Geld & Finanzsystem - Soziale und solidarische Wirtschaft

Wir sprechen mit dem EU Abgeordnetem Sven Giegold, Obmann der grünen Fraktion, im Ausschuss für Wirtschafts- und Finanzpolitik, Beauftragter für öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, wie auch für Umweltfragen zuständig. Ein weiteres Interview stellt Chiara Przybilla vor und ihr Gast ist Julia Post, Sozialunternehmerin und Stadträtin in München. Frau Post stellt einige Sozialunternehmen und Gemeinwohl_Institutionen vor, die in der bayrischen Metropole längst etabliert sind.
Download: pta211124.mp3

Was hat sich im EU Parlament die letzten zehn Jahr im Bezug auf Lobbytransparenz, Bankenaufsicht, Transaktionssteuer oder Steuerraub getan und vor welchen ökonomischen Aufgaben steht Herr Giegold in der Frage der sozialen und solidarischen Wirtschaft in Zukunft?

https://sven-giegold.de/category/meine-themen/wirtschaft-waehrung/

https://sven-giegold.de/europe-calling-wirtschaft-fuer-das-gemeinwohl/

Ein weiterer Beitrag von FreienRadiosNet LORAMUC aus München zum Sozialuntenehmertum -Sozialunternehmen als Katalysatoren für die Wirtschaft der Zukunft. Chiara Przybilla im Gespräch mit Julia Post, Sozialunternehmerin und Stadträtin in München.

https://frankfurt.socialimpactlab.eu/

Transkription

[0:00] Ja, genau. Hallo, hallo, hier ist Politurjahrmagazin für euch wieder am Mittwoch,
Es ist 16 Uhr und wir freuen uns, dass ihr eingeschaltet habt. Ich freue mich äh, dass hier bei uns hier angekommen seid. Polituria Magazin, jeden Mittwoch 16 bis, Uhr. Heute ähm habe ich wieder aus meiner,
Sendereihe, Geld und Finanzsystem ähm so hier die Maske so ein bisschen parat nehmen. Ähm genau Geld und Finanzsystem äh wieder mal ein bisschen ähm ja mitgebracht, um euch äh zu erzählen, was da so draußen los ist in dieser Thematik. Ähm ich denke, ich werde auch noch mal die nächsten Wochen und Monate euch immer wieder neue Sachen ähm erzählen, weil ich habe tatsächlich jetzt schon ähm, geschaut. Also es ist länger her, dass ich.

[0:59] Zu diesem äh Thema Geld und Finanzsystem eine Sendung gemacht habe. Ähm tatsächlich hat äh meine Kollegin und auch ähm ja einer unserer äh letzten Praktikantinnen hier im Radio X die Nadine noch eine.
Wunderbare Fridays for Future, Geld und Finanzsystem äh Sendung gemacht, worüber ich äh mich sehr gefreut habe. Vielen lieben Dank und ganz liebe Grüße noch an Nadine hier aus dem Studio. Vermissen dich alle und hoffe, dass du einen guten Einstieg ins Studium hattest. Ja, das jetzt mal so ähm aus dem internen Nähkästchen Ich würde heute gerne mit euch über verschiedene Punkte der Wirtschaft, der Ökonomie, der pluralen Ökonomie sprechen. Ähm warum habe ich das denn gewählt? Also ich muss ganz ehrlich sagen, ähm Wirtschaft hin und her es gab ganz viele ähm die gesagt haben, oh Mann, die Wirtschaft, die ist so so alles läuft hier irgendwie auf Wirtschaft, alles zieht sich so zusammen auf Geld und auf gut verdienen und Prestige und Image und ähm warum ist denn diese Wirtschaft oder das das Wirtschaftswesen so wichtig für uns in dieser Gesellschaft und ähm sicherlich leben wir in einer Zeit, wo halt eben auch ähm das Kapital, der Kapitalismus einen großen ja.

[2:21] Ansehen hier hat und alles dreht sich da rum. Ähm die Werte ähm wonach wir uns vielleicht auch richten oder auch definieren, hängen sehr oft in den Materiellen, in dem wirtschaftlichen, in dem Finanz ähm Branche und ich habe mir gedacht, okay, ich ähm habe schon lange nicht mehr drüber gesprochen, auch nicht mehr so richtig über das äh Finanzwesen da draußen und dachte, okay, ich fange jetzt mal wieder mit ähm etwas ähm psychologischem etwas ähm ja gesellschafts ähm Erneuerbarem, aus und der Thema Wirtschaft und äh das ist heute mein Thema. Es geht um soziale und solidarische Wirtschaft.

[3:01] Ähm die Ökonomie oder Wirtschaft oder äh Ökonomie ähm ist ähm so eine Gesamtheit aller Einrichtungen äh oder oder auch Handlungen, die der planvollen Befriedigung, der Bedürfnisse der Menschen dienen soll Ähm zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören zum Beispiel Unternehmen, private natürlich und öffentliche ähm Haushalte, ähm zu den Handlungen der Wirtschafts ähm, der oder der Wirtschaft des Wirtschaftens gehört das das Herstellen oder, der Absatz, also was wir dann letztendlich auch verkaufen, der Tausch, ähm das Konsumieren, dann der Umlauf von bestimmten Waren, Verteilung, äh mittlerweile natürlich ganz ganz stark unser Recycling und und Entsorgung von Gütern, äh wie kann man die wiederverwenden
und ähm äh ja was Neues herstellen und so weiter. Solche Zusammenhänge bestehen aus äh zum Beispiel auf Welt, Volksstadtbetrieb, hauswirtschaftlicher Ebene und ähm es gab.

[4:09] Relativ ähm ja, ich würde mal sagen, vor 30 Jahren kam jemand zu mir und sagt, boah, das ist Deutsch, das deutsche Wirtschaftswunder. Da habe ich gesagt, was, das war deutsche Wirtschaftswunder? Was ist
das denn? Ist das jetzt ein neuer Begriff oder so? Aber ist es nicht. Nein, das deutsche Wirtschaftswunder ist tatsächlich ein Begriff, dass ähm äh nach dem zweiten Weltkrieg und so aufgetreten ist, es wurde so ein so ein Schlagwort und auch in Österreich ähm wird diese ähm diese Art von Wirtschaft ähm benennung auch ähm
genannt, also in den 50ern kam's dann relativ schwer oder stark hervor und zu dieser Beschreibung des ähm ähm ich sage mal unerwartetes, schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. So kann man das beschreiben und das ist natürlich in der Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg sehr sehr stark aufgetreten, natürlich auch in Österreich. Eben ist es eigentlich ein Phänomen in ganz Europa gewesen, das Wirtschaft Wunder verleiht ähm im Deutschen und Österreicher nach ähm dem Schrecken des zweiten Weltkriegs und ähm dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit einen neuen neues Selbstbewusstsein neue Stärke Tatsächlich handelt es sich ähm bei den.

[5:29] Wirtschaftswachstum der 50er und 60er Jahre um einen gesamt-europäisches Phänomen, wie ich eben schon erwähnt habe sogenanntes Nachkriegsboom ähm haben die das genannt und ähm.

