Aufklärung nach dem Mordversuch an Ahmed I.

In dieser Sendung erläutern wir den Verlauf der letzten Jahre wie Ahmed I. nach seinem rassistischen Mordanschlag auf ihn, umgegangen ist. Wir beleuchten wie die Justiz damit umgegangen ist und welche Rolle Respons in dem ganzen Geschehen hat.
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„Der Nebenkläger I. wird mit einem Freispruch bezüglich des Mordversuches gegen ihn vom Gericht im Stich gelassen. Gerechtigkeit, eine Entschuldigung für den Umgang der Polizei mit ihm, die Aufklärung der Straftat gegen ihn, wird ihm verweigert.“ In der Sendung erläutern wir den Verlauf der letzten Jahre wie Ahmed I. nach einem rassistischen Mordanschlag auf ihn, umgegangen ist. Wir beleuchten wie die Justiz damit umgegangen ist und welche Rolle Response in dem ganzen Geschehen hat. Zu Gast war Liisa Pärssinen von Response.

Hier geht es zur Spendenaktion https://verband-brg.de/spendenaufruf-fuer-eine-sichere-zukunft-von-ahmed-i/

verband-brg.de response-hessen.de

Moderation: Andi

Transkription

[0:00] Ja, herzlich willkommen beim Politopia-Magazin. Politopia-Magazin ist jeden Mittwoch hier um sechzehn Uhr auf Radio X zu hören
und äh ja, äh es hieß mal ABS-Magazin, aber das hat sich äh in der Tat geändert, genau. Politopiamagazin, jeden Mittwoch, wie gesagt, hier auf Radio zu hören und ähm
Ihr könnt auch die Senderung nachhören auf ABS Magazin Punkt DE. Das wird sich mit der Zeit noch ändern und ihr werdet natürlich dann direkt auch davon erfahren,
und auch könnte diese Sendung nachhören auf äh Radio X äh plus sieben ja für euch am Mikrofon ist der Andy. Und genau falls ihr zugeschaltet habt und äh es ist gar nicht Mittwoch, sondern Donnerstag
dann hört ihr wahrscheinlich jetzt gerade die Wiederholung, die um vierzehn Uhr läuft. Genau und heute haben wir natürlich wieder eine geballte Sendung voller Informationen und ähm.

[0:50] Natürlich habe ich mir äh wieder einen Studiogast hier eingeladen. Und zwar darf ich hier vorstellen, die Lisa Persinen.
Sag doch mal kurz hallo. Hallo, schönen, dass du mich hier hast. Ja, genau. Ja, der Hintergrund ist so ein bisschen, wir wollen ähm ja,
aufklärenden oder auch informieren, was äh
ist mit dem Lüb gemord, beziehungsweise mit der Nebenanklage zu tun hat. Und zwar betrifft das hier Ahmed I, da
gab es bestimmt jetzt äh oder habt ihr bestimmt schon einiges jetzt in den letzter Zeit äh in den Medien und auch in den Nachrichten gehört. Und wir wollen heute so ein bisschen genauer das aufdröseln und ähm genauer beleuchten, was damals auch passiert ist mit Ahmed äh I
und hat ihn die ganzen Jahre begleitet
und ähm ja hat ihn sozusagen auch betreut und auch beraten und ähm auch vielleicht nochmal hier zur Information dieser Anschlag auf äh Achmed I ist am sechsten ersten zweitausendsechzehn passiert,
War auch eine, die da auch maßgeblich äh dazu beigetragen hat, dass das überhaupt zur Nebenklage kam. Ja, aber das wollen wir natürlich auch alles in dieser Sendung äh genauer dann analysieren. Im Verlaufe der Sendung
aber vielleicht, genau, stellst du dich erstmal selber vor
Lisa und äh erzählt's uns mal kurz, was von dir. Und äh auch natürlich was Response, was äh was deren Arbeit so ist.

[2:18] Sehr gerne. Genau, ich bin Lisa Persinnen, bin Anfang dreißig, ähm
bin die Leitung bei seit Oktober, bin äh tatsächlich im als Beraterin ähm bei Response seit Juni und ähm bin Sozialpädagogin, ähm habe
Berlin studiert und ähm in der Beratung mit Geflüchteten gearbeitet
und auch in der Kinder- und Jugendarbeit und habe dann in München auch noch zwischendurch gelebt ähm und habe auch dort mit Geflüchteten äh Menschen.
Und in der Mädchenarbeit gearbeitet. Genau, so. Ja und was macht denn also mhm. Es ist ja irgendwie auch so ein.
Mit äh unter einem Dach irgendwie mit dem Anne Frank Bildungs äh Bildungsstätte, ne? Genau, wir sind ein Projekt der Bildungsstätte
Anne Frank ähm Response selbst ist eine Beratung für betroffene rechte, rassistische und antisemitischer Gewalt, ähm dementsprechend,
ähm ist unser Hauptfokus ähm die Beratung und die äh Begleitung von Betroffenen, rechter, rassistischer und antisemitischer.
Gewaltvorfälle, also Gewalt ist da auch so ein bisschen ein sehr großer, breiter ähm.

[3:32] Ähm ja ein großes breites Feld, also wir sagen jetzt nicht, das heißt nur Menschen, die körperlich angegriffen wurden, ähm also Ahmed I ist das äh.
Ein sehr drastischer Fall, sage ich mal, ähm obwohl wir einige, also auch äh Mord, Versuche und Morde begleiten oder Betroffene davon begleiten, aber auch ähm
Dinge wie ähm wenn ein Mensch zum Beispiel ähm verbal angegriffen wird ähm oder ähm.
Dinge erlebt, die sie selbst als gewaltvoll erfahren und dadurch ähm eine langfristige.
Ähm ja Schädigung in dem Sinne haben, sage ich mal. Also sozusagen nicht nur körperliche, sondern auch äh psychische Gewalt sozusagen. Auf jeden Fall, genau.
Und ähm um vielleicht da auch nochmal einzusteigen, ähm wie seid ihr überhaupt dazu gekommen, Ahmed sozusagen da zu begleiten?
Ähm genau, also unser Ansatz, unsere Arbeit ist, dass wir ähm
aufsuchend arbeiten, wie aber auch äh Menschen zu uns kommen können, also ähm zum einen kommen ähm Menschen direkt persönlich zu uns mit einem Anliegen oder über Dritte
ähm oder wir, wenn wir von ähm Taten.

