Grüne Lunge für alle und innovativ

Im Gespräch mit Juliane Ranck "Gemüseheld*Innen", Alexis Passadakis "Grüne Lunge bleibt - Instone stoppen!" und Felix Wiegand von der Interventionistischen Linken an der Kundgebung vor dem Wohnbauprojekt "Marie" am 26. Februar 2021
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[0:00] Schönen guten Tag, hier ist Politopia-Magazin. Für euch immer hier auf Radio X einundneunzig Punkt acht, Megaherz und heute habe ich ein Thema, das sich mit einem äh ja städtischen, internen Schwierigkeiten und auch Ideen und Möglichkeiten dieser Stadt
beschäftigt. Es handelt sich um die grüne Lunge und die grüne Lunge ist eine, ja, eine Fläche zwischen äh Günthers.
Park und ähm der Friedberger Landesstraße mehr so Richtung Bornheim, Nordend
und dazu habe ich jetzt zwei Gäste. Einmal habe ich jetzt am äh Apparat die Juliane, die sich jetzt seit ja ein paar Jahren auf der grünen Lunge.

[0:39] Als Gemüseheldinnen dort äh präsentiert und auch ähm Aktionen und ja Tätigkeiten in den freistehenden Gärten der Gründung beschäftigt. Wunderschönen guten Tag, Juliane.
Hallo, ich freue mich sehr, dass ich dabei sein kann heute. Ja und ähm persönlich hier, worüber ich mich auch sehr freue, ich begrüße ganz herzlich den Alexis Pasadakis, hallo
Ja hallo, schön, dass ich da sein kann.
Wir sprechen heute über die grüne Lunge. Die grüne Lunge ist ähm ein grünes Areal, das äh dort jetzt seit Jahrzehnten eigentlich ähm es gibt, es äh sind Gärten vor Ort, die privat sind, äh genauso wie Gärten, die frei stehen vor Ort
dieses Areal ist eigentlich einer der wichtigen Frischluftschneisen der Stadt und der Innenstadt
was soll da passieren? Wie hat sich das ähm entwickelt die letzten zwei Jahre? Dann fange ich jetzt direkt mal bei den Gemüse-Heldinnen an. Juliane, du bist vor Ort jetzt die letzten ein, zwei Jahre und hattest ähm.

[1:40] Ähm auf diesem Areal ausgebreitet. Ähm erzählst du uns nochmal genau, was du dort machst als Gemüseheldin und ähm vielleicht noch etwas zu deiner Person?
Ja, sehr gerne. Also, ich habe mit meiner Frau Laura vor zwei Jahren die Gemüseheldinnen gegründet. Ziemlich genau vor zwei Jahren. Damals haben sie in einem
Garten begonnen. Zu zweit zu gärtnern, haben das aber gleich als Gemeinschaftsgarten verbreitet. Haben sehr viel Werbung gemacht, auch Facebook
Kampagnen und so weiter. Wir sind mit dem Ziel angetreten, städtische Landwirtschaft nach Frankfurt zu bringen. Und wir fanden, dass kein Ort in Frankfurt sich besser dafür eignet, als die grüne Lunge, die ja immerhin sechzehn Hektar groß ist, ein riesiges Gelände mitten in der Stadt.

[2:24] Sehr guten Böden, die seit über hundert Jahren dort so existieren, noch nie überbaut waren, ein funktionierendes Ökosystem, was sich ideal eignet für den Gemüseanbau, gerade auch nach den richtig
stehen in der Permakultur, wir machen das
nach den Ideen der Permakultur. Wir haben damals eben zu zweit begonnen, sind dann sehr schnell gewachsen. Inzwischen bewirtschaften wir zwölf Gärten in der grünen Lunge.
Mit ungefähr hundertfünfzig aktiven Gärtnerinnen und Gärtnern
Ja, es bauen da schon wirklich große Mengen an Gemüse an, werden auch mit jeder Saison eigentlich
professioneller würde ich sagen. Und das macht unheimlich viel Spaß. Das ist ja eigentlich auch ein Gelände, was vorher
privat genutzt wurde oder von einigen, ja, ich sage mal, auch für einen, die ihre Gärten dort hatten. Wie hat sich das denn entwickelt jetzt mit der Parmakute? Ich meine, ich
ich denke, da sind ja auch viele Bäume. Das ist ja nicht so ganz einfach, irgendwie paarmal Kultur machen, denn natürlich auch viel Schatten ist. Habt ihr da Flächen gefunden? Wie seid ihr an diese Flächen rangekommen?

[3:30] Mhm. Also die grüne Lunge ist äh im Grunde so eine Art Flickenteppich aus verschiedenen EigentümerInnen
Die Stadt Frankfurt hat dort relativ viele Gärten, aber auch
gibt es viele Privateigentümerinnen und es gibt den sogenannten Beamten, Wohnungsverein, der auch viele Gärten hat. Es gab dort
viele Gärten, die schon seit Jahren brachlagen, eben wegen dieser Bebauungspläne. Da haben dann die Pächterinnen und Pächter irgendwann aufgegeben oder wurden zu alt oder die Gärten wurden nicht mehr weiter verpachtet, gerade vom Beamtenwohnungsverein. Der hat dann aufgehört zu verpachten
wegen der anstehenden Bebauung. Also es gibt dort einen Kleingartenverein, der da einige Gärten hat
aber der größte Teil dieser Gärten sind sogenannte Freizeitgärten und
dort gibt es auch keine klassischen Kleingartenstrukturen, also äh nicht äh man muss auf so und so viel Fläche das und das machen und die Bäume dürfen nur so und so groß sein, sondern es gibt
eben deshalb auch sehr viele alte, große Bäume und es ist ein wirklich eingewachsenes Biotop. Und als wir dort reinkamen, waren aber viele Gärten auch sehr verwahrlost. Es hatte sich dort sehr viel Müll angesammelt über die Jahre. Die Gärten waren eben auch verlassen.
Und in einem solchen verlassenen Garten haben wir damals begonnen und haben uns dann in noch zwei weitere verlassene Gärten ausgebreitet, haben die erstmal alle entmüllt. Also inzwischen haben wir ungefähr vierzig Tonnen Müll aus der grünen Lunge.

[4:52] Rausgetragen. Tatsächlich hat die FWS uns da sehr unterstützt das letzte Jahr und hat das auch immer gewogen, deshalb wissen wir ziemlich genau, wie viel es war.

[5:01] Als wir in einigen verlassenen Gärten aktiv waren, haben das immer mehr Leute mit
bekommen. Auch Eigentümerin und haben uns gefragt, ob wir ihren Garten denn auch bewirtschaften würden. Äh irgendwann waren wir bei der Umweltdezernentin, die unser Projekt toll fand, die
die uns auch ihre Unterstützung zugesagt hat und seitdem werden wir auch von der Stadt Frankfurt unterstützt mit frei werdenden Gärten. Die werden uns dann
öfter angeboten oder es kommen auch ehemalige Pächterinnen auf uns zu und fragen uns, ob wir ihren Garten direkt
übernehmen möchten, weil sie das Projekt unterstützen wollen. Ja und so sind diese inzwischen zwölf Gärten zustande gekommen. Und was die Sonne und den Schatten betrifft, so ist das auf jeden Fall richtig. Wir haben auch einige
Gärten, wo wir viel Schatten haben und da experimentieren wir auch mit. Bei der Permakultur ist eigentlich
der Baum ein sehr wichtiges Element, also gerade mehrjährige Pflanzen sind dort ganz zentral und es wird immer damit gearbeitet, auch Bäume
zu Pflanzen aktiv und insofern passt das da eigentlich sehr gut. Man muss sich dann halt an die Umgebung anpassen, auch ein wichtiges Merkmal der Permakultur und muss dann eben nach Kulturen suchen, die auch im Halbschatten oder Schatten gut wachsen.
Damit experimentieren wir sehr viel. Aber wir haben jetzt seit einem Jahr auch einige richtig, richtig sonnige Gärten und da wächst dann das richtig mediterrane Gemüse wie Tomaten, Auberginen et cetera.