[5:40] Die Volkswirtschaftslehre äh nennt dafür mehrere, teilweise umstrittene Gründe, also beispielsweise wäre das äh äh Wunder nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland gar kein Wunder im eigentlichen Sinne, so hups, plupps, aber was ist da jetzt los, sondern ein ähm natürlicher Anpassungsprozess, der durch. Ein bestimmtes Modell vorhergesagt wurde und das Modell, das nennt sich das Solo-Modell und das Solo-Modell ähm ist ein Modell von ähm einem Mann, ein Robert Maton Sollow das Modell entwickelt hat, welches ein ein ein
Beitrag dazu leistet, dass ökonomische Wachstum einer volkswirtschaft mathematisch zu erklären. Und ähm da ging es.

[6:27] Tatsächlich um Wachstumsmodelle ähm die eine Grundlage des neo-klassischen Wachstums äh Prinzips,
ähm ja abläuft. Also es es ist eigentlich auch eine Theorie und äh in dieser Theorie, also in diesem sogenannten neoklassischen Wachstums Theorie ähm bestehen wir jetzt schon seit den fünfziger Jahren, das heißt seit
Jahren nachm Krieg und ähm mittlerweile sind da an der an dem Punkt, wo wir sagen, hm Wachstum hin her, wachsen wachsen, das wollen wir eigentlich gar nicht mehr ganz einfach, weil wir natürlich über Die digitale Geldschöpfung ähm also über die digitalen Zusammenhang mit Geld, Transfer, wir ein sogenannten Geld ähm Wachstum haben, eine Geldschöpfung und ähm.

[7:21] Dadurch, dass es natürlich nur virtuell ist, aber wir trotzdem wahren und Güter und ähm andere ähm Materialien nutzen, um irgendwas herzustellen. Deshalb haben wir natürlich auch eine Überproduktion, weil halt immer Wachstum, Wachstum, also wieso produzieren wir zehntausend Butter Dosen, wenn wir tatsächlich ähm
vielleicht hunderttausend Butterdosen produzieren können. Am Ende brauchen wir vielleicht nur 15.000. Der Rest wird einfach entsorgt. Ähm darin befinden wir uns jetzt seit einigen Jahrzehnten und viele Ökonomen und Volkswirte sind da. Nicht mehr dieser Meinung das Wachstum eigentlich so die Mitte oder die Stärke der Wirtschaft sein soll.

[8:05] Deshalb hat sich auch die letzten Jahrzehnt, also ich würde sagen nach Millennium einige Professoren auch zusammengesetzt. Dann haben versucht dieses Wachstum mathematisch also aus dem Sicht eines Mathematikers, eines äh Physikers, eines ähm Wit äh ähm ähm Manager einer äh ähm.

[8:29] Unterschiedlicher sag ich mal Wissensschaften die dieses Wachstum mal erklären, beschreiben, ausrechnen sollten um festzustellen wo.

[8:39] Ähm liegt eigentlich die Problematik, wie kann man es mathematisch herstellen oder ähm beweisen und
man stellte tatsächlich fest, dass das eigentlich gar nicht so wie die Betriebswirtschaftslehre gelehrt wird, nicht mehr betreiben kann, weil es natürlich nicht unbedingt nachhaltig ist. Es ist auch nicht vorteilhaft wenn wir so viel produzieren und am Ende wegwerfen, weil wir nicht so viel haben irgendwann mal. Ja, das gilt jetzt nicht nur für Waren und Güter, sondern natürlich auch ähm da geht's um Geld und Geld auch. Also wir haben riesengroße Berge von Schulden. Wir wissen gar nicht, damit? Also wir werden's auch nicht in 300 Jahren äh zurückzahlen können diese Schulden, die wir jetzt 2021 haben und ähm da haben sich jetzt einige Konomen immer wieder
Gedanken gemacht und haben gesagt, ja was machen wir? Wie können wir das ändern? Wie können wir diesem ähm es gab.

[9:33] Dieses Begriff D-Grow, also gegen Wachstum, dass man halt eben eine sogenannte Realwirtschaft wieder anbahnt und an Realwaren sich orientiert und Realgüter ähm auch tauschen hat und dass dass das jetzt nicht mehr so ein so ein so ein ja so ein Wahnsinn im Nichts ist sondern dass das tatsächlich was Handfestes ist. Also früher gab's ja diese Geld ähm zu Goldwährung. Es gab genauso viel Geld, wie es auch Gold auf der Welt gab. Also es gab eine Gegenwehnowierung, dass es heutzutage nicht mehr der Fall. Wir haben gar nicht mehr so viel Gold. Wie viel Geld eigentlich schon geschöpft wurde. So, jetzt habe ich äh mir gedacht, ja, wen lade ich denn ein? Wer kann denn was dazu erzählen? Und ähm da gibt es einen Herrn, der ist ähm im ähm.

[10:19] Ja Europaparlament ist Abgeordneter ist auch im Ausschuss äh ähm und ich kenne ihn jetzt schon seit ähm Jahrzehnte. Ähm es handelt sich um Herrn Sven Gigold und Sven Gigold ist von den ähm Bündnis neunzig die Grünen ähm eigentlich NRW Ist aber tatsächlich in Brüssel und ihn habe ich jetzt mal ein bisschen, hm ja, was heißt ein bissle? Ich habe ihn interviewt zu seiner ja Arbeit die letzten zwölf Jahre, welche neue Formen hat denn die Wirtschaft und wie beschreibt er das? Und ähm dieses Interview lasse ich jetzt mal abspielen. Ich habe das Vorher ähm aufgenommen. Für euch Sven Gibold hier mit dem Thema.

[11:06] Soziale und solidarische Wirtschaft. Viel Spaß. Tag da draußen. Hier ist das
Polituria Magazin für euch äh wie jeden Mittwoch 16 bis 17 Uhr und auch heute an einem Novembernachmittag möchte ich euch ähm in meiner Senderreihe Geld und Finanzsystem wieder mit neuen, interessanten Thematiken, die nicht nur hier in äh der Repub
ähm ja Gehör finden, sondern auch europaweit, vielleicht sogar auch weltweit und dazu habe ich jemanden eingeladen
Es handelt sich um den Europaabgeordneten Herrn Sven Gigold. Ich begrüße Sie erst mal ähm hier am Apparat. Einen wunderschönen guten Tag, Herr
wie Gold. Ja, moin moin.

[11:50] Moin moin, sehr schön, ja. Ja äh vielen lieben Dank, dass sie Zeit gefunden haben hier fürs Politopia-Magazin und das Radio X äh zu sprechen. Ich äh
würde jetzt erstmal vorab ein paar ja,
Anregungen geben, damit die Zuhörerinnen wissen, um wen es sich hier eigentlich handelt. Also ähm Herr Gigold ist eigentlich hier in Frankfurt
sehr stark ähm in ähm Vordergrund getreten, als er in den Millenniumzeit auch einer der Gründungsmitglieder gewesen ist äh für Attack
Deutschland und ähm da sind viele politische Zusammenhänge hier auch für Frankfurt mit ihnen ähm in Kontakt gekommen.
Das ist natürlich jetzt schon lange her und ähm sie haben mittlerweile seit äh zwotausendacht, zweitausendneun äh haben sich ähm ähm ja.