[4:57] Äh Entschuldigung. Wenn wir von Taten hören, ähm weil wir zum Beispiel auch ein Monitoring machen, ähm also auch scannen, was passiert in Hessen. Ähm was könnte in unserer Arbeit fallen
dass wir proaktiv auf die Menschen zugehen und unsere Unterstützung anbieten.
Es gibt auch die ähm Hessen-Short-in-Seite, ähm mit der, also auf der Menschen ihre ähm.
Ja also was ihnen passiert ist, aufschreiben können, auch ähm und dass es eben festgehalten ist. Und äh auch da gibt es die Möglichkeit, nicht nur die ähm Geschehnisse zu erzählen, sondern eben auch ähm den Wunsch zu äußern, dass man,
eine ähm ja eine Beratung haben möchte. Genau und so ist gibt es eben unterschiedliche Wege, wie die Menschen tatsächlich zu uns kommen.
Ähm getroffen und ähm beziehungsweise
hat er sich dann an euch gewendet oder seid ihr dann auf ihn gestoßen?

[5:57] Weißt du das? Das weiß ich tatsächlich gar nicht genau, weil ähm vielleicht auch noch äh zur
ganz äh wichtig zu wissen ist, äh wir haben ein Büro hier in Frankfurt, wir haben ein Büro in Kassel, also zwei Kolleginnen von uns sitzen in Kassel ähm und die beiden sind auch diejenigen, die ähm Ahmed begleitet haben und begleiten
en. Ähm ich bin jetzt sozusagen repräsentativ äh da und ähm ja, bin eigentlich nur sozusagen Sprachrohr
für meine Kolleginnen und äh auch Achmed. I. Genau, vielleicht auch nochmal hier sozusagen auch der Hinweis an die Zuhörerschaft
dass halt äh vielleicht können wir auch ein paar Fragen hier nicht beantworten. Das kann natürlich vielleicht auch passieren in dieser Sendung, aber äh das wird auf jeden Fall nicht so schlimm sein
und ähm ja, vielleicht wollen wir mal so ein bisschen von Anfang an chronologisch so ein bisschen anfangen, was äh damals passiert ist, auch äh in äh an diesem Tag am äh sechsten ersten zweitausendsechzehn, was da Ahmed Ida an dem Tag passiert ist.
Mhm. Ähm genau
ähm wie du schon gesagt hast, am sechsten ersten zweitausendsechzehn war der Messerangriff auf Achmed I. Ähm.

[7:06] Oder ja wichtig zu wissen ist äh ist, dass ähm er tatsächlich erst einige Monate in Deutschland war. Ähm.
Und er wurde von hinten mit einem Messer ähm attackiert.
Dabei wurden wurde von den Stichverletzungen her wurde an den Nerven verletzt und tatsächlich verfehlten auch nur sehr knapp,
ja wurden nur sehr knapp seine Organe verfehlt, also er hat tatsächlich gerade so überlebt. Ähm er war dann im.

[7:38] Ähm im Krankenhaus ähm wurde operiert einige Male,
und ähm was tatsächlich vielleicht auch eine wichtige Information ist, ähm er wurde ziemlich kurz nachdem er aus der Narkose aufgewacht wurde, direkt von der Polizei.
Vernommen, das erste Mal. Ähm mit einer Dolmetscherin damals,
ähm aber genau, es wurde das erste Mal sozusagen ziemlich kurz nachdem er überhaupt aufgewacht ist, ähm vernommen.

[8:10] Und ähm die Polizei hat ihn dann wahrscheinlich vernommen, hat dann versucht, äh was herauszufinden, ähm wie ging es dann weiter? Ist er dann ähm es hat wahrscheinlich auch eine lange Zeit gedauert, bis er aus dem Krankenhaus war auch, ne?
Vermutlich schon, ähm wie lange jetzt genau das war, das äh kann ich nicht sagen, aber was auf jeden Fall eine wichtige Sache ist, ist, dass Achmed von Anfang an äh immer darauf betar hat, dass es ähm eine rechte,
äh eine rechte Tat ist, also dass er von Anfang an ähm gesagt hat, das wurde mir angetan, ähm auf,
ähm als Antwort auf die ähm Silvesternacht in Köln. Das war eben ähm kurz vorher. Ähm und ganz früh eben äh den Fokus eigentlich gelegt hatte auf die rechte Gewalttat,
aber tatsächlich vom äh von der Polizei nicht.
Ähm ja nicht sofort verfolgt wurde. Es wurde wie leider auch in anderen Fällen eben schon.
Die Erfahrung gesammelt haben, ähm wurde in seinem Umfeld geschaut.
Ähm es wurde eben, er hat damals in einer Unterkunft für Geflüchtete gelebt, ähm geschaut, ob ihm.
Irgendwelche Kriminalität sozusagen dort passiert ist. Ähm Stefan Ernst wurde tatsächlich auch befragt damals schon, ähm weil er,
Ein bekannter Neonazi in Kassel ist und auch in der Nähe gewohnt hat oder wohnt.

[9:37] Und ähm tatsächlich ähm ein Fahrrad hat, das der Beschreibung.
Der das Täters ähm ähnlich oder übereinstimmt oder ähnlich war. Ähm aber er wurde,
nicht wirklich überprüft, sondern es äh wurde nur gefragt, ähm wo er zu der Tatzeit war, hatte kein Alibi, wurde aber nicht eben weiter verfolgt.

[10:03] Und ähm du hast jetzt auch so ein bisschen erzählt, dass dann die Polizei das doch gar nicht so richtig ernst genommen hat
beziehungsweise auch Ahmed nicht richtig ernst genommen hat, sondern auch die Verfolgung nicht ernst genommen hat. Ähm heißt das, dass dann auch äh irgendwann dieses Verfahren dann eingestellt wurde?

[10:20] Bezüglich jetzt nur Ahmed? Ähm eingestellt wurde,
Also ich merke, ich ähm das sind Fragen, die sehr äh ins Detail gehen. Falls äh die ich tatsächlich nicht weiß und auch jetzt nicht äh groß äh erzählen kann. Mhm. Ähm.
Es ist auf jeden Fall ähm.
Klar, dass ähm also es gab eben damals auch schon ähm einige Problematiken. Also eine ist eben ähm dass.
Also tatsächlich drei Jahre lang, also ähm wurde ähm.
Wurde das rassistische Motiv nicht anerkannt. Dementsprechend wurden ihm wieder Leistungen ähm ähm.

[11:03] Muss gezahlt? Nicht, nicht ausgezahlt und was auch dazu kommt ist, äh dass sein ähm damaliger Asylstatus ähm
hieß, dass er keine gute Kranken, also eine fehlende Krankenversicherung hatte, dementsprechend ähm ja die ganzen.
Prozesse, die also Operationen und so weiter und so fort sehr aufwendig zu beantragen waren und auch.
Kosteten. Und ähm und er durfte.