[6:21] Mhm. Ist das denn schon so, dass hier jetzt die letzten Jahre die Bürgerinnen damit auch versorgt haben? Kommen die Leute, holen sich das Gemüse ab oder wie funktioniert das denn?
Das funktioniert so, dass die Gärtnerinnen und Gärtner sich selbst damit versorgen können
so funktioniert eigentlich auch recht gut und natürlich im Winter gibt's ein paar Monate, wo's weniger ist, aber wir produzieren eigentlich sozusagen für den Eigenbedarf, die
Dieses Jahr haben wir jetzt die ersten Gärten, die eben richtig sonnig sind, wo wir auch richtig intensive Beete angelegt haben und wo wir nach den Prinzipien des Market Gardening wirtschaften wollen, wo sehr viel Gemüse auf.
Kleiner Fläche erwirtschaftet wird und da könnte es sein, dass wir tatsächlich auch Überschüsse produzieren, die wir dann irgendwie vor den Gärten verkaufen, aber das
lassen wir noch auf uns zukommen. Mhm. Was ich auch interessant finde, ist, dass ihr da jetzt Permakultur anfängt. Das ist ja irgendwie auch
eine Beleben von äh den Grünflächen. Wohin geht das denn? Also ähm
kannst du jetzt so ein bisschen auch visionieren und sagen, dass sich das in Zukunft dann doch ähm stabilisieren kann und dass das einfach, ja, so einen Garten vielleicht gibt oder vielleicht auch noch so eine äh Gartenmarkt, wo dann die Leute vorbeikommen können,
sich das Gemüse kaufen, holen, spenden, wie auch immer, dann.

[7:37] Ja, also das ist grundsätzlich unsere Idee. Wir haben da eigentlich zwei Standbeine. Das eine ist, wir haben für die grüne Lunge eine eigene Vision entwickelt, die heißt Permakultur Garten Frankfurt zweitausendfünfundzwanzig. Das ist sozusagen eine Gegenvision zu den Bebauungsplänen
da wird die grüne Lunge ein sehr großer
Permakultur, Garten, aber auch soziokultureller Raum, wo sich Frankfurter Bürgerinnen und Bürger treffen, wo sie gemeinsam gärtnern können, wo sie gemeinsam auch wieder lernen, wie man Obst und Gemüse anbaut. Mhm. Und wo dann eben auch sehr viele Bürgerinnen und Bürger ähm versorgt werden können. Und das ist unser langfristiges
Ziel, dass wir diese Vision auch umsetzen. Das andere ist, dass wir auch den Arbeitskreis Permakulturin haben, wo wir dieses Konzept in die ganze Stadt transportieren wollen, also überall in Frankfurt,
Orte schaffen, wo dann die Bürgerin des Viertels
sich selbst versorgen können. Hm, Permakultur Garten Frankfurt zwanzig fünfundzwanzig und ähm da habt ihr ganz klar äh
geschildert, was eigentlich auf dem Gelände alles passieren könnte oder sollte. Was habt ihr euch da genau gedacht.

[8:44] Also wir sind der Meinung, das könnte ein absolutes Vorzeigeprojekt werden, weil es gibt kaum Städte, also ich wüsste keine andere, ehrlich gesagt,
die so eine gigantische Grünfläche mitten in der Stadt haben, die noch dazu so ein Biotop ist. Also es gibt oft Grünflächen, die dann viel Scherrasen haben. Ähm das sind aber keine Biotope. Diese grüne Lunge ist äh was so einzigartig ist
dass das wirklich deutschlandweit bekannt werden könnte, wenn man es eben richtig umsetzt. Aus unserer Sicht.

[9:12] Können einige Kleingärten erhalten bleiben, einfach auch um dieses kulturelle Erbe zu schützen. Aber die grüne Lunge im Ganzen
müsste unserer Meinung nach geöffnet werden. Im Moment ist sie eben immer noch relativ geschlossen, also von außen entsteht vor allen Dingen der Eindruck einer Geschlossenheit, weil viele Zäune da sind und weil wenige überhaupt den.

[9:32] Eingang kennen und aus unserer Sicht muss das komplett geöffnet werden, muss eben ein Gebiet werden, wo alle Bürgerinnen des Viertels hinkommen können, Gemüseanbau erlernen können, aber auch andere Tätigkeiten, also da
wir stellen uns davor äh im Waldkindergarten auf jeden Fall. Es gibt nämlich bis jetzt noch keinen. Mhm. Das stellen wir uns für die Zukunft vor
dass dort auch Schulgärten entstehen, wo die Schulen wirklich einmal die Woche und über die ganze Saison begleiten, wie Obst und Gemüse wächst.
Wo Kinder und ältere Menschen zusammenarbeiten. Also wir stellen uns da ganz verschiedene Dinge vor auf Fortbildungen, Veranstaltungen. Also das ist wirklich ein ganz lebendiger Raum für viele wird.
Mhm.
Also ich meine, das ist ja schon mal ein Projekt, ein Plan, ähm so ein Gelände auch zu gestalten, auch für die Stadtbewohnerinnen, hier die dann einen Zugang haben können. Wie ist es denn jetzt
Also es gibt ja eigentlich auch einen Plan, dieses Ganze zu bauen, also tatsächlich mit Häusern und wie kannst du das beschreiben? Es werden ja Böden auch versiegelt. Was bedeutet das dann irgendwie
Complayer, zu so einem Plan.

[10:40] Also der Stand der Dinge ist, dass ähm die Stadt Frankfurt, der noch sich im Amt befinde, Magistrat, CDU, SPD und Grünen ähm dort das Projekt Günthersburghöfe
realisieren möchte
Das Planungsdezernat treibt die Planungen weiter voran und das würde bedeuten, dass dort auf diesem Areal Schritt für Schritt tausendfünfhundert Wohnungen entstehen würden
von diesen Wohnungen werden siebzig Prozent hochpreisig bis hin zum Luxussegment
und lediglich dreißig Prozent wären geförderter Wohnraum und davon nur fünfzehn Prozent Sozialwohnungen. Es wird oft zum Beispiel vom Planungsdezernenten Mike Josef betont, dass es doch wichtig ist, bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt zu bauen, auch im Nordend, aber genau das ist nicht der Hauptaspekt
der ähm aktuellen Planungen dort, sondern vor allen Dingen eben hochpreisigen Wohnraum
Und das würde bedeuten, dass der allergrößte Teil der Fläche versiegelt wird, beziehungsweise, dass das jetzt existierende Biotop, was äh Juliane so gut beschrieben hat, dabei zerstört würde. Und genau das äh versuchen wir zu verhindern.

[11:43] Da sind wir ja eigentlich auch schon bei dem Konflikt, ähm der da stattfindet, dass die Bürgerinnen ein ganz anderes wollen wie die Stadtverwaltung.
Ja, also das Projekt, das ist entstanden unter dem grünen Planungsdezernenten, ähm Olaf Kunitz, der gemeinsam mit Instone und ABG ähm diese Planungen angeschoben hat. Seit ungefähr sechs Jahren gibt es dort zunächst mal eine Bürgerinitiative. Die Bürgerinitiative grüne Lunge am Günthersburgpark
die sich diesen Plänen versucht hat, in den Weg zu stellen und der sehr aktiv und intensiv in den letzten Jahren Öffentlichkeitsarbeit gemacht hat, ähm Politik zu dem Thema gemacht hat und durchaus auch punktuelle Erfolge erzielen konnte
und dann ähm sind's zwei weitere Akteure
Schritt für Schritt auf den Plan getreten. Ähm zum einen die Gemüseheldin mit ihrer ähm großartigen Vision und dann die äh Kampagne
grüne Lunge bleibt, Insta und stoppen, zu der ich mich auch zähle. Diese drei Akteure versuchen eben genau diese Pläne aufzuhalten. Und wir haben auch durchaus Teilerfolge erzielt in den letzten Wochen und Monaten, nämlich dadurch, dass wir
es geschafft haben, dass die Basis äh der Grünen bei dem ähm Kommunalwahlprogramm Parteitag am siebten November letzten Jahres
gegen den eigenen Vorstand und gegen die eigene Fraktion dafür gestimmt hat, dass die grüne Lunge bleibt und nur.