[12:39] Dann zu einem Partei dazugehörig gefühlt und sind da auch eingestiegen in die Partei, das Bündnis, die Grünen,
und seitdem sind sie eigentlich auch voll auf einem ja ich sage mal aufsteigenden Ast und ähm haben ganz viel für diese Partei Bündnis neunzig die Grünen seit 2008 auch getan.
Sie haben natürlich jetzt ähm die letzten
Legislaturperioden für äh die Europawahlen sich als Kandidat auch immer ähm auch äh bereit ähm erklärt mit äh in die Wahlen einzutreten und ähm haben
seit 2009 eigentlich diesen Posten auch nicht verlassen. Sie sind ähm Abgeordneter im EU-Parlament und ihr Schwerpunkt und das finde ich sehr interessant auch für diese Sendung, ist äh ja äh
nicht nur eben über Klima zu sprechen, was vielleicht so der Schwerpunkt äh der Grünen ist, sondern auch über verschiedene andere.

[13:39] Punkte ähm und im,
Währung und Wirtschaft hat sich so ihr sage ich mal Standbein auch in den Europaparlament ähm,
äh gefestigt. Ähm habe ich etwas vergessen Herr Gigold. Falls ja, würde ich mich sehr freuen, wenn sie nochmal kurz zusammenfassen, was so ähm ihre Europa
parlamentarische Arbeit angeht. Na ja, also zunächst mal ähm bin ich natürlich Europaabgeordneter und damit äh dem Wohl aller.
Europa verpflichtet und nicht einer Partei ähm.

[14:14] Ich bin natürlich gewählt über die Liste von Bündnis 90 die Grünen in Deutschland.
Aber kümmere mich eben seitdem um Wirtschaftsfinanz und Steuerpolitik in der Europäischen Union und ähm dabei habe ich alle im Blick.
Ähm und nicht irgendwelche Kandidatenpläne. Das muss man vielleicht noch dazu.

[14:34] Ja, das ist allerdings wahr. Also ich ähm habe jetzt schon seit einigen Jahren immer wieder auch ähm ja Berichte oder halt auch einen ähm europäischen ähm Ansporn äh sie mitbekommen. Da ging's um
Währungsstabilität, da ging's äh im Allgemeinen um Wirtschaft und um den Euro, aber natürlich auch um verschiedene andere ich sage mal finanzrelevante,
Schwerpunkte wie jetzt im Lobbyismus, eine Transparenz zu zu schaffen, Bankenaufsicht, vielleicht sogar auch ähm so was wie eine Finanz,
Transaktionssteuer äh einzuführen. Sie haben sich 2010 auch für den Definition und die Ausarbeitung des äh Green you deals auch eingesetzt. Ähm.
Was äh was konnten sie denn bewegen in den letzten ähm ja gute zehn Jahre im Europaparlament ähm was können sie jetzt als einen positiven Aspekt so sehen und ähm was hat sich tatsächlich dann auch getan.

[15:34] Also man muss halt sehen, 20 Jahre lang 25 Jahre lang.
Hat Europa die Finanzmärkte liberalisiert, die Grenzen für den äh Kapitalverkehr geöffnet und damit beigetragen.
Zu der globalen Finanzkrise, die 2tausend8 äh neun uns dann äh schwer erschüttert hat.
Und seitdem hat Europa die Richtung geändert. Also die Europäische Union hat allen Finanzmarktakteuren strengere Regeln auf ähm.

[16:06] Gebrummt in Frankfurt ist äh eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht entstanden, die allen Großbanken.
Unabhängig von ihrer Nationalität im Hintergrund, auf die Finger schaut.
Und dazu hat das Europaparlament natürlich erheblichen Beitrag geleistet. Genauso haben wir im Bereich der Steuern und der Finanzkriminalität.
Doch ähm erhebliche Fortschritte zu sehen derzeit strengt sich Europa zum Beispiel an, eine gemeinsame Geldwäscheaufsicht auf den.
Weg zu bringen mit strengeren Regeln für kriminelles Geld.
In Europa, dass ein das ist absolut notwendig. Wir sehen äh den Vormarsch organisierter Kriminalität.
Und das Recycling der Gelder von Kriminalität im internationalen Finanzsystem und ähm dem wird Europa jetzt mehr entgegensetzen.
Auch im Steuerbereich gab es eine ganze Reihe von Entwicklungen, die in die richtige Richtung gehen, zum Beispiel dass man eben nicht mehr einfach in einem anderen Land ein Bankkonto eröffnen kann.
Und dass dann bei der Steuererklärung vergessen, sondern heute fließen die Informationen von allen Banken.

[17:12] In Europa, aber auch international, automatisch an die Heimatfinanzämter der Anlieger und.

[17:19] Weit verbreitete Steuerflucht, an der sich auch manche Frankfurter Institute beteiligt haben, muss man dazu sagen. Äh die ist heute schwerer.

[17:29] Allerdings haben wir den Sumpf noch nicht trockengelegt. Da gibt es immer noch viele Schlupflöcher und die zu schließen. Daran arbeite ich. Also insgesamt kann ich nur sagen nach 12 Jahren im Europaparlament.
In vielen der europäischen Finanzgesetze,
stecken jetzt grüne Ideen, stecken auch meine Ideen. Die sind jetzt in ganz Europa gültig. Genauso wie natürlich die Ideen von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fraktionen.

[17:54] Vielleicht ganz konkret, also jetzt die neuesten Ermittlungen über Cum-Ex oder das looks Paper, äh
das sind ja genau diese
sage ich mal, ähm kriminellen Machenschaften, die sich die letzten 40, fünfzig Jahre auch ähm herausgebildet haben und ähm ihr momentan ähm als Europabeauftragte und äh da.
Eine eine Ordnung schaffen möchtet ähm.
Passiert denn grade aktuell und ähm wie wird denn oder wie kann denn das Europaparlament verhandeln und dieses Aufdecken und wie wirkt sich das auf die einzelnen Länder wie Luxemburg oder,
ganz konkret äh Bundesrepublik Deutschland aus.
Also bei Cum-Ex ist es so, dass wir geschafft haben, dass das Europaparlament eine europäische Untersuchung in Gang gesetzt hat.
Allerdings in vielerlei Hinsicht unzureichend, aber immerhin gab es diese Untersuch.