[11:35] Weil er ihr also wegen seinem äh Süßstatus auch tatsächlich nicht die Stadt verlassen. Ähm und woanders hinziehen, obwohl er eben wusste, dass er sein, dass der Täter auch in der Stadt lebt.
Und noch als dritter Punkt ähm ist das, dass er in diesem ähm Wohnheim für Geflüchtete äh gelebt hat, dementsprechend auch keinen wirklichen Rückzugsort hatte, der gebraucht
also den er gebraucht hätte, um ähm tatsächlich sich zu erholen und eben auch die Traumata zu bearbeiten.
Und kannst du sagen, ob er alleine war, also hat er auch irgendwie Familie hier oder ähm ist er sozusagen auf sich alleine gestellt? Er ist äh ohne seine Familie hier.

[12:17] Das ist natürlich dann in so einer Situation natürlich besonders schwierig, ne? Also gerade, wenn's dann zu so einem Anschlag kommt und man ist eigentlich sozusagen hier alleine. Hm, wahrscheinlich hat man hier da, hier und da sozusagen ein paar Freunde oder irgendwie Bekannte.

[12:33] Dann ist ja sozusagen ja gut, dass er euch dann getroffen hat
Auf jeden Fall. Das ist äh auch eine große Sache, Menschen, die zu uns kommen. Ähm es geht immer darum, was bringen die Menschen mit, ne, also was für Ressourcen haben sie, was für Netzwerke haben sie schon und äh dementsprechend ähm,
sind sie natürlich unterschiedlich auf.

[12:51] Ähm aufgestellt und können dementsprechend eben auch unterschiedlich umgehen mit den Dingen. Wenn man ähm fehlende oder ähm Netzwerke hat, beziehungsweise nur ganz,
wenige auch vielleicht noch nicht im ähm sehr enge, weil ne, also jetzt zum Beispiel bei Achmed. Auch er war ja noch nicht lange tatsächlich äh
hier und also in Kassel ähm ist es natürlich viel, viel schwieriger ähm ja die diesen Prozess ähm des
das Erarbeitens, das Bearbeitens ähm zu meistern
und ähm genau, also in dem Sinne war's ähm gut, dass er doch auch zu früh schon in der Beratung war
weil das ist genau das, was wir eben machen. Wir unterstützen äh die Personen, ähm schauen eben, wie ist die Lage, was ähm wir versuchen gemeinsam,
Ziele zu erarbeiten, ähm zu schauen, welche Ressourcen sind da, die genutzt werden können und ähm,
aber auch vielleicht aufgebaut werden können wieder, also ne, dass das die Menschen,
ähm wir wollen sie ja ähm empowern und nicht an uns binden, sondern eher zu schauen, wie können wir sie gut begleiten, um durch diese.
Ja auf diesem Weg zu unterstützen, aber dass sie auch eben irgendwann wieder auf eigenen Beinen stehen können und weitergehen können.

[14:10] Wie sah der die jetzt die Begleitung konkret jetzt bei Achmed aus? Also habt ihr ihnen dann geholfen, auch sozusagen auf ja auf auf seelischer Ebene ihn da sozusagen ähm ja zu unterstützen, aber auch äh hat ihm da geholfen,
ähm ja
auch wieder mehr in diesem rechtlichen Wegen also ne auch was vielleicht auch seinen Aufenthaltsstatus sozusagen auch irgendwie angeht ähm
Also war das sozusagen eure Unterstützung? Ja. Was wir ähm genau, was wir machen, sind äh tatsächlich ganz unterschiedliche Dinge. Ähm wir bieten an äh.
Ähm Psycho ähm
Psycho ähm psychologischer Betreuung vielleicht. Ähm psychosoziale Beratung genau so rum, weil wir sind äh also wenige von uns sind auch Therapeutinnen, ähm deswegen können wir nur eine
psychosoziale Beratung anbieten. Ja. Aber wir vermitteln auch äh zum Beispiel an Therapeutinnen ähm an Ärztinnen ähm.
Das ist so in dem ähm Feld sozusagen, ne, wie ähm ja,
zu gucken, wie können wir auf dieser Art und Weise die Menschen unterstützen. Ähm wir unterstützen aber auch eben, wenn es zu einer ähm also zu einem rechtlichen Prozess gehen kommen sollte, können wir ähm.

[15:31] Erklären, wie ein Prozess zum Beispiel aufgebaut ist, ähm was die
personen erwarten, also sie darauf vorbereiten tatsächlich ähm dass sie nicht da einfach hingehen, ahnungslos und ähm tatsächlich dann zum Beispiel durch Strukturen ähm wieder retromatisiert werden, weil sie ähm.
Weil der Umgang mit ihnen nicht so ist, wie sie's erwarten oder es wünschenswert wäre.

[15:56] Ähm genau, also dementsprechend unterstützen wir dort. Wir sind aber eben auch keine Juristinnen. Dementsprechend können wir auch keine juristische Unterstützung leisten, aber wir können eben an
Anwältinnen vermitteln, können ähm die
auch mit den Anwältinnen und äh Beratungsnehmern in ähm begleiten. Also da einfach äh wie ein Puzzlestück.
Sein und ähm wie jetzt auch bei Achmed ähm,
wurde der komplette ähm Prozess begleitet von äh meinen Kolleginnen ähm und wir haben aber auch im ganzen Team, weil das sind natürlich ähm.
Ja wichtige ähm Termine.

[16:39] Besonders wie zum Beispiel seine Aussage. Da würde ich auch gerne nachher nochmal drauf zurückkommen. Ähm und auch wie jetzt der das äh der Prozess anfangen und auch das Prozessende, das sind einfach äh ja wichtige Termine, in denen wir auch
alle als Team unterstützt haben, um ihnen auch einfach die Kraft zu geben und äh Solidarität einfach.
Ja, mitzugeben, weil Solidarität ist einfach wahnsinnig wichtig und äh stärkend,
in diesem Prozess. Bevor wir jetzt gleich zum Protest noch kommen, würde ich noch mal kurz von dir erfahren, wie jetzt eigentlich die letzten Jahre bis äh sozusagen zum Prozess beginnen, beziehungsweise auch bis äh dann.
Oder diese Behauptung, ich nenn's jetzt mal Behauptung oder diese ähm ja Behauptungen nenne ich's jetzt einfach mal, äh dann in einen Raum gestellt wurde, dass Stefan Ernst dafür zuständig ist. Was ist denn bis dahin noch so passiert? Also
er hat sich dann genesen es gab dann diese Betreuung
ähm von seitens der Polizei ist wenig passiert, hast du ja bisher gesagt, ähm aber äh wie ist er dann selber dann damit umgegangen?

