politopia-magazin

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[0:00] Ja, herzlich willkommen beim Polytopia-Magazin, Polytopia-Magazin jeden Mittwoch hier
auf äh Radio X 1neunzig Punkt acht zu hören, um euch
für euer Mikrofon ist der Andi und äh ja Polizip ja Magazin ist wie gesagt jeden Mittwoch hier zu hören. Unsere ganzen Sendungen sind auch nachzuhören auf Polytopia Magazin Punkt DE. Dort sind seit 2011 alle äh beziehungsweise seit diesem Jahr eigentlich äh allen äh Sendungen hinterlegt.

[0:28] Und natürlich ist dann auch diese Sendung auch auf Radio X plus sieben für sieben Tage dann auch zur Verfügung.
Ja und heute wollen wir ein sehr brisantes und auch ein sehr langes Thema, was schon seit über viele Jahre hinweg äh schon ein Thema ist. Immer wieder und zwar über den Mord an Oriallo und dazu habe ich mir Nadine von der Initiative O Ridallo eingeladen
Jetzt hoffen wir mal, dass das mit dem Telefonat funktioniert hat. Sagt doch mal kurz hallo. Hallo.
Super. Super, dass das funktioniert hat und ähm ja und vielleicht, um noch's noch mal kurz einzuordnen, wer war überhaupt Oigalo, beziehungsweise was ist da genau vorgefallen? Also das war am
71.205 ist von der Polizei damals ähm mitgenommen worden und in äh die Polizeigewahrsam gekommen.
Und dort einem tragischen Tod äh ist er dann ja verendet sozusagen und äh daraufhin gab sich dann auch diese Initiative Initiative Ozallo halt auch gegründet, die jahrelang versucht hat auch diesen Mord mit aufzuklären äh es gab verschiedene Gutachten, verschiedene Gerichtsurteile
und äh ja diese lange Story äh die da dahinter steckt äh würden wir gerne natürlich nochmal von dir hören. Nadine, vielleicht kannst du dich aber auch selber
kurz nochmal selber kurz vorstellen.

[1:46] Ja, hallo. Danke für die Einladung. Schön, dass ich dabei sein kann. Ähm ja, ich bin seit 2010 in der Initiative in Gedenken an Ourigalo und ich bin äh Initiative gekommen über.
Mal Protest natürlich über Demonstrationen in Dessau und Gedenk
Kundgebung, aber eben dann auch über die Prozessbeobachtung im Revisionsverfahren gegen den damaligen Dienstgruppenleiter Andreas Schubert in Magdeburg zu dieses
Dieser Prozess gegen zwei Jahre und äh da habe ich fast alle Prozesstage mit
erlebt und dokumentiert und dann eben angefangen ja wirklich intensiv mit der Initiative zu arbeiten, zu recherchieren und ähm ja eben ganz viele Sachen auch dann zu veröffentlichen.
Und jetzt ist auch so ein bisschen die Frage, wir wollen ja so ein bisschen aufdröseln, was so die letzten Jahre seit dem Mord auch passiert ist. Was es für Beweismittel gibt
äh wie der Ablauf der letzten Jahre war, äh warum wurde das überhaupt zwischen den ganzen Gerichten äh hin und her geschoben? Was habt ihr auch äh für Repressionen erfahren? Und äh genau und jetzt so ein bisschen äh die Frage ähm,
was oder vielleicht kannst du nochmal schildern, was genau an dem Tag äh sozusagen passiert ist und was danach vor allem auch passiert ist an dem Tag wo Uri Dallah ermordet worden ist.
Mhm. Ja also es war am frühen Morgen vom siebenten Januar zweitausendfünf ähm Ori war in Dessau unterwegs.

[3:11] Und ähm hat versucht zu telefonieren, äh eine Freundin anzurufen und ähm dann telefon
funktionierte nicht. Er hat dann ein paar Frauen von der Stadtreinigung äh angetroffen auf der Straße und hat die gefragt, ob er telefonieren kann. Und diese Frauen haben sich dann belästigt
geführt von ihm und ähm ja die sind vor Gericht dann so gesagt, ja wir haben da einen mit ihm gespielt, also fangen gespielt und sind so vor ihm weggelaufen, aber er stellte an sich kein,
äh Gefahr, da haben sie gesagt, wir hatten auch keine Angst, die waren einfach, hatten halt einfach keine Lust
ähm sich mit ihm auseinanderzusetzen und haben dann relativ schnell die Polizei gerufen.

[3:47] Als die Polizei um die Ecke bog, haben sie dann auch äh gesagt, ja guck mal, da kommt dein Taxi und so. Ähm ja, die Polizei ist ausgestiegen. Äh
zu uns gegangen und haben nach dem Auswärts gefragt und er soll dann laut Polizeizeuge gesagt haben, ja immer weil die meinen Ausweis oder immer Ausweis und sich geweigert haben, den Ausweis zu zeigen und daraufhin sind die,
Beamten dann ziemlich brutal vorgegangen, also auch eigentlich von jetzt auf gleich, haben ihn auf den Boden geworfen, ihn Handschellen angelegt und ihn dann.
Ins Polizeiauto gezwungen und ihn zum Polizeirevier in die Wolfgangstraße gebracht.
Ja, da kam dann noch Kollegen zu Hilfe, weil ähm ja man meinte, er würde sehr aggressiv sein. Also das ist alles, was ich jetzt erzähle, das passiert quasi auf den Zeugenaussagen der.

[4:38] Gitter
ähm von dem siebenten ersten, also ähm ja weil wir haben keine neutralen Folgenaussagen zu denen. Deswegen ähm muss ich das erzählen sozusagen was was die halt gesagt haben.
Ähm dann haben sie in den Gewahrsamskeller gebracht, haben dort äh seine Hosen durchsucht, seinen Oberkörper durchsucht und dann einen Polizeiarzt gerufen, der ihm Blut abnehmen wollte.
Da gab's dann ein rassistisches Telefonat zwischen den Dienstgruppenleiter und dem Polizeiarzt, wo dann der Dienstgruppenleiter meinte, ja, kommst du, pikste mal ein Schwarzafrikaner und der Arzt hat dann geantwortet.
Ach du Scheiße, dass du nicht immer keine Vene und der Dienstgruppenleiter sagt dann, ja dann bringst du eben eine Spezialkanüle mit.
Wir lachen dann. So das war so ungefähr diese äh Spiegel, also dieses Telefonat hat halt dokumentiert und aufgezeichnet und spiegelt halt so die die.
Atmosphäre wieder, die da diesem Polizeirevier grundsätzlich beherrscht hat. Ähm ja, die haben dann der Polizeiarzt kam und sie haben Ori dann gewaltsam Blut abgenommen.
Ähm ihn auf den Bauch gelegt in diesem Arztzimmer im Gewahrsamskeller und ihm mit drei Leuten festgehalten, wie es denn der Arzt.

[5:50] Ihm das Blut aus der Wiener gezogen hat und ganze Kanüle voll hat er gemeint, später und dann äh haben sie ihn in die Zelle Nummer fünf,
gebracht und ihn dort an Händen und Füßen fixiert auf einem Podest, also die Zelle 5 ist eine gefließte Zelle, da ist nichts weiter drin als ein ein Podest oder eine Matratze, die da drauf lag.
Ist eine Art Turnhallenmatratze, eine schwer entflammbare Matratze, also.

[6:17] Ja an sich nichts, was brennen kann und dann hat man ihn ja also,
vier Punkt fixiert, das heißt wirklich äh rechts mit der Hand an die Wand, links ans Podest und die Füße auch jeweils nochmal extra fixiert. Und so hat man ihn dann für mehrere Stunden.
Dieser Zelle äh eingeschlossen
und äh um zwölf Uhr fünf, so sagt der Dienstgruppenleiter, er brach dann oder ging der Brandalarm an und der Brandalarm
wurde von den immer wieder weggedrückt und die Lüftungsanlage, also der Alarm, die Lüftungsanlage ging an und ich bin dann auch ausgedrückt
dann eben seine Kollegin zu ihm gesagt hätte, jetzt gehst du mal runter und guckst, was da los ist und er ist dann runtergegangen und dann ja.
War halt die Zelle, also war alles verraucht und ähm mhm uns wurde gesagt, dass die Polizeibeamten äh noch versucht haben, ihn zu retten.