[18:52] Es gibt auch Arbeiten daran mit Hilfe europäischer Gesetze strukturell.
Diese Art von steuergetriebenen Gestaltungen rund um den Dividendenstichtag. Was man beschönigend als Dividenden-Nahbitrage bezeichnet.
Das zu schließen. Allerdings ist der Hauptgrund für den Cum-Ex-Skandal lag im deutschen Steuerrecht.
Hätte Deutschland beenden können. Es ist eine Kriminalgeschichte des Lobbyismus, wie es dazu gekommen ist. Das ist das über so viele Jahre gab.
Und über Jahre diese Schlupflöcher nicht geschlossen worden sind.
Unter den Finanzministern von CDU und SPD die äh zweite Geschichte, was jetzt jüngst äh öffentlich geworden ist, ist das,
die Praktiken von Looks. Leaks, also das ähm Unternehmen statt.
Insgesamt das Steuersystem in einem Land so zu machen, dass Kriminelle Machenschaften möglich werden, die.
Den heimischen Bürgerinnen und Bürgern nicht möglich sind oder Niedrigsteuerregime für Unternehmen aus anderen Ländern zu eröffnen.
Die man den eigenen Unternehmen verwehrt, dass dadurch zu umgehen, dass man Unternehmen maßgeschneiderte Steuer-Sonderabsprachen gibt.

[20:11] Das hat Europa inzwischen beendet, aber Investigativer Journalismus hat rausgefunden, dass in Luxemburg wie auch in anderen Ländern diese Regeln umgangen werden.
In der Form, dass man diese Sonderabsprachen mit Unternehmen.

[20:26] Mehr schriftlich fasst, sondern sieben Grunde per Wagenabsprachen fasst und diese Art der Umgehung.
Die ist bisher weiter möglich und dazu ist auch auf unsere Initiative gab es ein Healing, wo wir das zum Thema gemacht.
Parlament, um auch dieses Schlupflauch noch zu schließen. Es hat mich sehr geärgert, dass der Luxemburger Finanzminister unsere Einladung ins Parlament nicht gefolgt ist.

[20:53] Ja also das heißt Fortsetzung folgt. Ähm es ist noch eine lange
Arbeitsweg um dann nochmal ganz konkret auch solchen Machenschaften auch mal ein Ende zu setzen.
Was jetzt gell, Finanzsystem so betrifft, ist es immer eine schwierige Situation, weil natürlich auch viele verschiedene ähm Akteure darin mitspielen und,
sich äh darin bewegen. Also es gab ja zum Beispiel vor zwanzig Jahren,
wenn ich mich nicht irre, schon mal so eine Angewo gesagt haben, na ja, lass uns doch mal privat und Geschäftsbanken trennen. Meinen Sie, das wäre vielleicht auch eine Lösung.
So was anzugehen? Eine Idee eines sogenannten Trennbanken-Systems beruht ja nicht darauf, dass man Unternehmens- und äh Privatkonten.
Trend äh sondern es geht darum, dass Investmentbanking einer Bank abzutrennen von den Geschäften, die.
Normalen, realwirtschaftlichen Kunden gemacht werden. Also sei es Unternehmen oder Privatpersonen und dahinter steht auch die Erkenntnis.

[21:58] Das Sparguthaben von Privatpersonen, aber auch von Unternehmen, dass das natürlich abgesichert werden muss auf Banken. Man ist auch nicht durchhalten würde.
Dass wenn es eine größere Bankenkrise gibt, dann alle Sparerinnen und Sparer ihre Guthaben verlieren.
Auf der anderen Seite führt das zu einer Art kostenlosen Mitversicherung der des Investmentbankings,
dadurch, dass das eben in der gleichen Rechtsfigur stattfindet, nämlich einer Universalbank. Deshalb gibt es die Idee, die ähm auch in den USA lange durchgeführt wurde,
Investmentbanken und Realwirtschaftlich orientierte Banken voneinander zu trennen. Es war leider nicht möglich.

[22:40] Diese Trennungen in Europa durchzusetzen, auch in den USA sind diese Regeln nicht umfassend wieder in Gang gesetzt worden nach der großen Finanzkrise. Wir Grünen haben das falsch gefunden. Wir sind auch.
Die meines Wissens die einzige größere Partei in Deutschland, die dieses Prinzip weiterhin seit ihrem Wahlprogramm hat.
Man muss eigentlich auch feststellen, dass wir weder im Europaparlament noch im Bundestag eine Mehrheit für diese grundlegenden Finanzreformen haben.
Die zutiefst liberal sind, weil sie einfach nur bedeuten, dass der Staat.

[23:12] Nicht für Investmentbanking haften sollte und wir dort das Risiko, dass der Steuerzahler wieder zur Kasse gebieten wird, strukturell äh begrenzen.
Und gleichzeitig ist damit nicht gesagt, dass Investmentbanking böse ist oder so. Das ist ja alles Unsinn. Investmentbanking erfüllt wichtige Funktionen. Aber es wäre besser.

[23:31] Von den realwirtschaftlich orientierten Teilen des Bankgeschäfts getrennt wurde. Mhm. Ja, vielen Dank erstmal für die kurze Erläuterung. Ich ähm
wird jetzt tatsächlich so ein bisschen grad auch in die Zukunft mal blicken. Da gibt's ja jetzt einiges, was ähm seit äh zwotausendneunzehn auch wieder entstanden ist oder was auch
auf ihrem
Agenda steht, da geht's natürlich um solidarische und soziale Wirtschaft. Also wenn wir jetzt drüber nachdenken, Investment haben Sie gerade eben erwähnt, das ist schon ähm etwas, was wir hier brauchen auf dem äh globalen äh Finanzmarkt, weil Investment heißt
tatsächlich wir wir wirtschaften damit und wollen auch irgendwie in bestimmte Richtungen bestimmte Felder auch finanzieren wollen, investieren wollen. Es geht
jetzt in den neuen, sage ich mal, auch Koalitionsgesprächen grade jetzt nach der,
Wahl und auch jetzt in unserem Fall äh der Pandemie, in der wir uns befinden, ist plötzlich das soziale, sehr, sehr stark in den Fokus gerückt
also sprich Gesundheit ähm die Arbeitsverhältnisse, Bürger und ähm andere hm
Bereiche wie Wohnungspolitik, sie beschäftigen sich tatsächlich mit dieser Art von solidarische und soziale Wirtschaft und tatsächlich würde ich jetzt gerne Sie mal fragen, ähm was heißt genau solidarisch und soziale Wirtschaft? Mal in den Einzelnen?

[24:52] Ja, soziale und solidarische Ökonomie ist.
Europäisch definiert in Deutschland gibt es keine klare Definition als Unternehmung, die mit wirtschaftlichen Mitteln, also dem Verkauf äh von Güter und Dienstleistungen.