[17:46] Da würde ich gleich meine Kollegin zitieren weil sie bei der Pressekonferenz die wir gemacht haben zu der Aussage von Achmed I,
ähm auch nochmal ein äh paar wichtige Worte oder viele wichtige Worte gesagt hat, aber ich würde äh eins da rausnehmen. Ähm was auf jeden Fall die Jahre.
Ähm ja zusammen ähm.

[18:15] Zusammenbringt, ist äh das Wort warten. Also tatsächlich äh ist.
Ganz viel musste Ahmed warten auf,
vieles. Also es war immer, da müssen wir noch warten. Äh da können wir noch nichts sagen. Äh da wissen wir noch nichts. Also es ist äh drei Jahre lang oder vier Jahre lang eigentlich ähm immer ein ein sehr wartender.
Prozess gewesen, ähm der natürlich sehr, ja, ähm.

[18:46] Dramatisch ist für einen Menschen ähm immer in dieser Wart einen Position zu sein und nicht eben handlungsaktiv sein zu können oder ne das was los geht. Das ist ja auch also.
Er musste eigentlich die ganze Zeit darauf warten, dass.
Passiert, dass Arbeit getan wird, äh dass ähm Anträge ähm bearbeitet werden ähm und dass es ähm da war es tatsächlich, dass ähm.
Als Stefan Ernst festgenommen wurde, ähm wegen dem Mord an Walter Lübcke,
dass er da wieder gesagt hat, dass ich, das ist er. Und äh dementsprechend wurde dann ähm auch nochmal an die ähm Bundesanwaltschaft äh herangetreten und ähm ja, im.

[19:34] Zum Glück haben sie tatsächlich ähm sind dem nachgegangen und so dass eben die ähm Anklage ähm.
Im Raum stand äh eben der rassistische Anschlag auf Achmed eben von Stefan Ernst verübt werden könnte. Hm,
Genau, ich würde da ganz kurz vielleicht äh das Zitat, ähm weil das auch nochmal gut zusammenfasst, ähm was ich jetzt auch angesprochen habe.

[20:01] Diese viereinhalb Jahre hat es aber gedauert, bis die Staatsanwaltschaft ein ausreichend ausreichenden Tatverdacht herstellen konnte.
Viereinhalb Jahre, in denen der Angriff auf Achmed I nicht als rassistisches nicht als rassistisch motiviert anerkannt wurde. Dreieinhalb Jahre, in denen Achmed I sogar,
In derselben Stadt leben musste, wie sein mutmaßlicher Angreifer.
Und dann sagt sie später nochmal, ähm was auch in dem Kontext noch mal wichtig ist.
Wir finden hier etliche Punkte wieder, die uns Beratungsnehmende regelmäßig in den Beratungen schildern. Den Betroffenen wird nicht geglaubt und auch nicht zugehört.
Die Taten und Gefahren werden nicht ernst genommen. Sie werden den Opfern,
Sie werden von Opfern zu TäterInnen gemacht, sie werden mit den Tatfolgen alleine gelassen. Ermittlungen werden gar nicht erst aufgenommen oder laufen ins Nichts, weil scheinbar nichts ernsthaft in Betracht gezogen wird,
dass die äh dass die Gewalt rassistisch motiviert gewesen sein könnte.

[21:09] An dieser Stelle wollen wir Musik hören, habe ich gehört.
Ja, ihr seid hier immer noch bei Radio X einundneunzig Punkt acht beim Politopia-Magazin. Jeden Mittwoch hier um sechzehn Uhr auf
Radio X und ihr könnt unserer Sendung nachhören. ABS Magazin Punkt DE, das ist noch die alte Website,
Ihr werdet demnächst auch erfahren, dass wir eine neue haben werden. Und äh natürlich könnt ihr auch diese Sendung auf Radio X plus sieben dann
heute Abend hoffentlich doch, werde ich das dann noch online stellen, dann könnt ihr sie dann auch dort noch nachholen. Und falls ihr aber jetzt nicht Mittwoch habt, sondern Donnerstag, dann hört ihr wahrscheinlich gerade die Wiederholungen, die um vierzehn Uhr
läuft. Ja und ich unterhalte mich hier mit dieser personellen und wir reden über die Nebenanklage vom Lübkemord und die in dem Fall heißt der nämlich hier Achmed I
der zweitausendsechzehn ähm ja angeblich von äh Stefan Ernst überfallen worden ist, attackiert worden ist und sich dann aber auch erholen konnte.

[22:09] Beziehungsweise wollen wir jetzt aber auch zum nochmal auf diesen Gerichtsprozess an sich nochmal drauf
eingehen, um den näher beleuchten, biete ich auch da die Staatsanwaltschaft oder auch der Richter, wie sich da sozusagen die verschiedenen Parteien verhalten haben. Genau, vielleicht kannst du nochmal so ein bisschen einleiten, wie so der Prozess dann gestartet hat.
Mhm. Ich würde ganz kurz noch äh kurz äh
sagen, weil du grade meintest, äh dass er wieder gesund ist ähm er hat sich oder erholt hat. Äh ja, er hat sich
ähm er lebt noch. Äh ich würde das eher so nennen, er lebt. Ähm hat aber auch immer noch, auch heute noch mit äh körperlichen Folgen. Ähm.
Ja zu zu leben und natürlich auch mit dem Trauma,
Also das ist ähm schon auch noch mal möchte ich nochmal betonen, es ist ähm nach so einem Angriff ähm
dauert das lange, bis man tatsächlich leben kann wieder oder gesund ist, sage ich mal, in Anführungsstrichen. Die kann man natürlich hier nicht sehen. Ähm.
Weil ja, ähm dass natürlich äh auch eben nach so viel, also nach äh fünf Jahren ähm tatsächlich einfach auch noch.

[23:20] Spürbar ist. Ähm da kann ich, würde ich auch grade einfach ganz kurz äh ihn zitieren,
ähm weil ich das finde ein wichtiges Zitat ist und äh auch nochmal zeigt ähm ja, wie es ihm geht.
Jetzt muss ich's nur grade finden. Ja gut, auf jeden Fall, dass das nochmal erwähnt hast, äh ähm was das natürlich auch für Folgen äh natürlich mit sich nachziehen kann auch, ne. Und ähm.

[23:48] Ja, ich bin auf jeden Fall gespannt. Tut mir leid. Ähm ich dachte, ich habe es äh kaum hier. Kein Problem. Genau. Wir haben Zeit. Super.
Ich wurde mit dem Messer angegriffen. Ich sollte getötet werden.