[13:00] Die versiegelten Randflächen, die es eben auch gibt im Süden und an der Friedberger bebaut werden. Das ist ein wichtiger Erfolg
Damit sind die Planungen natürlich noch nicht gestoppt, sondern der Protest muss weitergehen, um wirklich die Bebauung zu verhindern
und auch grundsätzlich eine ganz andere Orientierung bei Stadtentwicklungspolitik hinzubekommen.

[13:20] Ganz interessantes ist, dass bisher eigentlich der Hauptakteur, nämlich Instant Real Estate, der auf deutlich über vierzig Prozent der Fläche bauen möchte, eine Kampagne gemeinsam mit der ABG angeschoben hat, mich Nordend für alle
um ihr Projekt Günthersburghöfe zu bewerben.
Das ist das erste Mal, dass dieser Akteur tatsächlich in die Öffentlichkeit tritt. Das hat er bisher in Frankfurt noch nie getan. So und hat sich immer versucht im Hintergrund zu halten. Das gehört auch zum Geschäftsmodell, dass man eben hinter den Kulissen versucht, gemeinsam mit der Stadtverwaltung Projekte anzuschieben.

[13:52] Jetzt ist er in der Öffentlichkeit. Genau, der
Konflikt um die grüne Lunge wird sich zuspitzen in der nächsten Zeit und ganz entscheidend wird sein, was im nächsten Koalitionsvertrag äh drinstehen wird
Am vierzehnten März in der Kommunalwahlen, da werden die Karten neu gemischt, das heißt, die nächsten Wochen, Monate werden sehr, sehr intensiv.

[14:09] Das wird sicherlich mit die entscheidende Phase sein um zu schauen ob die grüne Lunge dieses sehr sehr biodiverse Areal von Stadtnatur zu retten ist
um dann eine, ja, ganz neue Form von Stadtplanung äh ins Werk zu setzen, dazu vielleicht noch zwei Punkte. Also, was wir fordern, von der Kampagne grüne Lunge bleibt Insta und stoppen, ist, dass auf den
versiegelten Flächen, die es ja eben auch gibt, ein solidarisches Quartier entsteht. Das heißt, zu hundert Prozent bezahlbarer Wohnraum mit Einrichtungen
die ähm für viele nutzbar sind, zum Beispiel eine Kiezkantine wäre grandios, äh natürlich auch eine Kindertagesstätte, dann aber auch ähm Räumlichkeiten für Kleingewerbe, zu bezahlbaren Preisen und das sind alles natürlich in ökologischer Bauweise, vielleicht Holzhybrid, aber dann natürlich mit hundert Prozent erneuerbarer Energieversorgung
und der Rest, also das Kernareal, das Stadtnaturareal
das soll eben, es hat ähm Julian auch schon ganz gut auf den Punkt gebracht, soziokulturell genutzt werden, für Permakultur genutzt werden, als ähm ja, Experimentierfeld genutzt werden für eine
postfossilistische, urbane Produktivität, wo eben neue Methoden ausprobiert äh werden können, wie Menschen gemeinsam in der Stadt wirtschaften können
und ein Aspekt ist natürlich nicht zu vernachlässigen, nämlich dass dieses Gelände besonders biodivers ist und dass das natürlich geschützt werden muss.

[15:32] Bürgerinitiative hat in den letzten Wochen, Monaten eine großartige Arbeit vollbracht, indem sie die Bäume gezählt hat, die sich dort auf dem Areal befinden.
Es sind nach der
engen Definitionen der Stadt tausend Bäume, die dort stehen. In der Realität sind es natürlich viel, viel mehr, weil zum Beispiel Obstbäume gar nicht mitgezählt werden.
Bäume, die einen Stammumfang haben, der unter sechzig Zentimeter ist, auch nicht mitgezählt werden, ähm aber trotzdem kommt man auf die Zahl von tausend Bäumen, also fast äh weltartig ist ja dieses Areal auf einigen Flächen
Also ein ganz wichtiger äh Schatz. Und in Zeiten der Klimakrise und des Biodiversitätskollaps ist es wichtig, dass Stadtentwicklungspolitik sich ganz neu ausrichtet
eine Fläche wie die grüne Lunge, die darf deshalb nicht bebaut werden.

[16:19] Ihr hattet ja auch eben eine Auszeichnung, die letzten paar Wochen bekommen. Ähm kannst du etwas dazu sagen.

[16:25] Bürgerinitiative, die BI grüne Lunge, die hat in den letzten Jahren mehrere Auszeichnungen bekommen und zwar unter anderem vom Bornheimer Vereinsring, ich glaube, das ist schon zwei Jahre her
und jetzt vor ganz kurzer Zeit einen Frankfurter Umweltpreis für ihr Engagement die grüne Lunge zu erhalten. Das heißt, es gibt
insgesamt in der Stadtgesellschaft sehr, sehr viel Unterstützung dafür, dass die grüne Lunge bleibt äh und eben nicht zerstört wird
wie der aktuelle Magistrat das weiterhin vorhat zu tun. Wenn ich jetzt an die Initiativen denke, auch jetzt an grüne Lunge
bleibt Instont stoppen oder auch die Gemüseheldinnen gab's von eurer Seite Initiativen, dass hier zum Beispiel die Pläne euch nochmal genauer anschaut, was ist da genau geplant und gab es da Zugänge dazu?

[17:15] Dazu Zugänge, man kann sich die Bebauungspläne ähm im Internet anschauen, auch auf der Seite des Stadtplanungsamtes. Man muss auch sagen, dass dieses Projekt vom Architekten her
nicht absolut rückständig ist. Also da sind viele fortschrittliche Dinge geplant. Der Planungsdezernent war auch in verschiedenen Städten in Europa, zum Beispiel in Paris, hat sich dort angeschaut, dort wird ein ganzes Viertel in Lehmbauweise errichtet. Also hat sich da auch vielseitig inspirieren lassen.
Ich denke, das Hauptproblem ist, dass dieses Viertel, was durchaus innovative Züge hat, einfach am falschen Ort entstehen soll. Also an einem anderen Ort
könnte das vielleicht tatsächlich eine Art Vorzeigeprojekt sein, aber nicht an diesem Ort, weil die grüne Lunge einfach kein Ort ist, den man so bauen darf.

[18:06] Vielleicht wäre noch anzumerken, dass ähm die Pläne sich im Laufe der Zeit durchaus ein wenig entwickelt haben, aber dass es auch zum großen Teil auf den öffentlichen Druck zurückzuführen. Und was natürlich äh frappierend ist, dass im Wesentlichen nur dort
gewisse, na ja, ökologische Elemente eingebaut werden. Wenn man sich sonst anschaut, wie in Frankfurt gebaut wird, ähm dann ist es weiterhin sozial und ökologisch äh katastrophal. Also ein weiteres Projekt von Instone
die ja sehr viele Projekte haben in der Stadt, ähm ist das Projekt Westwill in Gallus. Dort entstehen tausend
dreihundert Wohnungen und ähm das ist ganz klassische Stahlbetonbauweise
Es werden sage und schreibe tausendeinhundert Autostellplätze dort gebaut für diese tausenddreihundert Wohnungen. In Frankfurt gibt's ja schon dreihundertvierzigtausend Autos. Die Frage ist, warum um einundzwanzigsten Jahrhundert noch dermaßen viele Autostellplätze errichtet werden
was hinzukommt ist, dass vieles natürlich auch sehr im Wagen gehalten wird.

[19:03] Was die Günthers Buchhöfe angeht. Das wird zwar davon gesprochen, es soll ein Auto armes Quartier werden, gleichzeitig ähm werden trotzdem dort auch in hohem Maße Autostellplätze gebaut werden
dann natürlich auf der Friedberger Landstraße, die sowieso schon überlastet ist, herumkurven sollen, also aus einer Perspektive von Klimagerechtigkeit ist auch dieses Projekt weiterhin eine Katastrophe und geht in die falsche Richtung
trotz der Tatsache, dass auch äh über Dachbegrünung und so weiter nachgedacht wird.
Aber das macht halt also eine Schwalbe macht halt noch keinen Sommer. Deshalb ist es ja auch so, dass Fridays for Future sich relativ früh auch gegen dieses Projekt gestellt hat und auch Demos dahin organisiert hat, weil angesichts der Klimakrise Stadtentwicklung einfach ganz anders durch buchstabiert werden muss
und der hilft eben ein wenig
Begrünung nicht so schön es auch ist, das wird von den beteiligten Architekten zwar natürlich ganz anders gesehen, für die diese kleinen Schritte schon
ja eine große Abweichung sind von dem, was sonst gebaut wird, aber das reicht eben nicht. Ähm tatsächlich, wenn man sich die Klimakrise anschaut, ist die so dramatisch, wird sich so sehr zu
dass ähm ja ganz neue Formen von Stadtentwicklung tatsächlich jetzt realisiert werden müssten. Also man braucht da eigentlich eine eine Notbremse und einen kompletten Neustart. Auch das geben die Günthers Buchhöfe, so wie sie jetzt geplant werden, nicht her.