[7:09] Es hat recht fraglich ist, aber ähm ja es war dann um zwölf Uhr fünfunddreißig, wo die Feuerwehr.
Ähm dann ihnen quasi gefunden hat in dieser Zelle und ihn gelöscht hat und den Körper und das, was noch übrig war von ihm selbst. Also es ist schon äh ein ziemlich krasses ähm Bild, was ich dann in Ermittlern geboten hat, die ähm.
Man muss sich vorstellen, dass halt diese Informationen, dass im Polizeigewahrsam mit so jemand verbrannt ist, äh erstmal ans Innenministerium von Sachsen-Anhalt weitergeleitet wird, weil's halt ein ein wichtiger,
wichtiges Ereignis ist, was halt natürlich dann in in die.

[7:47] Wenn die ähm oberste Taschen äh kommuniziert wurde und dort hat man im Innenministerium entschieden, dass äh zwei Ermittlungs
Teams durchgeführt werden und zwar das äh Ermittlungsfeam vom LKA.

[8:00] Äh die für den Tatort zuständig waren, also die Tatortarbeit übernommen haben und zum anderen war das dann.
Die Grüner Polizei von Stendal, die ähm erstmal die ganze Ermittlungsleitung.

[8:13] Übernommen hatte, bis dann eben die Staatsanwaltschaft das vor drei Monate oder zweimal zuständig wurde. Ähm ein Staatsanwalt wurde nicht an den Tatort gerufen, weil's halt auch recht ungewöhnlich ist, aber es passiert mir eh ganz, ganz viele ungewöhnliche Sachen an diesem.

[8:27] An diesem siebenten ersten, denn ich habe jetzt bisschen versucht zu beschreiben, wie das in dieser Zelle aussah und dann eben eine Leiche festgekettet auf einem gefliesten Podest.

[8:37] Ist so Unkenntlichkeit verbrannt. Ja und die ähm Tatortermittler, die da kamen vom LKA, die haben erstmal.
Selber gesagt, ja wir konnten uns gar nicht vorstellen, was da brennt oder wie das da brennen konnte. Aber dennoch haben sie eben ganz viele Sachen nicht gemacht, die hätten gemacht werden müssen und die eigentlich Standard sind. Nämlich einen Panzerverständigen zu suchen an den Tatort.
Keiner von denen hat irgendwie einen Sachverstand, sonst Feuer angeht.
Dann haben Sie am Tatort nicht nach Beschleunigern gesucht, obwohl ähm an diesem 71. kein Zündmittel gefunden wurde.

[9:10] Haben nicht alles alarmiert, das heißt, sie haben
nur sporadisch ähm Asservate eingetütet, also ja nicht mal die Hälfte von dem, was noch da war. Also man muss sich vorstellen, das ist halt die die Leiche an sich und dann eben ähm den Matratzenrest, die da verbrannt liegen und die Handschellen natürlich und,
selbst die rechte Handschelle, die es in der Zelle verblieben und wurde dann später vom Hausmeister entsorgt. Also alles, was nicht mitgenommen wurde an diesem Tag, äh hat der Hausmeister auf Anweisung zwei Wochen später,
im Müll entsorgt. Ähm das was mit äh genommen wurde.
Das wurde dann äh auch erst drei Tage spät wieder ins Labor gegeben zum äh zur Untersuchung, um zu schauen, ob da eventuell Spuren von Brandbeschleunigern zu Fichten sind.
Und man hat dann eben an an dem 10 1 also der singt erste, war ein Freitag und der zehnte Montag und diesen Montag hat man dann,
ein Feuerzeugrest angeblich in einem dieser Brandschutzbeutel deckt und dieser Feuerzeugrest ist seitdem das äh Beweisstück Nummer 1äh für die staatliche.

[10:14] These, das äh oben sich selber angezündet hat beziehungsweise die Matratze selbst im Brand gesteckt hat.
Ähm ich will nur noch kurz zum siebten ersten zurück, weil abgesehen halt eben von dieser,
Tatortarbeit, die nicht ähm fach- und sachgerecht durchgeführt wurde
sind halt auch äh die die Polizei Zeugen oder Zeuginnen, die an dem Tag im Revier waren,
nicht alle befragt worden und die, die befragt wurden von alle sehr kollegial gefragt, also als Kollegen und Kolleginnen, aber nicht eben als mögliche Tatverdächtige.
Und ähm später am Abend ist die Leiche von Ori in die gerichtsmedizine Halle verbracht worden.
Und dort hat man dann eben auch wieder Sachen nicht gemacht, die eigentlich gemacht werden sollten.
Ist zum einen ähm haben wir ganz viele Bilder, also Autopsiebilder, aber wir haben keine Bilder der der Atmungsorgane.

[11:09] Das heißt, wir wir wissen nicht, wie viel Ruß tatsächlich in der Lunge war oder in den ähm in den Atemwegen, also in der Luftröhre.
Zum Beispiel oder Magen, weil das halt später im Autoziegericht steht mhm. Ähm und eben den anderen toxikologischen Werken widerspricht. Wir haben Kohlenmonoxidwert von null,
äh und bei einer Brandleiche deutet das eigentlich.

[11:32] Der Mensch halt eben schon tot war, bevor das Feuer ausgebrochen ist und äh zudem gibt es keine da gibt es nur Adrenalin, also keine Stresshormone, heißt,
Das Orientweder bewusstlos oder ihm pota als das Feuer.

[11:46] Äh gelegt wurde. Mhm. Ja und ähm eines der wichtigsten Sachen wurde auch nicht gemacht in der Gerichtsmedizin und zwischen die Röntgenbilder.
Ähm auf die man ähm ja die man einfach später dann nur äh bereits Anwälte organisiert waren und die Anwälte gesagt haben, wir müssen.
Äh müssen die Leiche ähm knöcherne Verletzungen aufweist und so weiter. Es wurde alles ja via mit gelehnt und so kam's halt später dann zur eigenen Untersuchung oder zu dieser ersten.
Eigenen äh hm sozusagen ja produziert die ähm über die äh Initiative finanziert wurde.
Mhm. Ja, vielen, vielen Dank für deine ausführliche ähm Einweisung beziehungsweise für den ähm ähm detaillierte äh Ausführung
Was da genau passiert ist und da gibt's natürlich viele Details, die wahrscheinlich auch nicht äh noch die du wahrscheinlich noch nicht benannt hast auch. Äh weil's ja schon an sich schon so detailreich ist. Also man sieht ja auch hier daran, dass äh
viele Fehler gemacht worden sind, beziehungsweise,
nicht ganz klar ist, ob das äh mit Absicht geschehen ist, ob man ob es da äh Vertuschungs ähm ähm ob es vertuscht werden sollte ähm was ja was ja dein Verdacht ja sehr nahe liegt
ähm vielleicht habt's ihr nochmal sagen, was danach passiert ist. Danach hat sich ja die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und hat ja versucht ja dann da auch zu ermitteln.

[13:07] Ja, also die Staatsanwaltschaft hat jedenfalls so über zwei Monate später übernommen und das erste.
Was die dann in der Öffentlichkeit präsentiert hat, waren Bewegungsversuche, wo man versucht hat ähm ja ein ein,
ein ein also in dem Fall war es ein politisches Beamter, auch so Nummer 13 in eine ähnliche Position zu bringen, aber da stimmten halt ganz viele Sachen nicht
Also um einfach, die wollten halt einfach zeigen, dass es möglich ist, dass Uri ein Feuerzeug versteckt hatte in seiner Hose und hat man eben bei der Durchsuchung übersehen und dass es möglich gewesen wäre für Uri dieses Feuerzeug,
trotz Vegetierung aus der Hose zu.