[25:08] Gleichzeitig äh soziale, ökologische oder demokratische Ziele verfolgen. Das heißt nicht.
Dass man keine wirtschaftlichen Interessen hat. Ganz im Gegenteil, aber dass man eben nicht nur nebenbei soziale und ökologische Standards einhält, was.
Sehr viele Unternehmen tun, auch über das gesetzliche Maß hinaus, leider Gottes gibt's auch Unternehmen, die die Gesetze nicht einhalten, aber,
sondern es geht darum, dass von ihrem ganzen Unternehmensziel her,
soziale, ökologische Ziele begünstigt werden und dafür gibt es einfach ganz viele Beispiele. Denken Sie an die vielen neuen Start-ups mit äh.
Sozialökologischen Geschäftsideen. Denken Sie an so was wie eine ähm eine Wohnungsgenossenschaft, die ihren Mitgliedern günstigen Wohnraum zur Verfügung stellt.
Auch in Lagen, wo heute normale Menschen sonst am freien Markt kaum noch ähm sich eine Wohnung leisten können.
Denken Sie an Banken, die ähm nicht Gewinn maximierend sind, sondern in der Region das Kreditgeschäft aufrechterhalten, wo, sage ich mal, klassische Unternehmen sich vielleicht links zurückgezogen hätten.
Oder auch ähm soziale Unternehmen, die einfach soziale Dienstleistungen anbieten.

[26:22] Gesundheit, Pflege und vieles andere. Also ist ein ganz große Bandbreite.
Und je nach Definition 8 bis zehn Prozent aller Beschäftigten in Europa.
Arbeiten bei Unternehmen, die nicht klassisch gewinnorientiert sind und auch nicht staatlich sind.
Dieser Raum dazwischen man könnte sagen so was wie die ökonomische Zivilgesellschaft, das meint man mit sozialer und solidarischer Ökonomie.

[26:49] Diesen Raum zu fördern, das habe ich mir seit langem zum Ziel gesetzt. Wir haben in der europäischen Union da auch einige Initiativen nach vorne gebracht Anfang Dezember.
Die EU-Kommission ein neues Maßnahmenpaket vorlegen, was sie zur Stärkung dieses Sektors machen will und auch die neue.
Ampelkoalition hat sich ja im Sondierungspapier zum Ziel gesetzt diesen Sektor zu stärken und das ist eine gute Botschaft für alle, die wollen, dass Wirtschaft auch soziale und ökologisch ist.

[27:20] Soziale Ökonomie kann auch sein, wenn zum Beispiel ein Unternehmen.
Menschen, die sonst diskriminiert sind oder benachteiligt sind, Beschäftigung bietet.
Soziale Ökonomie ist auch wenn eine Genossenschaft einen Dorfladen betreibt.

[27:37] Heißt, es gibt ganz unterschiedliche Formen. Soziale Ökonomie ist im weiteren Sinne eben nicht notwendig, eine klassisch soziale Dienstleistung.

[27:47] Solche Unternehmungen kann auch ein Laden betreiben, kann Häuserwände anstreichen oder alle möglichen anderen Dienstleistungen erbringen oder auch Güter herstellen.

[27:58] Diese Art des Wirtschaftsfonds mit wirtschaftlichen Zwecken, also.
Der Zweck ein bestimmtes Gute oder eine Dienstleistung herzustellen. Gleichzeitig soziale Ziele verfolgt werden.
Das ist eigentlich was äh diesen Sektor so liebenswert macht.
Ähm wenn ich da jetzt so ein bisschen zuhöre, dann habe ich so das Gefühl, das hat ähm es ist ja fast auch nichts Neues im Grunde genommen. Das heißt.
Genau, das heißt, sie da eigentlich auch viele Sachen äh den Bürgerinnen oder den den Menschen, die in einem Land leben, auch wieder äh nicht nur,
eine Einbindung äh derer im ins Leben, sondern auch tatsächlich wieder ein solidarisches Verständnis mit einer Güter nicht mehr privatisiert, sondern tatsächlich eine,
tiefe Genossenschaften, Gemeinwohl ähm geht das in diese Richtung.

[28:43] Na ja gut es sind große Worte jetzt erstmal sind es Unternehmungen und Unternehmen die ganz konkrete Güter und Dienstleistungen herstellen und dabei gleichzeitig die Welt ein Stückchen lebenswerter machen.
Das sind nicht gleich diese ganz großen Ideen, wobei es auch stimmt, dass Genossenschaftswissen ist für 200 Jahre alt.
Ist nix Neues und selbst wenn der Antike gab es in gewisser Weise Vorläufer davon und insofern stimmt das, dass es keine neue Idee, aber grade wir leben ja in einer Zeit, in der die Grenzen des Planeten.
Immer näher rücken und umso mehr haben Unternehmen die Geschäftsmodelle suchen, die gleichzeitig einen ökologischen und sozialen Nutzen haben.
Eine ganz besondere Aufgabe und Bedeutung. Es ist kein Zufall, dass in vielen Ländern, gerade ökologisch orientierte, neue Genossenschaften, sozialökologische Start-ups, eine enorme Rolle spielen bei dieser Transformation.

[29:45] Gut dann ähm bedanke ich mich erstmal bei Ihnen Herrgold ähm alles Gute ähm bis auf bald. Tschüss. Tschüss.
Wir bedanken uns erstmal für das Statement. Ähm ja, das war jetzt hier das Interview, was ich äh vor der Sendung hier mit Herrn äh Swenky Gold aufgenommen habe. Bis gleich.

[30:07] Ja, seid gegrüßt. Ihr seid hier immer noch äh beim Politopia-Magazin äh und zwar Radio X einundneunzig Punkt acht Megaherz. Schön, dass ihr noch dabei seid. Schön, dass ihr noch eingeschaltet habt
Wir sind hier heute mit äh dem Thema Wirtschaft beziehungsweise soziale und solidarische Bitte
beschäftigt. Ganz neue Ökonomie, ja also es gibt tatsächlich ähm auch sogenannte Sozialunternehmen, die haben sich die letzten.

[30:39] Nicht so viele Jahre, aber so nach der Millennium kam dann doch ganz schön viele, die sich ähm dann äh gedacht haben, okay
Wir wollen jetzt nicht unbedingt nonstop diese Wirtschaftswachstum verfolgen und auch nicht irgendwie für die Zukunft unserer Kinder hier weiter lehren und ähm es haben sich äh tatsächlich auch ähm andere Universitäten auch gebildet, die hm
sogenannte Plurale Ökonomik auch lehren fand ich sehr interessant. Also ich meine so ein so ein warum eigentlich so eine so eine.

[31:16] Plurale Ökonomik, also ganz einfach, weil ähm sie sich halt eben die Wirtschaft nicht nur auf äh ja das Finanzwesen bezieht, sondern halt eben auch auf ja
Soziales, solidarisches ähm
nach den Bedürfnissen der Menschen richten sollte. Ob Pandemie, Klimakrise oder Finanzmarkt ähm Stabilität, soziale Ungleichheit, dass alles ähm sind die Probleme unserer Zeit und äh sind sehr komplex und stark äh mit der Art unsere Wirtschaft natürlich auch
verbunden. Also damit ähm hängt auch die Art, wie die Wirtschaft
der Wissenschaft verstanden wird, also wie sie gelehrt wird, ähm ähm die die einseitigen Antworten der der Wirtschaftswissenschaften spiegeln sich in vielseitigen Krisen ähm der Gegenwart wieder. Also jetzt bestes Beispiel, Pandemie, große Schulden wieder
große Berge, die angehäuft worden sind.