[20:18] Sie geben's insbesondere deshalb nicht her, weil das
letztendlich eine Form von Greenwashing ist, wenn man das jetzt an einem Projekt ein bisschen durchexistiert und gleichzeitig das Schönhofquartier von Instone, äh Restwill-Projekt äh von Instone
einfach nach dem üblichen Standard gebaut wird, wie eben im zwanzigsten Jahrhundert, vor allen Dingen so, wie Investoren es gerne haben, nämlich relativ günstig gebaut und dann äußerst hochpreisig vermarktet.

[20:44] Es werden da
auch ständig Äpfel mit Birnen verglichen. Also es wird gesagt, jetzt wird mehr Grünfläche geschaffen als im Augenblick vorhanden ist. Es wird mehr Bäume gepflanzt als im Moment da sind
was dabei nie erwähnt wird, ist das natürlich ein Baum, der seit achtzig Jahren dort steht, völlig anders funktioniert, als ein junger Baum, der neu gepflanzt
wird. Und gerade in den Zeiten der extremen Trockenheit, die wir hier in Frankfurt haben, brauchen junge Bäume massenweise Wasser in den ersten Jahren, müssen künftig bewässert werden, damit sie überhaupt anwachsen. Also man kann das in keiner Weise vergleichen, was dann auch wieder entstehen soll, sind eben auch Rasenflächen. Das ist keine
Biodiversität, das ist äh nichts Biotop-ähnliches, also es ist was völlig neues, was dort entstehen würde, was nichts mit dem zu tun hat, was jetzt dort vorhanden ist und das ist auch ähm für mich das perfideste an dieser Initiative Nordend für alle
erst dort geworben wird, äh also tatsächlich auf der Seite, äh ich glaube, Klima und Natur oder wie sie heißt
ist ein Bild von einem sonnenbeschienenen Wald abgebildet und dann wird dafür geworben, wie ökologisch dieses Projekt ist und das ist schon Greenwashing von der feinsten Sorte.

[21:56] Also an dem Beispiel Günthers Brookhöfe kann man eigentlich gut ablesen, wie Stadtpolitik äh funktioniert, nämlich dass ähm
sowohl der Magistrat als auch die Verwaltungen Mythen in die äh in die Welt setzen. Also ein beliebter Mythos ist eben tatsächlich, der das mehr Grünflächen geschaffen werden
Das wird deshalb gesagt, weil irgendwann einmal ein Betondeckel gebaut werden soll ähm über die
sechs, sechs, eins und ähm das seien dann die Grünflächen, die dann nicht hinzukämen, wobei natürlich irgendwelche Grünflächen auf einem Betondeckel überhaupt nichts damit zu tun haben, mit einem Biotop wie eben
die grüne Lunge, das ist so ein Mythos, der da ventiliert wird, eine andere Geschichte ist, dass gerade Leute von der SPD immer behaupten, dass diejenigen, die dort
Gärten haben, einfach nur Menschen sind, die sowieso privilegiert sind und ihre Privilegien von Privatgärten eben dort schützen wollen und verteidigen wollen, wenn man sich real anguckt, wer da in der grünen Lunge gärtnert und ähm
diese Stadtnatur nutzt, dann ist das ein guter Durchschnitt durch die Gesellschaft, beziehungsweise vielleicht sogar eher vom Einkommen herunterdurchschnittlich.

[23:00] Das hat also nichts mit den Privilegierten zu tun
Das ist also sehr sehr perfide, das einfach so in die Welt zu setzen, gerade wenn das ähm auch von Dezernenten und anderen Menschen kommt. Außerdem ist es so, dass ein großer Teil der Menschen, die sich für den Erhalt der grünen Lunge einsetzen, dort überhaupt gar keine Gärten haben.
Beziehungsweise in Gemeinschaftsgärten aktiv sind. Und ein weiterer Mythos ist, dass unbedingt dort Wohnungen gebraucht werden, vor allen Dingen eben
bezahlbarer Wohnraum muss gebaut werden und das könnte man da jetzt tun, aber wenn man sich die ganz realen Zahlen anschaut, dann ist es eben so, dass nur dreißig Prozent bezahlbarer Wohnraum entstehen sollen und der restliche wird hochpreisig sein.
Das fängt dann vielleicht bei einigen ABG-Wohnungen an, bei zwölf Euro fünfzig äh dreizehn Euro pro Quadratmeter kalt und das wird dann sehr, sehr schnell hochgehen
bei Instone-Wohnungen auf siebzehn, achtzehn, neunzehn oder zwanzig Euro quald pro Quadratmeter oder vielleicht sogar noch höher, wer weiß es schon? Von daher
Wird da viel erzählt, ähm aber das hat mit der Realität oft ähm sehr, sehr wenig zu tun. Vor allen Dingen Vertreter der SPD, aber
das haben auch die Grünen die letzten Jahre immer gemacht, die gesagt haben, naja.

[24:07] Wenn halt mehr Wohnungen entstehen, das ist wichtig, weil dann sinken die Preise. Und das wäre doch ein wichtiges Instrument gegen Gentrifizierung, ähm also gegen Verdrängung
An das Gegenteil ist aber ja der Fall. Also wenn dort gebaut werden wird, dann entsteht hochpreisiger Wohnraum
und das bedeutet, dass die Preise steigen werden in der Umgebung. Das ist ganz klar, also das ist ein
klassischer äh Fall von Neubau gentrifizierung, der dort dann eintreten wird, das heißt die Wohnung, die dort entstehen werden, werden teuer sein und das wird den Mietspiegel in der ganzen Umgebung mit weiter
hochziehen, das passiert genau das Gegenteil von dem, was insbesondere SPD, aber auch äh Grüne in den vergangenen Jahren behauptet haben.

[24:48] Ich stehe hier mit noch äh weiteren Menschen und der Felix. Es ist eine Kundgebung und zwar.
Vor den neuen Gebäuden äh des äh Mariegelände. Das ist im Norden, hinter dem Bürgerhospital.
Heute ist tatsächlich Besichtigungstag, das heißt es gab die Möglichkeit, hier eine Wohnung zu besichtigen. Das ist anscheinend jetzt ähm gecancelt worden.
Worum geht's denn genau hier.
Wir stehen hier heute vor dem Marie Nordend, weil hier ähm der Investor Instone baut oder gebaut hat. Die Wohnungen sind fertig, können besichtigt werden. Meines Wissens sind auch die meisten schon verkauft.
Und äh was wir hier sehen, sind Luxuswohnungen, also das können sich nur Menschen mit dickem Geldbeutel leisten.
Wir sind hier, weil genau derselbe Investor äh in der grünen Lunge bauen will, gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft AWG sollen dort Wohnungen errichtet werden.
Und wir meinen, wenn man das hier sieht, ist es Betonengold in Reihenform. Es sind teure Wohnungen, das ist viel Beton, es ist weder ökologisch noch sozial und das äh blüht uns auch in der grünen Lunge.
Und deshalb müssen wir dort auf jeden Fall die Bebauung mit allen Mitteln verhindern. Was heißt denn hier hochpreisig? Ähm kann man das vielleicht mal konkreter sagen und nennen? Was kostet denn hier so eine zwei, drei oder vier Zimmer
Wohnung.

[26:00] Es sind über hundertachtzig Eigentumswohnungen, die kosten über siebentausend Euro pro Quadratmeter und je nach Zuschnitt kommt man dann halt bei knappen Millionen, zwei Millionen irgend sowas raus.
Das ist auf jeden Fall was, was sich Menschen mit äh normalem Einkommen oder geringem Einkommen auf keinen Fall leisten können. Das ist für die Reichen im Superreichen.