[13:48] Kramen oder zu suchen, um dann eben die Naht von dieser Matratze aufzureißen. Also wie gesagt, man muss nur eine Turnhallenmatratze vorstellen. Es ist exakt
also so so ein Modell und die gehen halt da gibt's keinen Reißverschluss oder irgendwas, um an diesen polyveltanen Schaumstoff zu kommen, der sich im Inneren der Matratze befindet und der tatsächlich äh sehr leicht äh brennbar ist, um da ranzukommen, muss man halt wirklich diese Naht.
Aufbrennen ähm wir wissen, dass die Matratze halt nicht kaputt war. Das hat die Rheine-Macher-Frau gesagt, die war halt morgens noch in der Zelle und hat da sauber gemacht gehabt und hat
sagt, wenn eine Matratze beschädigt ist, meldet sich sofort aus. Deswegen ist es ausgeschlossen, dass die Matratze beschädigt war und das ist äh nach deren Theorie nur so gegangen werden kann,
Mit dem Feuerzeug unter ähm also ist ein ganz einfaches Gasfeuerzeug mit einem Rädchen, kein Klickfeuerzeug, sondern so ein ganz simples ähm,
rotes Pukhai-Feuerzeug war das, ähm mit dem,
einfach unmöglich ist, aber das haben auch alle später mehrfach dann raus ähm äh gefunden, ähm als wir die später noch was zu. Auf jeden Fall.

[14:52] War das dann die diese Theorie, die die Staatsanwaltschaft ähm versucht hat durch äh Behinderungsversuche, die auf
falschen Variablen Routen und da wollte ich eigentlich zu kommen, um zu erklären, eben,
diese Bewegungsversuche, die präsentiert wurden, nicht dem Original in der Zelle entsprachen, also zum Beispiel war die Matratze, auf dem sich der Polizist, der viel größer war als Uri, bewegt hat, die war viel zu klein.
Und einen Punkt, nämlich die Matratze stand über dem Podest, über das die Matratze war größer als das Podest. Die Fixierung, vor allem der linken Hand, an dem Podest selber halt ganz ganz eng war.

[15:30] Und sozusagen die Bewegungsmöglichkeit von Uri oder anderen Personen, die darauf gevökelt waren oder fixiert waren, ähm ja einfach so minimal waren, dass die Person sich eigentlich gar nicht aufrichten konnten.

[15:42] Oder nur unter größten Schmerzen und das muss man halt auch ein Ziel haben und das ähm machen zu wollen.

[15:48] Ähm ja wie auch immer diese diese Versuche äh wurden dann ergänzt durch Brandversuche.
Und die Brandversuche rum äh waren keine Abbrandversuche, sondern das waren immer nur Versuche, um zu zeigen, dass der Dienstgruppenleiter.

[16:05] Zu langsam nach unten gegangen ist, weil die Staatsanwaltschaft hat sich dann.
Ähm ja einfach darauf beschränkt gegen den Dienstkrugleiter zu ermitteln, ihm vorzuwerfen, ich hätte immer wieder den Alarm weggedrückt und dadurch eine schnelle Restung von Uri verhindert.
Und deswegen wurde ihm fahrlässige Tötung vorgeworfen und gleichzeitig hat die Staatsanwaltschaft den Polizeibeamten angezeigt, der die Hose durchsucht hat, dass er eben diese Hose nicht ähm gründlich hätte.
Sonst hätte er das Feuerzeug gefunden. Also zwei Polizeibeamte standen dann quasi wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Zweitausendsieben, zweitausendacht.

[16:39] Drei Jahre beziehungsweise zwei Jahre nach dem Mord.

[16:43] Ja genau. Ja, das hat sich ganz lange verzögert, weil das Gericht damals die Mutter als Nebenpflegerin nicht anerkennen wollte.
Es war jetzt auch eine sehr ähm widersprüchliche Aktion äh von der Justiz in Sachsen-Anhalt. Man hat halt,
ganz schnell die die Leiche von ihm nach Guinea schicken wollen, also Uri kommt eigentlich aus Sierra Leone und die Familie war dann aufgrund,
dass Kriege des Krieges um die Blutdiamanten in Sierra Lione nach Guinea geflohen und lebte da und da wollten auch die Leiche hinschicken.

[17:15] Aber ähm dann hat die Initiative dann und die Anwältin das damals aufgehalten und,
Das wäre eigentlich ganz schnell gegangen quasi. Also man war dann so, ja okay, da lebt seine Familie, da schickt mir die Leiche hin. Aber als es dann zum Prozess kommen sollte,
wurde die Mutter plötzlich nicht mehr als Mutter anerkannt, weil ähm irgendwelche Dokumente fehlten und so weiter und so weiter. Man hatte halt versucht über bürokratischen Wege,
Ja, also nicht nur zu der Zeit eigentlich immer wieder ähm durch ja deutsche Bürokratie, die Familie daran zu hindern.
Ihr Recht äh auf Aufklärung und Wahrheit ähm ja zu bekommen und das war halt so eine dieser dieser Schikanen, deswegen fing der Prozess tatsächlich erst 2tausend7 an, weil das Gericht eben,
ähm die Mutter nicht anerkannt hatte als die Kleberin.
Und das war ja sozusagen nicht das einzige, warum da es auch zu Verzögerungen innerhalb der Gerichten kam. Äh dieser Fall wurde ja zwischen den Gerichten auch immer wieder hin und her ähm weitergereicht.
Kannst du noch mal genau sagen, was da genau vorgefallen ist? Das hat sich ja über auch über mehrere Jahre hinweggestrickt.

[18:18] Ja. Na ja, eigentlich ist es was äh was gelaufen ist und so ein typische ja durch die Instanzen gehen, typisches durch die Instanzen gehen.
Ähm in in so ein Fällen. Das heißt, man fängt halt beim Landgericht an und das Landgericht in Dessau hatte ähm die Täter freigesprochen. Also die Täter in dem in dem Sinne der Anklage.
Ging ja nicht um Mord, sondern einfach immer nur um diese fahrlässige Tötungsgeschichte.
Und ähm dieser Freispruch äh wurde natürlich nicht akzeptiert und äh selbst der Richter sagte in seiner mündlichen Urteilsbegründung, dass das hier kein Rechtsstaat war und all die Polizeibeamten, die hier gelogen haben,
sind's nicht wert, Polizeibeamte in diesem Staat zu sein und so weiter.
Hat sich so ein bisschen als Opfer inszeniert. Äh man muss dazu sagen, dass natürlich der Richter
viele Möglichkeiten hat Zeugen unter Druck zu setzen, wenn die lügen und es wurde unglaublich und unfassbar viel gelogen, schon im ersten Prozess natürlich.
Und äh man hätte da natürlich auch Beugehaft und so was äh androhen können, aber das ist halt grundsätzlich wurde niemand vereidigt oder nicht ähm,
wurde einfach nicht um die Wahrheit gekämpft und auch eben nicht vom Richter.
Gerade gesagt, dass äh viel gelogen worden ist. Mhm du meinst dann auch, dass viel gelogen worden ist und dann im Nachhinein sich das als anders herausgestellt hat, als es dann vor Ort dann gesagt worden ist?
Ja, also das ähm dieses Lügen sieht man halt an dem widersprüchlichen Aussagen, die halt akzeptiert wurden. Also es gab.

[19:48] Ganz viele äh Aussagen und vor allem auch von den beiden
Tätern, die wir selber als Haupttäter auch identifizieren, ähm die zum Beispiel kein Allibi haben zur Tatzeit. Es gibt jemanden, der sagt, er war um elf Uhr dreißig, also wegen Mittag.
Er sagt nicht elf Uhr dreizehn, sagt gegen Mittag, in der Zelle ist es dann, wenn die Kantine aufmacht, elf Uhr dreißig und hat den einen Kollegen gefragt, ob er mit zum Essen kommt.
Und äh dort hat er halt die beiden Kollegen auch angetroffen. Sie bestreiten aber, dass sie äh um elf Uhr dreißig nochmal unten waren und so weiter. Also es gibt so ganz viele Details.
Ich kenne diesen Ablauf ähm
äh am siebenten ersten. Wer hat mit wem telefoniert? Wo war der Dienstgruppenleiter zwischen elf Uhr fünfzehn und und elf Uhr fünfundvierzig. Also im Prinzip haben die hauptbeteiligten Personen äh in diesem
in diesem ganzen Geschehen gar keiner ähm plausiblen Erklärungen dafür, was sie eigentlich gemacht haben und ändern dann auch immer wieder ihre Aussagen,
vor allem auch der der Dienstgruppenleiter, der dann auch im zweiten Prozess stand ähm macht dann Einlassung und sagt, ja da war ich eigentlich da, aber ich weiß nicht mehr genau und na ja, es gab auch wirklich äh aufgrund dieser falschen.