[32:20] Also obwohl die Ökonomik eine Vielfalt an Theorie und Methoden bietet, ist es um reale Probleme.

[32:28] Diese zu verstehen und sie auch einzuschränken
sich äh wissenschaftliche Diskursen wieder zu widmen und neue, einzigartigen Ansatz oder oder auch ähm neue ähm Wirtschafts-Theorien herzustellen, liegt eigentlich auf der Hand, ja.
Das äh erstmal dazu. Jetzt habe ich tatsächlich einige Interviews auch in dem freien äh Radio Net
gefunden, weil die Kollegen ähm aus ja verschiedenen, nicht-kommerziellen Radius sich auch mit diesem Thema beschäftigt haben. Fand ich sehr interessant. Es war jetzt nicht nur mein Thema, meine Idee. Ähm und ähm habe jetzt auch an äh
Podcast gefunden und zwar frei Radio Snap ähm und das waren die Kollegen
München, also äh,
Das ist nicht kommerzielle Radio. Mir fällt gerade äh der Name hier aus. Ich glaube ähm
Coloradio heißen die ähm in Dresden aber in München, na ja anyway,
Auf jeden Fall habe ich was gefunden und zwar hat hier eine Stadträtin in München auch einige Sozialunternehmen in ihrer.

[33:55] Ähm gefordert die letzten Jahre und äh sie nennt das Sozialunternehmen als
Katalysatoren für die Wirtschaft der Zukunft, also Sozialunternehmen sind eine neue Form ähm des Unternehmerntums und angesiedelt zwischen den profitierenden, klassischen Unternehmen und sozial.

[34:15] Und oder ökologischen tätigen gemeinnützigen Organisationen. Sie gehen soziale.
Rund oder ökologischer Herausforderung an, sind aber gleichzeitig unternehmerisch tätig und erwirtschaften ihre Einnahmen mit denen sie sich finanzieren oftmals auf unternehmerischem Wege.
Ja, welche äh Potential diese Sozialunternehmen haben, unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern.

[34:44] Wie ist ihre Stellung hier in Deutschland? Was würden sie äh brauchen, um ihr volles Potential ausspielen zu können oder
Wo liegen die Schwierigkeiten solche Sozialunternehmen ähm erfahren haben und was
tut die Stadt München um diese Unternehmen zu fördern. Also es es gibt anscheinend auch Gemeinden ähm
das schon mittlerweile fördern. Finde ich auch sehr interessant. Sollte vielleicht auch Frankfurt äh sich mal überlegen, ob das eine Möglichkeit wäre, hier richtige Sozialunternehmen fördern. Wir haben natürlich auch unterschiedliche Wohnprojekte in dieser Stadt, grade weil wir jetzt hohe
mieten auch in der Stadt haben und die müssen ja auch irgendwie dann hm ja durch Gemeinwohl oder
große ähm ja Wohnungs hm kollektive auch abgefangen werden
Ja, dann würde ich sagen, gehen wir jetzt mal in die Sozialunternehmen Freiradius München. Ich lasse das jetzt mal für euch abspielen. Ähm viel Spaß beim Hören.

[35:52] In der allgemeinen Berichterstattung kaum vor. Sie inspirieren keine Börsenjunkies, aber sie gestalten zunehmend unsere Gegenwart und vor allem unsere Zukunft. Doch was sind Social Businesses, Social Enterpreneurs?
Ich frage Julia Post. Sie ist selbst Sozialunternehmerin und im Nebenberuf Stadträtin in München.

[36:13] Eine Definition vom Social Entrepreneurship-Netzwerk Deutschland. Das ist die Vertretung der Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer in Deutschland.
Hat eine Definition herausgearbeitet, dass Social Entrepreneurship drei Kriterien erfüllen muss.

[36:30] Eine gesellschaftliche Herausforderung gelöst wird und zwar das mindestens auf eins der 17 STGs eine positive Wirkung erzeugt.

[36:41] Die 17 STGs sind die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Das zweite Kriterium, das erfüllt werden muss.

[36:50] Ganze eine unternehmerische Aktivität sein muss im Gegensatz zu dem klassischen wendenbasierten Verein eben nicht auf
Spenden angewiesen ist, sondern auch aus sich selbst heraus eine nachhaltige Finanzstruktur aufbaut. Man kann aber durchaus auch als Verein oder GGmbH oder Ähnliches auch organisiert.

[37:10] Es soll sich also um ein vollwertiges Unternehmen handeln, das sich wirtschaftlich selbst trägt.

[37:15] Dritte Kriterium das dann erfüllt werden muss ist dass die Gewinne die im Sozialunternehmen gemacht werden,
vorrangig auch wieder reinvestiert werden ins Unternehmen und zwar damit sich die Wirkung der Impact.
Dieses Unternehmens auch immer weiter vergrößert im Gegensatz zu klassischen Wirtschaft, auch nicht Gewinne ausm Unternehmen rausgezogen werden oder dann so der.
Folgt und äh.

[37:42] Vermehren soll sich die soziale Wirkung nicht der Profit der Shareholder. Das Unternehmen wird auch nicht entwickelt, um es schließlich meist beten zu verkaufen.

[37:52] Im Mittelpunkt steht immer die Wirkung des Unternehmens.
Geld dient dazu, um diese Unternehmung überhaupt zu ermöglichen und auch Mitarbeitende zum Beispiel einstellen zu können. Eine völlig andere Art zu denken.
Was ich auch Social Entrepeneurs so auf die Fahnen geschrieben haben, sie wollen Ursachen von Problemen bekämpfen und nicht nur Symptombehandlungen machen. Der ideale Fall ist dann eigentlich.

[38:18] Sich eine Organisation im Idealfall nach ein paar Jahren vielleicht sogar wieder auflöst, weil sie sagen, hey, wir haben das Problem gelöst.
Produkte sind nicht in erster Linie dazu da Geld zu machen.

[38:30] Kann sich natürlich einiges weiterentwickeln und man kann dann sein Know-How auch wieder zur nächsten Organisation tragen. Also das muss ja nicht verloren gehen, aber es ist kein Selbstzweck im Sinne von jetzt überlegen wir uns wieder neues Produkt und,
einfach wie wir wieder an Geld kommen, sondern der Impact die Wirkung steht im Vordergrund. Die aber ist die Situation für Sozialunternehmen in München und in Deutschland.

[38:55] Also München als Kommune haben wir ja keine Handhabe daran, etwas zu ändern an diesen rechtlichen Rahmenbedingungen. Die sehe ich jetzt auf bundesweiter Ebene.

[39:06] Ausbaufähig. Wir haben im in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie beispielsweise England keine eigene Rechtsform für.
Unternehmen.