[26:16] Und für die gibt's schon genug Wohnungen in Frankfurt, da brauchen wir nicht noch mehr. Wen wollt ihr genau ansprechen? Was sind so die Essenzen dieser Kundgebung?
Ja ähm Instone und ABG und damit auch die Stadt werben neue Areal äh Günthersburghöfe mit Nordend für alle.

[26:32] Sehen hier das Norden für alle ein schlechter Scherz ist dass es nicht Norden für alle und wir wollten hier heute einfach ein Zeichen setzen während der Besichtigung.

[26:42] Musterwohnungen einfach mal vorbeischauen, äh die ein bisschen nerven und wer weiß, wenn das Wetter besser ist, man könnte hier eigentlich auch jeden Freitag rumkommen und ein bisschen und den Leuten, die hier Eigentumswohnungen kaufen wollen, ein bisschen.

[26:52] Nicht erwünscht sind, weil der Nordend für alle ist nicht nur unser Nordend für alle. Mhm. Instone hast du jetzt erwähnt, vorhin in einer anderen Kundgebung gab's auch Insta und
Wer sind denn diese Player oder diese Investoren? Der Instone ist einer der größten Projektentwickler in Deutschland. Ähm ist eine Kapitalsammelstelle.

[27:12] Großen Investmentfonds, Versicherungen, Aktionäre sind da alle drinnen. Also BlackRock kennt man ähm und viele andere auch. Äh das heißt, dieser.

[27:20] Viktor das einzige mir den Ziel gegründet worden dicke Renditen für Wohlhabende für einzusammeln und.

[27:29] Anzubringen und äh entsprechend sind die Wohnungen dann aus. Man braucht sich auch nicht wundern, das ist jetzt auch keine moralische Geschichte, das ist Kapitalismus.

[27:36] Akteur muss man das Handwerk legen, da kann man nicht an äh daran appellieren, dass sie ein bisschen mehr Sozialwohnungen bauen, sondern die müssen enteignet werden. Der Wohnraum muss vergesellschaftet werden, deutsche Wohnkosteneignen macht's heute vor in Berlin, der ist heute Sammelstaat, der zweiten Phase ihres Volksbegehrens, wo sie
große Wohnungskonzerne mit über dreitausend Wohnungen enteignen wollen. Es ist rechtlich in Frankfurt nicht möglich, aber es muss unser politisches Ziel sein, dahin auch zu kommen, den Druck so aufzubauen.
Dass sie eben nicht mehr freie Hand haben äh in Frankfurt und in Hessen. Warum wäre das hier nicht möglich, auch wieder die Sozialwohnungen, die es mal hier gab, auch wieder den Bürgern und Bürgerinnen wieder zurückzugeben?

[28:09] Ja so wie du es jetzt formuliert hast, wäre es möglich, ähm was nicht geht, ist ein Gesetz zu schreiben, mit dem man diese Wohnungskonzerne enteignet. Berlin ist eine Stadt und ein Land und kann deshalb Gesetze erlassen.

[28:19] Die Stadt Frankfurt ist eine Kommune und kann das deshalb nicht. Es müsste also das Land Hessen machen und dass man Hessen politische Mehrheiten organisiert und große Wohnungskonzerne zu enteignen.

[28:27] Ist leider nicht besonders realistisch. Aha. Aber natürlich hätte die Stadt Frankfurt auch genügend Möglichkeiten, Wohnraum den Markt zu entziehen.
Tut's halt nicht und es fängt damit an, dass die Wohnungen, die in städtischer Hand sind, bei der ABG zum Beispiel.
Dass man die eben sozial bewirtschaftet und nicht profitorientiert, dass man alles dafür tut, dass da die Mieten nicht steigen, dass man zum Beispiel Vorkaufsrecht ausnutzt.
Und dass man vor allem, und das sehen wir hier und das sehen wir auch in einem Günthersburghöfen, dass man halt Baurecht nicht schafft, dass solche Luxuswohnungen ermöglicht. In dem Moment, wo ich als Stadt sage.
Wir müssen achtzig Prozent Sozialwohnungen entstehen, ist es für Investoren völlig uninteressant, dann verlieren sie das Interesse, der Bodenpreis fällt und dann kann die Stadt selber kaufen. Oder Genossenschaften oder
Mietshauses Unikat oder, oder, oder. Solange man das Baurecht so laufen lässt, wie es jetzt ist, ist der Boden teuer und dann kommt natürlich immer nur profitorientierte.

[29:12] Akteure zum Tragen und entsprechend entstehen dann immer Luxuswohnungen. So und das müsste man brechen, das wäre auch politisch möglich, dafür brauchen wir noch nicht mal Kommunismus, sondern es wäre einfach gute sozialdemokratische Bodenpolitik.

[29:21] Die haben wir aktuell und damit wir dem näher kommen und dann diese Akteure auch dauerhaft vertreiben und verdrängen, äh brauchen wir Druck von unten und den organisieren.
Wenn man sich das überlegt, aber ihr Holding ist da eigentlich eine städtische Baugenossenschaft auch oder ähm
Die sind eigentlich dafür zuständig, dass die Bürgerinnen hier in der Stadt auch Wohnungen haben. Wir haben aber tatsächlich ähm soweit ich weiß.
Knappe dreißigtausend weniger Sozialwohnungen der letzten fünfzehn Jahren hier, die es eigentlich schon mal gab. Was ist denn da genau passiert? Na ja, es wurden sehr, sehr viele
Wohnungen verkauft, ist nicht in Frankfurt, aber in anderen Kommunen. Es wurde politisches Ziel ausgegeben, dass man eher einkommensstarke Bevölkerungsgruppen in die Stadt holen will und einkommensschwache.
Bevölkerungsgruppen eher ein Problem sind. Entsprechend hat die Stadt wenig dafür getan, neue Sozialwohnungen zu bauen.

[30:06] Und so wie die Deutsche Wohnungsbau organisiert ist, sind Sozialwohnungen halt soziale Zwischennutzungen, das heißt, die Wohnungen kippen nach mehreren Jahrzehnten aus der Sozialbindung und sind dann verloren, also das sind dann normale Markt.

[30:16] Dieses Problem haben wir auch in Frankfurt und wenn man die nicht aktiv entgegensteuert, dann werden's halt immer weniger Sozialwohnungen und das ist jetzt die letzten Jahre immerhin im öffentlichen Bewusstsein angekommen.
Dass es ein Problem ist. Äh wir haben Jahre dafür gekämpft, dass es überhaupt das Problem anerkannt wird. Mittlerweile sind sich alle einig, dass es ein Problem ist
jetzt müsste man halt dann entsprechend entschlossen gegensteuern und das ist eben bisher nicht absehbar. Also dass man wirklich sagt, wenn man möchte, dass die halbe Stadt, das ist die, alle, die.
Ansporn der Sozialwohnungen haben, äh dass die alle in der Stadt bleiben können, dass sie nicht verdrängt werden, dann müsste man halt entsprechend radikale Maßnahmen ansetzen. Da dürfte halt zum Beispiel die ABG.
Nur noch Sozialwohnungen oder geförderte Wohnungen bauen, dann dürften auf solchen Arealen.

[30:51] Wie jetzt hier oder in den Günthersburghöfen, wenn überhaupt gebaut wird, dann eben nur noch geförderte Wohnungen, weil alles andere braucht kein Mensch mehr.

[30:59] Das können die Leute nicht bezahlen und jede Sozialwohnung, die rausfällt, ist eine zu viel und jede Luxuswohnung, die gebaut wird, ist eine zu viel und da müsste man halt entsprechend.

[31:07] Dagegen agieren. Mhm. Zumindest sind ähm die letzten Jahre sehr viele tragische Geschichten passiert. Es wurden Leute.
Kleinfamilien, äh Alleinerziehende, ähm auch ältere Menschen, einfach aus Wohnungen raus.

