und ihnen ganz einfach die Wahl lasse A, B und C usw.
Und darüber dann sagen kann, was Gewichtiges zu hören. Und wenn ich das ganz oft mache, dann kann ich danach ein Gesamtbild daraus generieren und dann kann ich danach eben auch diese Gewichtungsfaktoren herausarbeiten,
und sehe dann zum Beispiel auch, wenn sich jemand hinsetzen würde, Gewichtungsfaktoren für diese elf Indikatoren einfach so niederschreiben,
würde PI mal Daumen entscheiden.
Aber wenn man die einzeln miteinander vergleicht, dann geht das manchmal einfacher und im Endeffekt ist das die Synthese aus verschiedenen Expertenbewertungen, die wir eben mit reingenommen haben.
Wie schon gesagt, ich selber habe diese Bewertung nicht gemacht, sondern die wurde an dem Lehrstuhl gemacht, an dem ich auch die Arbeit dazu geschrieben habe oder wie die Arbeit dazu geschrieben hat, dass die Frage beantwortet wird.
Also vielleicht auch noch dazu. Wir haben auch einfach mal eine Gewichtung angenommen, die über gleichverteilt ist oder eben ein bisschen damit rumgespielt an den Ergebnissen hinten.

[53:05] Hat sich erstaunlich wenig getan. Die sind alle hier im oberen Mittelfeld geblieben.
Mal um zehn nach oben, nach unten. Aber um ganz ehrlich zu sein, das sind alles Indikatoren, die versuchen, alle etwas zu messen.
Was aber auf einem sehr, sehr hohem Level ist. Also wenn wir auch über Länder reden, haben wir eben zwar eine Aussage, die auch wichtig und sinnvoll ist.
Aber man könnte das noch viel genauer nach unten schneiden und hier auch viel detaillierter rangehen, wenn man die Daten hätte.
Und ihr habt ja gesehen. Ich habe gesagt, wir haben verschiedene Quellen miteinander verglichen, teilweise sind die meilenweit auseinander.

[53:40] Jo, das war jetzt Martin Hillenbrand mit seinem Vortrag Kritikalität von Rohstoffen. Wann platzt die Bombe?
Hat er gehalten beim 36. C3, also beim 36. Chaos Communication Congress?

[53:54] Ja, wir haben auf unserer Webseite natürlich auch Links dazu. Da kann man sich das noch mal im Original angucken bzw. den Ort finden, wo man das im Original anschauen kann.
Und wie ich gehört habe, hat man da jetzt eine Sichtweise bekommen und ein bisschen Einblick bekommen. Die Sichtweise war, wie wir ja gehört haben, jetzt sehr stark auch ein bisschen auf die wirtschaftlichen Aspekte reduziert.
Aber in der heutigen Welt findet das natürlich auch statt, dass die wirtschaftlichen Aspekte.

[54:23] Stark zu entscheidenden beitragen. Ja, schön, dass sie dabei war. Schön, dass sie zugehört hat.
Das war das Magazin Mittwoch, 16:00.
Wir hören uns wieder nächste Woche. Und bis dahin kann ich sagen Macht es gut.
Bis in einer Woche. Schau.