[20:54] Aussagen ähm Disziplinarverfahren, also es hat ja dann nicht mit dem Gericht zu tun, aber das hat die Staatsanwaltschaft hat dann verschiedene äh nicht ähm.
Aber vor allem Anzeigen gestellt wegen ähm.
Gegen Falschaussage, ne, das hat nichts mit dem Richter zu tun, sondern mit der Staatsanwaltschaft und ist aber auch wieder
um das kurz auszuführen, man darf das immer nicht falsch verstehen. Man denkt, okay, die bestrafen gehen jetzt, aber es ist keine Bestrafung und weil wenn man jemanden ähm eine Anzeige gibt wegen Falschaussage, muss diese Person nichts mehr sagen.
Damit zieht man sie quasi aus dem Fokus der ähm Aufklärungsarbeit.
Wenn man dann welche äh betreiben möchte und ähm so war das halt mit dem tatsächlich Hauptbeteiligten. Die hatten dann ähm wieder wieder Revierleiter oder stellvertretende Revierleiter oder Frau Hoepfner, die
Kollegin von dem Dienstgruppenleiter, die hatten dann plötzlich alle Anzeigen wegen Falschaussage und dann mussten sie auch nichts mehr sagen. Mhm. Wo ähm,
so lief das im ersten Prozess und weil das Urteil eben so ähm.
So ausfiel, dass man sagte, äh Freispruch für beide. Ähm hat die Initiative gesagt, wir wollen nach Karlsruhe äh und stellen Revisionsantrag.

[22:07] Das ist auch dann am 71.21 verhandelt worden in Karlsruhe und wir hatten damals Glück, da war eine Richterin, die kurz vor der Pensionierin stand und die gesagt hat, nee, hm ich verstehe gar nicht, was
da irgendwie eigentlich gelaufen ist. Man muss auch die Brandursache aufklären, weil es ist halt im ersten Prozess nicht passiert und es war ja auch nie die Frage, die die Staatsanwaltschaft gestellt hat.
Was ist eigentlich die Brandursache und auch die Todesursache ist nicht geklärt bis heute nicht. Also es ist nicht äh aufgeklärt, wie er gestorben ist und wie das Feuer entstanden ist
Ja. Und genau das hat die ähm die Richterin am BGH Frau Tepperwin äh beanstandet und hat die Revision sozusagen zugelassen und die ist dann nochmal ein Jahr später dann äh im
Januar oder Februar 211 angefangen in Magdeburg am Landgericht und gingen wiederum zwei Jahre, also nochmal über 60 Prozesstage.

[23:02] Und dann am Ende stand eben der äh Schulzbruch für den Dienstgruppenleiter mit einer Geldstrafe von 1800 Euro wurde er dann verurteilt.

[23:12] Ähm.
In diesem zweiten Prozess, da kam dann wirklich ähm ja ganz entscheidende Fakten an sich. Obwohl auch dort viel gelogen wurde und eigentlich das Gleiche so von von den Aussagen der Zeuginnen,
ähm identisch war, wie wir's von einem ersten Prozess geschehen war
äh gab's im zweiten Prozess doch ähm äh ein wesentlicher Erkenntnis und zwar die, dass das Feuerzeug und das Feuerzeug, was man gefunden hatte am zehn ers, schon erzählt hatte. Äh das allererste Mal wirklich untersucht wurde auf Antrag unserer Anwältinnen.

[23:46] Und ähm dann hat man eben festgestellt, dass an dem Feuerzeug keine Faserreste und keine Spuren von der Matratze oder der Kleidung von Uri zu finden sind.
Aber eine ganze Reihe, also wirklich unzählig viele ähm tatortfremde Faserreste zu finden sind.
Und zudem gibt's eine DNA am Zündrädchen, aber das ist nicht Uris DNA, sondern eine europäische DNA.
Man wollte und hat wollte nicht und man hat sich geweigert, ähm das Feuerzeug weiter zu untersuchen, halt festzustellen, von wem ist denn eigentlich die DNA und woher kommen denn eigentlich die Spuren?

[24:20] Da die Richterin dann immer wieder gesagt, das spielte keine Rolle, äh weil hier geht's ja im Verfahren gegen den Dienstgruppenleiter nur um fahrlässige Tötungen und nicht darum ähm
jetzt das Feuerzeug. Ähm es geht nicht ums Feuerzeug. Es war so im Prinzip immer so eine ähm ja Standardausrede, wenn man dann tiefer vordringen wollte.
Mhm. Ja, in die Wahrheitsfindung, dass man sagte, na ja, das spielt ja alles keine Rolle, weil wir verhandeln ja hier wegen fahrlässige Tötung und weil er nicht äh schnell genug unten war, um ihn zu retten und so weiter. Aber ansonsten ähm wurde das nicht mehr,
Ja, dann thematisiert.
Du hattest jetzt auch nochmal gesprochen davon, dass es dann eine Verurteilung gegen den Dienstgruppenleiter gab. Ähm wie sah die denn konkret aus? Also das äh Verurteilung heißt jetzt zehntausend Euro Strafe, äh in welchem Zusammenhang?
Ähm na ja, alles was er halt ähm getan hatte, war rechtswidrig,
ähm also nicht nur er, sondern die Kollegen natürlich auch. Also die die Mitnahme von Uri war rechtwidrig. Man hätte ihn nicht mitnehmen dürfen als ähm er schon da auf der Straße mit diesen Frauen stand, weil es ging keine Gefahr von ihm aus. Man hätte ihn,
nicht äh in die Zelle sperren dürfen. Man hätte ihn nicht äh viele Stunden festhalten dürfen, ohne.

[25:37] Ja ohne äh einen Richter zu verständigen und das ist nämlich die zweite Sache, die noch ganz wichtig ist, die im zweiten Prozess rauskam. Es wurde nicht nur bei Uri, sondern in allen Fällen.
In gewahrsamen Namen im Polizeirevier Dessau seit der Wende, also seit neunzehnhundertneunzig,
kein einziger Richtervorbehalt eingeholt, wenn äh Menschen ja mitgenommen wurden und das ist ähm.
Ja, das ist an sich schon, das ist ein ziemlicher ziemlicher Hammer gewesen, als das irgendwie rauskam, dass äh keiner von denen wusste, dass man äh einen Richter zu verständigen hat, wenn jemand irgendwie länger als zwei Stunden
festgehalten wird. Da wurde sogar der Amtsgerichtspräsident von äh Dessau äh zu befragt und der wusste gar nicht, was ein Richtervorbehalt ist.
Angeblich. Mhm. Also es war schon äh so richtig krass. Also nochmal so systematisch und es zu sehen, wie systematisch eben Leute willkürlich.

[26:27] Weggenommen wurden von der Straße, ähm weil sie zum Beispiel zu viel getrunken hatten oder weil sie eben einfach nicht ins Erscheinungsbild
passten und man die ebend äh mitgenommen hat, um sie, ja, zu ähm erziehen
Es waren auch mal eine Polizistin in Magdeburg gesagt, ähm dass oft Leute, die betrunken waren, mitgenommen wurden, um die halt zu, ich weiß nicht, ob man disziplinieren gesagt hat oder es
erziehen, aber das ging so in diese Richtung, dass wir denen mal eben so gezeigt haben, dass das hier nicht erwünscht ist und dass du dann eben, wenn du eben dann zu viel getrunken hast, ähm
und auf der Straße irgendwie rumlungerst, dass du dann eben dafür, ja, einfach mal weggesperrt wirst für ein paar Stunden, ohne dass da irgendwie jemand ähm.
Drüber Bescheid weiß und ja das wurde dem Dienstgruppenleiter.
Dann sozusagen zum Verhängnis und dafür wurde er schuldig gesprochen. Was aber auch ähm.
Trotzdem wieder äh zum Bundesgerichtshof ging, weil wir als ähm also im Namen der Familien, mit den Anwältinnen noch mal, ähm eine Revision wollten.
Eben weil die Brand- und Todesursache nicht geklärt waren, also weiterhin nicht. Mhm. Und.