[31:20] Geräumt, ähm weil sie die Wohnung nicht mehr zahlen konnten, weil sie eben jedes Jahr oder alle zwei, drei Jahre immer wieder ein paar Prozent.
Teurer wird. Das ist ja eigentlich eine reale Verdrängung oder siehst du das anders?
Äh absolut, also das ist Klassenkampf von oben. Das muss man auch mal so benennen. Und die Zwangsräumung, die wir beobachten.
Es sind ja tatsächlich nur die Spitze des Eisberges, die sind besonders tragisch, weil da Leute unmittelbar.
Aus ihrem äh Leben rausgedrängt werden und sozusagen ganz unmittelbar Probleme haben, dass sie auf der Straße stehen. Das wird dann teilweise abgefedert, aber die Leute verlieren trotzdem ihre Wohnung und ihren.
Und ist eine Vollkatastrophe, aber es ist tatsächlich ja nur ein Teil des Problems, weil natürlich ganz viele Leute nicht zwangsgeräumt werden, sondern sie ziehen weg.

[31:57] Ziehen an den Rand der Stadt oder darüber hinaus, über die spricht kein Mensch. Das sind auch keine Geschichten, die irgendwie in den Medien groß erzählt werden. Mhm. Weil das ist relativ unspektakulär. Die Leute ziehen aus und sind dann weg.

[32:08] Und da gibt's natürlich auch die Tatsache, dass ganz viele Menschen überhaupt nicht mehr in die Stadt reinziehen können oder in den Viertel rumziehen können, so wie sie es eigentlich gerne machen wollen.

[32:16] Kinder und bleiben in ihren alten Wohnungen oder sie versuchen erst gar nicht ins Nordend zu ziehen, weil eh klar ist, dass sie sich das nicht mehr leisten können und was wir jetzt halt die letzten Jahre erleben ist, dass das halt auch auf.

[32:26] Viertel zutrifft, die lange Zeit noch möglich waren für Menschen mit mittleren und niedrigen Einheiten.

[32:31] Also früher konnte man ins Gallus ziehen oder ins Ostend oder nach Offenbach und hat dann noch was gefunden, wenn man jetzt nicht reich und wohlhabend war. Und die Zeiten sind halt auch vorbei.

[32:39] Entsprechend äh suchen die Leute jetzt halt in einem Peripheren Stadtteilen oder irgendwie außerhalb der Stadt, müssen dann ewig reinpendeln und.
Lebenszeit, die diese Menschen verlieren und andere Leute, die halt sich sowas hier leisten können, die haben halt ein schönes Leben und sind entspannt.

[32:53] Die Studierenden besonders, wir haben ja ganz ungefähr um die achtzigtausend Studierenden hier in der Stadt, die suchen auch Wohnungen.
Und haben keine oder es gibt halt hochpreisige Einzimmerwohnungen. Das ist ja auch ein riesen Problem. Dann kann ja eigentlich eine Stadt, die hier Universitäten und Fachhochschulen hat.
Gar nicht mehr so existieren, wenn's kein Wohn.

[33:14] Naja, also zum einen muss man ehrlicherweise sagen, dass natürlich auch so, wie es in dieser Gesellschaft viele Menschen gibt, die viel Geld haben, gibt es auch viele Studierende, die viel Geld haben.

[33:22] Die sich das durchaus leisten können und alle anderen arbeiten halt wie die Irren, also sozusagen, was man, glaube ich, erlebt und das ist natürlich auch für ganz viele soziale.
Jungen Problemen würde ich sagen, dass halt im Gegensatz zu früher Studierende heute halt schon im Prinzip volle Arbeitnehmerinnen sind, die halt überhaupt nicht mehr die Zeit haben, sich mal Gedanken zu machen.

[33:38] Was sie euch wollen im Leben, sondern die halt zwischen zwei Nebenjobs und dem Studium, das ja auch durchgetaktet ist, halt vollgas vierzig Stunden haben und das macht natürlich was mit den Leuten.
Gerade sagen, das ist ja so ein Präventiv-Burn-out.

[33:51] Sozusagen. Genau, ähm beziehungsweise eben was halt ein bisschen wegfällt, ist, dass die Leute halt das, was man lange Zeit halt auch mit Studium verbunden hat, dass die Leute ein bisschen sich ausprobieren können, ein bisschen überlegen können, wo sie hinwollen im Leben, was ihnen wichtig ist
womit sich beschäftigen wollen, dass das halt immer schwieriger wird, verhält natürlich nicht völlig weg, die Leute machen das weiterhin.
Aber würde ich sagen, in einem viel geringeren Maße als vielleicht vor zehn, fünfzehn, zwanzig oder dreißig Jahren der Fall war.
Gibt es noch weitere Aktionen, gibt es noch weitere, ja, Termine oder sonst irgendwelche Diskussionsrunden vielleicht auch virtuell jetzt
unter diesen pandemischen äh Maßnahmen.

[34:24] Na ja, was es auf jeden Fall gibt, ist Ende März, ist am siebenundzwanzigsten März wieder der Housing Action Day, äh der auch letztes Jahr stattfinden sollte, dann wegen Corona.
Nicht wirklich stattfinden konnte, der jetzt aber auch bundesweit wieder mobilisiert wird, also wo in ganz Deutschland Recht auf Stadt gucken, mit der Initiativen et cetera auf die Straße gehen werden, soweit es halt möglich ist.
Was genau dazu in Frankfurt äh stattfinden wird, ist noch nicht ganz klar, aber für uns.
Als IL oder für uns als Kampagne grüne Lunge bleibt, ist klar, dass wir da auf jeden Fall was mit Zug zur grünen Lunge machen werden und auch mit Bezug zu Instonen.

[34:53] Der erste Mai ist nicht weit und äh was wir natürlich auch haben, ist, dass die Kampagne Deutsche Wohnung in eigenen Berlin, dass wir da bundesweit versuchen, das zu unterstützen
Und da ist die Idee, Ende Mai, am Pfingstwochenende in Berlin, ein großes Camp zu organisieren. Auch da natürlich unter Corona-Bedingungen. Mal gucken.

[35:08] Aber wenn's geht, äh bundesweit äh dahin zu mobilisieren, dass möglichst viele aktive Mieterinitiativen et cetera nach Berlin fahren, um dort gemeinsam zusammen zu kommen, sich auszutauschen.
Und auch ganz praktisch, Deutsche Wohnen zu unterstützen, indem wir da eben auch Unterschriften sammeln für die Enteignung großer Wohnungskonzerne.
Das ist auf jeden Fall was, was wir hier in Frankfurt dann auch entsprechend mobilisieren wollen. Mhm.
Wir sind jetzt gerade bei bundesweit angekommen. Wie sieht es denn aus eigentlich europaweit? Gibt's irgendwelche Kooperationspartner, auch europaweit? Wahrscheinlich ist es in den Großstädten.
Europas ja ähnlich oder äh gleiche Probleme wie hier. Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und dann weiter darüber hinaus.
Genau, also diese ist tatsächlich eine europaweite Mobilisierung. Der Termin Ende März kommt aus Südeuropa.
Und ist traditionell das Ende des Moratoriums der Zwangsräumungen ist, in vielen südeuropäischen Staaten gibt es die Praxis, dass im Winter nicht zwangsgeräumt wird.

[35:59] Was in Deutschland, obwohl der Winter deutlich härter ist, bis heute nicht der Fall ist, auch während Corona wurde fleißig zwangsgeräumt, da könnte man sich mal abschauen, auch
Das ist sozusagen deshalb ein europäischer Aktionstag. Ähm für viele französische, spanische et cetera Bewegungen ist ein wichtiges Datum.

[36:12] Sind wir auch in Austausch, aber natürlich auch, wie alle grade unter Corona-Bedingungen nicht ganz so einfach und die haben natürlich auch alle zu kämpfen, weil dort auch teilweise
die letzte wirtschaftliche Krise noch nicht vorbei und die jetzt mit Corona.
Das überlagert sich und führt natürlich dazu, dass die Leute ganz viel auch konkret zu tun haben, zu kämpfen haben und es nicht einfach ist dann, ich sag mal nebenbei noch irgendwie Aktionstage zu organisieren oder so.