[39:17] Und das hat dann häufig ganz praktische Auswirkungen, dass man häufig zum Beispiel durch Gründungsförderungen fällt, also wenn man's jetzt sagt, man organisiert sich beispielsweise als Verein,
oder als GGMBH oder so, dann fällt man vielleicht aus der ein oder anderen Förderung raus, weil man sagt ja, wir wollen ja ein Unternehmen,
fördern und keinen Verein. Wir machen ja Wirtschaftsförderung. Äh das hat man jetzt zum Beispiel auch während Corona gesehen, diese Coronahilfen.
Die waren eben auch so ein bestimmtes Muster angelegt und viele,
der Sozialunternehmer innen, die sind da einfach aus diesen vorgegebenen Schubladendenken sage ich mal rausgefallen und es gab keine passgenauen Finanzierungshilfen. Eine Rechtsform könnte hier eben mehr Klarheit schaffen und dann auch.
Spezifisches Finanzierungsinstrumente.
Eine Gehe GmbH ist eine gemeinnützige GmbH, eine Zwischenform zwischen gemeinnütziger Organisation und Kapitalgesellschaft.
Dank der Gemeinnützigkeit, die vom Finanzamt geprüft und zuerkannt wird, fallen manche Unternehmen Steuern weg.
Es gibt die Möglichkeit, sich teilweise über Spenden zu finanzieren.
Rechtsform wird laut Wikipedia vor allem von gemeinnützigen Unternehmen wie Kindergärten, Sozialstationen oder Krankenhäusern gewählt, die sich wirtschaftlich betätigen wollen.
Ist aber vielleicht für ein Unternehmen wie Ecosia die Suchmaschine die Bäume pflanzt weniger geeignet. Aber was können Sozialunternehmen für die Zukunft unserer Gesellschaft tun?

[40:46] Einen Münchner Social Start-Up, das kennen bestimmt viele Zuhörer innen, das ist die Firma ReCup,
die dieses Pfandsystem für Coffee to go entwickelt hat,
eine Alternative zu diesen ganzen Plastik- und Einwegbechern angeboten und da wird aktiv zur Abfallvermeidung und damit auch zum Umweltschutz beigetragen.
Das ist im Grunde ein riesiges Klimaschutzprojekt, aber was sind soziale Innovationen? Ein anderes schönes Beispiel.
Finde ich, ist die Organisation Dicovering Hands. Discovering Hands bildet sehbehinderte Frauen aus zur Früherkennung von Brustkrebs und zwar haben diese Menschen,
einen sensibleren Tastsinn und mit dieser Ausbildung können die sehr viel früher schon Brustkrebs erkennen.
Das ist eine Situation einerseits kann einfach durch die viel frühere Diagnose.
Menschenleben gerettet werden.
Gleichzeitig kann durch die frühere Diagnose auch enorm Kosten gespart werden in der späteren Behandlung. Drittens.

[41:59] Wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe, sind fünfundsiebzig.
Prozent von Sehbehinderten Menschen arbeitslos und das schafft auch wieder eine Beschäftigung und.
Zeigt eben an einem ganz konkreten Beispiel, wie viel so soziale Innovationen und Sozialunternehmen wirklich bewirken können.
Ich habe da etwas meinem Bedenken.
Es ist eine Schande für unsere Gesellschaft, dass Menschen mit Sehbehinderungen auf dem klassischen Arbeitsmarkt kaum vorkommen. Ich gehe mal davon aus
dass diese Menschen generell genauso intelligent und begabt sind wie andere. Warum werden diese Begabungen so wenig gefördert, dass die Leute froh sein müssen, einen Job zu bekommen, wo allein ihr besonderer Tastsinn eine Rolle spielt?
Ich glaube, das löst auch nicht das Problem, das aufm Arbeitsmarkt für diese Menschen trotzdem viel passieren muss.

[42:50] Nicht, dass für Menschen mit Behinderungen.
Unsere ganze Gesellschaft noch nicht ausgerichtet ist, eben Inklusion noch gar nicht richtig stattgefunden hat. Aber ich glaube, das wäre auch zu viel, das von einer Organisation zu erwarten,
das alles gleich mitzulösen. Dennoch könnte das Projekt zu einer Professionalisierung beitragen, die ich zunächst darin nicht gesehen habe.

[43:12] Was dann die politische Aufgabe ist, das ist jetzt auch wieder nichts, was man auf München Ebene lösen kann, dass es zum Beispiel darum geht.
Wird so eine Leistung von der Krankenkasse bezahlt. Wir.

[43:26] Auch als staatlich anerkannter Berufsausbildung zugelassen. In wie vielen,
Zentren oder in wie vielen Arztpraxen kann man diese Untersuchungen in Anspruch nehmen?
Oder wird so eine Tastuntersuchung vielleicht auch noch dann für andere Bereiche übernommen, also zum Beispiel für die Prostatakrebsvorsorge.

[43:48] Kombiniert man das mit bestehenden Berufen, beispielsweise der Arzthelferin, dann wird daraus eine echte Perspektive.
Ein anderes Beispiel ist SEALO, eine freie Internet-Lernplattform, die sowohl Lehrer als auch Schüler unterstützt.

[44:03] Berlo ist auch eine Münchener Organisation, das ist das Wikipedia des Lernens, die durch digitale Bildung.
Zum Selbstlernen und in Tutorials und mit Arbeitsblättern Bildung sozusagen, demokratisiert und da ganz viele Möglichkeiten.

[44:20] Inhalte anzueignen und auch Lehrkräfte unterstützt.

[44:24] In der Bayrischen Verfassung habe ich grade gehört, steht die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.
Können wir das mit Leben füllen.
Also davon sind wir aktuell noch weit weg, aber ich denke, die Ökonomie oder Social Entrepreneure, die zeigen auch einen Weg auf.
Wenn man eben auch so ein Handlauf bereit.
Gestellt bekommt und auch zeigt, woran machen wir das denn fest, was sind die Kriterien, worüber man gerne auch noch gesellschaftlich diskutieren kann. Das macht sehr konkret.
Auch für bestehende Unternehmen und zeigt es den Weg auf, wie man dort hinkommen kann. Das ist die Gemeinwohl Matrix oder die Definition von Social Entrepreneurship,
oder auch die Möglichkeit, wie man seine Wirkung als Unternehmen auch messen kann. Da gibt es auch verschiedene Wirkungsmodelle, wo man dann eben auch reflektieren kann und das überprüfen kann.
Und dadurch auch sehen kann, wie kann ich mich in den Bereichen verbessern.

[45:21] Gemeinwohlmatrix oder Social Entrepreneurship zwei Wege zu einer menschenwürdigeren Form von Wirtschaft, wo die Beziehungen zu Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden, Gesellschaft und Umwelt nicht einfach der Rendite unterworfen wird.
Die Gemeinwohlmatrix hilft bestehenden Unternehmen fit zu werden für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise.
Social Entrepreneurship hilft Start-ups von vornherein eine nicht profitorientierte Wirtschaftsweise anzustreben.

[45:50] Doch was macht die Stadt München, um Firmen auf diesem Weg zu helfen? Wir haben jetzt einen Antrag gestellt als Rathauskoalition.
Diese sozialen Unternehmen und sozialen Innovationen fördern wollen und dafür wollen wir eine eigene Stelle schaffen.