[27:37] Die Verteidigung von Andreas Schubert, die wollten halt einen Freispruch natürlich und die Staatsanwaltschaft, die wollte sogar irgendwann zum Anfang sogar noch eine härtere Strafe. Mhm.
Ja und so kam's dann zum zweiten äh Revisionsprozess in Karlsruhe. Das war im September 2tausendund14.
Und da wurde ähm der Dienstgruppen oder das Urteil wurde bestätigt. Also der Dienstgruppenleiter wurde dann halt quasi recht kräftig verurteilt zu dieser Geldstrafe und zusätzlich zu den Kosten des Verfahrens, die er zu tragen hatte.
Und dazu lässt sich sagen, dass ähm.
Dass das ähm über eine halbe Million Euro beträgt oder Betrug und ähm das sofort, also eigentlich sofort als das Urteil rechtkräftig wurde, sowohl die Gewerkschaft der Polizei.
Gesagt hat, wir übernehmen das und dann auch für für sich als also in Sachsen-Anhalt nicht die die Bundesgewerkschaft.
Die in Sachsen-Anhalt gesagt hat, wir wir bezahlen das und ähm hat dann auch zu Spenden ausgerufen. Man konnte dann auch auf der GDT-Seite lesen, dass wieder aufrechte Bürger dazu aufgefordert wird, halt.
Einen Euro zu spenden. Die NPD hat auch äh gesammelt in in Wittenberg.

[28:45] So dass Stadt Wittenberg, das ist äh gleich Geld, also um die Ecke, da wo der Dienstpuppenleiter dann hinversetzt wurde, kurz nach dem siebenten Januar zweitausendfünf. Also
Ähm man kann nicht sagen, dass er äh quasi finanziell großen Schaden erlitten hat, weil eben diese Geldstrafen
ähm ja von anderen solidarischen ihm gegenüber solidarischen Menschen, wenn man das so sagen kann
mhm. Übernommen worden. Ja und vor allem es gab auch keine also er hat jetzt ja auch keine Haftstrafe oder so was bekommen oder musst du dafür ins Gefängnis oder hm weiß jetzt nicht ist er jetzt äh suspendiert worden auch damals? Kannst du das vielleicht nochmal kurz sagen? Bevor wir gleich nochmal ein Musikstück hören?

[29:22] Ähm nee, nee, er ist nicht suspendiert worden. Er war ähm er wurde versetzt und er ist dann längere Zeit krank geworden. Er hatte halt eine schwere Krankheit. Nee und an und für sich ist er.
Also ist eher Polizist. Ja.
Vielen, vielen Dank erst noch mal und äh ja, wir hören uns erst mal ein Lied, damit sich auch unsere Stimmen in bisschen der äh erholen können und eure Ohren sozusagen, wenn's nochmal ein bisschen Ohrenschmaus äh mit ein bisschen Musik und zwar von Matondo Orialo das war Mord.

[29:52] Ja, das Lied zeigt nochmal auch ganz gut, wie dieser Fall äh.
Wie der Fall sozusagen behandelt wurde und was sozusagen dort an Beweismitteln auch äh vorgeführt wurde beziehungsweise äh was dann nach dem Mord sozusagen passiert ist.
Ja und ich unterhalte mich hier immer noch mit Nadine von der Initiative Ourigallo und darum geht es auch hier in dieser Sendung. Und äh falls ihr die Sendung verpasst habt und wollt sie unbedingt nachholen, dann könnt ihr das gerne machen auf Polytopia Magazin Punkt DE.
Wir sind
jeden Mittwoch um sechzehn Uhr hier auf Radio X einundneunzig Punkt acht zu hören. Ja und für euch am Mikrofon ist der Andy und wir wollen jetzt noch ein bisschen weiter über diesen Fall Origalo sprechen beziehungsweise was da genau vorgefallen ist. Wir haben jetzt da auch noch mal da drüber gesprochen wie das äh in den Gerichten
äh hin und her gereicht wurde.

[30:39] Ähm vielleicht jetzt aber noch mal das äh mit den Gerichten, noch mal auch so ein bisschen abzuschließen. Ähm was waren denn jetzt noch die letzten äh Prozesse, äh was äh ist in den letzten Jahren äh noch passiert ähm und äh genau, was was was ist da genau passiert.

[30:54] Okay. Ähm also die ganz Gerichtsprozesse sind tatsächlich 2tausend4zehn geändert, ne. Das was ähm dann das der BGH äh geurteilt hatte im September. Das wurde rechtskräftig und dann ähm.
War das erstmal abgeschlossen. Ähm trotzdem hat die Staatsanwaltschaft Dessau natürlich ähm ja die Akten in oder die Ermittlungs äh Leistung gehabt und auch äh weitere Schritte tatsächlich eingeleitet, indem sie.
Kurz vor Prozess Ende 212, also als es noch im Revisionsverfahren äh war das Ganze
Vorprüfungsverfahren eingeleitet hatte wegen des Feuerzeuges, weil wir da äh sehr viel Druck gemacht haben und immer wieder auch ganz bewusst das Feuerzeug in den Mittelpunkt der Proteste gestellt haben und auch stellen immer noch natürlich. Ähm.

[31:41] Dann ähm haben wir aber schon, ich muss auch glaube ich zu dem kommen, was wir gemacht haben, um,
erklären dann, was ihm äh dann von wirtschaftlicher Seite weiterhin passiert ist. Wir haben dann eben, weil die Brandursache,
dann auch 2012 immer noch ungeklärt war haben wir gesagt gut wenn ihr keine Brandversuche machen wollt also richtige Abbrandversuche wo man sehen kann.
Äh ob so ein Feuer so ein ein Brandbild dann tatsächlich auch entsteht wie in dieser Zelle am siebten ers, ob das mit oder ohne Brandbeschleuniger möglich ist. Wenn ihr das nicht macht, müssen wir das selber machen und haben dann,
angefangen nach Reisachverständigen zu suchen.
In Deutschland erst und dann eben auch internationaler Ebene, um diese Brandversuche durchführen zu lassen und dann ähm ja in Deutschland eben nicht hingekriegt, weil kein Brandsachverständiger das machen wollte.

[32:31] Ähm und haben dann einen äh Sachverständigen gefunden in Irland. Äh den Maxim Smiono, der ähm gesagt hat, okay, ich mache das, gebt mir alle,
alle Unterlagen dazu alles, äh was ich brauche, um das irgendwie nachzubauen, zu rekonstruieren und äh gebt mir eure Fragen und dann äh ja, mache ich das.
Und so kam es dazu, dass wir 2013 unser erstes eigenes Brandgutachten organisiert hatten und äh sind dann auch noch, wir sind nach Irland geflogen mit ein paar Leuten.

[33:00] Von der Initiative und haben das begleitet beziehungsweise dokumentiert, also mit Kamera und dann eben doch ja Interviews gemacht und so weiter und es war sehr sehr sehr erschreckend, was wir halt gesehen haben.
Nämlich, dass es ohne Brandverleger unmöglich ist. Also man kann einen Menschen und eine Matratze nicht so verbrennten,
verbrennen innerhalb von einer halben Stunde. Äh wie wie das äh da in der 7. am 71ten in der Zelle passierte, Telle fünf ohne Brandbeschleuniger und das war.