[36:34] Etwas, was du nochmal nach außen den Bürgerinnen hier dieser Stadt auch nochmal sagen möchtest, explizit? Na ja, also am heutigen Tag ist es vielleicht ganz gut, äh nochmal.
Berlin zu verweisen und zu sagen, was das Naturgesetz erscheint, ist kein Naturgesetz, sondern vom Menschen gemacht und entsprechend auch menschlich veränderbar.
Also die Macht der großen Wohnungskonzerne, der großen Investoren, der organisierten Interessen.
Zu brechen und dafür braucht man viel Mut und viel Kraft und viel Ausdauer. Aber es ist möglich, dem was entgegenzusetzen und entsprechend entschlossen.
Punkte zu setzen, das äh können wir auch in Frankfurt und das müssen wir auch, wenn man sich die Stadt anschaut, ist, glaube ich, höchste Zeit, dass wir da auch einen Schritt nach vorne machen. Ja, besten Dank und alles Gute. Danke schön.
Ihr seid hier auf Radio X einundneunzig Punkt acht Megaherz, Politopia-Magazin für euch, mit den gesellschaftspolitischen Thematiken, besonders hier in der Stadt. Heute sprechen über das
Thema grüne Lunge und ja, alle Zusammenhänge über die Gemüse-Heldinnen, über grüne Lunge erhalten und inston
stoppen hier bei mir am ähm Apparat und im Studio ist einmal Juliane von den Gemüseheldinnen und Alexis von äh grüne Lunge bleibt und ins Don stoppen.

[37:46] Ist das denn tatsächlich dieser Kampf der Bürgerinnen, dass sie jetzt um diesen Wohnungskatastrophe eigentlich in dieser Stadt oder in anderen Städten Deutschlands und europaweit zu kämpfen, dieses auch
durchzusetzen? Oder warum macht das die Politik nicht? Ich meine, man kann mit Wohnungen nicht
Gewinne machen und Profite und Rendite daraus schlagen. Das ist ja eigentlich Ausbeutung pur.

[38:10] Politische Leitbild von CDU, SPD und Grünen ist im Prinzip weiterhin, dass der unternehmerischen Stadt, das heißt, die Stadt soll attraktiv sein für Investoren, es soll ähm viel Wirtschaftswachstum geben
und dazu gehört natürlich auch ein boomender Bausektor.
Das ist ja auch so, dass ähm Peter Feldmann in den letzten Jahren immer zu weltweit größten Immobilienmesse gefahren ist, nach Cannes, um dort äh Investoren zu werben.

[38:38] Es gibt eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und äh in Frankfurt, ist ja kein Zufall, dass das der
größte Wohnimmobilienprojekt Entwickler ist ähm in Frankfurt, also aktuell mit diesen Projekten Schöndorf Quartier in Bockenheim, Westway
im auch das Generationenhaus. Im Gallos ist von Insta und gekauft worden und wenn man dann nochmal zurückschaut als in so einer Formart äh hieß, wurden eine ganze Reihe von Projekten realisiert
Das heißt, die Stadtpolitik äh soll investorenfreundlich sein und Frankfurt ist natürlich
nicht nur ein lokaler Wohnungsmarkt, sondern es ähm sowohl national als europäisch als auch global ein interessanter Investitionsstandort und das soll auch in die Zukunft verlängert werden. Und deshalb boomt dieser Markt angesichts der, ja, real existierenden Dynamiken der Finanzmärkte und der Unsicherheiten gibt es natürlich immer
Ein Engpass an Rendite trächtigen Anlagemöglichkeiten und einer
wenigen Bereiche, die tatsächlich stabil hohe Renditen versprechen, im Moment, das ist der Immobiliensektor, sowohl Wohn- als auch Gewerbeimmobilien.

[39:48] Deshalb wird da weiter massiv äh Geld hineingepumpt und angesichts der niedrigen Zinsen ist es ja auch sehr gut darstellbar, das äh zu finanzieren und deshalb ist die Dynamik da so krass und deshalb der Druck
Projekte zu realisieren, so unglaublich hoch und das führt natürlich zu einer massiven Flächenkonkurrenz. Das führt dazu, dass es schwierig ist, äh bezahlbaren Wohnraum zu realisieren, aber das ist natürlich auch zunehmend schwierig ist,
nicht versiegelte Flächen, sei es jetzt Stadtnaturareale, aber auch stadtnah Ackerflächen zu verteidigen.
Jetzt wieder den Bogen zur Klimakrise, also auch wenn man weiß, dass diese Klimakrise an Dynamik gewinnt, braucht es künftige.
Regionale Ernährungs-äh Strategien und dazu gehören natürlich entsprechende stadtnahe Böden und Flächen.
Die geraten natürlich äh zunehmend äh unter Druck. Umso wichtiger ist, dass es solche Projekte eben wie die Gemüse-Helding gibt, die ganz konkret versuchen
urbane Landwirtschaft auszutesten, auszuprobieren, konkret zu machen, damit Menschen erkennen, wie wichtig das ist, ähm solche Flächen zu schützen, zur Verteidigung und dass die eben auch zu einer urbanen Produktivität gehören.
Zwar eine viel, viel wichtige Produktivität, ähm als renditoorientiertes äh Betongold.

[41:02] Hm, ich denke, dass in der Politik auch noch nicht angekommen ist, dass wirklich ein
tiefgreifender Wandel die nächsten Jahre stattfinden muss in der Stadtentwicklung. Nicht nur wegen der Klimakrise, sondern auch wegen der Folgen der Corona-Pandemie. Wir haben ja im letzten Jahr gesehen,
das Homeoffice eine ganz neue Bedeutung bekommen hat, dass es in Frankfurt viel weniger Zuzug
gab als in den Jahren vorher. Also ich denke, dass der Wohnungsmarkt sich insgesamt auch stark entspannen wird in den nächsten Jahren, weil einfach nicht mehr alle in der Stadt wohnen müssen
um hier zu arbeiten oder auch in der Stadt wohnen wollen und das sind stattdessen auch wieder viel mehr der Fokus auf das
Umland gelegt werden muss, dass Stadtentwicklung immer auch mit dem Umland zusammen gedacht werden muss, dass das Umland wieder attraktiver gestaltet werden muss, was auch zur Folge hat, dass
die Agrarwüsten verschwinden müssen, weil niemand möchte in dieser Agrarwüste mehr wohnen. Also, ich denke, äh da wird sich so viel verändern müssen und das ist in der Politik überhaupt noch nicht angekommen.
Was meint ihr denn, warum das nicht angekommen ist? Ich meine, leben die in einer Phantasiewelt und sind eigentlich nur noch an Rendite interessiert oder.

[42:14] Ich denke, ehrlich gesagt
Politik ist immer weit hinterher, hinter dem, was eigentlich gerade passiert. Politik reagiert immer. Und deshalb kann man von der Politik nicht erwarten, dass sie mit innovativen Ideen vorangeht.
Sondern die innovativen Ideen müssen von den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern kommen. Es müssen Initiativen aus
der Gesellschaft kommen und die müssen stärker werden und stärker, solange, bis die Politik irgendwann versteht, dass da was passiert, worauf sie reagieren muss.
Es gibt natürlich ganz unterschiedliche Parteien mit unterschiedlichen Positionierungen. Es gibt natürlich auch Konflikte ähm in Stadtverwaltungen über den den richtigen Kurs.

[42:54] Ist, dass diese Stadt äh Frankfurt
Jahrzehnten von CDU, Grünen und der SPD äh regiert wird und wie ich äh schon einmal angedeutet habe, das Leitbild der unternehmerischen Stadt, die vor allen Dingen investorenfreundlich ist, ähm weiterhin gilt.
Und entsprechende Interessen, auf allen Ebenen im Prinzip durchgesetzt werden
Und alles andere, das ist eben eher, ja, soziales und ökologisches äh Beiwerk, was dann vielleicht auch manchmal berücksichtigt wird, aber eher kleinteilig und dann vielleicht in ein paar Modellprojekten. Aber
eine systematisch andere Form von städtischer Ökonomie ist sicherlich nicht äh auf der Agenda des
regierenden Magistrats und äh genau deshalb ist ähm äh Druck notwendig
von unten, aber bis wir diesen Weg beschritten haben, da etwas zu verändern, das ist, denke ich, noch ein ziemlich langer Weg für die grüne Lunge, werden die nächsten Wochen und Monate ganz, ganz entscheidend sein.
Deshalb möchte ich noch einen Termin an dieser Stelle ähm ins Spiel bringen und zwar laufen im Moment äh Planungen für eine Demonstration am zwanzigsten März, das ist ein Samstag zum Erhalt
der grünen Lunge. Da ist noch nicht alles fix geplant, aber
ganz, ganz wahrscheinlich wird es da ähm Proteste geben und vielleicht können Menschen sich das ja schon einmal mit Bleistift in den Kalender eintragen, äh sozusagen. Denn dann werden Koalitionsverhandlungen laufen, dann muss unser Druck hoch sein, um tatsächlich etwas zu bewegen, um die grüne Lunge zu retten.