[24:04] Lebe einen Tag in meinem Körper und du spürst, wie schwer es ist.
Die Bauchschmerzen, die Kopfschmerzen, die Rückenschmerzen, die Sorgen. Ich werde jeden Tag daran erinnert, was vor fünf Jahren passiert ist.

[24:19] Wenn ich nicht zu meinem Recht komme, dann ist das etwas, das mein Leben beeinflusst.

[24:26] Wenn der Richter sagt, Stefan Ernst, war es nicht, dann ist es nach einem Monat vergessen. Ich lebe aber damit bis in den Tod.

[24:37] Ja, harte Worte, drastische Worte, aber auch wahre Worte, die er da gewählt hat.
Genau. Und deswegen ist es auch so wichtig, nochmal auf den Prozess zu schauen, ähm.
Einmal wie, also ne, ich äh immerhin kam es zu einem Prozess, ähm der die Bundesanwaltschaft hat das äh Tatmotiv Rassismus für den Angriff auf Achmed ähm benannt.
Und das ist schon mal ähm ja, einfach ein wahnsinnig wichtiger Situation, wichtiger Fakt.
Ähm aber natürlich ist so ein Prozess ähm für Betroffene eine Wahnsinnskraftaktion. Ähm.

[25:20] Durchsitzt deinem potenziellen Täter gegenüber. Ähm ich meine, das ist schon mal alleine, ne, also sitzt mit dem Menschen.
Von dem du vermutest, dass er dich angegriffen hat in einem Raum. Ähm das macht natürlich ganz viel mit einem Menschen. Und ähm.

[25:39] Auch bei bei der Vernehmung ähm Ahmed I wurde ja vernommen ähm zu seinem zu der zu dem Fall und ähm auch da ist ähm
so wichtig eigentlich eine eine sensible ein sensiblen Umgang zu haben mit der betroffenen Person. Das ist eine ähm
extreme Situation, in der eine Sensibilität tatsächlich von den Menschen, die an diesem Prozess äh
teilnehmen und äh partizipieren. Ähm wichtig wäre.

[26:12] Ähm und tatsächlich ist äh die Vernehmung auch ein ein ähm Schlüsselereignis für Ahmed. Ähm.

[26:21] Sein Deutsch ähm noch nicht super perfekt ist, ähm hatte er sich gewünscht einen Dolmetscher vor Ort zu haben. Ähm aber hier ist zum Beispiel auch ähm die Frage,
wer wird ausgewählt? Ähm also ne, das ist ähm ich meine ähm das ist natürlich eine Sache, ähm man kann nicht davon ausgehen, ähm dass äh sich Menschen.
Super gut verstehen können, also äh ich habe zwei Jahre in München gelebt und ich habe äh bis heute Schwierigkeiten gehabt, äh teilweise bayerisch sprechende Menschen zu verstehen, weil ich einfach nicht an den Dialekt gewöhnt bin. Ähm.
Ne, also so das ist nur einfach eine wichtige Information ähm.
Im Vorhinein ganz klar geklärt wird, dass dir Dolmetscher und die betroffene Person sich auch unter also verstehen,
weil das super wichtige Informationen sind, die da ausgetauscht werden ähm und die eben auch weiter getragen werden müssen. Und hier in dem Fall, äh bei Achmed war's eben zum Beispiel so, dass tatsächlich äh vieles nachfragen musste.
Weil er Dinge nicht verstanden hat.

[27:26] Und ähm das macht natürlich wieder Verunsicherungen ähm und ne, also das ist einfach äh eine super schwierige Situation und äh da ja bräuchte es eigentlich einfach viel, viel mehr ähm.

[27:39] Sensiblen Umgang mit diesen also Bedürfnissen der Menschen.
Und ähm da würde ich gerne auch einfach nochmal Achmed selbst sprechen lassen, ähm sage ich mal, ähm durch.
Ja, meine Stimme, was er ähm gesagt hat, weil das äh tatsächlich auch einfach nochmal wichtig ist.

[27:58] Ich wurde als Opfer nicht mehr gehört. Der Tag meiner Aussage fühlte sich an, als ob das Gericht gegen mich wäre.
Niemand hat mich wirklich reden lassen zu den Dingen, die wichtig sind oder mit mir mit Respekt zugehört.

[28:14] Ich wurde nicht zu den Dingen gefragt, die wirklich wichtig sind.
Fragen, die mir gestellt wurden, hatten nichts mit dem Angriff auf mich zu tun. Das hat mir ein schlechtes Gefühl gegeben. Und dieses Gefühl hat sich bestätigt.

[28:29] Es war so ein.
Es war so wenig Interesse im Gericht für mich. So kannst du dich verhalten, wenn es um einen kleinen Unfall geht und ein Auto einen Schaden hat. Aber es wurde versucht, mir das Leben zu nehmen.
Ich wurde mit einem Messer angegriffen. Ich sollte getötet werden. Wenn du einen Tag.
In meinem Leben lebst, dann weißt du, wie schwer es ist.

[28:57] Lebe einen Tag in meinem Körper und du spürst, wie schwer es ist.
Genau, da hatte ich ähm wiederhole ich jetzt äh nochmal das, was ich vorhin schon gesagt hatte. Ähm.

[29:09] Da schließt das, jetzt habe ich auch das äh Zitat hier gefunden. Ähm genau, aber das ist einfach auch nochmal ähm wichtig.
Was macht es mit äh der betroffenen Person, wenn sie nicht ernst genommen wird?

[29:25] Und ähm weil du jetzt vorhin auch so ein bisschen, du hast von der Staatsanwaltschaft gesprochen, die auch
sozusagen auch anerkannt hat, dass es ein rassistische Tat gewesen ist, ähm was ja auch nicht so üblich ist in der Tat auch bei der Staatsanwaltschaft
das überhaupt äh zu einer politischen motivierten Tat dann ähm auch so ausgedrückt wird und auch so ähm äh als Klagepunkt vor dem Gericht angebracht wird. Ähm
Wie hat sich die Staatsanwaltschaft da auch generell verhalten in den ganzen Richtungen?
Prozessen. Kannst du was überhaupt dazu sagen? Vielleicht auch diese Frage. Ich war tatsächlich nicht vor Ort, ähm deswegen kann ich nicht ganz genau sagen, wie sie sich verhalten hat, ähm aber
Ich kann so ein bisschen ähm.
Also alleine das, ähm dass das Motiv eben äh rassistisch anerkannt wurde und ich weiß auch, dass in dem Schluss-Plädoyer ähm der Bundesanwaltschaft.
Dass sie auch nochmal ähm.
Ja, also die Worte kann ich nicht wiedergeben, aber ich weiß auf jeden Fall, dass sie Stefan Ernst als äh Täter sahen und auch noch eben nach dem
prozess oder zum Ende des Prozess hinsahen, was auf jeden Fall eine wichtige ähm ja Nachricht ist und ähm.
Genau, also dass das dass das immerhin von einer Seite anerkannt wurde.