[33:32] Ja, es war ziemlich heftig, also mitzuerleben, weil's doch äh sehr schnell sehr klar war, dass es absolut gar nicht geht und dass
ein bisschen Ahnung hat von äh Feuer, nämlich eben vor allem auch die Brandsache verständigen der Staatsanwaltschaft das sofort gesehen haben müssen und das war halt so schon ein Punkt, wo wir uns
ganz schön ähm verarscht gefühlt.
Also von auch dann Sachverständigen und auch verstanden haben, okay es ist halt eben nicht nur eine falsche Fragestellung, die denen gegeben wurde, sondern es ist wirklich was.
Sie eigentlich wissen wenn sie sich das Brandbild angucken aber wo sie das dann eben doch einfach nicht ähm ja nicht ähm kommunizieren.
Mit den Gerichten oder eben auch mit der Familie oder was auch immer. Also das war schon ziemlich heftig und mit diesem Brandgutachten sind wir an die Öffentlichkeit gegangen, haben eine Pressekonferenzen mit organisiert und da kam auch der leitende Oberstaatsanwalt Volker Bittmann,
Dessau ähm extra angereist war, um sich das anzuschauen und der war dann auch so, dass er dann sagt, hinterher, oh, das ist aber
krass. Äh ich sehe jetzt aber Aufklärungsbedarf und von jetzt an wird alles aufgeklärt und es wird nicht unter den Teppich gekehrt. Und leider ähm war das eben nicht der Fall. Also die Staatsanwaltschaft Dessau hat sich ausgeschwiegen.
Äh werden Fragen gestellt worden. Wir haben über die Anwälte nennen immer wieder fordern gefordert oder fordern lassen, dass das Feuerzeug weiter untersucht wird, dass man die DNA analysiert, dass man guckt, woher kommen diese.

[34:56] Diese Faserreste. Tatsächlich haben die dann auch das Feuerzeug noch mal untersucht lassen, aber eben nicht ähm mit einem offenen Ergebnis, sondern die haben einfach gesagt, vergleicht,
äh die die Faserrest mit Polizeiuniform aus dem Jahr zweitausendfünf
äh aus Sachsen-Anhalt und diese Analyse wurde im LKA in Baden-Württemberg durchgeführt.

[35:16] Und hat äh dann noch ans Licht gebracht, dass äh plötzlich zu ihm diese Faseristen, die nicht zum Tatort gehören, dort auch Tierhaare eingeschmolzen sind im Feuerzeug, am Feuerzeug.
Und ähm Unterwollhaare von einem Hund oder einer Katze oder Kaninchen, keine Ahnung. Mhm. Wollten sie sich auch nicht festlegen. Hatten sie auch keinen Auftrag bekommen dann eben um das weiter zu spezifizieren.
Und man hatte in Baden-Württemberg festgestellt, dass unverbrannte Teilchen auch verbrannten Teilchen aufgelagert sind. Also ein weiteres Indiz dafür, dass das Feuerzeug manipuliertes Beweismittel ist, was eben unser.
Bedingungen hergestellt wurde oder äh ja einfach, dass man versucht hatten ein Beweisstück zu zu kreieren, das so aussehen könnte, als hätte es in der Zelle gelegen. Ja und mehr hat die Staatsanwaltschaft dann noch nicht gemacht. Die haben,
ja einfach äh versucht auszusitzen das Ganze und weil sie ihm nicht weiter vorangegangen sind, haben wir gesagt, okay, dann machen wir ähm,
weitere engagieren wir weitere Expertinnen und sind dann nach London geflogen und haben dort ein Expertenteam,
engagiert. Äh es war ein Toxikolog, also Forensiker aus dem Bereich Toxikologie, Medizin und Trank und Brandforensik.

[36:27] Und äh ja die haben dann gemeinschaftlich.

[36:30] Die Akten studiert oder jeder seinen Bereich, sagen wir es so, aber eben dann auch zusammengesessen und und diskutiert und es war halt sehr, sehr interessant für uns auch, also wirklich mit ein paar Expertinnen zusammen zu sitzen und denen,
sämtliche Fragen stellen zu können und die aber auch eben untereinander sich austauschen darüber, wie sie ähm quasi diese ganzen Fakten und Indizien einordnen. Mhm. Dass man
Aktengutachten, die wir 215 an der Öffentlichkeit vorgestellt haben, auch in Berlin, ähm wo.
Wir im Vorfeld natürlich alle Akten am Übersetzen lassen und die auch gefragt haben, okay ähm wie bewertet ihr die Ermittlungsschritte? Wie bewertet ihr das, was da eigentlich
passiert ist. Also von Seiten Staatsanwalt Seiten der Staatsanwaltschaft und den Ermittlern der Polizei und dem LKA,
und dann haben sie ähm ja im Fazit gesagt ganz klar, dass da ja,
systematisch halt fehlerhaft ermittelt wurde und dass das eben nicht in internationalen Standards entspricht, was da passiert ist. Mhm. Ähm.

[37:29] Eine Frage stellen? Ja, also ich, also es es hört sich alles so an ähm ne, also das ist auch
wie du schon gerade sagst, es kam immer wieder was Neues zum Vorschein ähm und habe mich grade so ein bisschen gefragt, ihr als Initiative die das jetzt über die Jahre hinweg machen und äh jetzt am
ersten
zweiundzwanzig jetzt. Äh die hat sich dieser Mord ja zum 7zehnten Mal und äh seit sozusagen fast siebzehn Jahren äh seit er als Initiative dort.
Ähm versucht diesen Mord aufzuklären, was da genau passiert ist. Was da genau ähm.
An dem Tag, an dem Abend äh passiert ist und äh wer in wie weit auch mit äh da äh integriert war und ähm
stellt sich für mich so ein bisschen auch die Frage, wir können jetzt natürlich noch viel mehr auch noch da drüber reden, was jetzt sozusagen da in diesen ganzen Gerichten und äh was da auch als Beweismittel auch vorgetragen worden ist. Aber trotzdem noch mal kurz die Zwischenfrage.
Ähm wie ähm ja beschafft ihr das denn überhaupt innerhalb der Initiative und äh
Auch mit den Betroffenen, vor allem auch äh da so eine konstante hinzukriegen.

[38:35] Ähm ich denke, wenn man man muss da, wenn man über die äh die Arbeit der Initiative spricht, wirklich äh,
kurz nach dem 71.205 anfangen ähm mit einem äh eher zu erkennen, dass eben.
Am Anfang in Dessau viele Freundinnen und Freunde von Ori ähm wissen wollten, was da los war und äh dass ich einen ja einen Protest entwickelt hat.
Dieser.
Aus diesem unfassbaren Ereignis sozusagen weil äh die Leute waren einfach schockiert. Sie kann unser Freund verbrennen und einer in einer Polizeizelle. Und.
Dieses unfassbare Ereignis, das hat die Leute halt nie zur Ruhe kommen lassen und vor allem nicht die die richtigen also festen Freunde von Uri natürlich, eine Familie auch nicht und das ähm.

[39:23] Ist halt so der Faden, der sich quasi durchzieht bis heute
und ähm ihn mit dem Protest auf der Straße anfing mit äh ja eine Woche später also am am 141.205 gab es den ersten Protest, in der es auf der Straße wo die Leute.
Für Aufklärung demonstriert haben und nach der Wahrheit gefragt haben und das hat sich dann immer weiterentwickelt und ähm ich.
Eben über die Organisation der Anwältinnen, also ne, die die
ähm Freunde von Ori sind dann nach Guinea, haben die Familie gefunden. Über die Familie konnten dann hier Anwälte organisiert werden.
Und mehr über diese die Aktivitäten der Initiative sozusagen kam überhaupt der Prozess,
äh der Ermittler oder der Weitermittlung durch die Staatsanwaltschaft in Gang. Äh wir sind uns absolut sicher, dass wenn die Initiative nicht da gewesen wäre
das dann eben auch äh von der Staatsanwaltschaft äh gar nicht
worden wäre. Also es hätte vielleicht das Webinarverfahren gegeben gegen den Dienstgruppenleiter warum auch immer, aber eben diese.
Dieser Ermittlung oder auch dieses Gerichtsverfahren, das hat uns auf gar keinen Fall gegeben.
Wie auch dann alle anderen, also ne über die Revision nicht, es hätte keines keine Revisionen zur Handlung gegeben und dann eben doch
Na ja, bis 2014. Also eigentlich bis heute, es hätte nichts weitergegeben. So, es wäre abgeschlossen gewesen und ähm.

[40:41] Ich denke, dass äh der Antrieb eben dieser konstanten äh Aufklärungsarbeit eben darin begründet liegt, dass eben dieses ähm das ist einfach so so schrecklich ist, was was mit Uri gemacht wurde, dass es auch so eindeutig.
Mit ihm gemacht wurde, also dass er dort äh ermordet und angezündet wurde. Es ist einfach.