[44:22] Du hast vorhin erzählt, dass so ein Projekt wie
diese Pammerkultur in der grünen Lunge entstanden ist, auch bundesweit ähm einmalig wäre, aber es gibt
tatsächlich auch in anderen Städten hier äh der Republik, wo Pammerkulturpatz passiert oder wo auch irgendwelche Gärten entstanden sind, gibt es da irgendwelche äh
Kommunikation auch ähm bundesweit, wo man sich zusammenschließt, mit solchen Netzwerken, habt ihr das angedacht oder ja, ist das vielleicht schon passiert.

[44:52] Also ich habe nicht gesagt, dass das bundesweit einmalig ist, auf gar keinen Fall. Ähm ist es das, ähm ich habe gemeint, dass es bundesweit einmalig sein könnte, wenn tatsächlich die grüne Lunge ähm zu einem äh
riesigen Permakulturprojekt werden würde, denn sowas gibt's tatsächlich noch nicht bundesweit. Es gibt aber sehr viele organe Gärten und es gibt
da sehr viele, sehr aktive Initiativen. Es gibt ein Netzwerk, das heißt Anstiftung, das verknüpft diese Initiativen, bietet auch viele Fortbildungen an und so weiter. Da sind wir auch drin. Generell wollen wir uns auch noch weiter vernetzen. Da gibt's viele sehr, sehr interessante Initiativen.
Bei uns ist allerdings immer das Problem, dass wir ständig am
Limit sind, weil wir dermaßen viel zu koordinieren und organisieren haben, dass wir einfach viel zu wenig dazu kommen, uns andere Dinge anzuschauen und uns da zu vernetzen. Aber das ist auf jeden Fall noch eine Aufgabe
für die nächste Zeit.
Mhm. Dann ähm komme ich direkt mal in die zukünftigen Aufgaben. Also Alexis hat auch schon ein paar Termine genannt. Wie sieht es aus mit den Gemüseheldinnen? Es gibt diese Kundgebung an diesem zwanzigsten äh März. Was gibt es für weitere Termine?

[46:04] Wir dürfen im Moment keine größeren
machen, ja, aus bekannten Gründen. Unsere Facebook-Seite ist sehr aktiv, wer sich da informiert, erfährt eigentlich immer von aktuellen Terminen, die sind dann meistens in einzelnen Gärten, also im Moment ist natürlich
Buchsaison. Es
geht voll los mit Pflanzen und säen. Und da haben wir eigentlich fast jedes Wochenende, was in irgendeinem Garten oder auch in mehreren Gärten und das kündigen wir dann, wenn wir auch Externe Menschen dazu noch einladen können, kündigen wir das dann immer an.
Ja prima, dann findet man euch äh in verschiedenen Internetplattformen. Es gibt ähm
grüne Lunge äh bleibt ähm Wordpress Punkt com. Das ist so die eine Sache, dann haben wir auch die Gemüse-Heldinnen. Da gibt's jetzt Bürger äh für regionale Landwirtschaft DE. Ähm es gibt noch auch die
die Gemüse Heldinnen Minus Frankfurt Punkt DE. Also es gibt mehrere Plattformen, wo man Informationen sich ähm holen kann
Gibt es noch weitere Aktionen für grüne Lunge bleibt, außer der zwanzigste, gibt's noch weitere Veranstaltungen oder sind uns auch gerade die Hände gebunden durch die bekannten Maßnahmen?

[47:15] Also bei uns ist demnächst eine Aktion geplant, wo wir aber allerdings heute noch über den tatsächlichen Termin entscheiden. Wir wollen uns in allen unseren Gärten hinsetzen und gemeinsam für die grüne Lunge meditieren. Das äh
lässt sich auch mit mehr Leuten gut verwirklichen, weil wir ja eben diese zwölf Gärten haben. Das sind ungefähr fünftausend Quadratmeter. Da kann man sich auch mit sehr vielen Menschen so aufhalten, dass es äh Corona-mäßig kein Problem ist. Mhm. Das werden wir dann aber auch über Facebook bekannt geben, wenn der Termin steht. Okay.
Mhm. Und ähm von deiner Seite. Der Termin, der bisher steht, das ist die Demo am äh zwanzigsten März
es wird sicherlich auch ganz bald ein größeres Veranstaltungsprogramm geben für die Sommermonate, das ist aber noch nicht ähm öffentlich. Letztes Jahr schon hatten wir eine
ziemlich gute Veranstaltungsreihe, auch mit ähm Open Air Kino zum Beispiel. So etwas wird es auch wieder diesen Sommer geben.
Und ansonsten wird es sicherlich noch die eine oder andere Überraschungsaktion geben, auch im Kontext der jetzt anstehenden Koalitionsverhandlungen.
Von uns kann ich noch dazu fügen, wir äh werden dieses Jahr eine ganze Veranstaltungsreihe machen mit sieben Bildungsveranstaltungen. Hm, wir haben eine größere Förderung bekommen für diese sieben Bildungsveranstaltungen. Das werden immer ganze Tage sein.
Themen ähm zur Permakultur, zum gemeinschaftlichen Gärtnern, Gemüseanbau und so weiter. Und das wird über den ganzen Sommer verteilt sein zwischen Mai und September.

[48:44] Ja prima, das äh war's auch erstmal äh hier von meiner Seite. Die Zeit ähm drängt
bedanke mich ganz ganz herzlich für eure Worte und auch für den Überblick, was so in der grünen Lunge passiert. Ja, was so die Zukunft
bringt, vielleicht noch ein ganz letztes Ding, was können die Bürger und Bürgerinnen tun, außer jetzt nur auf die Webseiten zu gehen? Gibt es was ganz konkretes? Und gibt es Unterschriftensammlungen dergleichen?
Ja, also für die Wahl gibt es auf jeden Fall Parteien, die für den Erhalt der Gründung eintreten.
Da können die Bürgerinnen und Bürger sehr viel tun, indem sie diese Parteien wählen. Es sind unter anderem die Grünen, die Linke, aber auch Ökolinks. Die Gartenpartei
dann können sie in die grüne Nummer kommen, sich dieses Gebiet zu eigen machen, dort auch ein Gefühl entwickeln, also wir halten das immer für essentiell, dass man sich mit einem Ort auch verbindet, damit man den Wert dieses Ortes empfindet und sie können natürlich sich auch bei uns melden und wenn sie mitmachen möchten.

[49:48] Die grüne Lunge ist äh offen, man kann dort spazieren gehen, ähm sich das Gelände anschauen. Es ist wichtig mit Nachbarn, Bekannten, Kollegen über die grüne Lunge zu sprechen. Es ist äh sinnvoll, mit denjenigen Politikern
sich anzulegen, ihnen zu schreiben, die weiterhin für die Zerstörung sich engagieren. Es ist sinnvoll, zur Demo zu kommen am zwanzigsten März und generell die Augen und Ohren offen zu halten und vielleicht auch mitzumachen
bei der Kampagne grüne Lunge bleibt in so ein Stoppen.
Und es gibt eine Petition auf Change Punkt org für unseren Permakulturgarten Frankfurt zweitausendfünfundzwanzig. Die haben schon an die zehntausend Leute unterzeichnet und äh da freuen wir uns auch über jeden Unterzeichner und jede Unterzeichnerin.

[50:33] Ja prima, dann bedanke ich mich ganz herzlich bei euch nochmal hier und ja, wünsche euch alles Gute, viel Erfolg äh für die ganz tollen grünen Lungenprojekte und ähm Aktionen. Alles Gute. Vielen Dank und bis bald.
Ja, bis bald. Ciao. Ciao.
Interview wurde vorab aufgenommen. Das war das Politopia-Magazin. Äh wir danken fürs Hören.

[50:59] Und am Mikrofon für euch war da. Bis dahin.