[30:43] Aber leider eben nicht ähm von Gericht, von Gericht, von den ähm ja Richtern selbst
Genau, vielleicht auch hier nochmal zur Aufklärung, wahrscheinlich habt's auch schon viele in den Zeitungen oder in den Medien natürlich auch schon wahrgenommen.
Dass äh Stefan Ernst in diesem Punkt freigesprochen worden ist, also der hat äh äh was diese Tat auf äh Achmed I sozusagen angeht, ist er in diesem Punkt freigesprochen worden, was äh
er natürlich auch ähm ja nicht unkommentiert gelassen hat, auch der Achmed. Und ähm genau, was mich nochmal auch interessiert, ähm gibt's eigentlich auch eine Verbindung zu der Familie von Walter Lübcke? Also gibt das da irgendwie eine,
ja, eine, ja, eine Verbindung, dass sie sich irgendwie mal auch getroffen haben, ausgetauscht haben.

[31:30] Darf ich kurz noch äh auf das, was du gesagt hast, eingehen und dann äh würde ich äh das war toll. Super. Ähm genau, also ich wollte ihm auch einfach nochmal sagen, ähm dass die Urteilsverkündung eine große Enttäuschung ist für Achmed,
Das ist äh ganz selbstverständlich, ähm das können wir alle, also es war für uns alle eine große Enttäuschung. Ähm war aber auch leider schon absehbar, weil bestimmte Dinge ja auch äh eben Prozess ähm Verlauf schon ähm.
Äh Richter sagt mir auch äh gesagt hatte oder in die was in die Richtung weisen konnte.
Aber es ist einfach auch nochmal wichtig, ähm was das eben bedeutet, also das bedeutet, ähm für Achmed, aber auch alle von rechter Gewalt betroffenen Menschen.
Ähm dass sie wieder nicht, also dass es dass wieder einmal ein Fall in die Kontinuität von strukturellem Rassismus,
eingeht. Also ich meine, das ist nicht der erste Fall, den wir haben. Es ist nicht das erste Mal, dass äh Betroffene nicht ähm.
Nicht gehört werden, äh nicht gesehen werden und nicht ernst genommen werden. Und das ist äh eine,
ja, also was was sagt das aus, dass also ne, was ist das für eine Nachricht an Menschen, denen auch Gewalt oder die Gewalt widerfahren, ähm.

[32:55] Das ist äh dramatisch, das ist ganz dramatisch äh ja, als Zeichen für die Menschen und auch für unsere ähm Gesellschaft,
Das ist mir nochmal wichtig, ähm ja, gesagt zu haben. Ähm.

[33:10] Es gab keinen Austausch mit der Familie.
Äh Lübke. Ähm da bin ich aber bei, bin ich eben auch nicht drin ähm wie da genau die ja, was da genau.

[33:26] War,
Mhm. Ähm das aber genau, es gab auf jeden Fall keinen Austausch. Ja, gut, dass du es auch nochmal genannt hast, auch was wir hier sozusagen damit auch äh umgegangen ist, beziehungsweise was dein Verhalten dazu war
Ähm das hätte ich in der Tat noch mal später auch aufgemacht, aber super, dass wir das jetzt schon sozusagen auch benannt haben. Ähm wie war denn seine Verhörung.
Vor Gericht? Ähm genau, seine Verhörung war tatsächlich ähm ja, also wie gesagt, das war schon ähm die Schwierigkeit da, das ähm der Dolmetscher ähm.
Ähm dass es da ähm Verständigungsschwierigkeiten gab, also dass viel Ahmed nachfragen musste, ähm.
Also ne, dass da keine gute Kommunikation zwischen ihnen war, ähm dass,
er verunsichert war und wurde und tatsächlich wurden auch ja viele Fragen,
die tatsächlich mit ähm,
dem Fall an sich nicht wirklich zu tun hatten. Also die eigentlich gar nichts ähm ja zu einer Aufklärung geführt haben. Kannst du da ein Beispiel nennen?
Ich glaub da wurde auf jeden Fall auch nochmal zu seinem Asylstatus Dinge gefragt die er an sich mit der Tat nichts.
Zu tun haben. Ähm da wurde er ziemlich ähm ja, sage ich mal so, in die Mangel genommen. Mhm. Ähm.

[34:53] Und.
Also grade auch von dem Richter auch oder auch von der Verteidigung, die äh von der Verteidigung. Die dann sozusagen Stefan Ernst verteidigt hat, ne. Genau, von der Verteidigung ähm genau,
Von denen kamen auf jeden Fall Dinge
Es wurde auch ähm gelacht. Ähm ich glaube, also das kam ja auch vorher schon vor, dass äh Markus.
Haar des Öfteren auch mal ähm ja.
Ausfallender wurde. Das äh hat sich ja auch in dem Prozess äh durchgezogen. Und äh dann nicht so eingeschritten wurde von Richterseite, wie es gewünscht wäre
Ähm und das sind natürlich Dinge, die sehr verunsichernd sind. Ähm wenn man eh, ne, nicht
super ähm gut aufgestellt ist, ähm wenn das eh schon ein schwierige, eine schwierige Situation ist, ähm dann macht das natürlich noch mehr mit einem. Und ähm dementsprechend.
Ja, ist das ein ja, ein ein wieder mal äh sozusagen in dieser äh in dieser ganzen, in diesem ganzen Prozess, die Achmed durchmachte, äh wieder mal eine, ja, eine enttäuschende Situation
Und er sagt ja auch eben, er hat sich, er hat das Gefühl, nach dieser Vernehmung hat sich was verändert.

[36:16] Also dass er nicht mehr ähm also vorher war er noch sehr ähm hoffnungsvoll, dass
was auch passiert, dass er gehört wird und nach der Vernehmung hatte er das Gefühl, er wird nicht mehr gehört. Deshalb ist eigentlich schon entschieden und das äh Blatt hat sich sozusagen gegen ihn gewendet.