[41:02] Ähm so heftig und dann eben diese Lügen, die über die Jahre gebaut wurden, die dann noch mal dieses.
Ereignis an sich, den Mord an sich auch nochmal ähm.
Weiter äh schrecklich machen. Ich werde's empfehlen, die Worte dafür um um schrecklich zu steigern, aber das ist ja an sich eben nicht nur.
Die Polizei in Dessau, die da die da äh eben ähm.

[41:26] Die Täter stellt und und indem halt mehrere Morde nicht nur deren Uri passiert ist, dass wir dann alles dann auch weiter in den letzten Jahren rausgefunden haben.
Ähm es wird kommt ja immer mehr dazu und es wird ja nicht weniger. Es
man kann auch sagen, dass halt mit jedem Jahr, mit jeder Anstrengung, die die Initiative unternommen hat, also sei es halt Gerichtsverfahren zu initiieren oder eben dann auch die Gutachten und so weiter, dass halt immer mehr Beweise,
ans Tageslicht kommen, dass er eben ermordet wurde und dass eben äh mit den Jahren auch die Lügen immer.
Der Lügenberg wird größer, aber die Lügen werden auch offensichtlicher und vor allem offensichtlicher für die Gesellschaft und ich denke, dass das für uns ähm.
Ein ein äh ein wichtiger Aspekt ist, warum wir eben auch weitermachen, weil wir eben sehen, dass das äh Erfolg hat.
Mhm. Erstmalig wie ein Erfolg aussehen mag, weil weil wir noch nicht am Ende sind, aber letztlich ist es so eine Schritt-für-Schritt-Arbeit,
Und das lohnt sich einfach. Es geht auch nicht nur um Uri, sondern es ist ähm sagen wir auch immer wieder kein Einzelfall. Es geht um an sich alle Morde.
Ähm die durch Polizei gegangen werden und die nicht aufgeklärt werden, um ihnen einfach zu zeigen, okay, so funktioniert äh Mord und so funktioniert die Vertuschung,
Und äh es gibt ja auch äh oder du hast auch schon gesagt, äh ähm dass es dass ihr auch als Initiative und auch äh von den Freundinnenschaften, die äh um Uri Dallo herum
dass es da auch schon ähm ja Repression äh ja oder dass ihr auch Repression erfahren habt.

[42:52] Ja, das ist ähm gehört auch immer dazu ähm für also ist bei allen sehen wir einfach ja in allen Fällen, wo äh Menschen, Angehörige oder Initiativen für Aufklärung kämpfen.

[43:04] Dass dann von Anfang an noch Depressionen kommt in der äh in Dessau war das halt ja sofort oder richtete sich sofort gegen die von Ori.
Ähm ja zumeist aus ähm
auch afrikanischen Ländern, aus Westafrika äh kamen und ähm ungeklärten äh Aufenthaltsstatus hatten und man hat dann versucht über,
zum Beispiel Verstöße gegen die Residenzpflicht und andere kleine Kleinigkeiten. Ich meine, es sind ja auch äh Ungerechtigkeiten ähm heute.
Abzuschieben, das hat man auch gemacht. Also man hatte in den ersten Jahren tatsächlich also von den Leuten, die protestiert haben, äh wirklich viele Leute abgeschoben. Ähm.
Und äh die man nicht abschieben konnte wie zum Beispiel im, der ja die Initiative mitgegründet hatte zweitausendfünf ähm der,
ähm an Telegrafie in Dessau betrieben hat.
Der konnte nicht abgeschoben werden, den hat man dann versucht seine finanzielle Existenz in Dessau kaputt zu machen, indem man in die Ladenlizenz entzogen hat. Man hat die ganze Black Community kriminalisiert äh und als Drogendealer ähm.
Hingestellt, also kriminalisierung und dann eben Diffamierung.

[44:13] Und immer ähm über viele viele Jahre ging ähm Aktivistinnen der Initiative vorgebracht worden oder
so wurde halt gegen uns gearbeitet und ähm viele Anzeigen gab es ähm wegen Beleidigungen, zum Beispiel, dass man zum
Auf einer Demonstration ähm Leute von der Initiative sagen dann Mord oder ihr Mörder oder wir
Wollte ich gerade vorbringen in der Tat. Ja, Uri Jalo, das war Mord, ist ja sozusagen da der Slogan, der ja auch häufig auf Demonstrationen gegen Rassismus auch zu hören ist. Und Uri Dalle, das war Mord in Dessau, diese Demonstration, da gab's ja auch viele Repressionen.
Genau. Das war am siebenten ersten zweitausendzwölf. Also es war mitten im im Revisionsverfahren von wo plötzlich äh jemand zum Lockdown in den Laden kam und gesagt hat, also jemand von der Polizei und gesagt hat, wir dürfen das nicht mehr sagen.

[45:04] Also auf der Demonstration ist es jetzt verboten zu sagen, oh Ricardo, das war Mord. Äh wir hatten aber schon ähm äh vom äh vom.
Vom Verwaltungsgericht, Landesverwaltungsgericht ähm
Oberverwaltungsgericht in Magdeburg sowieso. Mhm. Äh wo sie gesagt haben, dass es äh fällt unter Meinungsfreiheit und wir dürfen das sagen. Das hatten wir auch als Urteil schriftlich ähm damit auf die Demonstration gebracht und trotzdem wurde die Demo und wir waren nur 300 Leute ungefähr
gab äh mehrere Hundertschaften der Polizei, die vor Ort waren.
Wurde die Demo von Anfang an angegriffen und steigerte sich dann eskalierte ja am Bahnhof äh am Ende Demonstrationen, wo wir dann gekesselt wurden im Bahnhof
und viele Leute zusammengeschlagen worden von der Polizei und mit äh Pfefferspray und ja gesprüht worden und verschiedene andere Sachen. Also es gab nachher drei Leute, die im Krankenhaus waren und die waren alle von der Itz
Lockdown musste selbst drei Tage im Krankenhaus bleiben oder vier Tage sogar. Ähm es war alles rechtswidrig, was die Polizei gemacht hat. Nicht angreifen dürfen.

[46:05] Trotzdem, also es gab dann also man muss sich vorstellen, dass der Innenminister dann äh zwei Tage später die verantwortlichen Personen, die diese Entscheidung äh getroffen hatten, versetzt hat.
Ähm
und zwar wiederum keine bösartigen Versetzungen, wie das immer nach außen. Also wenn ihr mal hört, dass äh die Polizisten versetzt zu werden jetzt, weil sie dies und das gemacht haben, heißt es meistens nicht, dass sie irgendwie nach unten versetzt werden, sondern im Fall von der, wo wir alle
nach oben versetzt und zwar ins Innenministerium und ähm.

[46:36] Gegen ähm uns, also gegen mehrere Leute von der Initiative wurden äh Schutzanzeigen gestellt von Polizeiseite. Also ich selber hatte eine Strafanzeige wegen Körperverletzung.
Ähm wie auch andere wegen Widerstand und so weiter und wir hatten dann auch Gerichtsverhandlungen, deswegen also
die ganzen Anzeigen gegen die Gewalt der Polizei wurden eingestellt und alle Anzeigen gegen uns, die von der Polizeiseite kamen wurden halt äh bis
und das vors Gericht gebracht, wo das letzte Richter schon einstellen wollten, aber die Staatsanwaltschaft Dessau die hat die gleiche Staatsanwaltschaft, die in dem Fall nicht aufklärt, hat Höchstaufklärungs- oder Verfolgungsinteresse äh gegen uns ähm,
in in Sachen Depressionen und man muss äh wirklich äh sagen, dass ab dem 71.2012 die Repression extrem zugenommen hat gegenüber.
Also wir sind äh sehr sehr äh vielseitig überwacht. Wir ähm werden Gesundheit verfolgt in Sachsen-Anhalt.
Man hat zum Beispiel äh Duschemappen über uns angelegt. Das haben wir in in unseren Prozessen. Also ich selber stand zweitausendfünfzehn, also zwei vierzehn, zwei fünfzehn
den 20 Tage vor Gericht in Dessau äh mit einem Schuldspruch und später wurde alles eingestellt, also ähm
da auf diesem in diesem Verfahren wurde, wurde halt deutlich, dass
Polizei über uns Buffets anfertigt mit Observationsberichten und Maschinen anderen ähm.