[46:08] Das ist erst einmal ein politisch bürokratischer Akt, hat aber konkrete Auswirkungen.
Es gab jetzt ein deutschlandweites Programm, Update Deutschland, wo wir uns als Landeshauptstadt München auch beteiligt haben, wo in so einem.
Partizipativen Prozess ganz viele Initiativen entstanden sind, die zu ganz verschiedenen Bereichen von Bildungsgerechtigkeit, über Klimakrise.

[46:32] Zu Pflege Ideen entwickelt haben und da ist auch noch mal sehr deutlich geworden und das ist nicht nur ein Problem hier in München.
Dass es oft einfach an Ansprechpersonen fehlt, die auch dieses Konzept verstanden haben und ja dann auch in die Stadtverwaltung.
Vermitteln können, hat auch den einzelnen Referaten, die ja auch sozusagen an gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten und dafür Lösungen entwickeln, hier vielleicht auch die Akteure miteinander matchen kann.
Sodass man dann auch gemeinsam an diesen Herausforderungen arbeitet und was ich finde im 21. Jahrhundert dann auch passieren muss, ist das vielleicht auch nicht jede Stadt.

[47:11] Neu für sich das Raterfindet und sagt, wie könnten wir denn hier vor Ort dieses Problem lösen, denn ich bin mir sicher, viele Probleme wurden andernorts auch schon gelöst und dass man da auch jemanden hat.
Der da im Austausch stehen kann.
Mit anderen Kommunen und da auch gute Ideen und funktionierende Lösungen nach München holen kann und umgekehrt Lösungen, die bei uns funktionieren auch nach außen trägt.

[47:35] Vernetzung macht den Unterschied. Was nämlich häufig noch so, das sieht man auch auf Landes-und auf Bundesebene so ein bisschen das Problem ist.
Das hatte ich vorhin auch schon beim Beispiel Coronahilfen deutlich gemacht und auch in der fehlenden Rechtsform, dass man dann sagt, okay, du bist ein Unternehmen, du gehörst doch zur Wirtschaftsförderung, aber vielleicht.
Ist eben dieses Sozialunternehmen, macht vielleicht einen Bildungsmentoring-Programm und bräuchte eigentlich den Kontakt ins Bildungsreferat.
Da hat man vielleicht dann von sozialen Innovationen und so noch nie gehört und ist sich dann vielleicht auch unsicher. Wie ist das mit dem Vergaberecht und was muss ich da beachten? Das heißt, dass da einfach eine Vernetzung hinsichtlich auch wieder der Wirkung und der Themen stattfinden muss.
Und es auch für die Mitarbeitenden in der Verwaltung eine Ansprechperson braucht, die dieses Konzept erklären kann und auch bei Fragestellungen behilflich ist.

[48:28] Gibt es dann im Rathaus demnächst einen Ansprechpartner oder eine Abteilung vielleicht? Mit einer Person fängt's an, meine persönliche Vorstellung ist, dass ich.
So einer Abteilung weiterentwickelt. Im Wesentlichen gibt es weltweit zwei Ausgangspunkte für die Bewegung des Sozialunternehmertums.
Der Friedensnobelpreisträger Professor Mohammed Juunus Erfinder der Mikrokredite, der dafür die Creme Back gegründet hat. Heute eine der größten und erfolgreichsten Banken in Bangladesch.
Und auch eine amerikanische NGO, die weltweit Sozialunternehmer mit Stipendien als Aschhockerverlust mit Geldberatung und Vernetzung unterstützt.
Professor Junos ist dort Gründungsmitglied.

[49:11] Er hat meines Wissens auch als Erste des Konzeptes Social Business entwickelt und in Serie eigene Sozialunternehmen gegründet.
Seine Vorstellung ist, dass das Wirtschaftswissenschaftliche Konzept vom Homo-Ökonomius unvollständig ist und wesentliche Bedürfnisse von Menschen nicht abdeckt. Zum Beispiel das Bedürfnis nach Sinn stiftender Tätigkeit.
Gleichzeitig sind aus seiner Sicht die reinen spendenfinanzierten Hilfsprogramme oftmals weniger effizient bei der Lösung von sozialen und ökologischen Problemen.
Mit seinen Unternehmen hat er gezeigt, dass Unternehmertum in neue, modernere Bahnen geleitet. Viele Probleme lösen kann,
mit den klassischen Instrumenten der Regierungen oder gemeinnützigen Organisationen nur unzureichend abgedeckt werden können.
Denn ein Dollar oder Euro, der in eine spendenfinanzierte Organisation fließt, kann nur einmal ausgegeben werden,
einen Euro, der von einem Sozialunternehmen eingenommen und verwendet wird, vermehrt sich und tut damit mehrfach Gutes, sagt er.

[50:13] Ja, das war jetzt der Bericht ähm aus äh München, über das ähm,
Sozialunternehmertum und es gibt natürlich auch in Frankfurt einige interessante
ja solidarische Projekte. Gestern gab's zum Beispiel auch bei meinem Kollegen Gallusfenster, hat da ein Projekt vorgestellt, das tatsächlich auch einen Preis gewonnen hat. Und zwar ging's um die Aderkantine. Ja, solidarisches Kochen,
um für Menschen äh ja die vielleicht nicht so viel haben einfach äh auch die Möglichkeit gibt, gerade jetzt in den Winter- und Weihnachtszeiten
eine Mahlzeit zu sich bekommen. Das sind so die Klassiker, die gibt es fast in jeder Stadt, auch ähm von der Kirche aus gesehen. Es gibt aber mittlerweile auch einige Wettbewerbsplattformen und Social Impact Labs
auch hier in Frankfurt. Da müsst ihr einfach Frankfurt Punkt Social Impact.

[51:06] Punkt TU, weil es natürlich auch europaweit ist eingeben und da findet ja einige
sage ich mal, Plattformen, wo ihr euch weiter informieren könnt und ja es versteht sich soziale Innovationen, wie auch immer sie sein mag, ähm soziale Innovation geht nur gemeinsam.
Ich hoffe, ich konnte euch heute etwas anregen mit äh ja einer ganz neuen oder vielleicht doch
etwas alten Wirtschaftsformen, neue Ökonomie, plurale Ökonomie, soziale und solidarische Ökonomie weiter zu verfolgen.
Bedanke mich fürs Zuhören, hoffe, ihr seid nächsten am Mittwoch wieder dabei, wenn's heißt Polituria-Magazin sechzehn bis siebzehn Uhr hier auf Radio X für euch. Am Mikrofon war da da
Ich bedanke mich fürs Zuhören. Ähm mich hört ihr wieder bei Politopi am 8. Dezember. Da werde ich wieder in ähm der Reihe Geld und Finanzsystem einiges Neues berichten. Ähm ja, eine Wiederholung wird es morgen 14 bis 15 Uhr geben für diejenigen, äh,
ist dann der Donnerstag und ansonsten würde ich sagen, ja, bleibt cool, bleibt gesund, lasst euch ähm nicht irritieren. Bleibt solidarisch. Schaut ähm
mehr aufeinander als nur auf das Geld. Bis dahin, alles Gute, tschau.