[36:33] Vielleicht nochmal kurze Information. Markus H wurde mit angeklagt vor Gericht und ähm wird auch mit äh als Hilfe äh als ja als
herbei Hilfe zum zum Mord zum auch wurde er damit angezeigt und auch hier ist diese ist in diesem Punkt freigesprochen wurde dann aber zur Beihilfe.
Verstoß gegen das Waffengesetz
wurde er deswegen aber dann doch noch äh angezeigt. Sozusagen hat jetzt aber eine Bewährung Bewährungs äh Strafe bekommen. Ja und,
Wir wollen noch kurz Musik machen, um unsere Stimmen so ein bisschen zu erholen und ja, hier geht's dann auch nach dem, nach unserer Sendung. Um siebzehn Uhr geht's dann auch hier weiter mit Hörnerv, der Ben steht nämlich in der Tat schon in den Startlöchern
aber gleich geht es weiter nach unserer Musik.

[37:24] Ja, ihr seid hier immer noch auf Radio einundneunzig Punkt acht. Jeden Mittwoch hier um sechzehn Uhr findet das Politopia-Magazin statt und ich habe mir hier Lisa Parisen oh Gott
Persinnen, genau, das wollte ich doch sagen. Äh eingeladen und zwar ist sie bei und wir sprechen über Achmed, der Nebenpfleger auch von dem Prozess jetzt war,
Er wurde am äh zweitausendsechzehn wurde er ähm ja Opfer einer Tat wahrscheinlich auch von äh Stefan Ernst
durchgeführt, Wismar, weiß man noch nicht genau. Genau, wir wollen jetzt nochmal ein bisschen äh Ausblick geben, was äh ja, was sozusagen der Ausblick auch für Achmed.
Was das für ihn bedeutet.
Genau, also Ausblick äh genau in Richtung ähm was passiert noch? Ähm es wurde tatsächlich jetzt Revision schon.
Legt von dem von dem Bundesanwalt.
Also dementsprechend ähm wird im besten Fall da auch nochmal ähm was passieren. Ähm Ahmed selbst möchte eigentlich einfach.
Damit dem Ganzen Kapitel abschließen kann und sein Leben leben, äh was er aber nur machen kann, ähm wenn eine Aufklärung.
Passiert,
und die ist eben bisher, steht die noch aus. Ähm was auch nochmal wichtig ist, ist, dass es einen hessischen Untersuchungsausschuss äh gegeben wird.

[38:54] Äh und da fordern wir auf jeden Fall ähm, dass auch Achmeds Fall nochmal angeschaut wird. Ähm zum einen die Fehler, die im Ermittlungsverfahren passiert sind, dass die genau noch mal untersucht werden,
ähm und dass Achmed auch.
Vor also vor Ort ähm eingeladen wird, gesprochen wird als Experte gesehen wird äh für die Situation
ähm und äh ja, gehört wird. Das wäre ein großer Wunsch. Und tatsächlich auch die ähm,
Netzwerke und Strukturen in die Stefan Ernst wie auch Markus H Verbindung haben, nochmal ganz genau durchleuchtet werden.

[39:34] Ähm weil hier auch wieder dieses.
Von einem Einzeltäter äh schafft gesprochen wird oder ähm den Anschein bringt, was es sehr vermutlich nicht.

[39:46] War. Ähm ja und ähm genau und tatsächlich ähm.

[39:54] Auch nochmal ein wichtiger äh Punkt ist ähm
wie der Umgang war mit der Zivilgesellschaft äh Prozessbeobachtung und der auch der äh der Begleitung von Achmed ähm in dem Prozess ähm das würde ich gerne kurz am Schluss auch nochmal äh sagen, weil uns das sehr beschäftigt hat
das Thema ähm wir verstehen absolut, dass unter Coronabedingungen nicht.
Alles Mögliche war. Ähm aber wir haben das Beispiel im Halleprozess, äh der ja.
Kurz vorher und parallel lief wo Dinge ermöglicht wurden wie zum Beispiel dass ein Raum.
Äh ja für für die ähm Opferbegleitung.

[40:40] Zur Verfügung stand, äh dass sie auch teilnehmen konnten am Prozess. Ähm da gab, also es gibt auf jeden Fall eine Messungsspielraum und hier ist es, dass äh es gab achtzehn Plätze ähm für Beobachterinnen,
ähm gerade zu den wichtigen Tagen mussten die Menschen, die rein wollten, sich nachts anstellen
was äh natürlich auch Strapazen sind, dass die eben äh Begleiterinnen und äh so, ne, meine Kolleginnen ähm teilweise, also jetzt tatsächlich eine Kollegin ist reingekommen, ähm die hat sich um,
fünf Uhr morgens angestellt. Und äh das ist natürlich auch nochmal ein ähm ja, eine ähm.

[41:20] Wie geht man eben mit der Zivilgesellschaft tatsächlich um? Wie wichtig es ist, dass die Zivilgesellschaft und äh Prozessbeobachtung passiert. Ähm wie wird da mit den Menschen umgegangen? Ähm,
Also ich habe mich auch einmal tatsächlich angestellt für Kolleginnen, dass sie eben nicht so früh da sein müssen. Ähm und wir standen draußen fünf Stunden im Regen. Also.
Nur so auch nochmal, ja, abschließend ähm das. Hoffentlich gab's wenigstens Kaffee oder so was zwischendurch. Wir haben uns selbst drum gekümmert, ja. Ja.
Ja okay, das äh ist natürlich ähm ja, eine heikle Situation dann auch äh auf jeden Fall für euch, dann äh euch da sozusagen ja diesen Druck äh auszusetzen, der dann natürlich auch unterschwellig da äh vorhanden ist.

[42:07] Genau und es äh ist auch wieder ein Zeichen eben, ne, in die Gesellschaft, äh dass da
ähm mit einhergeht ähm wie wichtig oder unwichtig es eben ist, dass tatsächlich ähm die Gesellschaft auch daran teilnehmen kann, an so einem wichtigen, großen Prozess,
und da würde ich auch gerne äh nochmal auf die ähm die äh die ähm.

[42:30] Den Umgang der Medien mit Ahmed drauf eingehen, weil das da ganz gut dran.
Anschließt, ähm weil auch hier aufgefallen ist, dass ähm also ist es klar, dass der Fokus der Berichterstattung auf dem Mord an Walter Lübcke liegen sollte und würde. Das ist ganz selbstverständlich und angemessen
aber was aufgefallen ist, dass ähm die Berichterstattung über Ahmed ähm entweder gänzlich fehlte ähm.