[48:02] Sachen, die für sie Bedeutung haben, wenn's um uns geht. Und dann werden eben auf Demonstrationen äh Polizeibeamt aufgefordert, uns gesondert zu verfolgen. Es zeigt sich dann so, dass zum Beispiel ähm
wir werden angezeigt, aber ihm hat von uns Personalien aufgenommen. Ähm dann wird der Polizist gefragt, okay, woher wussten Sie dann, dass das deep person ist? Und dann meint die
äh der Polizist, ja aber dann stand dann halt Lucien ab. Ich weiß ja, wer die Person ist und wir wurden halt auch oft gefeuert, die Person. Also uns dann anzuzeigen. Ähm das sind so Sachen, die wir in unseren eigenen Verfahren erlebt haben. Wir hatten in den letzten
also seit 2012 bestimmt acht Gerichtsverfahren. Also zusätzlich zu dieser ganzen Aufklärungsarbeit haben mir dann auch sehr viel Repressionsarbeit zu leisten.
Und ähm sehen auch die Depressionen ähm nicht mehr als ähm.

[48:52] Oder wir führen das nicht als Einschüchterungsmethode, die ist ja natürlich sein soll, also sie soll uns kriminalisieren,
soll uns zeitrauben, sie sollen uns psychisch ähm
unter Druck setzen und uns auf jeden Fall davon abbringen äh weiterzumachen, aber bei uns macht das eigentlich mittlerweile was ganz anderes, ehrlich gesagt, wenn wenn ich vor Gericht stehe, ähm ähm nutzen wir das als Bühne.
In dem Sinne, dass wir versuchen ähm ja den unseren Protest und auch das, was wir über unsere Aufklärungsarbeit erfahren in diesen Prozess einzubringen und sagen auch dem Richter ganz klar, wir sind,
hier, weil wir was getan haben, sondern wir sind hier, weil wir wissen wollen, wie Uhl umgebracht wurde.
Und er ist halt Teil dessen oder sie je nachdem, ob's eine Richterin oder ein Richter ist. Mhm. Ähm genauso wie reden wir mit der Staatsanwaltschaft. Also es sind britische Prozesse, die geführt werden, um uns mundtot zu machen. Mhm. Ähm,
dass es Teil der Vertuschung ne das gehört halt
vor und das äh erleben auch ganz viele andere ähm Aktivistinnen, die für andere Aufklärungs- äh Fälle arbeiten.
Wir haben jetzt noch knapp vier Minuten und ich wollte dich noch mal kurz zum Abschluss auch noch mal fragen, was sind die nächsten Schritte? Es wurden ja sozusagen alle Gerichtsverfahren äh eingestellt ähm und äh ja, was kommt noch auf euch zu.

[50:08] Oder was was können noch letzte Schritte sein?
Ähm genau, also eigentlich ähm wurde wurden die Ermittlungen in Sachsen-Anhalt wohl abgeschlossen, aber wir haben ja jetzt äh Anfang November ein neues Gutachten noch mal vorgestellt und mit diesem Gutachten eben auch ähm über unsere Anwältinnen ähm äh
schreiben an die Bundesanwaltschaft aufsetzen lassen
die die Bundesanwaltschaft jetzt ermitteln soll, ähm weil die auf jeden Fall zuständig ist. Wie gesagt, Lori ist nicht der Einzige in diesem Revier, der ermordet wurde. Es gibt noch zwei andere. An den Fällen arbeiten wir auch. Und ähm.

[50:39] Denn ähm also
wir gehen nicht wir hören auf jeden Fall nicht auf und gucken, dass wir so viel weiter ermitteln, dass sie eines Tages und wir hoffen, der Tag kommt bald. Es ist da recht optimistisch
sagen müssen, das war Mord und in dem Moment, wo Sie das sagen, müssen Sie auch ermitteln. Und äh solange Sie das nicht tun, setzen wir alles daran, dass wir eben die Beweise bringen, dass er ermordet wurde und auch die anderen beiden äh Männer, die dort um gebracht wurden und ähm,
gleichzeitig läuft da eine äh Verfassungsklage am Bundesverfassungsgericht gegen die Einstellung in Sachsen-Anhalt und ähm da hat die Familie gesagt, dass
europäischen Gerichtshof gehen wollen, nach Straßburg, also Gerichtshof für Menschenrechte. Das werden wir natürlich unterstützen. Wir aber glauben nicht daran, dass da irgendwie was,
Gutes passiert und setzen wirklich auf Selbstorganisation und Selbstorganisierte Aufklärung und ich glaube, das ist wo die Essenz unserer ganzen Arbeit und es ist auch das, was uns Kraft gibt, nämlich nicht abhängig uns nicht abhängig zu machen von äh den gerichtlichen oder juristischen ähm,
Schritten oder
sich da hinhalten zu lassen und dann selbst aktiv zu werden und selber Wege zu finden. Mhm. Ähm um die Sache einfach selbst in die Hand zu nehmen. Das ist das, was uns tatsächlich Kraft gibt und das wir auch wahnsinnig viel Unterstützung mittlerweile
Und jetzt am 7.1.222 findet wieder eine Demonstration statt. Äh
jedes Jahr ist der siebte erste sozusagen äh Tag, an dem ermordet worden ist und
dass es für euch äh das Zeichen, dass immer wieder eine Demonstration auch stattfindet. Bundesweit kommen da auch Menschen dann zusammen.

[52:09] Wie ähm kann man euch als Initiative unterstützen?

[52:13] Ähm natürlich gerne Leute kommt auf die Demo am siebten ersten, wenn's euch möglich ist. Wenn nicht
ähm organisiert was äh bei euch in der Stadt, in der Umgebung ähm natürlich kann man's finanziell unterstützen, aber das ist nur wirklich ein Teil von dem. Also
für uns ist es wichtig, dass ihr die Fakten
kennt, dass ihr wisst, dass so was hier in diesem Land passiert, dass ihr das thematisiert, dass ihr mit euren Freundinnen, Bekannten darüber sprecht, dass es einfach äh der Widerstand,
diese Art von Polizei, äh Gewalt, Polizeimord, dass das einfach ähm ja Alltag wird und nicht einfach nur so eine Infoveranstaltung oder mal was gehört zu haben, sondern das passiert hier und das ist einfach
ein so krasses, grausames Verbrechen, wenn hier Menschen im Polizeigewahrsam verbrannt werden.
Und die Mehrheitsgesellschaftler und wir wollen dieses Schweigen nicht sprechen, deswegen sagen wir Break Solence nicht nur eben zu den äh den Tätern, den Mord in Polizeiuniform, sondern eben zu allen Menschen, die äh über den Fallwissen und nichts sagen.

[53:12] Vielen, vielen Dank Nadine für diesen ausführlichen Einblick zu Uri Jalo. Ich hoffe, du hast nichts vergessen. Wenn nicht, hast du jetzt noch eine halbe Minute Zeit.
Ähm es gibt wahnsinnig viel mehr zu sagen, aber ich glaube, in dem was wir jetzt thematisiert haben, da ist schon auf jeden Fall eine ganze Menge. Genau.
Ja. Vielen, vielen Dank Nadine ähm und gutes Durchhalten und ja vielen vielen Dank.
Danke auch. Schönen Tag noch. Ciao. Ciao. Genau und wir haben uns hier über Orialloh
unterhalten, die letzte Stunde und haben aufgeklärt, was genau in den letzten Jahren passiert ist. Lade Jahrzehnten muss man ja schon fast sagen, was äh dieser Mord auf sich hat und wie sie Gerichte ähm ja mit oder die äh Behörden mit diesem ja Mord umgegangen sind. Ja und das war das Politopia-Magazin heute am Mittwoch, dem
15.12.2021. Für euch am Mikrofon war der Andi und ihr könnt natürlich auch diese Sendung nachhören auf Politopia-Magazin.
Punkt DE oder für sieben Tage lang dann auch auf äh Radio X plus sieben. Und ich wünsche euch natürlich noch einen schönen Tag und äh ja, einen schönen Abend. Jetzt ist ja die Sonne schon untergegangen. Also, macht's gut und.
Bald.