[42:58] Er einfach weggeschnitten wurde. Ähm oder ähm wenn von ihm erzählt wurde, tatsächlich auch nicht einfach von dem Nebenkläger Ahmed I gesprochen wurde, sondern von.
Ein Asylbewerber, der Asylbewerber Ahmed I ähm der Iraker, der irakische Flüchtling, also ähm das ist auch einfach nochmal so wichtig, wie wird tatsächlich ähm berichtet.
Auch das ist ein wichtiger Punkt, der sensibel angeschaut wird, weil Sprache ist so wahnsinnig wichtig und gerade in den Medien, ähm wie ähm,
Ja, über Fälle, auch grade rassistische Fälle berichtet wird, ist einfach immens,
Wichtig, dass da ähm sensibel mit umgegangen wird. Und es gibt es gibt auch gute Berichtung, ähm aber sie sind leider sehr, sehr selten. Und das ist ja einfach ein Wunsch, dass das mehr.
Noch passiert und mehr Sensibilität einfach da ist.

[43:55] Das ist sozusagen auch ein Problem natürlich der verkürzten Medienberichterstattung, weil der natürlich Medien auch ja doch äh mittlerweile sehr einseitig auch funktionieren, also in dem Sinne halt auch schnell und äh ja, so schnell wie möglich
die Informationen äh raushauen. Ähm ja, vielleicht auch nochmal äh jetzt sozusagen zum Ausblick, was ja gesagt, dass er
sozusagen auch hofft, jetzt ist ja auch eingelegt worden in von verschiedenen Parteien auch, ähm also sowohl sowohl von der Staatsanwaltschaft auch und aber auch von der Familie,
äh im Prozess als auch und ähm äh das ist aber ein anderer Punkt in der Tat in dem Fall. Ähm.
Man kann ja gar nicht sagen, was der Wilder überhaupt die Chancen sind sozusagen. Ähm aber das wird sich auf jeden Fall ja jetzt in den nächsten wird sich ja noch die nächsten Jahre hinweg ziehen. Mhm.
Ähm.

[44:48] Jetzt ist die Frage so ein bisschen, willst du nochmal sozusagen da noch mal was zum Schluss abschließend sagen, bevor wir auch zur Spendenkampagne kommen sozusagen?

[44:57] Auf jeden Fall die Spendenkampagne ist ganz wichtig. Genau, also klar äh ist es jetzt äh zu dem jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht äh absehbar, wie es in dem Prozess tatsächlich weitergehen wird. Ähm das wird sich zeigen, ähm aber eben das wird vermutlich eben jetzt auch dienen.
Wie du schon richtig gesagt hast die nächsten Jahre noch ähm sich hinziehen. Ähm ja, also ich hoffe einfach, dass ähm
ich hier einfach nochmal ähm Achmed, auch eine Stimme geben konnte, äh die Wichtigkeit nochmal
festhalten konnte und rüberbringen konnte, ähm wie wichtig es ist, ähm besonders eben Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt,
zu hören, ähm zu glauben und ähm
Ja, zu unterstützen, also auch tatsächlich, das ist die Sache, ähm ach, was die Achmed am meisten gestärkt hat, ist die wahnsinnig große Solidarität, die es gab und gibt äh mit ihm. Also ähm.
Eigentlich die ganze Zeit über, es waren immer auch Unterstützerinnen mit vor Ort. Ähm er hat Nachrichten bekommen, es äh es gab eine Demo in und Kundgebung in Kassel, wie auch in Frankfurt, also einfach die wie wichtig diese ähm.
Die Stimmen und die Solidarität aus der Zivilgesellschaft für die Menschen sind, wenn sie gerade eben zum Beispiel in den ähm auch rassistischen Strukturen eben keine Unterstützung und keine Hoffnung haben.

[46:23] Genau, das ist.
Mein Schlusswort. Das Schlussplädoyer sozusagen. Ja, vielleicht dann nochmal ganz kurz, was vorhin noch ähm unser Vorgespräch hast du was von einer Spendenkampagne erzählt und vielleicht auch noch mal, wie kann man denn euch als Response erreichen?
In diesem Internet, von dem alle was erzählen. Genau, also genau, super wichtig äh es gibt eine Spendenaktion äh für Ahmed I.
Die ähm auch jetzt nicht mehr so lange laufen wird, also gerne, wenn äh bald nochmal ihn unterstützen ähm.
Ja, das wäre da das ist einfach ein große Hilfe, ähm die von außen auch gegeben werden kann.
Dazu gibt es Informationen auf der Seite der Bildungsstätte,
Da gibt's die Pressemitteilung
da sind die Informationen auf jeden Fall auf Social Media, gibt's die auch und auch über unseren Dachverband, die Seite vom VBRG
da ist tatsächlich auch nochmal das ganze Statement von Achmed zur Urteilsverkündung und auch das,
ähm Plädoyer des Nebenklägers eben ähm Herr Hoffmann auch nochmal.

[47:38] Druckt, also sprich, wer sich da auch gerne nochmal unter äh ja informieren möchte, kann das äh sehr gerne dort machen. Und äh genau, spendet.

[47:48] Damit tut ihr was Gutes und findet ihr auch über die Bildungsstätte Anne Frank, über die Homepage oder Minus Hessen Punkt DE,
und es gibt eben auch die Hessen-Schaut hin Punkt DE Seite, äh wo man Fälle ähm ja ähm.
Auch nochmal äh aufnehmen kann. Ähm genau, ich glaube, dass.
Reicht erstmal. Genau und sobald auch diese Seite auf unserer Homepage sozusagen hochgeladen ist, werden wir einfach nochmal auch diese Links dort äh ja hinterlassen, damit ihr dort auch drauf
klicken könnt. Ja, vielen, vielen Dank. Dieser Persinnen war das hier von Response. Vielen, vielen Dank, dass du hier warst. Danke auch. Danke, dass du.
Äh mich eingeladen hast. Genau, wir haben jetzt hier die letzte Stunde über den äh Fall von Achmed I gesprochen. Die Nebenanklage
zu dem Lipödem-Prozess. Ja, das war jetzt hier schon die Stunde vom äh Politopia-Magazin. Das läuft nämlich hier jeden Mittwoch um sechzehn Uhr,
Radio X einundneunzig Punkt acht. Und wie ich eben grad schon gesagt habe, kann man diese Sendung auch äh nachhören auf unserer Internetseite, die noch ABS Magazin Punkt DE heißt
das wird sich bald ändern und natürlich kann auch diese Sendung auf Radix plus sieben nachgehört werden
Falls ihr hier die Wiederholung noch hört, dann seid ihr wahrscheinlich hier am Donnerstag gelandet. Normalerweise läuft diese Sendung hier jeden Mittwoch um sechzehn Uhr. Vielen, vielen Dank hier am Mikrofon war der Andi und ich wünsche euch noch einen schönen Tag.
Macht's gut, gen.